Rufus Wainwright – Unfollow The Rules

Text: | Ressort: Musik | 28. Juli 2020

Einer der aus der Stadt auszog und außerhalb des Big Apple auch nicht glücklich wird. Musikalisch oberflächlich an Billy Joel erinnernd, präsentiert Wainwright hier wieder viele Burt Bacharachsche Windungen und Kniffe. Von einer Stimme, zwischen Brain Wilson und Freddy Mercury getragene Popsongs, die niemals ins Hörschema eines Mega-Hit-Hörers passen, obwohl sie ebenso perfekt klingen. Sie bleiben grundlegend komplex angelegt. Kenner der E-Popmusik, die sich irgendwo zwischen Van Dyke Parks und Joni Mitchell erstreckt, dürtften die 12 Hitdekonstruktionen des Albums goutieren. Konzentration vorausgesetzt, erschließt sich ein opulentes Panorama fein abgestufter Schwarzweiß-Dramen zum Thema Frieden und Haß. Elegant swingend bis zum finalen „Alone Time“. Wunderbarer Anti-Pop für den guten Kopfhörer!

Jörg Gruneberg

Rufus Wainwright – Unfollow The Rules, DreamWorks/Universal (2020)

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