Filthy Dukes – Nonsense In The Dark

Text: | Ressort: Musik | 14. Juli 2009

So klingt für mich der Floor-Synthie-Pop-Himmel. So und kein bisschen anders. „Nonsense In The Dark“ buchstabiert vom Opener „This Rhythm“ bis zum Rausschmeißer „Somewhere At Sea“ genau das Programm zwischen Dancefloor und Pop-Listening, mit dem man mir immer in die Tasche kommt – und dies ohne eine einzigen Ausfall, dramaturgisch exzellent aufgebaut und mit genau der notwendigen Großmäuligkeit versehen, die als Zünglein an der Waage den Ausschlag gibt zwischen dem irgendwie unzufriedenen „Ganz okay“ und dem euphorischen „Verdammt großartig“. Und noch ein letztes Mal, damit dies wirklich klar ist: Die Filthy Dukes ernten bei mir ausschließlich Euphorie! Sicherlich liegt es daran, dass sich hinter der Band/dem Projekt zwei gestandene DJs und Remixer verstecken: Tim und Olly wissen schon ganz genau, wo der Hammer hängt, wie die ausgelassene Pop-Party zu feiern ist und auch, wie man das Wörtchen „Vielschichtigkeit 3 zu buchstabieren hat. Und sie haben zudem einen ziemlich genauen Plan, was sie vorhaben: Pop-Songs schreiben, Synthie-Pop produzieren – eben keine funktionellen Dancefloor-Tracks. So sind selbst die ziemlich straighten Floor-Granaten wie eben „This Rhythm“ (was für ein elektrisierender Einstieg in diese Platte!) oder „What Happens Next?“ in allererster Linie Pop-Songs; mit der klassischen Text-Refrain-Struktur, mit schmissigen Hooklines und allem Drum und Dran. Geradezu aus dem Häuschen gerate ich dann allerdings, mit welcher Stilsicherheit dieses Duo den Exkurs durch die Welt des Synthie-Pop regelrecht zelebriert: Da steckt mittendrin ein ebenso knochentrockener wie mitreißender Electro-Funk-Kracher namens „Tupac Robot Club Rock“, der von dem zwanglos zwischen epischer Melancholie und grinsender Übertriebenheit schwankenden Titelstück gefolgt wird, an dem sich wiederum „Cul-de-sac“ anschließt, einem ob seiner Liebe staunend mac henden Ausflug in die Elektronik zwischen Kraftwerk und Deutsch-Amerikanischer Freundschaft. Wer mag, kann anhand von „Nonsense In The Dark“ mal ein wenig Referenzen-Haschen üben – da lässt sich schon noch so einiges entdecken mit dem (klar) Schwerpunkt Synthie-Pop-Historie, anregend und erfrischend transferiert über den Soundaspekt in die Moderne.
(Fiction/Cooperative)

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Ein Kommentar »

  1. live waren die dukes beim melt! auch der kracher und haben ordentlich die bude wackeln lassen. super!!!

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