Bettie Ford – Singapore Sling

Text: | Ressort: Musik | 11. September 2008

Die alte Bettie ist wirklich unverwüstlich. Die Schutzheilige aller Rock’n’Roller, die auch mit krebsgeschwollener Leber noch aufrecht gehen und mit den Eiern wackeln können, setzt ihre nach jahrzehntelangen Exzessen rauchig und beinahe maskulin (automechanikerhaft) gegerbte Stimme diesmal einer Kölner Backingband vor. Selbstredend, dass man die alten Platten dieser Band, damals noch unter dem Namen League of Fools, nicht gehört haben muss – erstaunlich allenfalls ob der absonderlichen Trivia, dass sie damals die erste Erasure-Coverband waren, die sich einer Produktion von Kurt Ebelhäuser rühmen durfte (inzwischen gibt’s da ja noch zwei, drei andere). Nun also steht diese Band völlig unter dem nikotinnebeligen Aura von Frau Ford, nur ihr Großneffe Don darf ihr da ab und an die Strophen zu den mitreißenden Refrains von lebens- und gelageweisen Stücken reichen, die sie selbstverständlich nur erneut den großen Themen widmet, die sie von Kindheit an geprägt haben – die Flaschen und die Männer (die noch mehr vertrugen, als sie selbst). Es ist unmöglich, dieser Frau und ihrer Bedeutung für die Musik in einer hodenschrumpligen Rezension gerecht zu werden, am Besten man baut ihr gleich einen Schrein, die gesammelten Misfits-Bootlegs als Fundament, an das man dann alle Social D Alben auf die eine und skandinvaische Kayalstift-Poser-Bands auf die andere Seite lehnen kann, und ganz oben rauf setzt man dann die alte Bettie, die Unverwüstliche, ja, das sollte dann auch ihre Bierwampe tragen.
(Crafty Recordings/PIAS)

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Bettie Ford auf MySpace

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