Jason & Theodor – Life Under Palmtrees

Text: | Ressort: Allgemein, Musik | 15. Januar 2015

Wenn man mal darüber nachdenkt, was nun eigentlich der Sommerhit 2015 gewesen sein könnte und einem partout keiner einfallen will, kommt da auf Zehnspitzen ein ganzes Album daher, voll kleiner vertrackter Pretiosen. Die krümmen sich zwar ein wenig, schreien: D.I.Y., Feldaufnahmen und meinetwegen auch Kunst, können aber ihre lieblichen Melodien nicht verhelen. Der klare helle Gesang trägt bei aller Lakonie zum süßen Charme erheblich bei. Jason und Theodor sind Sonja Deffner und Dorothee Leesing. Würfelt man die Buchstaben der Vornamen separat durch kommt überraschender Weise beide Male in männliches Pendant zu Tage. Bedeutung? Spiel? Beides? Kennengelernt haben sie sich bei der klassischen Ausbildung an der Hochschule. Seit einpaar Jahren touren sie unermütlich durch die winzigsten Klubs, aber auch durch den einen oder anderen Kontertsaal. Gut aufgehoben sind sie an beiden Orten. Der vertrackte Kammerpop mit geloopten Soundschnipseln und realen Instrumenten sei Dank.
Weil sich auch die Orte in die Produktion einschleichen wurde extra im ehemaligen DDR-Funkhaus in der Nalepastrasse in Berlin mit Tadklimp aufgenommen und vielleicht kam beim Mix von Tasos Karadedos in Thessaloniki etwas südliche Sonne in die Aufnahmen. Minimale Instrumentierung, (u.a. Kesselpauke und Bass), repetivive Rhythmusstruktur, zappelige Schnipsel und Hintergrundgeräuche aus der freien Wildbahn zusammengehalten durch den Gesang, gern auch harmonisch zu zweit. Verführerisch, aber zum Glück mit genügend Ecken und Kanten an denen man sich eine Weile genüsslich schubbern kann.

(Altin Village & Mine/Indigo)

www.jasonundtheodor.tumblr.com

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