Kings of Convenience – Declaration of Dependence

Text: Herr Lose | Ressort: Musik | 4. November 2009

Jedes Wort ist obsolet über die Vorgeschichte zum vorliegenden dritten Album der Norweger. Es ist überflüssigzu erwähnen, dass sie 2001 mit „Quiet is the new loud“ nicht nur ein wunderschönes Kleinod nackter Harmonien veröffentlichten und damit in der Popmusik ein Bekenntnis zur akustischen Folklore auslösten. Auch dass sie mit dem Nachfolger „Riot on Empty Street“ drei Jahre später die musikalische Reduktion und Introvertiertheit zu sonnendurchfluteten Popminiaturen weiterdachten, ist allgemein bekannt. Die Zwischenzeit vertrieb sich der mittlerweile nach Berlin emigrierte Erlend Øye bekanntermaßen mit Soloprojekten und zuletzt mit dem Projekt The Whitest Boy Alive, dessen enormen Erfolg ich nie verstanden habe, langweilten sie doch schon beim (Pop Up-Auftakt 2006 eklatant.

Schön also, dass es doch wieder zu einem Kings of Convenience Album gekommen ist und Øye die Bande zu Jugendfreund Eirik Glambek Bøe nicht vergessen hat. Der hat sich in der Zwischenzeit um sein Studium gekümmert und wohl für sich alleine geklampft. Nun spielen und singen sie wieder in zweistimmiger Eintracht und verbreiten Wohlklang und Harmonie. Spannungen in musikalischer, wie wohl auch in persönlicher Hinsicht sind Mangelware. „Declaration of Dependence“ ist einfach ein schönes Album geworden, ähnlich hell und optimistisch wie der Vorgänger, aber eher musikalisch reduziert wie der Erstling. Etliche Momente entwickeln Ohrwurmqualitäten und das harmonische Zusammenspiel der zwei Stimmen funktioniert auf allen der dreizehn Stücke perfekt. Auf Perkussion wurde gänzlich verzichtet (mit Ausnahme einiger Schläge auf den Gitarrenkorpus hier und da) und stellenweise mündet die Reduktion der angeschlagenen Seiten in nahezu Jazz-hafter Rhythmik. Man kann ihnen ankreiden, dass sie den allzu sanften Weg beschreiten, niemandem mit Disharmonie wehtun wollen, die Überraschung weitestgehend vermeiden. Aber unterm Strich ist ihnen vollends gelungen, was sie einzig beabsichtigten: Schönheit zu kreieren. Ein Album, das man in den kalten Tagen gern ins Bett nimmt, weil’s so schön wärmt, das aber auch nach Aufbruch riecht und einen treuen Reisebegleiter abgibt. Ich mache mich auf den Weg und hoffe auf ein Wiederhören in nicht ganz so ferner Zukunft. (Source/Emi)

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