Consolidated – Dropped

Text: | Ressort: Musik | 1. März 1998

Selbstbewußt sind sie ja – die Herren Sherburne und Pistel. Und sie haben etwas zu sagen – meinen sie. „Sinn und Zweck der Gründung Consolidated’s war es u.a., die Massenmedien zu kritisieren unter zur Hilfenahme ihrer selbst.“ (Infoblatt zu „Dropped“) Daß dies nicht nur das übliche Promogeseiere sogenannter Polit-Bands ist, stellten die Musiker während zurückliegender Touren vor allem dadurch unter Beweis, daß sie ihr Set nach relativ kurzer Spielzeit abbrachen und die „Play more music!“-Rufe aus dem Publikum ignorierend mit demselben in politischen Diskurs zu treten suchten. Nur schien das Dance- und HipHop -Publikum, das man durch die Zusammensetzung des Billings und auch durch die eigenen Veröffentlichungen gezogen hatte, für derartige Agitation wenig offen. „Play more music!“ Das hat Sherburne und Pistel wohl nachdenken und nach einem gesprächsbereiteren Publikum suchen lassen. Folge: Der Alternativ-Bluesrock-Verschnitt, mit dem man auf „Business of Punishment“ zu experimentieren begonnen hatte, dominiert nun die gesamte Scheibe. Die wenigen Ausflüge zurück ins Elektroniklager kommen gepaart mit stampfenden Beats und verzerrter Gitarre wie eine Ministry-, schlimmer noch Stabbing Westward-Kopie, die heute nicht zeitgemäßer klingt als die Originale. Wen wollen sie nur über dieses Medium erreichen – Neohippies? Neohippies, die diesen kontemporären Ablaßhändlern und Missionaren guten Geschmacks eine gewissensberuhigende Portion political correctness abkaufen?!

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