Franz Ferdinand – Tonight: Franz Ferdinand

Text: | Ressort: Musik | 29. Mai 2009

Ich höre es wieder überall, diese Getuschel, Gequatsche und Kluggescheiße, von den ewig gleichen Nerds mit ihren Hornbrillen, dünnen Haaren und peinlichen Koteletten: Da ist den Franz Ferdinands mal wieder nichts richtiges eingefallen! Was soll das denn? Machen die jetzt einen auf Disco, oder was? Kommt ans erste Album leider wieder nicht ran!
Ich lese all ihre Rezensionen, für die sie bestenfalls Dreieuroachtzig in Rechnung stellen durften. Die stecken sie dann sofort in ihre kleinen beschissenen Fanzines, die keiner mehr lesen und schon gar niemand mehr kaufen will. Und dann dürfen sie sich noch die Dresche abholen von noch blöderen Typen, die den ganzen Schrott irgendwo online gelesen haben. Jene Tagediebe also, die ihre Zeit in WLAN-Latte Macchiato-Cafes vorm Laptop totschlagen und ihre eigene, bedeutende Meinung in den Rezensionen sehr oft nicht wieder finden! O Gott! In Morrisseys „All you need is me“ heißt es dazu passend:“There’s so much destruction all over the world, and all you can do is complain about me.“ Sollte man mal drüber nachdenken! Aber egal, hier geht’s schließlich um Franz Ferdinands dritte Platte, die tatsächlich ziemlich disco ausgefallen ist, was aber nicht schlimm ist, schließlich waren FF ja immer schon irgendwie Disco, damals Indie-Disco, jetzt eben Disco-Disco oder was auch immer. Letztendlich unterhält die Platte, man kann famos dazu tanzen. FF haben sogar den Mut, sich auf ironische Weise selbst zu zitieren. Ist doch alles prima. 15 tote Schüler in Schwaben oder eine halbe Million abgeschlachteter Menschen in Rwanda finde ich diskussionswürdiger als die Frage, ob die neue FF gelungen ist oder nicht. „Tonight: Franz Ferdinand“ ist ersteres. Entspannt, unverkrampft, verspielt. Und sehr hörens- und tanzenswert! (Domino/Indigo)

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