Zox – Line In The Sand

Text: | Ressort: Musik | 1. September 2008

Ist doch schön, wenn auf die Ernüchterung keine ewig lange Pause folgt, sondern gleich ein neues Album, dem man sowohl eine Rückbesinnung auf hervorragende Momente attestieren kann, als auch neue Songs, die nicht lediglich wie eine Wiederholung klingen.

Es ist gar nicht so paradox wie es sich lesen mag: Anders Wendin hat sich nach dem Debakel seines letzten Albums als Moneybrother für einen Sommer unter einer Autobahnbrücke verkrochen, Rußpartikel geatmet, den Schmalz von seiner Kehle gekratzt, und ob seines unter der mutwilligen Ungepflegtheit hindurchschimmernden, soulfullen Charismas sofort ein paar musikalisch eher unbeholfene Skatepunks in seinen Bann gezogen, die auf „Line In The Sand“ ganz deutlich hörbar nichts anderes zu tun haben, als sich seinem wieder etwas heller flackernden Genie als Handwerkszeug anzudienen.

Ganz so upbeat und uptempo wie seinerzeit das Monster-Durchbruchsalbum „Gone Gone Gone/A Bash Dem“ ist diese neue Platte sicherlich nicht – und wie sollte sie: der Mann hat ja auch ordentlich was durch – dass er unter Pseudonym und wieder auf einem mittelprächtigen Punklabel veröffentlicht, spricht für den deutlichen Bruch, den er zwischen seine Gegenwart und die fatale, noch viel zu kurz zurückliegenden Entwicklung von Moneybrother bringen möchte. Auch sein Porträtfoto wird man deshalb im Booklet vergeblich suchen.
(SideOneDummy Records)

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