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	<title>: Persona Non Grata : : : &#187; Andre</title>
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		<title>Unser Liebhaber Musik</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 10:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Conjurations: Séance for deranged Lovers]]></category>
		<category><![CDATA[Stag-O-Lee]]></category>
		<category><![CDATA[TAV FALCO]]></category>
		<category><![CDATA[THE UNAPPROACHABLE PANTHER BURNS]]></category>

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		<description><![CDATA[TAV FALCO &#038; THE UNAPPROACHABLE PANTHER BURNS ARE BACK with<br />
Conjurations: Séance for deranged Lovers (invocated by Stag-O-Lee)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2037" title="tav2" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/tav2.jpg" alt="" width="373" height="400" /></p>
<p>Alles an diesem Album ist altmodisch. Nicht &#8220;retro&#8221;- das Wort ist zu neu, um den Sachverhalt angemessen zu erfassen. Du würdest ja auch nicht sagen, der Pflaumenkuchen von deiner Oma wäre &#8220;retro&#8221;, nur weil sie das Rezept damals bereits von ihrer Grossmutter&#8230;aber lassen wir das. Es ist wieder Sommer, Zeit für jeden vernünftig denkenden Menschen wie dich, mal wieder Rockabilly und Artverwandtes rauszukramen, um mit deiner Püppi im zumindest gefühlten Little Deuce Coupe den nächsten Baggersee anzucruisen, um da zwischen nervigen HipHopAsiTeenies, öden WannaBeRastafariStudenten, groben BöhseOnkelzGerüstbauer-Lehre-Abbrechern und vorgegarten DreamTranceFickleisten den coolen Mac raushängen zu können, nicht, dass dich einer beachten würde. Abends dann sitzt du angenehm aufgeheizt mit deiner Liebsten bei Rotwein auf der Veranda, Louisiana im Sinn, es naht der Moment, zu zeigen, was du wirklich drauf hast. Und, natürlich, diese Platte hilft: Rüschenhemd statt T-Shirt, Seduktion statt Baggerei, Stil trotz Steifem, ja, auch das kann der Rock&#8217;n'Roll heute noch für dich tun, Bub.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2034" title="tav1" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/tav1.jpg" alt="" width="500" height="344" /></p>
<p>Aber im Ernst. Junge Menschen googlen Mr Tav Falco, saugen sich &#8220;Behind the Magnolia Curtain&#8221;, um dann vor den dort verewigten, epochalen Versionen von &#8220;Brazil&#8221; und des &#8220;Bourgeois Blues&#8221; auf die Knie zu gehen, und begreifen, dass die Welt des Rockabilly nach dem Ende der Bettwurst nicht nur die Flaschenbierflaschen-Brut vom Meteor des P.P. Fenech gebar (womit ich jetzt wirklich nur die zahl- und konturlosen Me-too-Billy-Flachtopf-Boygroups verhohnepipeln möchte, die wie die Schmeissfliegen aus dem Schweinskopf kriechen, ist Mr Fenech doch, bei aller etwaiger Zweifelhaftigkeit ob des einen oder anderen eher nicht so geglückten Sprachbeitrags aus den Untiefen des Halfpinthirns an den interessierten Magazinmuckel doch ein eigentlich ganz grossartiger Rock&#8217;n'Roller, und davon gibt es auf der Insel nun wahrlich nicht viele, wir denken kurz scharf nach, uns fällt Mark E. Smith ein, für den in puncto brausebrandinduzierter verbaler Schräglage definitiv selbiges gilt wie für Fenech, und dann noch -meinetwegen- Billy Childish, der labert zwar nicht so viel Scheisse wie Smith und Fenech, hat dafür aber &#8216;ne Rechtschreibschwäche (schreibt aber trotzdem Bücher (hat ja aber auch keiner gesagt, dass Smith singen könne oder Fenech Bundespräsident werden). Hier endet die Geschichte des britischen Rock&#8217;n'Roll. (Es sei denn, wir wollten die Sache unnötig verkomplizieren und Wreckless Eric ins sinkende Schiff holen, aber dafür fehlt uns die Zeit, deshalb flugs weiter im Text, den guten Mann als Fussnote der Trivia im Hinterstübchen.) Danach folgte der Oasen Untergang aka der grosse Britpopschwindel, von dem inzwischen eigentlich nur noch die Knallchargen auf Spiegel-Online erzählen, als hätte es dort mal was gegeben, das es wert gewesen wäre, vor dem Ersäufen gerettet zu werden (&#8220;Die Auteurs!&#8221; sagst du? Kleiner Klugscheisser! Du hast recht. Aber was hilft dir das? Das macht den Rest nicht besser, überhaupt nicht, ganz im Gegenteil!&#8230;Die Auteurs! Also!&#8230;)-letztens übrigens mit einem hochnotpeinlichen Beitrag über/mit Paul Weller, dessen Kultur des Dünnsinn-Erzählens leider ganz anderer Natur ist als die unserer sympathischen Suffköppe von weiter oben im Text (an dieser Stelle darf sich jede ansbeingepisstfühlte Wellermimose gern über meine nicht minder sinnfreie Natur-Kultur-Dualismus-Rethorik ereifern und meinen Worten so alle Glaubwürdigkeit absprechen. Es ändert nichts daran, dass ich recht habe. Den Spiegelbeitrag findet man übrigens <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,689006,00.html" target="_blank">hier</a>.  Wer herausfindet, welcher der Leser-Kommentare wohl von mir ist, möge mich anschreiben. Tolle Preise winken!).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2036" title="tav4" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/tav4.jpg" alt="" width="335" height="500" /></p>
<p>Und nun sind wir sozusagen am neuralgischen Punkt der Rezension angekommen. Als Rezensent hat man ja nicht nur den moralischen Auftrag, Musikfreunde aller Welt an die ästhetische Hand zu nehmen, um aus dem Gröbsten raus zu kommen (ihr wisst ja, die Erziehung des Menschengeschlechts mag eine langwierige, schweisstreibende Angelegenheit sein, aber sie aufzugeben, hiesse, sich selbst aufzugeben), sondern hat natürlich PR- oder Label-Menschen im Nacken, die ja einen Beleg für eigens angefordertes Werbematerial in Form von Tonträgern haben wollen, und man kann sich lebhaft vorstellen, wie das Trippeln der Finger des beauftragten Kollegen im Hause Stag-O-Lee immer eindringlicher wird. Statt Lobeshymnen auf den zweitbesten Tonträger seiner Karriere als Entertainer und ebendiesen selbst (handelt es sich bei Tav Falco doch um eine der illustresten (Kunst-)Figuren US-amerikanischer Underground-Art), nur sonderbar unpassende Exkurse in ganz andere Milieus! Das geht doch nicht! Mal ehrlich! Normalerweise werden derlei Gedankengänge von gestandenen PNG-Autoren mit einem aufbegehrenden &#8220;Na und? Mir doch egal!&#8221;-Autonomie-Ausbruch alter Schule abgeschüttelt, dieser Fall jedoch sieht anders aus: Da sitzt auf der anderen Seite des Bildschirms kein blöder Promo-Nutter, der gegen Geld noch alles geil findet, sondern ein Labelmann, der die Sache mit dem gleichen Herzblut angeht wie  die Aorta. Oder anders: Wenn es den Stag-O-Lees, Keller hinten links im Glitterhouse (neudeutsch: Imprint), in erster Linie ums  Geld ginge&#8230;würden sie wohl was anderes machen. Hm. Tav Falco wahrscheinlich ebenfalls. Und ich. Und du eventuell auch. Tja. Was soll ich also sagen? Memphislegende Tav Falco ist zurück! Der Mann, dem es gelungen ist, in 25 Jahren aus schweissnassem Blues, düster-scheppernden Rockabilly und schwülemTango ein sonderbare Blüten treibendes, aphrodisierendes Nachtschattengewächs zu züchten, mit dem er auf seine ganz eigene Weise zu Tanz und Kopulation auffordert. Dies ist die zweitbeste Platte seiner Karriere. Und es ist nicht so, dass er nach &#8220;Behind the Magnolia Curtain&#8221; nur Mist abgeliefert hätte, nee nee. Die Balladen, so kann man wohl einen Grossteil der Songs bezeichnen, sind einfach nur grossartig. Und, um noch mal schnell ein paar Horror-und-so-Filmanalogien einzubauen, wir erinnern uns, ehemalige Genrevetter wie die Cramps waren ja eher Gorehounds der Herrschel-Gordon-Lewis-Schule und recht Russ-Meyer-affin, hier passen eher &#8220;Das Phantom der Oper&#8221; oder &#8220;Interview mit einem Vampir&#8221; (erste Hälfte), oder &#8220;Vom Winde verweht&#8221;, aber is&#8217; eigentlich auch egal. Ich habe den Test gemacht: Ich habe eine Bekannte, die bewegt sich innerhalb der Neo-Rockabilly-Subkultur, die war -wie eigentlich alle Frauen mit Geschmack- von Tav Falco im allgemeinen und diesem Album im speziellen, sehr sehr angetan. Sie sagte: &#8220;Das ist alles irgendwie so herrlich altmodisch! Als wäre der Rock&#8217;n'Roll schon viel älter, als er sowieso schon ist.&#8221;, und ich sagte &#8220;Vaudeville oder was?&#8221; und wir tranken noch ein Schlückchen roten Weines aus unseren alten Kristallschwenkern, die der Mississippi sich nicht geholt hatte, die Sonne ging unter, der Verandaboden knarrte unter uns und aus den Sümpfen rief ein Käuzchen, als wir Liebe machten, und auf dem Vollmond blanken See tanzte in Rauten sein Licht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2035" title="tav3" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/tav3.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
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		<title>Grant-Lee Phillips &#8211; Little Moon</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 21:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/grant-leephillips-littlemoon250.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1422" title="grant-leephillips-littlemoon250" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/grant-leephillips-littlemoon250.jpg" alt="" width="250" height="220" /></a></p>
<p>Grunge, Slacker, Generation X: wer erinnert sich? Damals wurde eine Generation nachgewachsener Existenzialisten ausgerufen, die zu konsterniert war, um noch wirklich etwas ändern zu wollen, ihr wurde der Grunge-Hype als Soundtrack anheim gestellt, die letzte Rockmusik, die noch so tat, als hätte sie was zu sagen, und die Idioten scharten sich um Pappnasen wie Eddie Vedder oder die Rage-Against-The-Machine-Boygroup, dachten, mit ein paar Löchern in der Jeans, &#8216;nem Bier in der Hand  und 2 Festivals im Jahr sei man wer, und dann war Curt Kobain tot und ich weiss bis heute nicht wie man seinen Namen richtig schreibt. Irgendwann zu der Zeit waren in unseren kleinen Gammelhirnen Grant Lee Buffalo und ihr MTV-gefeatureres &#8220;Fuzzy&#8221; die folkig-romantizistische Alternative zu Pearl Jams Pathosgewäsch, und warum auch nicht: Während der Rest der ganzen Bande steif wie die Cowboys ihre für jedes annehmbare weibliche Wesen unzumutbaren Rockismen pflegten, lullten GLB dieselben wenigstens ein und machten sie handzahm. Besser benommen haben wir uns deswegen natürlich trotzdem nicht, immerhin waren wir, ohne es zu wissen, die Slacker der Stadt, mieteten &#8216;ne alte, halb verfallene Villa mit Pool und ProberaumGarage und schmiedeten tolle weinselige Pläne für die Zukunft.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/villakuecknitzpool500.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1426" title="villakuecknitzpool500" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/villakuecknitzpool500.jpg" alt="" width="344" height="500" /></a> Besagter Pool</p>
<p>Eines stürmischen Herbstmorgens erhob ich mich früher als gewöhnlich aus meinem Brausebrand, um mit Kollege Ozzy den Pool vom Laub der letzten Jahre zu befreien, wir gingen zum Supermarkt, kauften eine Salami, ein paar Flaschen Wein und etwas Schnaps und setzten uns in den vermatschten Pool. Der Rest fällt hinter einen Schleier, ich weiss nur, dass wir irgendwann 2 Städte weiter waren, in Hamurg, und Grant Lee Buffalo sollten im Knust spielen. Karten hatte ich, Gott weiss woher, und Freunde waren auch dabei, offenbar hatte sich wieder ein Wahnsinniger gefunden mit dem Auto zu fahren, und sogar Ozzy war mit, hatte allerdings keine Karte, dafür noch billigsten Supermarktwhisky, den Grant-Lee Phillips während des Reintragens der Instrumente dann mit ihm leerte. Davon erzählt er, also Ozzy, heute noch gerne, und das Konzert war sicher gut, mich dürft ihr danach nicht fragen, nur soviel: in die Villa bin ich eines Abends eingezogen, ich kam mit meinen paar Kartons, wir feierten die ganze nacht und morgens zog ich sofort bei dem Mädchen ein, dass ich auf der Party kennengelernt hatte, wir segelten dann wie Papierflieger vom Hochhausdach durch die Neunziger, sie zum Schluss ein Heroinjunkie, ich auch nicht besser, nur dass ich es vorzog, Kokain zu spritzen, und wir fühlten uns so verdammt geil, wir lasen ja immerhin Bücher. Seinerzeit traf ich nochmal auf Grant-Lee Phillips durch seine Mitwirkung am Soundtrack zu Velvet Goldmine, der passte gut zum kokainistischen Harakiri, Haut, weiss, durchlässig und perforiert wie Papier, mein Körper dünn und zart und wie ein Kolibri mein Herz, aber anstatt glamourös zu sterben,  gab es Frauen. Ich will nicht von läuternder Liebe reden, sondern von Suchtverlagerung, doch immerhin: es folgten Notbremse, der Versuch eines geregelten Lebens, denn der liebe Gott scheute sich nicht, alle Trümpfe auszuspielen: Kinder. Da war sie nun, die Gretchenfrage am Scheitelpunkt des eigenen Lebens, und, um es kurz zu machen: Natürlich habe ich mich für die Kinder entschieden. Die können inzwischen lesen und hören die Musik, und ich mach&#8217; auf Paulus und racker mich im Garten ab, damit die Kinder was Gesundes auf&#8217;m Teller haben. Und dann kommt Grant-Lee Phillips um die Ecke mit Little Moon, einer Platte, die uns mit herrlichem Kitsch mit Namen wie &#8220;Good Morning Happiness&#8221; beschenkt und man ist geneigt zu denken, dass es ihm über all die Jahre ähnlich gegangen sein muss, so sehr klingt die Platte nach Apfelsaft, Toys&#8217;r'us und Muffins, dass mir ganz warm ums Herz wird, selbst dann noch, als meine Liebste, den Korb voller Wurzeln, Pilze und linksradikaler Umwelt-Broschüren, hinter mich tritt und fragt &#8220;Seit wann hörst Du denn wieder Neil Young?&#8221;</p>
<p>(Yep Rock/Cargo Records)</p>
<p><a href="http://www.grantleephillips.com/" target="_blank">www.grantleephillips.com </a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PtFoo97-c2Q&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/PtFoo97-c2Q&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Moondog &#8211; More Moondog</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 12:57:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(Honest Jons/Indigo)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/moondog.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-809" title="moondog" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/moondog.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<p>Tausend Sachen zu regeln, überall brennts und klemmts, das Amt vor der Tür, das Gericht nächsten Donnerstag, den Zahnarzt um halb drei,und das einzige, was man macht, ist sich vorzunehmen, über blinde alte Genies zu schwadronieren, deren Tonträger  Querschnitte von Schaffensperioden sind, die  in ihrer Gesamtheit mitunter den gleichen Unterhaltungswert bieten, wie es schlohbärtige Männer in Wikingerkostümen an der Strassenecke eben selbst  zu tun pflegen: Mond anheulen ist Musik (Klatschen auch).Wer aber mehr  über Louis Thomas „Moondog“ Hardin  wissen will, als was alle wissen, muss  nach Münster gehen, denn dort ist er gestorben und dort trifft man sie, die Menschen, die sagen „Ach ja, der&#8230;das war schon n Kauz&#8230;Komponist war der? Ach, das hat man dem gar nicht angesehen&#8230;“, versonnen lösen sich im Wind Schwädchen vom Staubtuch, ein Laken flattert hinterm Haus scheinbar kybernetisch seine Pattern, aus einem Stubenradio rettet sich ein alter Klagegesang durchs Kippfenster an die frische Luft, um zwischen Kastanienbäumen zu vergehen, so wie es auch die Düfte tun. Das sind die ewiglichen Melodien, die in die Wirklichkeit geflossen kommen und bleiben wie die Stimme des Propheten selbst, der in seinem Monolog der Wahrheit zum Wort verhilft wie er dem Herzschlag äußere Erscheinung verliehen hat. Fundamental. Haben also Moondog, Arvo Pärt, Paul Celan und das Orff&#8217;sche Schulwerk die gleiche Kragenweite im Sinne von Selbstverständnis und/oder Wesenhaftigkeit? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur: ihr Ansinnen ist rein und tief wie ein vergessener Bergsee, dessen Oberfläche spiegelklar den Himmel widergibt, das Firmament nunmehr nur Feuerstrahl und Sprachgitter, was natürlich Herz, Geist und Gemüt anrührt, das fühlen wir, wenn wir ihr Werk vernehmen, ja ja, Kreislauf des Lebens und Heilung und so, das ganze spirituelle, na besser, naturphilosophisch-glaubensgetragene Ding, nur halt anintellektualisiert, schallender Zuckerguss als Manifestation des erfahrenden Denkens auf den Urklang und seine Frucht, den Vierviertelakt, lasst dort sein Lieder zu füllen die Luft. So ist stimmig, dass Alles aus Einem entstehe und sich ins Nämliche wieder auflöse, heisst, dass Wesenhaftigkeit entsteht, lässt man sich auf Umgang oder Begegnung ein, und Umgang mit dem, was größer ist als ich, heiße, frei nach Reinhard Falter, „Natur neu denken“: religio. Von daher ganz egal, ob wir Pärts christlich-orthodoxen Ansatz verfolgen, die jüdische Einfärbung Celans, die Pädagogik Orffs oder eben Moondogs Edda-Trip: Gib dem Geräusch Struktur (Klang Rhythmus) und glaub daran, dann macht das alles ganz natürlich Sinn mit der Musik.</p>
<p>(Honest Jons/Indigo)</p>
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		<title>The Merzbow Chronicles Vol I</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 16:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[B]]></category>
		<category><![CDATA[Diary]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[No Quiet On The Eastern Front.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-513" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/merz.jpg" alt="" width="600" height="600" /></p>
<p>Logo Merzbow! Merzbowplatten kommen und gehen wie die Gezeiten, und so wird auch die Figur des Merzbow essentieller Teil einer neuen globalisierten Mythenwelt sein, ein unsterbliches Märchenwesen, das die Welten von Produkt und Geist in einer Art in sich verbindet, die den Beginn eines Auswegs aus Produktkultur, Eigentumsgesellschaft und menschlicher Selbstüberschätzung (aka überhöhte Idealisierung aller kulturellen Errungenschaften nicht nur der Unterhaltungsbranche) darstellt. Dem reinen improvisierten Einmannkrach wird seine heldisch weltverbessernde, heilende Kraft anerkannt. Es gibt dann Merzmusikzentren, die sich der Rettung der verlorenen Seelen, die Befindlichkeitsfokussierung und inzestuöses Gedünkel um eine Ästhetik mit Individualität und Geistesreichtum verwechseln, widmen. Kleine Mädchen tragen T-Shirts mit Merzbow-Motiven, und wir wissen ja, was das für Musik und Mode bedeutet, wenn sie bei den kleinen Mädchen angekommen sind: alle Verruchtheiten und Verheißungen sind vollständig eliminiert, die Ware ist am Bodensatz der Kundensegmente angekommen, danach kommt nur noch Wiederkäu und Verpackungsbetrug. Aber diese Regeln hat sich der Merzbowmasterplan natürlich lange vorher zunutze gemacht. Modifizierter Klang wird über die Belegung mit Attributen verkauft, die sonst den Menschen zugeschrieben werden, emotionaler Mehrwert ist der Neger der Produktwelt. Und deswegen ist Merzbow (schon lange) frei vom Kokolores seiner Marktbegleiter. Koketterie mit dem Bösen oder/und dem Genital? Fehlanzeige! Merzbow weiß, was  Hörer wünschen! Seine Cover sind niedlich, seine Intentionen gehen (inzwischen) auch mit Kindern klar: Behandelt die Delfine gut! Behandelt alle Tiere gut! Bestehlt sie nicht! Quält sie nicht! Tötet sie nicht! Esst sie und ihre Produkte nicht! Und so kommt es wie es muss: Nie war PETA-Botschafter Merzbow populärer als heute. Greenpeace-Gründer Paul Watson hat übrigens die Liner-Notes für <a href="http://www.importantrecords.com/releases/imprec205_release_page.htm">„Dolphin Sonar“ (Important Records)</a> geschrieben. Von daher: Greif dir die LOHAS und Gutmenschheuchler, die systemimmanent bis ins Mark über die Regulierung der Künstlersozialkasse jammern, als wären Versicherungen jemals eine ehrenwerte und irgendwie erhaltenswerte Sache gewesen (Für die Angeschlageneren unter den Lesern: In einer guten Welt ist die medizinische Versorgung kostenlos für alle und das Insuranzen-System als sittenwidrig verboten). Die über in weniger bevorzugten Kreisen aufgewachsene Altersgenossen ketzen, weil sozial Schwächere immer ein gern instrumentalisiertes Feindbild für das ganze prestigesüchtige Pack waren (wird „Der Untertan“ eigentlich nicht mehr an deutschen Schulen gelesen?). Aber warum sich aufregen? Es wird sie immer geben, die kulturbeflissenen Kreise, in denen es temporär als chic gilt, ein paar stylishe Tonträger voller Liebeslieder an sich selbst von irgendwelchen elfenbeinturmgeschädigten Neurotikern rumstehen zu haben, und das ist auch gut so. Für jeden Topf gibt es die passenden Backen, die sich dann ganz weit vorne wähnen, weil der heiße Scheiß nur für sie, und alle die so sind wie sie, quillt. Und aufgrund dieser Illusion von Exklusivität und Prädestination bekommen Menschen für 3 Minuten Geplärre mehr Geld und Vergünstigungen als die blasse Frau, die jeden Morgen um 6 stumm die Oma von ihrer Scheiße befreit. An genau diesem Umverteilungsfehler muss man ansetzen. Von daher bedeutet Merzbow Verinnerlichen, zumindest zu ahnen, wer das fast einzige ethisch vertretbare Role Model derer, die zum Musikmachen um die Welt reisen dürfen, sein könnte. Den globalen Unterhaltungsmusikschwindel Lügen strafen und sich zunutze machen, ohne einen Akkord zu gebrauchen. Aus der Idee des Rattenfängers eine Marke, eine Ideologie, eine Religion, ein Imperium machen, ist nicht neu. Es so konsequent auf Sand für die Ohren zu bauen, ist bis jetzt nur Merzbow gelungen. Na gut, und allen Freunden so genannter intelligenter Tanzmusik. Aber denen sind die Delfine natürlich völlig egal. Hauptsache, man wird mit DJ Binsohip beim Knutschen gesehen. Und jetzt warten wir auf sie, die neuen Merzenkel, die den braven Langeweilern ihrer Generation mal ganz kräftig wohin treten und so die marode Welt retten wollen, anstatt die Probleme auf ihr kühn zu leugnen, indem man sich der so genannten Poetik des Alltags verschreibt, liebste Verdrängungsstrategie für ein ganzes Milieu,  bornierte, vom Gardemaß des Feuilleton versaute Kultur-Karrieristen, die, noch längst keine 30, ohne sich zu schämen für den Lebenslauf leben und sich für links (wasauchimmer das bedeuten mag) und unangepasst(dabei ist das pseudoneufreiheitliche Wörtchen „Ich“ in gelben Lettern lange übers Herz gestochen, damals im Bildungszentrum für Erfolgsorientierung und Ökonomisierung der Gedankenwelt) halten und Lachshäppchen vertilgend in das Römische Weltreich imitierenden Bauten stehen und auf Bilder starren, die von offensichtlich klugen Köpfen geschaffen worden sein müssen, denn sie haben es geschafft, dass irgendwer mehr als &#8216;nen Zehner dafür zahlt- dass an diesen Orten, besonders zu den gern hochtrabend inszenierten Eröffnungen, entweder der Merzbow oder eben irgendein MinimalKasper aufspielt, unterstreicht noch einmal <a href="http://www.streifzuege.org/texte_str/str_06-36_bockelmann_abschaffung.html">das ganze tragisch-absurde Ausmaß der ganzen Misere. Hat zufällig jemand hingesehen, als aus der Kunst ein Markt und der Künstler zum Produktionshelfer wurde? Ach stimmt ja, war immer so: Welches Wort versteckt sich noch in Kredibilität? Immerhin: der Weltbevölkerung ist inzwischen dank des aktuellen US-Finanzkrisen-Hypes durch die Blume mitgeteilt worden, dass es sich bei der Idee vom Geld nur um eine aberwitzige Phantasterei handelt, Numerologie, also Schwindel, also Betrug. Deswegen ist es nur legitim, deinen Bankangestellten-Nachbarn und sein Agenturenpüppi über Nacht mit dem sehr lauten Abspielen von Merzbowtracks um Schlaf und Verstand zu bringen, damit er am nächsten Tag übermüdet Fehler macht und so sein Lügensystem mit in den Ruin reißt. Politik der kleinen Schritte. Also, liebe Sparer und Investmentfreaks, fangt an umzudenken. Kehrt den Finanzsektierern den Rücken und kauft lieber die Merzbox. Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht, ihr Scheißefresser: Ganz viele Merzbowplatten kaufen ist nicht die Absolution für den Konsumenten im Menschen, nicht die Brechung von Habsucht und künstlich induzierter Gier nach Waren. Der Weg ins Merzvana ist ein zwar komprimierter, konvertierter, aber dennoch langer, mühsamer Pilgerpfad, den man sich voller Hingabe erschließen muss. Ja: Blut muss fließen, brennen muss es.</a> Einfach mit der Bahn zum Ziel fahren und dann so tun, als wäre man den ganzen Weg gegangen, führt zur sofortigen Disqualifikation, inklusiver menschlicher und fachlicher Entkredibilisierung. Denn noch sagen für ihr Verständnis zwar kluge, in Wirklichkeit also dumme Zungen, Merzbowplatten stumpfen ab, dabei weiß doch jeder, der sie konsumiert, wie sie die Sinne schärfen. Wie es, wenn man fleißig dabei bleibt, ganz im Sinne des Brian Eno zur Auflösung eines porösen Ziegendarms namens Hörgewohnheit kommt und die gewohnten drei Akkorde auf einmal drei peinlich prätentiöse zuviel sind. Wie sich die Nackenhärchen aufstellen, man sich einfindet in den anfänglichen Krach und hineinhorcht in mikroskopische Zufallsordnungen, die den Hörer abfedern machen an der Klangwand, an der Höhen und Tiefen plötzlich andere Bedeutungen erlangen, narrative Ozeane des Lärms entstehen, verschwindend winzig springt am Horizont ein Delfin über den Sandstrahl der Zeit. Wenn dann irgendwann wieder die Stille einkehrt, erscheint das Ticken der Uhr monströs und aller Rettich, genossen am wärmenden Feuer lodernder Bankautomaten, lecker wie dereinst die in Brennnessel gewickelten Lachshäppchen, die ihnen vom Befreier selbst in ihre Öffnungen gerieben wurden, bei vollem Bewusstsein&#8230;</p>
<p>(Demnächst in diesem Theater: <a href="http://www.southern.com/southern/catalog/POBOW">Truthcult presents: Merzbow vs Porn</a>).</p>
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		<title>Otto von Schirach &#8211; Oozing Bass Spasms</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 15:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(Cock Rock Disco)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/otto.jpg" alt="" width="170" height="170" class="alignnone size-full wp-image-494" /></p>
<p>Scheiße, Otto von Schirach. Das finden wieder alle geil. Der gemeine US-Amerikaner spricht ja „von ShIraq“. Das klingt natürlich ganz schön gefährlich. Egal. Nach Ipecac nun Cock Rock Disco, das passt. Von Schirach hat das Zeug zum Crossover-Star. Oder noch besser: Er ist die Speerspitze des aktuellen Heeres zur Enteignung der Arschlöcher und Idioten. Leute wie Bong-Ra machen das, oder Sickboy oder DJ Donna Summer. Die machen das. Sie nehmen all den Müll, der uns im Hirn kleben geblieben ist wie die Fliegen an diesen fiesen Haftbändern, wie sie auf den Dörfern von den Decken baumeln, in den Räumen, in denen die Konsumenten der Originale hausen, ihr Bauernkoks ziehen, Bier trinken, Autos zu Schrott fahren, masturbieren, während alte Thunderdome-Compilations laufen. Großraumdissenmist, Porno, Miami &#8211; die Eckpfeiler, auf denen Otto von Schirach sein unerhört nachhaltiges Drecks-Universum aufbaut. Dabei sind in seinem Falle Ironie &amp; Albernheit, Dekonstruktion &amp; Formerfüllung eins. Seine Fans sind aber nicht die Hooligans dieser Welt sondern wir. Denn in unseren Hirnen klebt all dieser Müll, die Sounds, Stimmungen und Rhythmen, Warnschüsse aus anderen Welten, Versuche der Vereinnahmung. Wem die Landflucht nicht gelingt, bleibt für immer auf seiner Platte hängen. Otto von Schirach in der Zeltdisko, das wäre was. „Megarave mit Otto von Schirach und DJ Bernd“ auf knallgrünes Plakatpapier gedruckt an die Eichen getackert, an denen letztes Wochenende noch der Golf von Mario zerschellte. Was wäre das für eine Nacht. Das Zelt würde sich in einen Hexenkessel voll trunkener Irrer verwandeln. Weil dann zusammenwächst, was zusammengehört. Warum diese Platte? Weil sie die niedersten Instinkte erfolgreich anspricht. Mehr steckt eigentlich nicht dahinter.<br />
(Cock Rock Disco)</p>
<p><a href="http://www.ottovonschirach.com">Offizielle Webseite</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/ottovonschirach">Otto von Schirach bei MySpace</a></p>
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		<title>Unser Spinner Musik</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Sep 2008 20:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diary]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Da seht Ihr, was passiert, wenn die Erwachsenen versuchen, sich in den Arsch zu ficken! Silke Arp bricht, Silly Art fickt. Was für ein Zirkus: Jeder gibt sich wirklich von ganzem Herzen Mühe, aufzuzeigen, dass es sich um keine große, ernste Sache handelt, bloß um Musik. Sie kleben sich die Brustwarzen mit Swastikas ab, springen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da seht Ihr, was passiert, wenn die Erwachsenen versuchen, sich in den Arsch zu ficken!</p>
<p><img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/silkearpbricht.jpg" alt="" title="Fckn Bstrds (NL)- radioactive noise mutants" width="605" height="908" class="alignnone size-full wp-image-437" /></p>
<p><a href="http://www.silke-arp-bricht.de/">Silke Arp bricht</a>, Silly Art fickt. Was für ein Zirkus: Jeder gibt sich wirklich von ganzem Herzen Mühe, aufzuzeigen, dass es sich um keine große, ernste Sache handelt, bloß um <a href="http://www.myownspace.fr/254">Musik</a>. Sie <a href="http://www.evilmoisture.tk/">kleben sich die</a> Brustwarzen mit Swastikas ab, <a href="http://www.fcknbstrds.com/">springen ansonsten nackig</a> herum und gebärden sich wie ein Haufen toll gewordener Kinder mit einer Überdosis Fasching. Sie schmeißen mit Müll und suhlen sich auf dem Boden, sie schreien sich die Seele aus dem geforderten Leib und lassen nichts unversucht, die Dinge, mit denen die Menschen so ihre Wochenenden verbringen, ad absurdum zu führen. Wahrscheinlich (Natürlich) sind sie allesamt betrunken. Sie führen die Rituale und Settings von musikalischen Live-Darbietungen zu ihren infantilen Wurzeln zurück und der totalen Sinnfreiheit zu, in Angesicht derer sie sie bis zur Lächerlichkeit überziehen, sich sogar dahinter in das Grenzland wagen, das man Exploitation nennt. Sie machen sich dabei notfalls sogar so sehr zum Horst, wie es nur geht, und brechen auch nach Erreichen der Ausreizung nicht ab, sondern paralysieren munter sich und ihre Umgebung weiter bis zur typabhängigen De- oder Übersensibilisierung. So zwingen sie das Publikum, alle Widerstände fahren zu lassen und sich <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Yj-0Jm9Lm9I">Toys&#8217;R'Crust-Metallern</a> mit Lappenmütze am Kinderschlagzeug, <a href="http://www.dannyoreally.com/">Gitarren-Weihe)))</a>-Karikaturen und Exhibitionisten-Quartetts in Pappmachemonsterkostümen hinzugeben. Sie überspannen dabei den Bogen so weit, dass man es irgendwann wie eine Selbstverständlichkeit hinnimmt, dass in 1 Meter Luftlinie zu neverending-enervierendem elektronischem Kreisgesäge ein totaler Freak Out stattfindet. </p>
<p><img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/silkearpbricht2.jpg" alt="" title="Evil Moisture (F) - tortured machines at limit" width="300" height="450" class="alignnone size-full wp-image-438" /> <img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/silkearpbricht3.jpg" alt="" title="Sigtryggur B. Sigmarsson (IS) - 1/2 stilluppsteypa, 1/2 human" width="300" height="450" class="alignnone size-full wp-image-439" /></p>
<p>Das Spektakel ist eine Persiflage der Raserei, die jede ernst gemeinte Auseinandersetzung mit populärer Musik Manierismus und Preziosität straft. Nur die besten, ergo stumpfesten Primitivismen modernen Entertainments werden übernommen, so der gute alte Kontrollverlust, alles andere, Melodie, Liedform, Klangkontrolle, kann weggelassen werden, nur die Grundform aber eines jeden Tracks an diesem Abend, die Reinsteigerung, das Erreichen einer Ekstase als ein intensiverer Grat der Introspektive sei wichtig. </p>
<p>Wer allerdings hier Spirituelleres als Kopf im Klo und Spaß dabei vermutet, verliert einen Karma- und zwei Humorpunkte. Wieder mal nicht aufgepasst! Hier wird nicht auf die Kunst-Kacke gehauen, sondern auf den Drangeimer der Unterhaltungsindustrie. Es geht darum, den Scheiß einfach rauszukloppen, Topfschlagen, Kopfzerbrechen mögen darüber lieber andere, Bezüglichkeiten, Querverweise, Zitate, Schulen und mehr Abbröckelungen gibt es genug, man kann, wenn man denn mag, schon einen counter-karikierenden Sinn finden, in dem, was da passiert: Master Ingmar Bergman wird in einer, hier macht der Unbegriff Sinn, Spoken Word Performance zitiert; dass seine eigenen Filme ihn deprimieren würden, der allgegenwärtige W. S. Burroughs taucht als vielgestalte Comicfigur auf, raucht eine Zigarette und dann gibt es eine den Holzhammer auf links krempelnde Stumpf-Dance-Performance, und <a href="http://www.helenscarsdale.com/siggi/">das alles von einem einzigen zitternden Mann</a> im H.S.Thompson-Kostüm. </p>
<p>Man holt an diesem Abend die Blockflöte überraschend auf die Landkarte der modernen Musik zurück und zeigt, dass dieses meistgedisste aller Instrumente und am wenigsten ernst genommene Phallussymbol, Sinnbild für die brutale Domestizierung der frei-wilden Musikalität von Kindern, entsprechend mißhandelt, eine Menge fiese Geräusche erzeugen kann und somit wieder zu mehr gut ist, als brav-graue Mäuse zu erzeugen, die nur leise in die Welt zu piepsen in der Lage sind. Man kann sie schon fast klagen hören, die Eltern dieser Welt: „Hätten wir dem Kind damals nur nicht diese Blockflöte aufgedrängt, dann wäre vielleicht doch noch etwas aus ihm geworden. Nun macht es, was es will!“ Und noch viel mehr! Überhaupt regiert die Anarchie im Kindergarten: Es gibt sogar Luftballons. Und weil einer gar seinen Schniedel in eine Klorolle steckt und das alles so unglaublich albern ist, wird das Silly-Art-Fick-Festival auf einmal der beste weil konsequenteste Platz im All, besonders in dem Moment, als der <a href="http://www.fallt.com/array/playlists/playlist_09">großartige Pausen-DJ</a> seinen berüchtigten Britney-Spears-Remix spielt, der die Guteste langsam aber sicher bis zur Unkenntlichkeit abrasiert, worauf einer aus dem Publikum kommt und ihn fragt, ob der Player kaputt sei oder ob er nicht endlich mal Musik auflegen könne. Der sagt „Mach ich doch“ und just in dieser Sekunde setzt ein Ramones-Sample ein, „I see trees of green red roses too i see&#8217;em blew for me and you“, unfassbar geil dem völlig verdutzten Frager quasi playback vom DJ ins Gesicht vorgetragen, dann wieder Gehacke. Der Mann dreht ab und trollt sich zurück ins Publikum. Ja sind denn hier alle verrückt geworden?</p>
<p>&rarr; <a href="http://www.flickr.com/photos/chriskind/sets/72157607161211902/">Bilder zu Veranstaltung von Christoffer Greiß</a><br />
&rarr; <a href="http://www.sillyartfick.de/">Silly Art Fick</a></p>
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		<title>Unser Kinder Musik</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 14:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil das aktuelle Heft-Thema &#8220;Familie&#8221; ist und das neue &#8220;Senden-Empfangen&#8221; sein wird, hier mal eine Fragestellung, die das eine mit dem anderen verbindet: Was sollen die Gören hören? Du kennst das Problem. Eigentlich wolltest du am Abend die Beine hochlegen, aber kurz vor Feierabend ist noch dein Kollege gekommen, der für sein den Tokio Hotels [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-397" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/unserkindermusik.jpg" alt="" width="605" height="200" /></p>
<p>Weil das aktuelle Heft-Thema &#8220;Familie&#8221; ist und das neue &#8220;Senden-Empfangen&#8221; sein wird, hier mal eine Fragestellung, die das eine mit dem anderen verbindet: Was sollen die Gören hören?</p>
<p>Du kennst das Problem. Eigentlich wolltest du am Abend die Beine hochlegen, aber kurz vor Feierabend ist noch dein Kollege gekommen, der für sein den Tokio Hotels entwachsenes bald 14-jähriges Kind, nein Teenager, gern dessen mp3-Player &#8220;vollgemacht&#8221; hätte mit guter Musik, du wärest doch der richtige dafür, nur auf deutsch müsse es sein, so die einzige Formvorgabe von Vater und Kind.</p>
<p>&#8220;Klar, kein Problem&#8221; hast du noch gesagt und dir gedacht, das schiebst du mal schnell zusammen, bevor noch die Badewanne vollgelaufen ist. Nun sitzt du da und überlegst hin und her, was du dem jungen Menschen mit auf dem Weg gibst in ein besseres Leben. Der Fluch der Materialfülle wird dir wieder einmal voll bewusst und du wünschtest du wärest beim Persona Non Grata, denn dann könntest du diese plötzlich so unbezwingbare, gleich ist die Wanne voll, Aufgabe an die Leser abdrücken.</p>
<p><strong>Also: Welches Lied würdest DU dem jungen Menschen mit auf dem Weg geben und warum?</strong> (Ja-ha, Pädagogik! Jetzt zeigt sich, was für ein Mensch du bist!) Achtung: Jeder bitte nur ein Lied! Unbegründete Einträge werden geflissentlich ignoriert! Denn anhand eurer Einträge werden wir dann den ultimativen &#8220;Unser Kinder Musik&#8221; Mix zusammenstellen und den gibts dann bei rapidshare, byte.fm, i-tunes oder/und Karstadt &#8211; das wissen wir erst, wenn wir die Tracklist kennen. Eure Entscheidung.</p>
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		<title>Willy Vlautin &#8211; Motel Life</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 19:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Artwork von Christoffer Greiß Hört auf, euch wie Verlierer zu benehmen Diese altehrwürdige Art, amerikanische Geschichten zu erzählen. So nebenbei. Die Ruhe, mit der der Spot auf eine bestimmte Zeit im Leben ausgerichtet wird, das Licht leicht gedämpft, ausgeleuchtet zwar, aber alles Grelle vermeidend. Die Schatten müssen nicht scharf sein, sie dürfen in die Wirklichkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/motellife.jpg" alt="" width="605" height="241" class="alignnone size-full wp-image-390" /></p>
<h5>Artwork von <a href="http://www.chriskind.eu/">Christoffer Greiß</a></h5>
<p><strong>Hört auf, euch wie Verlierer zu benehmen</strong></p>
<p>Diese altehrwürdige Art, amerikanische Geschichten zu erzählen. So nebenbei. Die Ruhe, mit der der Spot auf eine bestimmte Zeit im Leben ausgerichtet wird, das Licht leicht gedämpft, ausgeleuchtet zwar, aber alles Grelle vermeidend. Die Schatten müssen nicht scharf sein, sie dürfen in die Wirklichkeit hin abfließen.</p>
<p>Das Motel Life ist Teil des Romantizismus eines luziden Amerikas, das sich uns durch unzählige Filme und Musik eingebrannt hat, die Idee eines erträglichen, weil zur Einsicht führenden White Trash Lebens zwischen den Heiligen Orten der Drifter &amp; Loser. Von dort nur eine weitere Geschichte, die nicht wahrer sein will als die Geschichten, die Ich-Erzähler Frank seinen Mitmenschen erzählt. Eine Verlierergeschichte, traurig und warmherzig, mit und ohne Verfolgungsjagden.</p>
<p>Reno im Herbst 1996. Frank und der einbeinige Jerry Lee sind Brüder. Eltern, finanzielle Sicherheit und fester Wohnsitz sind Vergangenheit. Einfache junge Männer ihrer Zeit, die sich in ihrem nomadischen Leben aus Gelegenheitsjobs, Bier und Schnaps, Willie-Nelson-Tapes weniger verlieren, als viel mehr anspruchslos darin ihre Runden ziehen, wie Kreise auf Wasser. Ihr lakonisch-tragisches Slacker-Gleichgewicht aus Gleichmut und Resignation wird durch den von Jerry Lee verschuldeten Tod eines Jungen und der anschließenden Fahrerflucht gestört. Die Vergangenheit in Form von Erinnerungen an verpasste Chancen holt sie ein, Gespenster, die sie still vergiften. Der Versuch von Wiedergutmachung, um so alles Lebensmüde zu vertreiben oder zumindest einzudämmen, scheitert und scheitert doch nicht, weil man immer noch Hoffen kann. Denn die Hoffnung ist besser als nichts, sagt Frank. Das ist nicht neu, aber, in diese ganz nebenbei erzählte Geschichte entpackt, der springende Punkt, ganz nah an uns herangeholt. Ein paar Mal erscheint die Hoffnung sogar ganz physisch, einmal als Zärtlichkeit, zwischen den Brüdern, zwischen Frank und seiner Freundin, einmal als Hund, der von Frank gerettet wird und der uns ab dann unauffällig durch die Kapitel begleitet. Und natürlich das fleischgewordene gute Gewissen des Buches, der alte Earl. Er sagt es klar und deutlich: Ihr seid keine Verlierer. Hört auf euch wie welche zu benehmen. Es ist besser zur Schule zu gehen.</p>
<p>Das verleiht der Hoffnung zumindest mehr Selbstbestimmtheit. Die Brüder haben es nicht geschafft, diesem Rat zu folgen. Ihre Hoffnungen sind zu Lethargien geworden, aus deren Lähmungen sie erst wieder erwachen müssen. Die Selbstbenachteiligung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr junges Leben. Sie und das Pech. Und darauf hat man keinen Einfluss. Auch wenn man das nicht glauben mag. Genau deswegen kann man sein Glück versuchen. Und dann wiederum hat man etwas zu hoffen, für einige Zeit zumindest. May the Circle be unbroken.</p>
<p>Willy Vlautin: Motel Life. Berlin Verlag 2008, 208 S., geb., 17 Euro. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Max Müller &#8211; Panoptikum der vom Aussterben bedrohten Sonderlinge</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2008/08/31/max-muller-panoptikum-der-vom-aussterben-bedrohten-sonderlinge/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 23:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(Fotografie: Jörg Gruneberg) Willkommen im Panoptikum der vom Aussterben bedrohten genialen Sonderlinge. Hier steht Max Müller mit seiner Sonnenbrille und erinnert an Bob Dylan. Dabei ist er nur der verehrungswürdigste Liedermacher dieses Planeten und das einzig originäre Role Model, das wir je hatten. Neben Kinski und Fröbe natürlich. Den Schauspielern, wohlgemerkt. Aber Moment! Wäre „Muxmäuschenstill“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-371" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/maxmueller.jpg" alt="" /></p>
<h5>(Fotografie: <a href="http://www.persona-non-grata.de/author/joerg/">Jörg Gruneberg</a>)</h5>
<p>Willkommen im Panoptikum der vom Aussterben bedrohten genialen Sonderlinge. Hier steht Max Müller mit seiner Sonnenbrille und erinnert an Bob Dylan. Dabei ist er nur der verehrungswürdigste Liedermacher dieses Planeten und das einzig originäre Role Model, das wir je hatten. Neben Kinski und Fröbe natürlich. Den Schauspielern, wohlgemerkt. Aber Moment! Wäre „Muxmäuschenstill“ ein Buttgereit-Film&#8230;</p>
<p>Egal. Wer wissen will, wie die Welt auch ist und was der Mann nachts macht, hört seine grandiose neue Platte <a href="http://www.persona-non-grata.de/2008/08/31/max-muller-die-nostalgie-ist-auch-nicht-mehr-das-was-sie-fruher-einmal-war/">Die Nostalgie ist auch nicht mehr das was sie früher einmal war.</a> Und alle davor. Ob Parallelwelten-Hausaufnahmen oder Muttermusik, in jedem Stück von Max Müller findet sich ein Türchen, das augenscheinlich ins Dunkle führt, von wo aus man ohne Umschweife zur Erleuchtung gelangen kann.<br />
Menschen, die mit seiner Kunst in Berührung kommen, ändern manchmal deswegen ihr Leben. Verkaufen eventuell plötzlich ihre Plattensammlungen. Sie schämen sich, so lange auf ein Jugendzimmer namens Popkultur hereingefallen zu sein. Jetzt wollen sie es wiedergutmachen. Dazu beitragen, dass die Erde doch noch mal der schönste Platz im All wird. Warum ist das so? Wieso ist seine Sozialromantik keine -romantik, sondern -hilfe? Wie reinigt uns Max Müller? Warum spricht er zu uns allen, obwohl wir nicht interessant für ihn sind? Ist er ein Genmix aus Daniel Johnston und Robbie Williams? Er wird es uns nicht sagen.</p>
<p>&nbsp;<br />
&#8212;<br />
Der Text ist in der <a href="http://www.persona-non-grata.de/76/">aktuellen Persona Non Grata #76</a> erschienen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Pigeonhed. Irgendwie seltsam, irgendwie einzigartig</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2008/08/28/pigeonhed-irgendwie-seltsam-irgendwie-einzigartig/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 20:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Handvoll wirklich großer weirder artfremder Irgendwiesoul-Platten, die es gibt, ich meine so eklektische, zuweilen atemberaubende Entwürfe wie „Head On“ von Super Collider oder „Insect Funk“ von Elmore Judd, oder, eine Ebene dahinter, auch Lieder wie „Freedom of &#8217;76“ von Ween oder die bloße Existenz von AR Kane. Und, in seinen besten Momenten, als König [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-357" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/pigeonhed1.jpg" alt="" width="300" height="382" /> <img class="alignnone size-full wp-image-358" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/pigeonhed2.jpg" alt="" width="300" height="382" /></p>
<p>Diese Handvoll wirklich großer weirder artfremder Irgendwiesoul-Platten, die es gibt, ich meine so eklektische, zuweilen atemberaubende Entwürfe wie „Head On“ von Super Collider oder „Insect Funk“ von Elmore Judd, oder, eine Ebene dahinter, auch Lieder wie „Freedom of &#8217;76“ von Ween oder die bloße Existenz von AR Kane. Und, in seinen besten Momenten, als König dieser Disziplin, TAFKAP natürlich. Ein Leben im Rhythmus zwischen Falsett und Bass ist nicht nur möglich, manchmal wagt es sogar, unerhört zu klingen und wirken.</p>
<p>Und so begab es sich 1993, dass Steve Fisk, dessen Berufswunsch „Produzentenlegende“ sich ja dann doch nicht zuletzt wg. Nirvana und Soundgarden erfüllen sollte, und Shawn Smith, dessen Berufswunsch „Soullegende“ sich ja irgendwie doch erfüllt hat, auch wenn die Freundeszahlen bei Myspace zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Ermittlungen noch ein gutes Stück von der Vierstelligkeit entfernt sind, zu einer zweifelos legendären Session trafen, in der Wolfsgeheul, Crooning, Synthiestringsgeschmiere, feinstes Hymnen-Pathos und Maschinenpark zu einer „irgendwie seltsamen, irgendwie einzigartigen“* Musik verschmolzen, die dem Subpop-interessierten Hörer nicht nur damals, sondern auch heutzutage angenehm deplatziert erscheinen muss. Manche behaupten sogar, bei Pigeonheds Debüt handle es sich um den einzig aushaltbaren, weil rockklischeefreiesten Output des Labels. Aber das ist ja Geschmackssache.</p>
<p>*So beschreibt der Deep-Purple-Typ, der mich netterweise mitgenommen hat, die Musik auf der Cassette, die nur mit „Pigeonhed“ beschriftet ist und von der er behauptet, er hätte sie mitgehen lassen von einem Musiker, der ansonsten im Cassettenrecorder immer nur das neueste Zeugs von dubiosen Hardrockbands mit Namen wie Soundgarden oder Mudhoney hätte, Bands, von denen er noch nie etwas gehört hatte, sie seien aber ausnahmelos geil. Im Falle Pigeonhed aber läge der Fall wohl etwas anders. „Schon Soul, aber ins Bett mit deiner Alten magst du dazu auch nicht.“ Wir peitschen über die Landstraße Richtung Ostsee, kiffen und müssen feststellen, dass sie allerdings sehr wohl zum Autofahren taugt. Später schenkt er mir die Cassette, entlässt mich in den Regen und braust eine Pappelallee hinunter, bis er am Horizont verschwindet, um dahinter die Rockmusik neu zu entdecken.</p>
<p>→ <a href="http://www.myspace.com/pigeonhedisnotdead">Pigeonhed auf MySpace</a></p>
<p><strong>Dies ist ein weiterer Nachtrag zu unserem großen Special über 20 Jahre Sub Pop in Persona Non Grata # 76. </strong></p>
<h3>Labelspecial – 20 Jahre Sub Pop</h3>
<p><strong><a href="../?p=136">Sub Pop 3.0 – Die Wahrnehmung eines verklärten Prototyp-Labels in der deutschen Mainstreamlandschaft</a></strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-167" title="Sub Pop 3.0 von Christopher Greiß" src="../wp-content/uploads/subpopdreinull76.jpg" alt="" width="605" /></p>
<p>von Tom und Christoffer Greiß</p>
<p><strong>The Flanell Years 1989 – 1991</strong><br />
von Jensor und Christoffer Greiß</p>
<p><strong>Lutz R. Mastmeyer – 12 Inches of Fame</strong><br />
von Dude und Jörg Gruneberg</p>
<p><strong>Slater Bradleys Doppelganger-Projekte – … suffers just like Kurt</strong><br />
von Nadine Söll</p>
<p><strong>Sub Pop, Sunny Day Real Estate and the Second Wave of Emo</strong><br />
von Matthias Rauch</p>
<p><strong>Schickere Hemden &#8211; Der Warner Deal</strong><br />
von Björn und PM Hoffmann</p>
<p><strong>Red House Painters &#8211; A Beginning Without an End</strong><br />
von Lars Tuncay und Eva Gschwender</p>
<p><strong>Fox-New: American Dreams in dunkleren Schattierungen</strong><br />
von Jörg Gruneberg</p>
<p><strong>It’s not a Joke – Sub Pop und Comedy</strong><br />
von Nadine Söll</p>
<p><strong>CSS – Unterschlupf für brasilianischen Kunstpopkram</strong><br />
von Björn</p>
<p><strong>Tiny Vipers – Hand Across the Void</strong><br />
von Markus Hockenbrink</p>
<p><strong>Auf keinen Fall verpassen:</strong></p>
<p><strong><a href="../2008/08/11/sub-pop-abo-pramien-unlimited/">unser Sub Pop Abo Special</a> bis zum 15. Oktober:<br />
Sub Pop stellen uns ihre aktuellsten Veröffentlichungen als Abo-Prämie zur Verfügung. Und zwar UNBEGRENZT.</strong></p>
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