Violet Violet – The City Is Full Of Beasts

Text: | Ressort: Musik | 4. April 2010

Hier haben wir es mit einer waschechten Erinnerungsplatte zu tun. Dabei will ich dem zweiten Album dieser Norwicher Girlband-Schaffe überhaupt nicht Unrecht tun. Denn an was hier erinnert wird, kann nun wirklich keinen übersteigerten Unmut hervorrufen, wenn man einmal ausklammert, dass Neuzeitlichkeit oder gar schüchterner Futurismus auf „The City Is Full Of Beasts“ tatsächlich überhaupt keine Rolle spielen. Aber die Memory-Dateien ruckeln dafür auf das Orgiastischste herum. Da melden sich die humanoiden Schwestern von Fuzzbox zurück, da rebellieren Delta 5, Kleenex, Au Pairs, Slits und Hans-A-Plast auf ein Neues und auch die Prä-D.I.Y.-Phase von Bis wandert zurück ins Gedächtnis. Die Band gibt sich ja auch selbst geschichtsbeflissen, wenn sie in punkto Namensgebung einfach nur auf die Wiederholung eines Wortes setzt. Dies ist mir dann auch allemal lieber, als ähnlich geartetes aber eben Plastic atmendes Gutgemeinthaben von solchen Taktstraßenhypes der Marke The Ting Tings. Diese Platte kann man getrost bei einer Indie-Altherren-„Teerunde“ einlegen, ohne dass einer der Beteiligten beim „Alte Geschichten erzählen“ irritiert aufschrecken müsste.

(NrOne Records)

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