I Got You On Tape – Spinning For The Cause

Text: | Ressort: Musik | 22. Juni 2010

Die letzten Sonnenstrahlen werden unaufhaltsam von den aufziehenden Gewitterwolken hinter den Horizont gedrängt. Sturm liegt in der Luft und nervöse kleine Wellen spiegeln silbrig das letzte Licht des Tages wieder. der Schrei der letzten Möwe verweht im aufkommenden Wind. Zeit für düstere Geschichten, einsam, abgeschieden, allein mit der Natur und der Unbarmherzigkeit des Schicksals.
Die Männer um jacob Bellens, dem Hern mit dem sonoren warmen Gesangsorgan, sitzen kompfortabel aber auch irgendwie zwischen den Stühlen: Indie, Pop, Singer-/Songwriter, Moritatengesang, Art-Rock. Würden Mercury Rev so klingen, ohne all den überbordenden Tand? Oder vielleicht The national mit etwas weniger Pathos? Oder Nick Cave, wenn er uns seine Balladenpredigten auf der Couch zwischen ein paar Sofakissen zum Besten gäbe? Vielleicht? Fakt ist, dass die Songs einen ebenso hypnotischen sog ausüben, wie die Werke der oben bereits genannten. Dabei ist Herr Bellens nocht nicht einmal ein Unbekannter. Schon beim Duo Murder umgarnte seine Stimme zart schmelzend unsere Ohren. Über die komplette Länge betrachtet ist „Spinning For The Cause“ ein großartiges abwechslungsreiches Werk, ohne Ballast, in seiner melancholischen Schwermut zwar durchgehend, aber Dank der ausgeklügelten Dramaturgie und gelegentlichem Aufwallen verliert man nie den roten Faden.
Was würde sonst auch bleiben in finsterer Nacht? Ach richtig, die blinkenden Sternlein und das Heulen des Wolfes äääh Seehundes in weiter Ferne.

(Crunchy Frog/Tigerspring/Cargo)

http://igotyouontape.com

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