Cio D’Or – Die Faser

Text: | Ressort: Musik | 23. Januar 2010

Recht stoffig fühlen sich Cio D’ors Hör-Exponate ja schon an. Kein Wunder, dass sie ihren Tracks dann Namen wie „Goldbrokat“, „Mohair“, „Samt“ oder „Wildseide“ verleiht. Auf „Die Faser“ schichtet D’or Minimal-generierte Sanftbausteine zueinander, nicht etwa übereinander, denn um Lexikon-verzahnte Steigerung der Intensitäten geht es hier tatsächlich nicht immer. Diese Stücke schmeicheln sich an deinen Ärmel, gerade so wie es Kurzgeschichten tun, die die Facettenhaftigkeit besitzen, alltägliche Episoden so zu beschreiben, als wären diese das Nonplusultra der persönlichen Erlebniswelt. D’or kreiert dabei so etwas, wie die von Pomp entschlackten Hymnen eines Gabriel Ananda, der sowieso zum Kumpanenkreis der Produzentin zählt. Innerhalb ihres Münchener Wirkungsradius, in welchem sie auch DJ-seits zum Aufregenden der Isarstadt zählt, erbaut sie sich ihren ureigenen Tempel aus dickwandiger, schier unkapputtbarer Deepness, die sich aus den Ursuppen der Planeten Techno und Dub speist und immer wieder selbst neu befruchtet. Im Ergebnis genießen wir per „Die Faser“ wehrlos machende und in vollem Umfange bildhafte Tanzmusik inkl. dreier Beatlos-Manifeste. Durchaus ergreifend.

(Prologue)

ciodor.de

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