Appaloosa – Savana

Text: | Ressort: Musik | 25. Mai 2010

Dieses hyperaktive Instrumental-Quartett aus Livorno wähnte ich für png schon desöfteren unter meinen Kritikaster-Fingern, ohne jemals allzuviel der Meckerei ausschütten zu müssen. Auf ihrem aktuellen Album „Savana“ versuchen sie, sich aus ihrer Blaxploitation-Headzdrill-Ausgangssuppe etwas in Richtung einer Art „Indie-BigBeat“ freizuschwimmen. Dieses Vorhaben scheint durchaus pumpintensiv gelungen zu sein. Nun kann man allerdings durchaus geteilter Meinung sein, wenn heuer statt ausgeprägter Digi-Shaftismen eher die automatisierte Riffkraft einstiger Helmet-Meisterwerke den Unterboden stellt. Tatsächlich darf man hier aber absolut sinnstiftende Kraftmotor-Funktionalität attestieren. Wie Appaloosa bspw. die Choreografie ihrer Monumentalausbrüche timen, kann schon überdurchschnittlich gefallen. In diesen Momenten wandeln sie die Bestandteilskartei gern und schnell vom Goblin-Jazzrock über Eno-Verweilzeiten und Noiserock-Amalgamierung zum stets etwas gebrochenen Fatboy Slim-Harz. Neujustierungen tun eben gar nicht so oft weh, wie man es immer vermuten möchte. Die letzten Plädoyers der Editors und der Sterne hätte ich im neuerlich gewählten Altgewand wohl auch nur noch peripher an mich herangelassen. In diesem Sinne haben also auch die vier hibbeligen Italiener im Affenkostüm alles richtig gemacht.

(Urtovox)

www.myspace.com/appaloosarock

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