A Place To Bury Strangers – Worship

Text: | Ressort: Musik | 20. Juni 2012

Worship: das steht für Verehrung, Andacht oder Gottesdienst. Wohl eher dürfte die Negation, die Abarbeitung am allgemein Verherrlichten die Motivation des wütenden Gewitters des Trios aus Brooklyn sein. Ein weites Feld, so viel ist sicher, doch das war es dann auch schon mit allzu plakativem. Der Rest ist Deutung, versteckt sich in kryptischen Texten und wohl eher zwischen den Zeilen im Gemenge aus Hall und Verzerrung. Einfach nur Noise ist nicht. Da finden sich schon klare Melodien, auch wenn immer wieder die Katastrophe über ihnen zusammenbricht. Manchmal schälen sie sich erst langsam aus dem Chaos. heraus. Garagennoise mit Anklängen von Shoegazeerei, wobei die psychedelische Note nicht zu unterschätzen wäre. Das Laut/Leise-Prinzip funktioniert immer noch genauso gut, wie federnd geschichtete Gitarrenkopplungen, ein pappiges Schlagwerk und jenseitiger Gesang. Reflexartig kann man nun zwei, drei Referenzen nennen, doch das wär weit gefehlt. Soundtechnisch waren APTBS schon mit dem selbstbenannten Debüt von 2007 emanzipiert genug. Damals allerdings noch lange nicht so sauber produziert wie heute, aber schon mit der wutschnaubenden Energie geladen, die ihnen schon bald nach den ersten Konzerten den Ruf der lautesten Band New Yorks einbrachte. Im Vergleich zum Debüt fehlen mittlerweile die kleinen elektronischen Spielereien, keine Drummachine, keine verzerrten Einspielungen. Ein kleiner Schritt zurück zum Wesentlichen. Konzentriert, Fokussiert, für mehr Durchschlagskraft.
Im Gründungsmythos werden die Experimente eines David Goffan mit seinem Achtspurrekorder im Jahre 2001 als Initialzündung benannt, obwohl sein Name später nicht mehr auftaucht. 2002 stießen Tim Gregorio und Oliver Ackerman hinzu, der bald von den Drums an die Gitarre wechselte und heute als Kopf der Band fungiert. Tim ging, Jono Mofo und Jay Space (beide von MOFO) kamen dazu. Geblieben ist Letzterer und jüngster Neuzugang war Dion Lunadon von D4 im Frühjahr 2010. Herr Ackerman kam ursprünglich aus Pennsylvania über Virginia (Designstudium), wo er auch mit Skywave eine veritable Dreampopband betrieb. Nach deren Split firmierten die Verbliebenen als Ceremony. Nebenher gründete er Death By Audio, eine Firma für Effektgeräte und obendrein Studio, Sammelbecken und Kunst- und Konzertstätte. Nutzer der handgelöteten Gerätschaften sind neben der eigenen Band Wilco, Nine Inch Nails auch U2.
Live waren sie schon mit dem Brian Jonestown Massacre, The Jesus And Mary Chain, BRMC, NIN und The Big Pink unterwegs. Besonders überrascht dürften die Zuschauer bei ihrem Europadebüt gewesen sein, denn die Besucher der damals mächtig gehypten MGMT hatten sicher nicht mit so einem Satz heißer Ohren durch die Vorband gerechnet.

www.aplacetoburystrangers.com

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