Kari Bremnes – Ly

Text: | Ressort: Musik | 28. Juni 2009

Die norwegische Sprache klingt immer noch fremd in meinen Ohren und strahlt dennoch eine Vertrautheit aus, als wäre es selbstverständlich neben den englischen auch norwegische Hits im heimischen Radio zu hören. Dabei kann man die Künstler, die auf die Kraft ihrer eigenen Sprache vertrauen und damit Außenwirkung erreichen an einer Hand abzählen. Auch Kari Bremnes habe ich bisher nicht wahrgenommen. Dabei ist das kurz und schlicht „Ly“ (Schutz) betitelten Werk bereits ihr sechzehntes. Der Waschzettel versichert mir, dass die Texte der elf Stücke, die sich vornehmlich um Alltagsbeobachtungen drehen, den Griff zum Wörterbuch wert sind. Ich lasse mich aber lieber von der Stimme betören. Deren spröde Schönheit harmoniert mit den Jazzklängen, die immer wieder auch mit dem Pop kokettieren, aber immer spannend bleiben. Mal elektronisch entrückt, mal zurückhaltend swingend hinterlässt das Zuhören nichts weiter als einen enormen Wohlfühlfaktor. Dabei ist Kari Bremnes bereits jenseits der 50 und macht seit mehr als 20 Jahren ihre eigene Musik. Meinem Respekt fürs würdevolle Altern sei an dieser Stelle Ausdruck verliehen. (Strange Ways/Indigo)

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