Da kommt was auf uns zu: Roskilde 2014

Text: | Ressort: Musik, Veranstaltungen | 2. Juni 2014

Ja, die Festivalsaison ist eröffnet. Die Sonne scheint zwar noch nicht durchgängig, aber wir gehen mal davon aus, dass sich das noch bessern wird. Ansonsten hilft immer die Selbstbestätigung bzw. -beschwichtigung, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung gibt. Wer sich nach Dänemark zur Mutter aller europäischen Großfestivals aufmacht sollte über die siebzigprozentige Regenwahrscheinlichkeit informiert sein und sich entsprechend ausstatten. Ach ja, Roskilde – Sehsuchtsort, fast schon hippieske Gemeinschaft, Quell von Inspiration und musikalischen Entdeckungen. Da rennt man schon mehrmals in der Woche zu Konzerten jedweder Art und doch finden sich im Line-Up stets ein paar Schmäckerchen auf die man schon lange gelauert hat, kann ein paar alte Heroen mal wieder bestaunen und entdeckt nebenbei noch eine Handvoll Neuigkeiten, die noch niemand auf dem Schirm hat. Bei einem Programm mit 160 Acts auf sieben Bühnen zwar naheliegend, aber noch lange keine Selbsverständlichkeit. Das Schwierigste wird wie jedes Jahr sein, die schweren Entscheidungen zu treffen, welchen der sich überlagernden Favoriten man sich letztenendes anschaut.

Wichtig wär natürlich auch zu erwähnen, das es sich nicht um ein x-beliebiges Großereignis handelt, sondern um eine Non-Profit-Veranstaltung, bei der zwar 50 Leute in Lohn und Brot stehen, aber das ganze nur durch ca. 32.000 freiwillige Volontäre möglich wird, die sich in freien Stunden unter die ca. 70.000 zahlenden Gäste mischen. Keine Schlägersecurity, sondern die netten Mädels und Jungs von nebenan. Für die kulinarische Versorung sind unter anderem zahlreiche lokale Vereine zuständig, die die Clubfinanzen so erheblich aufbessern. Das ist partiell zwar manchmal unprofessionell, aber stets charmant und auch schon wieder liebenswert. Neben der Musik gibt es noch eine Menge künstlerische Aktionen: Performances, Grafitti, Skulpturen, Foto- und Bilderwände. Politisch, umwelttechnisch und gesellschaftlich Interessierte finden ebenfalls Betätigung, Information und diverse Aktionen.

Orange Stage: geht erstaunlicherweise auch ohne massiven Mixturm mit VIP-Loge liebe deutsche Veranstalter…

Ach ja, und dann immer dieser ständige Krach, neben festem Schuhwerk, Sonnen- und Niederschlagsprotection, sind Ohrstöpsel o.ä. angeraten. Die Hauptbühne wird frequentiert von den Urgroßvätern des Rock den Rolling Stones höchst selbst. Da überschneidet sich die Geschichte, denn von eben jenen kauften die Veranstalter ebenjene signifikante orangene Bühne anno 1978. Dann hätten wir da noch Outcast, Deftones, Lokalpariot Trentemöller, Herrn Zombie, Arctic Monkeys, Major Lazer, Drake, Kasabian, Stevie Wonder und eine Berliner Band namens Seeed. Auf den kleinen Bühnen tummelt sich so viel, aus aller Herren Länder und musikalischer Spielarten, dass hier nur mal ein paar subjektive Highlights genannt werden: Deerhunter, EMA, Corrections House mit Mitgliedern von Neurosis, Eyehategod, Minsk und Yakuza, Darkside, Forest Swords, die neue Band von Herrm Anselmo, Jenny Wilson, Fire! Orchestra, James Holden, Kavinsky, Sleigh Bells, Omar Suleyman, Mournful Congregation, I Break Horses, Warpaint, Future Islands, Interpol, Die Nerven und viele viele viele mehr…

Damon Albarn diesmal solo

Future Islands

Scott Kelly ist bei Corrections House mit dabei

Phil Anselmo & The Illegals

Warpaint

Apollo

Los gehts für die Unentwegten schon am Sonntag, dem 29.06., wenn der Campingplatz eröffnet wird. Bis zum Start des eigentlichen Festivals findet dann schon Programm auf zwei Bühnen statt. Zum einen eher tanzlastige Unterhaltung auf der Apollo Countdown und zum anderen landeseigene bzw. vorwiegend skandinavische Newcomer auf der neuen Campingplatzbühne Rising bis Mittwoch. Am Donnerstag, dem 03.07., startet dann das eigentliche Programm mit der vollen Packkung und geht bis zum Abschluss am Sonntag, dem 06.07.. Da werden dann die Beine schwer sein, der Kopf, wie einmal durchgespült, quasi einmal geresetet. Und man fragt sich auf dem Weg ins Zelt „Was denn? Das soll es schon wieder gewesen sein? Fing doch gerade erst an. Naja der Countdown auf der Festivalhomepage zählt dann schon wieder runter (Was sonst? Heißt ja auch so.) zum nächsten Festival im nächsten Jahr. Wir werden wieder dabei sein, keine Frage.

Festivalticket ca. 240€, es gibt Tagestickets, der Donnerstag mit den Stones ist allerdings schon ausverkauft

www.roskilde-festival.dk

Zur Vertiefung hier ein paar Bilder des letzten Festivals und hier die Fotoalben zurück bis 2005

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