Robin Guthrie – Carousel/Songs To Help My Children Sleep

Text: | Ressort: Musik | 26. November 2009

Wenn der ehemalige Soundarchitekt der Cocteau Twins inkl. einer nie enden wollenden Schleppe an Inspirierten in aller Welt zwischen Slowdive und Ziyo aus Polen und aller Zeiten von My Bloody Valentine nach The Big Pink einmal mehr eine Instrumentalplatte unter das Volk bringt, kann man sich eigentlich schon fast denken, was darauf enthalten sein muss. Der das Album-Tryptichon aus den bislang erschienenen „Continental“ und „Imperial“ komplettierende „Carousel“-Part und die hieran gekoppelte EP verbraten natürlich sein trademarkiges Händchen für in properes Lächeln umgewandelte, verhallte Gitarrenwände. Guthrie ist nun mit allen Poren bei cinematografisch verquickter Notengebung eingekommen. Eigentlich wollte ich ihn nie wieder ins Feld führen, den „Twin Peaks“-Atmo-Abgleich. Aber selbiger drängt sich hier so etwas von unabdinglich auf, auf dass man alle Schwüre eben Schwüre sein lassen muss. Und da liegt auch schon mein Problem im Dialog mit „Carousel“ begraben. Diese Stücke funktionieren eben endgriffig nur mit hinzumultiplizierten Bilderwelten aus 1001em Traumwandler. Sicher, ein gewisses Repertoire hiervon sollte jeder in seinem Kopf wähnen, aber wenn man sich gerade für eingebildete, Fotogedächtnis-hafte Elegie zu schwach fühlt, kann es passieren, dass die hier losgelassene, feinfühlige Schönheitskanonade bei Zeiten ihren Reiz verliert. Ich Banause höre jetzt erst einmal „Garlands“. (Rocket Girl)

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