Gemma Ray – Lights Out Zoltar!

Text: | Ressort: Musik | 10. September 2009

Was ist denn bitteschön hier passiert? Ich erinnere mich noch gut an meine Besprechung zum Vorgänger „The Leader“, als ich gerade einmal ein gut gelungenes Vexieren innerhalb der Belichtung weitläufiger Songwriterinnen-Traditionen attestieren durfte. Gemma Ray will zwar per Albumtitel immer noch die Lichter löschen, die Songs auf „Lights Out Zoltar!“ leuchten aber wie ein überdimensional in Gang gesetzter Lampenladen. Man könnte förmlich denken, dass Lee Hazelwood die Lebensgeister nochmals übervorteilt hat, um ein allerletztes Mal sein opulentes Zusammenwirken von majestätischer Schönheit und brüchiger Lonesome Hero-Obskurität über uns auszuschütten. Gemma Ray gibt uns dabei eine allseits sonnige Nancy Sinatra oder die Toenut-auf-Valium-Variante oder auch The Sundays auf Speed. Nach langer Krankheit schmeißt sie nun im Verein mit Studio-Intimus Michael J. Sheehy mit authentischem Schöngeist nur so um sich. Dabei wirken die beiden geradewegs wie das aktuelle Sommer-Update von „The Cowboy And The Lady“, mit Ann-Margret kann Gemma nämlich allemal mithalten. Nebenbei konstatiere ich auch hier einmal mehr einen regelrechten Bezugs-Run auf die seligen Zeiten der C-86. The Pains Of Being Pure At Heart verzückten mich diesbezüglich letztlich schon überaus maulöffnend. Dorthin dürfen die Damen und Herren Musiker sowieso immer gern zurück. Am Ende haben wir dies alles Dälek zu verdanken.
(Bronzerat)

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