Fact – Fact

Text: | Ressort: Musik | 18. November 2009

Die erste Hälfte der 90er Jahre gab sich u.a. beseelt von einer mystifizierenden Kooperation in Sachen Metal-Historie und Industrial-genährter Elektronikwelten, welche das Böse unter der Sonne bei Zeiten ins rechte Licht zu rücken vermochte. Ob nun Fear Factory, Godflesh, Scorn, GGFH, Sonic Violence oder OLD (oft waren hier die gleichen Giftköche am Werk) – dieser Sound machte die Nächte vieler, denen der „Judgement Night“-Kreuzüber auf Dauer doch zu kurz geschnürt erschien. Das alles ist nun mehr als 15 Jahre her. Und wenn mich jetzt die japanischen Fact mittels ihres Blink 182-Gejohles auf Thrash-Formeln und Prä-D’n’B-Loops wieder an jene Zeiten erinnern, spricht dies sicherlich in keinster Weise für die hier zu Verhandelnden. Klar, wechselt auch der Fact-Vorbeter, Fear Factory-gleich, gern die Direktive zwischen Röcheln und Popemo-Choralisieren und doch schreiben wir gerade einen Epigonenkalender, während dessen kompaktere Songverhaue zwischen Post Punk und Wave-Pop (also lange vor den 90ern) gern und oft nachempfunden werden. Das würde allerdings im Umkehrschluss heißen, dass Fact ja mit ihrem unsäglichen Konglomerat zu früh für die Welt dran wären. Nein, nein, nein! So etwas soll bitte, bitte nicht wiederkommen! Bloß kein Crossover in der Wichtung, wie sie einst Mitte der 90er gefeiert wurde! Das halte ich nicht noch einmal aus. Da können die 90er ansonsten ja wieder rulen wie sie wollen. Wenn aber demnächst wieder H-Blockxx, Guano Apes, Trieb, Such A Surge und Konsorten auf hiesigen Bühnen stehen, ziehe ich meinen schwarzen Ledermantel an, schnappe meine M-16 und… (Vagrant/Hassle)

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