Chromeo – DJ Kicks

Text: | Ressort: Musik | 5. Oktober 2009

Mit dem ganzen Hype um Space-Funk und –Disco und der zugehörigen zuckerwattigen Distinktiosgewinntrash-Limonade Italo Disco ist das ja so eine Sache. Alle Produzenten verweisen Mantra-artig darauf, als gäbe es nichts Anderes, die Titelseiten des heurig mondänen Checkerismus sind voll davon, will man aber einmal dazu tanzen, bleiben desöfteren nur die heimischen vier Wände zur Wahlclub-Illusion übrig. Aber anderswo wird hiermit sicherlich so manche Leuchtfliesen-Schlacht gewonnen. Ich wohne schließlich in Leipzig, wo bekanntlich viele Pleißenwassertropfen den Stein des „Heißen Scheiß“ aushöhlen müssen. Vielleicht hilft ja hiergegen die vollmundig ausgestattete „DJ-Kicks“-Schaffe der Montrealer Bodyjacker von Chromeo. Dave 1 und P-Thugg servieren, frei nach ihrem eigenen fluffy Luftballon-Ouevre, einen cheesy Slammer nach dem anderen und adeln damit letztendlich den nicht unbeträchtlichen Teil an 1 Euro-Second Hand-Platten innerhalb meiner eigenen, vinylesken Kollektion. Da geht es dann auch schon gleich fulminant los mit dem Überinstrumental des Italo Disco-Crooners No.1 Kano namens „Ikeya-Seki“. Mein Freund und Kollege Tim Hespen ist spätestens jetzt Chromeo-Kamerad. Das ihr dann aber gar noch Donna Allens fast vergessenen Klopper „Serious“ mit ins Päckchen legt, welcher unbedingt in einer Reihe mit den Gwen Guthries, Club Nouveaus und Mai Tais meiner persönlichen 80ies Funk-Kissenschlacht-Repetition brilliert, vergesse ich euch erst recht nicht. Hier reicht der Bogen von Canadian Disco-Speerspitzen der Marke France Joli und Purple Flash über sexy Häkeldeckchen von der einst Lolitasex versprühenden Carmen oder von Rick James-Intimus Val Young bis hin zu gestandenen, wohligen Boshaftigkeiten von Leo Sayer oder Alan Parsons Project. Selten sprach diese, sowieso pausenlos zu goutierende Reihe so tiefschürfend und säuselnd mit mir.
(!K7)

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