St. Vincent – Actor

Text: | Ressort: Musik | 2. August 2009


Auf ihrem Debüt „Marry Me“ ließ Annie Clark vor zwei Jahren schon keinen Zweifel daran, dass wir es bei ihr mit einer ebenso einnehmenden, wie begabten Songschreiberin und Interpretin zu tun haben, von der noch einiges zu erwarten war. Mit eigensinnigen, vertrackten, expressiven, sperrigen, aber eben auch ausnehmend wohlfeilen und einnehmenden Stücken wusste sie zu überzeugen. Diesmal geht sie selbstbewusst einen Schritt weiter, die Songs werden lauter, eindringlicher, äähm…rockiger. Zu den neuen Stücken ließ sie sich vor allem von ihren Lieblingsfilmen inspirieren. „I wanted to make these songs technicolourful animatronic rides.“ Gibt sie diesbezüglich zu Protokoll. Geworden ist es ein Parforceritt, schwelgend über weite Landschaften hinweg, durch Gewitter und Sturm, durch leicht asiatisch anmutende Gefilde, hinein in Tumult und Gedränge, durch melancholisches Sehnen und Wehen. Es wächst bei erneutem Hören und man entdeckt stets etwas Neues, hier eine Kleinigkeit dort einen bislang unbemerkten Dreh. Und das von einer zierlichen Texanerin, die vor einigen Jahren noch mit der Kuttensekte „The Polyphonic Spree“ durch die Lande zog. Wer möchte findet deren Vielstimmigkeit in der Vielschitigkeit von Annies Liedern wieder. Namhafte Helfer standen bei den Aufnahmen übrigens auch zur Seite zBsp. die Holzbläser Hideaki Aomori (Sufjan Stevens) und Alex Sopp (Björk, Phillip Glas) und am Schlagzeug McKenzie Smith und Paul Alexander von Midlake, während Frau Clark selbst Gitarre, Bass und Keyboard bediente. „Save Me From What I Want“: fleht sie im zweiten Song, doch man fragt sich „Warum?“ hat ihr Wille sie doch hier hin geführt. Woanders wollen wir sie doch gar nicht haben.
(4AD/Beggars Group/Indigo)

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