Supersilent – 9

Text: | Ressort: Allgemein, Musik | 12. Januar 2010

Mmmmh… Pop ist das nicht. Oder? Nur wenn man der Definition folgt, dass heutzutage alles Pop ist. Jazz? Schon wärmer, aber die ultraleise hoch aufgelöste Zeitlupenvariante. Ambient… Soundtrack, Soundscape… irgendwo dort draussen findet sich vielleicht eine passende Schnittmenge. Mein Tipp: einfach nicht nachfragen, nicht nachdenken, einfach wirken lassen und den einzelnen Klängen so lange folgen, bis sie von der leider nun mal allzu lauten Umwelt (Nachbarn, Straße etc.) kompensiert werden.
Immer noch etwas geplättet vom letzten konzertanten Großereignis drängst sich mir folgender Vergleich auf: Supersilent, naja der Name spricht nicht nur Bände, sondern ist quasi Programm & Manifest, sind eigentlich so ähnlich wie Sunn O))) nur eben nicht so laut. Soundteppich, minimalste Variationen, sphärisch, Töne vibrieren, nähern sich dem Hörer und einander, driften weg, entschwinden, geraten aus der Waage, taumeln, kreisen… Lithium, Valium, Faustan… Entschleunigung: was für ein Wort, was für Klänge, was für Musik.
Nach neun Jahren als Quartett kündigte Schlagzeuger Jarle Vespestad einen Tag vor Beginn der Aufnahmen. Geblieben sind drei Mann mit je einer Hammond Orgel. Das erforderte zwar weitere Sessions, doch bei dem Ansatz nie zu üben und nie über Musik zu diskutieren war der Ausstieg nur die Herausforderung, noch einen Schritt weiter zu gehen. Das Trio ist von Anfang an eng mit dem Label Rune Grammofon verbunden. Supersilent 1-3 war seinerzeit die allererste Veröffentlichung und die Bandmitglieder sind in zahlreichen Bands und Projekten aktiv und bilden somit so etwas das musikalische Rückgrat des Labels: Helge Sten (Veslefrekk, Deathprod, Motorpsycho), Ståle Storløkken (Humcrush, Elephant9, Terje Rypdal’s Skyward Trio) und Arve Henriksen (solo oder gemeinsam mit David Sylvian, Trygve Seim, Christian Wallumrød, Jon Balke).
Abgesehen davon ist die Musik einfach ganz großes Kino.

(Rune Grammofon/Cargo)

www.supersilence.net

www.runegrammofon.com

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