Roskilde 2012

Text: Klaus | Ressort: Veranstaltungen | 11. Juni 2012

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Zur Abwechslung mal ein Hinweis auf ein Festival, das noch nicht ausverkauft ist. Eigentlich erstaunlich, denn das Programm läßt kaum Wünsche offen. Vorausgesetzt natürlich man besucht solcherlei Veranstaltungen, auch wenn Metallica oder Iron Maiden mal nicht spielen. Dafür hat man mit Bruce Springsteen & The E-Street Band, The Cure und Björk ein paar Headliner, die die Massen ordentlich unterhalten, ja begeistern werden. Daneben werden sich in der zweiten Reihe Jack White, The Roots und die Lokalmatadoren Mew nicht verstecken müssen. Im Gegenteil. Und dann wär da noch das Heer der restlichen fast 150 bis 200 Acts. Wer da auf sechs Bühnen nichts findet, dass ihn oder sie interessiert bzw. lange schon begeistert, hat es mit zeigenössischer Pop- & Rockmusik wohl eher nicht so dicke. Okay, man kann auch wegen der angenehm kollegialen Athmosphäre dorthin, oder eben gerade dahin fahren, denn Roskilde mit seinem Heer aus Voluntären anstatt professioneller Tagelöhner, atmet einen gänzlich anderen Geist, als vergleichbare Massenveranstaltungen. Schwer zu beschreiben was es ist, aber alle, die schon mal da waren wissen wovon ich rede. Ganz zu schweigen vom künstlerischen Rahmenprogramm, den Eventarealen, dem nonkommerziellen Anspruch, den für carritativen Zwecken gespendeten Millionen oder den Bemühungen, ein wahrhaft “grünes” Festival auf die Beine zustellen.

gorillaz

Doch zurück zur Musik. nicht nur schiere Masse, nein auch die Klasse macht es schwer, sich zu entscheiden, denn mit Sicherheit wird es auch in diesem Jahr schwere Entscheidungen geben, bei denen man sich für oder gegen etwas entscheiden muss. Der heiße Scheiß der Saison ist mit Africa Hitech, Alabama Shakes, First Aid Kit, Spector, Vaccines, Yelawolf, Nicky & The Dove, M83, Perfume Genius vertreten, um nur ein paar zu nennen. Legenden und Bewährtes finden sich natürlich ebenso: Refused, Liturgy, Baroness, The Shins, Alison Krauss, Gossip, The Low Anthem, Machine Head und natürlich Dr. John, der gerade erst ein tolles Album mit Herrm Auerbach von den Black Keys aufgenommen hat. Und dann ist da noch eine kleine Spezialität: neben all den einheimischen und skandinavischen Bands findet sich außer angloamerikanischem auch jede Menge weltumgreifend- und horizonterweiterndes: Staff Bilili aus dem Kongo, Blitz The Ambassador aus Ghana, Hamadcha Sufi Tariqa aus Marokko, Terakraft und Boubacar Traoré aus Mali um nur mal ein paar afrikanische zu nennen. Südamerika und Osteuropa sind ebenso vertreten: zBsp. die Majovci Group aus Mazedonien und Behemoth aus unseren Nachbarland Polen. Ganz zu schweigen von Touchy Mob, Paul Kalkbrenner, Modeselktor und Nils Frahm. Jaja jede Menge Auswahl und nur zwei paar Beine. Ganz zu schweigen davon, dass es weder beim Beamen, noch bei der beschleunigten Reifung von Klonen bislang praxistaugliche Ergebnisse zeitigt. Egal es wird wohl wieder anstrengend, aber auch gigantisch toll und wie immer auch viel zu kurz. Und hinterher fragt man sich wieder, wo die Tage hin sind, man ist doch eben erst angekommen….

Homepage: www.roskilde-festival.dk
Programm: www.roskilde-festival.dk/uk/music/bands

2011:

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