Warsaw (Post) Punk Pact – großes Finale

Text: Klaus | Ressort: Literatur, Musik, Veranstaltungen | 28. November 2017

Mit der 1985 in Warschau gegründeten Gruppe Armia kommt eine der außerge-wöhnlichsten Ost-Punkbands überhaupt. Stürmisch, druckvoll, episch walzend, dabei von majestätischer Eleganz und umweht von spiritueller Mystik. Eine Art Discharge treffen Dead Can Dance in Dantes Hölle, um eine Andeutung zu geben. Punk mit Texten, die Rimbaud oder Beckett zitieren, sowie mit Waldhorn! Sie werden zu diesem speziellen Anlass ein Set mit Stücken ihrer genialischen Frühphase spielen.

Už Jsme Doma aus Prag, ursprünglich aus Teplice, spielen hingegen nicht Songs ihrer eigenen Anfangszeit als ebenfalls 1985 formierte Band, sondern solche des Vorgänger-Projekts F.P.B., der wohl besten tschechischen Punkband, aktiv in den Jahren 1981-1985. Melodisch und energetisch, dabei aber durchaus komplex, was den späteren Weg zu Jazz- und Avant-(Post)-Punk vorzeichnete.. Formel: The Damned treffen The Residents.

Der zweite Act aus Prag performt ebenfalls eine Transformation. Dybbuk, hervorgegangen aus den 1981 gegründeten Plyn, waren die erste der äußerst wenigen Frauen-(Post)-Punkbands des Warschauer Punk Pakts. Ihre spröde-melancholischen bis witzigen Songs werden von der direkten Nachfolge-Band Zuby Nehty aufgeführt, die alle Ursprungsmitglieder enthält.

Die den Abend abschließende Dresdener Kultband Freunde der italienischen Oper 3.0 zelebriert ihren Bombast Post Punk´n´Roll im Ein-Tages-Revival, in dieser Form einmalig arrangiert um die gewaltige Stimme von R..J.K.K. Hänsch aka Ray van Zeschau. Verstärkt werden FDIO dabei unter anderem von Ex-Mitgliedern der Leipziger Legende Think About Mutation.

Das Mini-Festival ist das Grande Finale des Projektes »Warschauer Punk Pakt«. Neben dem Projektabschluss wird auch die Veröffentlichung des Buchs zur Sache »Warschauer Punk Pakt. Punk im Ostblock 1977 – 1989« und einer entsprechenden 10“-Vinyl »Warsaw Punk Pact Vol.1« gefeiert.

www.warschauer-punkpakt.de

9 ( + Geb.) EUR, UT-Connewitz, 9.12.2017

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