On the road: Rocken mit Up In Smoke

Text: | Ressort: Allgemein, Musik, Veranstaltungen | 18. Februar 2016

Darauf muss man Bock haben! Nicht zuletzt, weil beide Roadfestivals drei höchst unterschiedliche Hörerlebnisse präsentieren. A bisserl – ich gebe es zu – freue ich mich ja mehr auf Volume 6 und dies nicht zuletzt wegen My Sleeping Karma. Deren 2015 veröffentlichte „Moksha“-Platte (die erste auf Napalm Rec.) hat mich hochgradig verzückt und warum dies so ist, darf man in folgender Rezension gerne nachlesen:

My Sleeping Karma – Moksha

Hippietum reloaded. Und dies meine ich Ernst und zudem noch im positivsten aller Sinne. Darüber, dass sich im Stoner die hippiesken Attitudes konserviert haben und dabei noch eine angenehme Kollaboration mit einem gewissen Punch eingegangen sind, müssen wir ja nicht mehr groß philosophieren. Auch der Einfluss von Spiritualität und Psychedelik muss nicht ausdiskutiert werden. Wobei es aber doch so ist, dass sich in einer Band wie My Sleeping Karma all dies in einer hochkonzentrierten Form zusammenfindet und dies via „Moksha“ zum mittlerweile fünften Mal. In einer Art und Weise, die man gerne als „unique“ bezeichnen kann: Wenn die Band auf etwas wirklich verweist, dann ist es in allererster Linie sie selbst – im Sound, im Songwriting, im ästhetischen Gesamterscheinungsbild.

So weit so gut. Gern unterschätzt wird an dieser Stelle mal der Wirkmechanismus der Routiniertheit, die sich in neun Jahren gemeinsamen Spielens zwingend einstellt. Sicher, die Gefahr ist vorhanden, dass sich daraus ein großer Haufen Muggertum entwickelt. Aber hier sind ja die Laborbedingungen vollkommen anders – eine Band, die sich außerhalb jeglicher Erwartungshaltungen rein und ausschließlich auf das fokussieren kann, was sie sich selbst als musikalische Vision vorstellt. Und eine solche ist wie erwähnt durchgehend bei My Sleeping Karma festzustellen – und sie hat sich seit 2006 eigentlich im Wesentlichen nicht verändert. Freund Andreas „Kanzler“ Kohl war es einmal im Zusammenhang mit Rotor, der auf die segensreichen Auswirkungen einer derart fokussierten Gemeinschaftsarbeit hinwies. Und dies greife ich in diesem Zusammenhang gerne mal auf: „Moksha“ hört man genau diese segensreichen Auswirkungen an – in der Kompaktheit, in der Konsequenz, in der Präzision. Dass dabei auf gar keinen Fall Dinge wie Leidenschaft, wie Spiritualität (die man im Kontext My Sleeping Karma wie erwähnt nicht außen vor lassen darf), muss man Platte und Band unbedingt hoch anrechnen: Dies alles klingt zu keiner Sekunde kalkuliert und ausgedacht – obwohl mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit genau das ist. Naja, womit wir wieder beim klassischen Ansatz wären, dass es im künstlerischen Sinne das Beste ist, wenn das Ergebnis mehr wird als die Summe der einzelnen Teile. („Moksha“ ist bereits via Napalm erschienen.)

Aber auch auf Greenleaf sei gerne hingewiesen: Die Schweden haben eine neue Platte namens „Rise Above The Meadow“ am Start (erscheint offiziell am 26. Februar) und mein erster Höreindruck war ausgezeichnet – wunderbar austarierter (Stoner) Rock zwischen wuchtigen Punch und geradezu einschmeichelnder Eingängigkeit, der gar nicht so Retro klingt wie es an der ein oder anderen Stelle zu lesen war. Und weil so ein Abend immer auch einen satten Schlag auf die Glocke benötigt, bieten Mammoth Mammoth den entsprechenden rockistischen Part: Ich bin mir relativ sicher, dass man sich da wieder auf raumgreifende Ausflüge von Frontmann Mikey Tucker einstellen darf, während im Hintergrund der Punk im Motörhead-Modus wütet. Wir sehen uns also im UT Connewitz.

Die Termine:

Tja, kaum hat man sich von der sechsten Auflage erholt, kommt auch schon wieder Nummer 7 in die Stadt – so zumindest in Leipzig. Und auch hier rult Vielfalt absolut okay: Die polnische Abrissbirne Belzebong hat das im Oktober letzten Jahres erschienene „Greenferno“-Album im Gepäck und es lässt alles darauf schließen, dass dieser Titel kein leeres Versprechen sein wird. Hoho, wenn ich daran denke, wie diese Kerle mir einst zum Stoned From The Underground die Birne frei gepustet haben. Dicke Freude herrscht ob der Tatsache, dass von den Franzosen Mars Red Sky wohl auch ein neues Album am Start ist – dies heißt „APEX III (Praise For The Burning Soul)“ und soll am 29. Februar erscheinen. Darauf habe ich richtig Bock – zumindest hat mich „Stranded in Arcadia“ echt geflasht. Die Dritten im Bunde sind Stoned Jesus – und da will ich mich denn mal überraschen lassen. Wir sehen uns also im Werk 2.

Die Termine:

Foto: Band

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