Asobi Seksu – Hush

Text: | Ressort: Musik | 28. Juni 2009


Nehmen wir es, wie es ist: Pathos ist zwar nicht der neueste heiße Scheiß (siehe PNG #63), doch sein Revival ist wieder mal, wie alle Pollenspender, über Feld und Flur gekommen und in voller Blüte. Altvordere, wie Morrissey, zeigen den jungen Rohrkrepierern, wie den Killers, wo die große Geste wirklich herkommt und was eine souverän vorgetragene Hymne ausmachen sollte. Zweifellos das süßeste Gewächs im Pathosdschungel sind aber Asobi Seksu. Zart wispernd schleichen sie sich an. Yuki Chikudates Gesangsorgan stimmt milde und mit einem Schwall hebt das imaginäre große Orchester an und das Jubilieren kennt keine Grenzen. Woauuh!
Dem auch schon ausgezeichneten Vorgänger „Citrus“ setzen sie noch einen ordentlichen Schlag Fulminanz obendrauf. Und es past. Sicher auch gerade wegen der Maßstabsdifferenz zwischen elefantöser Geste und der zarten Erscheinung der stimmgewaltigen Frontfrau. Ist er nah genug an der Flamme, wirft auch der Schnetterling einen monströsen Schatten.Was andernorts hinter der Zuckerguß fehlt sind die guten Songs. Nicht so hier. Durchdacht, clever aufgebaut, abwechselungsreich und perfekt in Szene gesetzt (Arrangement, Aufnahme, etc.). Stoischer Beat, Keyboardschwaden, hallende abdriftende Gitarren: zusammen ein Schwingen und Schwelgen. Ich würd ja eigentlich gern vom Elfenreigen schwelgen, wär da nicht das kitschige Bild, welches bei Oma und Opa überm Nest hing. Hach…
Einziges Manko des dritten Albums der Band, um das Duo Yuki und James Hanna, wenn man mal pingelig sein möchte ist das Ende. Erstens gibt es eins und zweitens kommt es recht abrubt und reißt den verzauberten Hörer aus dem nebulösen Paradies. Da hilft auch nicht das kleine Nachhallen des Bonusinstrumentals. Höchstens die Repeattaste.
(One Little Indian/Rough Trade)

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