Haldern 2009

Text: | Ressort: Allgemein, Diary, Musik, Veranstaltungen | 6. September 2009

Hach nee, schön wars wieder einmal. So gemütlich, so kuschelig. Nette Leute, gute Musik, schönes Wetter, Sonnenschein. Vor allem letzteres weiß der regelmäßige Haldernbesucher inzwischen zu schätzen, da die Überflutungen vor zwei und vor drei Jahren immer noch traumatisch im Gedächtnis verankert sind. Nein auszusetzen gabes wirklich nichts. Jedenfalls nichts schwerwiegendes. Einzig die etwas mangelnde Kommunikation betreffs der Umdisponierungen im Ablaufplan haben bei denen für Unmut gesorgt, die am Sonntag dadurch Andrew Bird statt Bon Iver sahen und sich entsprechend gewundet haben. Dass Soap & Skin ausgefiel war natürlich bedauerlich. Hand verstaucht. Kann aber nun mal passieren. Schade, trotzdem. Gute Besserung an Frau Plaschg. Ansonsten das selbe Bild wie jedes Jahr: Kühe, satte Weiden, Seifenblasen, entspannte Menschen mit einem beseelten Lächeln um die Mundwinkel herum. Eigentlich öde immer das Selbe lesen, hören oder schreiben zu müssen.

Im nachhinein verklumpt in der Erinnerung auch das musikalische zu einer zusammenhängenden Masse. Bei anderen Festivals passiert mir das normalerweise nicht und bei näherer Betrachtung aka Rekapitulation war es auch in diesem Jahr sehr abwechslungsreich. Obwohl die flanelltragende Fraktion gefühlsmäßig in der Überzahl war, kam ich nach meiner inoffiziellen Zählung auf 8 der 33 Bands, die ich von den insgesamt 38 angebotenen gesehen habe, bei denen karierte Hemden zu entdecken waren und zählt man Westernhemden und alle hinzu, die aufgrund der Wärme auf das warme Wollene verzichtet haben, verdoppelt sich dieser Wert mindestens nochmal. Womit man eigentlich nur knapp über der Hälfte wäre. Denn es ging noch so einiges anderes und exotischeres. Ganz vorn in diesem Sektor dürfte der Auftritt der Irrepressibles zum Abschluss des Donnertags im Zelt gezählt werden. Mit nicht weiniger als sieben MusikerInnen umgab sich der als Piroth verkleidete Jamie McDermott und lieferte mit ihnen eine von Perfektionismus getriebene Inszenierung mit Kostümen, Makeup und Choreografie ab, an die kein weiterer Act heranreichte. Mechanische Musikpuppen zwischen Hoffmanns Erzählungen und den Dresden Dolls mit einer Anthonykopie als tragischen Frontclown. Auf andere Weise fielen Fettes Brot völlig aus dem homogenen Programm, was aber das komplett mobilisierte Publikum zum Abschluss dennoch vor die Hauptbühne trieb. Die Thermal rockten erfrischend und brachten kurz Bewegung vor die Bühne und The Soundtracks Of Our Lives schwelgten Fulminant in der großen eigenen Geste. Zum Abschluss des gelungenen Wochendes wurde es geradezu experimentell im Spiegelzelt bei den letzten drei Konzerten an dieser Stelle. Little Boots hatte die undanlbare Aufgabe gegen die Brote auf der Hauptbühne anzuspielen. Aber dank des begrenzten Platzes im Zelt fand auch dieser Auftritt vor gefülltem Hause statt und die ersten elektropoppigen Klänge des Fesivals verleiteten die dankbaren Menschen vor der Bühne zum Tanze. Wenn so etwas wie eine Endeckung benennen müßte dan wären auf alle Fälle die Black Jacks (eigentlich unter BLK JKS zu finden) aus Johannesburg. Bislang war gerade mal eine wenig beachtete Single draussen, doch zum Release des Albums „After Robots“ Ende September kam man sozusagen vorab in den Genuss der Band. Geliefert haben sie ein eigenwilliges Amalgam aus Britpop (Gitarren), Reggae und Dub (Bass, Groove) und unterschwelligen nervös fiebrigen Rhythmen, die aber gar nicht so direkt im Vordergrund stehen, sondern sich eher aus der Tiefe des Raumes ins Unterbewußtsein vor arbeiten. Interessant und eine Band auf die man achten sollte. Den fulminanten Schlusspunkt setzten dann Health, der neue Act von City Slang. Laut und noisy ließen es die Jungs aus Los Angeles noch mal ordentlich krachen, bevor man in die Nacht entlassen wurde.

Was soll ich sonst noch sagen: Nächstes Jahr, selbe Stelle!

Zusammenfassung in Bildern

In groß auf unserem Flickr-Account und hier in Auszügen mit Links zu den Bands.

Donnerstag

Baddies

www.myspace.com/baddies

Broken Records

www.myspace.com/brokenrecordsedinburgh

Wildbirds & Peacedrums

www.myspace.com/wildbirdsandpeacedrums

Palm Springs

www.myspace.com/songspalmsprings

Winterschlaf

www.myspace.com/wintersleep

The Irrepressibles

www.myspace.com/theirrepressibles

Freitag

Asaf Avidan & The Mojos

www.myspace.com/findlovenow

Port O’Brien

www.myspace.com/portobrien

The Temper Trap

www.myspace.com/thetempertrap

Final Fantasy

www.myspace.com/ffinalffantasy

Noah & The Whale

www.myspace.com/noahandthewhale

Anna Ternheim

www.myspace.com/annaternheim

Patrick Watson

www.myspace.com/patrickwatson

Loney, Dear

www.myspace.com/loneydear

Athlete

www.myspace.com/athlete

Gravenhurst

www.myspace.com/gravenhurst

Alexander Tucker & The Decomposed Orchestra

www.myspace.com/alexanderdtucker

Samstag

The Vals

www.myspace.com/thevalsmyspace

Duschschlange: Duschen 1,50€, Wasserklo 0,50€

Willkommensgruß

I Like Trains

www.myspace.com/iliketrains

Sit In

Dear Reader

www.myspace.com/dearreadermusic

Maccabees

www.myspace.com/themaccabees

Grizzly Bear

www.myspace.com/grizzlybear

William Fitzsimmons

www.myspace.com/williamfitzsimmons

Bon Iver

www.myspace.com/boniver

The Thermals

www.myspace.com/thethermals

Blitzen Trapper

www.myspace.com/blitzentrapper

Andrew Bird

www.myspace.com/andrewbird

The Soundtrack Of Our Lives

www.myspace.com/officialtsool

Little Boots

www.myspace.com/littlebootsmusic

BLK JKS

www.myspace.com/blkjks

Health

www.myspace.com/healthmusic

Sonntag

www.haldern-pop.de

www.haldern-pop.tv

-->

3 Kommentare »

  1. saubere arbeit, herr kollege. macht neidisch!

  2. danke. wie wars denn eigentlich bei der perlenmarmelade?

  3. heidewitzka!war wirklich schön schön schön.und ich hab mich so gefreut, einige alte png-exemplare erwerben zu können.indieindieindie!!!

Kommentieren