V.A. – Palermo Shooting

Text: | Ressort: Musik | 21. Januar 2009

Das Schlimme vornweg: Wim „Schlaftablette“ Wenders hat einen neuen Film gemacht. Ich persönlich habe ja noch nie einen Wenders-Film länger als 5 Minuten ausgehalten. Danach war mein Körper immer so gnädig und hat mich einschlafen lassen. Ich kenne sogar Leute, die sich aufgrund von akuten Schlafstörungen beim Hausarzt ein Rezept geholt haben und anschließend in die nächste Filmausleihhandlung gerannt sind und da tatsächlich einen Wenders-Film gratis geliehen bekommen haben. Nächste Hiobsbotschaft: Der Mann, der sich einst nach einem Kinderbonbon benannte und der für ganz junge und schon ziemlich alte Menschen nach wie vor den Klischeepunk gibt, Andreas „Campino“ Frege also, spielt die ihm auf den Leib geschneiderte Hauptrolle. Die Rezensionen sind entsprechend ernüchternd ausgefallen und es ist schon ein Jammer um den eigentlich ganz netten Wim.
Was man allerdings nicht verpassen sollte, ist der im Kontrast zum Film stehende, exzellente Soundtrack. Hier haben es die Macher verstanden, exzellentes Material zusammen zu organisieren und auf einem Datenträger zu kompilieren. Namen wie Nick Cave, Bonnie „Prince“ Billy, Monta, Calexico, Portishead/Beth Gibbons oder auch die großartigen Get Well Soon glänzen mit größtenteils unveröffentlichten und speziell für den Film erschaffenen Stücken. Über allem steht ein Zitat von Wim Wenders selbst, der sagt: “Jetzt gibt es den Film und den Soundtrack, aber ich bin mir nicht sicher, ob es ‚der Soundtrack zum Film‘ ist oder ‚der Film zum Soundtrack‘ ist…“ Ich weiß es auch nicht, aber eines ist gewiss: Wenn es Letzteres wäre, wäre der Film verdammt gut. Also muss es Ersteres sein. Aber leider kann die Güte des Soundtracks nicht über die breiige Verkopftheit des Films hinwegtrösten!
(Wenders Music/City Slang)

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