Hope Sandoval & The Warm Inventions – Through The Devil Softly

Text: | Ressort: Musik | 15. November 2009

Also für mich, und sicher auch für jeden anderen, existiert eine Handvoll Künstler, von denen man sich bis in alle Ewigkeit Kontinuität wünscht, keine Experimente und um Himmels Willen niemals das viel beschworene „Neuerfinden“. Wie man nun ohne große Anstrengung richtig vermutet ist Frau Sandoval eine von eben jenen welchen. Nicht nur zu meiner, sondern auch zur Freude einer gar nicht mal so kleinen treuen Fanschar tut sie uns diesen Gefallen nun nach acht Jahren Wartezeit. Während realbayrisches Fruchtbrot inzwischen sicher knochenhart geworden wäre, ist ihr letztes Soloalbum („Bavarian Fuit Bread“ 2001) immer noch schön weich, saftig und fruchtig, wie am ersten Tag, mit einer herben Note im Nachgeschmack. Zeitlos nennt man das dann wohl, oder eben stilsicher und ausdauernd. Denn die immer noch gültigen Qualitäten sind auch schon am Frühwerk mit Mazzy Star und deren drei Alben, zwischen 1990 und 1996, zu vernehmen. Heuer wird wie eh und jeh mehr gesäuselt als gesungen, zerbrechlich dringt, gewollt oder ungewollt, das Flehen und Wehen direkt zum Beschützer-/Ritterinstinkt der männlichen Hörerschaft durch und die Damen im Publikum finden sich (vielleicht) in den Geschichten und der romantischen Aura wieder. Entspannt wird samtig gecroont und ein Hauch von Americana umspielt, wie eine warmer Windhauch, das folkige Grundgerüst der Songs, kurz: ein wunderschönes Album. (Nettwerk/Soulfood)

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