Mavis presented by Ashley Bleedle & Darren Morris

Text: | Ressort: Musik | 19. April 2010

 

 

Dass die Staples Singers und federführend selbstverständlich Mavis Staples zum allgemeinen Unterbau diesseitiger Popmusik einen nicht unbeträchtlichen Anteil zusteuerten, muss wohl nicht noch einmal aufgedröselt werden. 1001e Variation und Millionen Coverversionen in gut oder verzichtbar sprechen hierbei eine eindeutige Sprache. Würdigen darf man dies selbstredend immer wieder. Doch Best-ofs zum Thema dürften mittlerweile genügend erschienen sein, ebenso wie mittel- bis prächtige Remix-Adaptionen. Aber was Vollzeit-Chamäleon Ashley Beedle mit seinem Kumpan Darren Morris hier aus der Taufe hebt, spielt in einer definitiv übergeordneten Liga. Ebenso verständig, wie Beedle, als wenn es gar nichts wäre, Gabriella Cilmis „Sweet About Me“ zu DubPop-Ehren führte, geht er nun liebevoll und maulöffnend einfühlsam mit dem schon als „Stift“ erworbenen Hörwissen um. So versteht man im Nachhinein auch die eine oder andere Beedle-Floorproduktion noch einmal auf ganz andere Art und Weise. Also stimmte man die einstigen, händereichenden Staples-Magnetismen gern ein paar Noten und Geschwindigkeitsparameter herunter und lud hierzu mit diversesten Wassern gewaschene Vokalist/innen ein, welche dieser finalen Großtat die würdige Pranke reichen. Beispiele gefällig? Klar doch: Kurt Wagner singt „Gangs Of Rome“, Cerys Matthews lebt sich in „Nemesis Required“ aus, Sarah Cracknell performt „When I Walk With You (Heartbreak Song)“ und Ewig-Euro-Crooner Edwyn Collins lässt „Feeling Lucky“ in neo-glamourösem Samt erstrahlen. Beedle und Morris steuern ihre song- und trackwriterische Eleganz zwischen NeoSoul-Amalgamierung und Dub-Liebelei hinzu und fertig ist ein unanfechtbarer Meilenstein in Sachen beseelter Hommage an einen Festpunkt moderner Musikbegehung. Herzlichen Glückwunsch auch von mir.

(!K7)

 

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