<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>: Persona Non Grata : : : &#187; Jensor</title>
	<atom:link href="http://www.persona-non-grata.de/author/jensor/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.persona-non-grata.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 13:44:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Der Groove des Dunklen und Kalten &#8211; Omega Massif</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/26/der-groove-des-dunklen-und-kalten-omega-massif/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/26/der-groove-des-dunklen-und-kalten-omega-massif/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 19:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[A]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Doom]]></category>
		<category><![CDATA[Macht und Mächtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3867</guid>
		<description><![CDATA[„Karpatia“ - die neue Definition von fett. Omega Massif haben das eigentlich Unfassbare geschafft und der Welt des schwergewichtigen Doom Metals ein Meisterwerk hinzu gefügt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_484.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3892" title="s08_484" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_484.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Omega Massif sind die, ähem, args, ööööhhh. Ja, die &#8220;Was&#8221; des Doom Metal sind die nun eigentlich? Es ist so eine Sache mit den flott aus der Hand geschüttelten Vergleichen, den flapsigen Namedroppings, den locker konstruierten Brücken zwischen unterschiedlichen Styles und Attitudes. Die flotten, flapsigen und lockeren Versuche sind in aller Regel nicht viel mehr als gut gemeint (wobei natürlich jeder weiß, dass dies das genaue Gegenteil von gut ist), sobald man anfängt, darüber nachzudenken, wird‘s kompliziert. Und schwierig. Und inhaltsschwer. Tja, finde mal ein wirklich treffliches Pop-Äquivalent zum Omega Massif‘schen Doom-Entwurf. Wer jetzt mit dicken Namen wie Depeche Mode oder Pet Shop Boys um sich wirft, zeigt nur &#8211; er hat nix verstanden. Weder das eine noch das andere. Klar klingt das prima: Omega Massif sind die Pet Shop Boys des Doom. Sind sie aber nicht. Vielleicht Zoot Woman, wie mir nach wirklich langem Überlegen in den Sinn kam. Denn wir brauchen hier ein Äquivalent, das sich ähnlich wie Omega Massif in den durchaus eng abgesteckten Grenzen des bewußt gewählten Stils bewegt ohne auch nur einen winzigen Funken an Relevanz oder gar Qualität einzubüßen. „Karpatia“ ist ein wahrhaft beeindruckendes Monument dafür, dass man eben diese Relevanz und Qualität erreichen kann, ohne sich einem wie auch immer gearteten Crossover-Prinzip zu unterwerfen, ohne das Anrennen gegen Genregrenzen, ohne Brückenschlagen und ohne die Illusion einer hochfliegenden Vision. Der Begriff „Bodenständigkeit“ hat nun nicht gerade die beste Reputation in musikreflektierenden Kreisen &#8211; meistens zu Recht, hier aber nun mal vollkommen zu Unrecht. Omega Massif sind bodenständig im wirklich allerallerallerallerbesten Sinne. Durch Konsequenz, durch Streben nach Perfektion und durch das Gefühl für Groove.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_468.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3889" title="s08_468" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_468.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Ein bißchen erstaunt bin ich ja, dass es offenbar allerlei Unstimmigkeiten betreffs der stilistischen Einordnung der Band zu geben scheint. Sie selbst bezeichnen sich als „Instrumental Downtempo Band“, was ich durchaus als Synonym zu „Doom (Metal)“ verstehe. Das „<a href="http://www.metal-archives.com/bands/Omega_Massif/56578" target="_blank">Encyclopedia Metallum</a>“ ordnet das Ganze unter „Sludge Metal“ ein, was ich angesichts der Präzision, der Klarheit, der Strukturiertheit des Omega Massif‘schen Schaffens für reinen Blödsinn halte &#8211; allerdings ziehen sich diese seltsamen Sludge-Verweise permanent durch die Rezeption der Würzburger Band, habe ich festgestellt. Vielleicht mag mich ja mal einer erhellen, was die angesprochene Klarheit, Präzision und Strukturiertheit mit „Matsch“, „Zähigkeit“ oder gar EyeHateGod zu tun haben sollen. Ganz lustig wird‘s sogar, wenn gestandene <a href="http://www.babyblaue-seiten.de/album_11789.html" target="_blank">Prog-Rocker</a> diesen Stoff für sich in Anspruch nehmen. Richtig laut auflachen musste ich über die Begründung, die Verwendung von „düster-obsessiven Riffs“ sei einer der Links in Richtung Progressive Rock &#8211; irgendwie will mir gerade diese Verwendung als ein Merkmal für die Abwesenheit von Prog-Rock erscheinen, Tool hin oder her. Und irgendwie kann ich mir auch ganz gut vorstellen, dass die Jungs von Omega Massif ein ähnliches Unbehagen bei der Kollision mit „Progressive“ empfinden wie meine Wenigkeit. Das aber nur mal am Rande. Worum‘s mir eigentlich geht: Die durchaus unterschiedlichen Rezeptionen in durchaus unterschiedlichen Szene-Zusammenhängen, die eben auch mal über das klassische Doom Metal- und meinetwegen auch Sludge- oder Post Metal-Publikum weit hinausreichen, zeigen mir eines &#8211; „Karpatia“ hat so etwas wie Konsens-Fähigkeiten. Eine Platte, auf die sich viele Leute einigen können. Natürlich all jene, die sich sich für das schiere Gewicht in Musik interessieren (und da agieren Omega Massif aus Gründen, auf die ich noch eingehen werde, in einer sehr eigenen Liga). Aber auch all jene, die sich mit Macht und Mächtigkeit von Musik beschäftigen. All jene, die eine wahlweise apokalyptische oder gegen-modernistische Atmosphäre in Musik zu schätzen wissen (besonders interessant fand ich in dieser Hinsicht den Verweis auf eine durchaus erkennbare Folktradition &#8211; sie wissen schon, diese düster gegrummelten Lieder am Lagerfeuer, die von Mord, Totschlag, Zauberei und Übernatürlichen handeln &#8211; die vom De Bug-Rezensenten Bleed aufgemacht wurde). All jene, die musikalische Präzisionsarbeit zu schätzen wissen. All jene, die an die Vereinbarkeit von scheinbaren Gegensätzen glauben wie beispielsweise von Masse und Leichtigkeit. All jene, die einen Groove auch in einer Musik erkennen können, die nicht für den Tanzflur entworfen wurde. Und natürlich mal ganz abgesehen von all jenen, die sowieso aus Prinzip nie einen Bogen um im besten Sinne auf- und anregende Musik machen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_498.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3894" title="s08_498" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_498.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Die drei Punkte, die aus meiner Sicht aus „Karpatia“ ein wahrhaftiges Erlebnis machen, hatte ich schon angesprochen. Da wäre Konsequenz. Die Konsequenz, wirklich alles, absolut alles aus den gegebenen Möglichkeiten eines musikalischen Styles herausholen zu wollen. Da sind Omega Massif konsequent bis zum Gehtnichtmehr: Natürlich werden die Riffs im höchstmöglichen Grad von „Fett“ aufeinander geschichtet und getürmt, bis sich daraus ein erschlagender Wall Of Riff-Sound ergibt. Und ebenso natürlich wird im logischen Wechselspiel von An- und Entspannung eben dieser Wall Of Riff-Sound abgetragen bis auf den kargen Erdboden, auf dem sich dann atmosphärisch wertvolle Bass- und Gitarrensounds schlängeln dürfen (in dieser Hinsicht ist gerade „Im Karst“ eine achtminütige Offenbarung, für mich DAS zentrale Stück dieser Platte, das alles, absolut alles, was Omega Massif auszeichnet, unfassbar stimmig auf den Punkt bringt). Natürlich rollt die Lawine, wenn erst mal in Gang gesetzt, in eben jenem nackenmuskelzerfetzenden Headbanger-Tempo-Modus zu Tal, dem man sich als Metaller schon gleich gar nicht, aber auch als Außenstehender nur ziemlich schwer entziehen kann. Und davon, dass die hier konsequent das Naheliegende, das Logische, das Offensichtliche tun, will ich gar nicht erst anfangen &#8211; natürlich folgt auf den Wall Of Riff-Sound die katharsische Auflösung, auf die Anspannung die Entspannung. Aber diese Konsequenz hat noch eine weitere Ebene: Omega Massif sind ebenso konsequent Teamplayer. Eine Band. Eine Band als Einheit von vier Leuten, die sich diesem Band-Prinzip (mehr als die Summe der einzelnen Teile, wir erinnern uns noch) auch konsequent unterordnen &#8211; bis hin zur künstlerischen Selbstaufgabe des Individuums. Was für mich noch einmal ein weiterer wesentlicher Unterschied zu Progismen jeglicher Art zu sein scheint: Hier geht‘s eben nicht um die Inszenierung von Muggertum. „Karpatia“ verzichtet komplett auf Schnickschnack, auf unnötige Details und Verschnörkelungen, auf Arabesken und Selbstdarstellungsversuche der einzelnen Beteiligten. Es wird getan, was aus Sicht des Stücks/Tracks logischerweise getan werden muss &#8211; im Wechsel von An- und Entspannung. Oder weil es in diesem Moment höchstmögliche Wirksamkeit erzielt (und auf höchstmögliche Wirksamkeit legen Omega Massif eindeutig großen Wert). Mehr als die Summe der einzelnen Teile eben.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_491.jpg"><img title="s08_499" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_499.jpg" alt="" width="323" height="485" /></a></p>
<p>Und dann wäre da noch das Streben nach Perfektion, dass mit der erwähnten Konsequenz eine gewinnbringende Reaktion eingeht &#8211; aus der dann die ebenfalls schon erwähnte Präzision entsteht. Eine Präzision im Songwriting, die eben jene konsequente Perfektion oder wahlweise perfekte Konsequenz als musikalische Vision hat. Und eine Präzision im Zusammenspiel, die die Kraft hat, auch über widrige Umstände hinweg zu gehen. Über widrige Umstände in Live-Situationen, um genauer zu sein. Die Studio-Situation ist ja das eine &#8211; die Umsetzung auf der Bühne etwas ganz anderes. Und genau da haben mich Omega Massif immer wieder mit jener höchstmöglichen Wirksamkeit und konsequenten Perfektion geradezu weggeblasen. Vollkommen gleichgültig, ob da ein exzellenter Kerl am Mischpult sitzt, der aus feinster Technik das Beste herauszuholen weiß. Oder man sich auch in technischer Hinsicht den Bedingungen von Punk stellen muss. Da glaube ich nur zu gerne, dass sich diese Band voll und ganz in ihrer Musik versenkt. Dass sie ihr Tun und Handeln einzig und allein auf ihre Musik ausrichtet. Dass sich ihre Existenz um ihre Musik dreht &#8211; weil ich es in „Karpatia“ nicht nur hören, sondern beinahe körperlich fühlen kann. Weil jede Note genau an dem Platz sitzt, an den sie hingehört. Weil keine einzige Millisekunde dieser Platte in irgendwie überflüssig wäre. Weil sich dies alles so wunderbar richtig anfühlt. So stimmig. So logisch. So perfekt und so konsequent. Und ja, so bewußt. Natürlich ist dies am Ende des Tages ein wohl durchdachtes Kalkül, an dem Omega Massif feilen (und zwar offenbar mit echter Obsession, immerhin stammt der direkte Vorgänger „Geisterstadt“ aus dem Jahre 2007 &#8211; und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Band seither an „Karpatia“ feilte). Aber wenn es mit einem solchen Groove zum Leben erweckt werden kann, soll es mir allemal recht sein.</p>
<p><img title="s08_491" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_491.jpg" alt="" width="323" height="485" /></p>
<p>Denn dies ist &#8211; aus meiner Sicht &#8211; das Außergewöhnliche, dass diese Band aus dem normalen Szenekontext heraushebt. Dieser Groove. Diese Leichtigkeit. Diese Fähigkeit, diese innere Logik im Track-Aufbau nicht wie kunsthandwerkliches Malen nach Zahlen klingen zu lassen, sondern wie die echte Offenbarung. Dabei geht es mir nicht einmal darum, dass Omega Massif nun den Groove in den Doom gebracht hätten &#8211; herrje, den gab‘s ja nun auch schon bei den Schreihälsen von Black Sabbath. Aber das die konsequente Verdüsterung von Atmosphäre, Verdunklung von Räumen und Verkältung von Sound eine derartig ausgeprägte Sexyness haben könnte, naja, das finde ich schon überraschend. Weshalb ich persönlich ja auch der Ansicht bin, Omega Massif im Doom-Kontext unter Pop einsortieren zu können, dürfen, wollen. Ihr wisst schon, diese Geschichte mit dem Konsens, mit der Wirksamkeit über den Kreis der üblichen Verdächtigen hinaus. Deshalb auch der Einstieg. Scheinbare Widersprüche inklusive &#8211; natürlich sprechen oberflächlich Dinge wie der fehlende Gesang (der allerdings aus zwingenden Gründen fehlt, ansonsten würden wir ja nicht über perfekte Konsequenz reden) oder der Track-Aufbau mit zentralen Stücken jenseits der Acht-Minuten-Grenze auf den ersten Blick dagegen. Auf den zweiten hat sich Pop nie um derartige Oberflächlichkeiten geschert. Was jetzt eine zwingende Ermunterung sein soll, sich „Karpatia“ unbedingt und auf jeden Fall einmal anzuhören. Nur um mal zu schauen, ob es auch dann die erwähnte Offenbarung ist. Ich jedenfalls möchte diese Erfahrung auf gar keinen Fall missen.</p>
<p>PS: Ausdrücklich sei auch noch einmal auf das formidable Artwork hingewiesen, dass sich &#8211; natürlich &#8211; mit konsequenter Perfektheit bzw. perfekter Konsequenz in den Band-Kontext einordnet.</p>
<p>PPS: Selbstredend spielen Omega Massif zum Denovali Swingfest am kommenden Wochenende &#8211; am Sonnabend, genauer gesagt. Ich kann da nicht hin, was mich gehörig ärgert, aber wer irgendwie in der Nähe der Weststadthalle in Essen sein sollte, muss da dringend mal hinschauen. Warum, kann man <a href="http://denovali.com/swingfest/" target="_blank">hier</a> nachlesen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/karpatia200.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3870" title="karpatia200" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/karpatia200.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a></p>
<p>&#8220;Karpatia&#8221; von Omega Massif ist via Denovali erschienen. Unbedingt emfehlenswert ist auch die Doppel-CD-Kombination &#8220;Geisterstadt &#8211; Kalt&#8221;, die gleichfalls via Denovali zu kriegen ist.</p>
<p><a href="http://denovali.com" target="_blank">www.denovali.com</a></p>
<p>Fotos: K. Nauber auf dem South Of Mainstream 2008</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/26/der-groove-des-dunklen-und-kalten-omega-massif/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Melvins und ich &#8211; 20 Jahre Besessenheit</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/05/die-melvins-und-ich-20-jahre-besessenheit/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/05/die-melvins-und-ich-20-jahre-besessenheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 22:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[+]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3779</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt sie irgendwie tatsächlich noch: Bands, um die herum sich eine Aura des Legendären von einem derartigen Ausmaß formt, dass sich Menschen mit ausgewachsener Leidenschaft in ernsthafte Arbeit stürzen, um eben diese Bands auf die ein oder andere Weise ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Selten geht es dabei um Bands, die sich in selbigen permanent sonnen, eher die versteckten Verrückten, die haltlosen Grenzgänger und die ausdauernden Erwartungshaltungszermalmer. Leute wie die Melvins beispielsweise, die sich im Oktober endlich mal wieder hierzulande blicken lassen. <b>Mit einer Musik-Auswahl vom Freitag, 9.9. bei Radio Blau</b> ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Melvins.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3780" title="Melvins" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Melvins.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Es gibt sie irgendwie tatsächlich noch: Bands, um die herum sich eine Aura des Legendären von einem derartigen Ausmaß formt, dass sich Menschen mit ausgewachsener Leidenschaft in ernsthafte Arbeit stürzen, um eben diese Bands auf die ein oder andere Weise ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Selten geht es dabei um Bands, die sich in selbigen permanent sonnen, eher die versteckten Verrückten, die haltlosen Grenzgänger und die ausdauernden Erwartungshaltungszermalmer. Leute wie die Melvins beispielsweise, die sich im Oktober endlich mal wieder hierzulande blicken lassen.</p>
<p>Gut, es wird immer wieder und allen Ecken und Enden behauptet, dass diese Band etwas ganz Besonderes sei. Wird ja auch via Wikipedia festgehalten, dieses Ding mit der „eigenen kleinen Nische der Rockmusik“, in der sich King Buzzo und Dale Crover mit wechselnden Bassisten rumtreiben würden. Naja, wenn‘s da schon steht. Oder wahlweise auch gedroppt wird vom Musikjournalismus der herkömmlichen Sorte nach dem Motto „Höhöhö, Melvins sind Kult, wa! Die Haare! Und die haben ja Grunge erfunden! Und King Buzzo! Und so durchgeknallt! Höhöhö.“ Sorry, dies musste jetzt mal raus. Wobei ich dies alles ja garnicht schlecht finden mag &#8211; was den Melvins dient, kann nur gut sein. Finde ich. Aber wovon ich wirklich rede, ist die Tatsache, dass es sich auch 24 Jahre nach „Gluey Porch Treatments“ (oder 25 nach „Six Songs“, wenn wir es denn mal ganz genau nehmen wollen) voll und ganz lohnt, sich mit dieser Band zu beschäftigen. Und zwar nicht lohnt im Sinne von „Da nehme ich aus nostalgischen Erwägungen die neue Melvins halt mal mit“, sondern weil man nie so genau weiß, was einen da nun eigentlich erwartet. Der völlige haltlose Wahnsinn, der zwischen Geräuschfetischismus der ausgeprägten Art und ebenso ausufernden wie bruchstückhaften Rock-Skizzierungen schwankt wie ein Fischkutter bei Windstärke 12? Oder vielleicht doch eher jene Inkarnation, die die Heavy Metal-Bratzigkeit auf ein unfassbares Level von Progismus transformiert, dass einem die Augen tränen (siehe „The Bride Screamed Murder“ aus dem vergangenen Jahr)? Dann wären da ja auch noch die legendären Meta-Mainstream-Melvins aus „Houdini“-Tagen im Angebot &#8211; inklusive jener Melvins, die 2005 die ganze Chose live nachgespielt haben und im Jahr darauf als „Houdini Live“ unters Volk brachten. Wobei man bei dieser Gelegenheit vielleicht auch mal erwähnen muss, dass dieses Ding, was man jeder anderen Band als sinnlose Beutelschneiderei vorgehalten hätte, hier unfassbarer Weise wirklich SINN ergibt. Nur eine der zahllosen Mysterien, die sich um diese Band entwickeln.</p>
<p>Kurzum: ich rede von Besessenheiten. Von Obsessionen, die dergestalt nachhaltig wirken, dass man auch nach 20 Jahren an Melvins-Platten nicht oder nur ganz schwer vorbeigehen kann. Davon, dass mich die Melvins wie eigentlich keine zweite Band durch eben diese 20 Jahre begleitet haben. Herrje, ich muss wirklich mal darüber nachdenken, wieso weshalb und warum ich eigentlich auf diese Band gestoßen bin? Weil sie damals, 1990 schon Kult war? In den Kreisen, in denen ich mich damals so bewegte? Weil sie als Giganten des Verschleppens galten, als wahnwitzige Apologeten des ganz, ganz, ganz, ganz fetten Riffs, an denen ich irgendwie schon immer ein gewaltiges Interesse hatte (Nachwehen der Heavy Metal-Sozialisation möglicherweise)? Oder war es dieses ziemlich legendäre Foto von diesen drei Taugenichtsen und Schreihälsen, die da vorm Zaun rumstehen mit Shirley Temples Tochter Lori Black in der Mitte und der Katze, die da am Schwanz hochgehoben wurde? Naja, irgendwie gab‘s für mich keinen Weg vorbei an dieser Band, an diesem Konglomerat aus „Ozma“ und „Gluey Porch Treatments“, das mir dann auch via Mailorder (das war damals noch so) ins Haus gebracht wurde. Und als ich mir diese schlanken 33 Songs reingezogen hatte, wußte ich Bescheid: Das musste im Auge behalten. Weil all diese Vorab-Klischees stimmten und dann doch wieder nicht. Weil das nicht nur die List am Verschleppen war, sondern die pure Lust am Krachschlagen, am Rockmusik-Zerfleddern (bei allem Respekt natürlich), an Dekonstruktion (auch wenn ich damals diesen Begriff nicht nutzte) und vor allem an Musik.</p>
<p>Es sollte sich ergeben, dass dieses „Im Auge behalten“ zur erwähnt lohnenswerten Angelegenheit wurde. Aus bereits oben erwähnten Vielseitigkeitsgründen. Und weil sich die Melvins immer einen ziemlichen Dreck um Erwartungshaltungen geschert haben &#8211; selbst in ihrer „Mainstream-Phase“, dieser Zeit bei Atlantic mit „Houdini“, „Stoner Witch“ und „Stag“, die im Nachgang irgendwie immer noch als gigantisches Musik-Missverständnis angesehen werden darf. Eben wegen diesem Sich-Einen-Dreck-Scheren, dass uns hier eben auch drei Veröffentlichungen beschert hat, deren Eine-Spur-Neben-Der-Normalität-Der-Alternative-Nation-Rockmusik bis zum heutigen Tage nix an Subversivität und yeah, Frische verloren hat. Ruhig mal ausprobieren. Und da reden wir noch gar nicht von all diesen Auslotungen am Rande des Hörbaren, von „Colossus Of Destiny“, diesem beinahe einstündigen Live-Monstrum, das im Wesentlichen aus Rauschen, Brummen und sonstigen Geräuschen besteht, an dem man aber wirklich eine Lust entwickeln kann (ich weiß, wovon ich rede, ich habe diese Platte etliche Male angehört). Oder von der unbedingt empfehlenswerten Doppel-CD „Singles 1-12“, auf der alle Singles zusammengefasst sind, die von den Melvins 1996 im Monatsrhythmus unter die Leute gebracht wurden &#8211; und auf der allerhand Unfassbares zu finden ist, angefangen von diversen Coverversionen bis hin zu wahrhaft Melvinesken Fingerübungen am eigenen Material. Oder von jenen drei EPs aus dem Jahre 1992, mit denen King Buzzo, Dale Crover und der damalige Bassist Joe Preston (ja, die Sache mit den Bassisten ist auch so ein Melvins-Ding), die Kiss derart verhohnepipelnd Respekt zollen oder wahlweise respektvoll verhohnepipeln, das einem ganz schwummrig wird vor Entscheidungsoptionen &#8211; mitlachen oder mitrespektieren? Naja, immerhin habe ich mich in meiner Metal-Sozialisation angenehm verstanden gefühlt &#8211; vielleicht auch so ein Grund, warum ich und die Melvins so dicke sind.</p>
<p>Hakenschlagen als Überlebenskonzept: Davon wird mir noch viel zu wenig geredet. Wer sich erst mal in diese „eigene Nische in der Rockmusik“ reinmusiziert hat, kann ganz ungeniert leben. Und Dinge machen, deren Logik erst mal nicht auf der Hand liegt (ganz abgesehen von kommerzieller Logik, die in diesem Kontext eh nie eine Rolle gespielt hat): Mit Jello Biafra den Speedpunk markieren zum Beispiel. Oder mit dem Herren Brian Williams aka Lustmord einen formidablen Clash aus Wumms und Fieps inszenieren, der sich aus wohliger Freude am Nervenendenaufreiben speist. Oder mit einem Dreifach-CD-Konzept, das allen Maden, Schleimern und Heulsusen ein musikalisches Denkmal setzt („The Maggot“, „The Bootlicker“ und „The Crybaby“ von 1999/2000). Oder für ein Remix-Album ausgewiesene Lärm-Terroristen der Bauart Merzbow oder Panacea neben Feingeister wie Matmos zu platzieren. Oder eine Fantômas Melvins Big Band ins Leben zu rufen. Oder das eigentlich aus meiner Sicht weitgehend vollkommen überflüssige Genre des Live-Albums tatsächlich mal mit Sinn, Verstand und Leben füllen &#8211; ich hatte die „Houdini“-Live-Nachbetrachtung bereits erwähnt, ebenso wie „Colossus Of Destiny“, aber verweise an dieser Stelle auch gerne auf den Melvins-Beitrag zur „Your Choice Live Series“ oder auf die just in diesem Jahr erschienene „Sugar Daddy Live“. Wobei letztere schon allein aus dem Grund empfehlenswert ist, weil man da mal fein erkennen kann, wie perfekt sich King Buzzo und Dale Crover mit der neu gewonnenen Big Business-Unterstützung von Jared Warren und Coady Willis verstehen &#8211; und welche Möglichkeiten dies für Live-Situationen eröffnet (zwischen Malmen, Rocken und Noisen). Mal ganz abgesehen davon, dass man einen Evergreen wie „Boris“ immer wieder gerne hört, sich an dessen Unverbrauchtheit erfreut und bei der Gelegenheit daran erinnert, dass man diesem Song zumindest ein bißchen eine fantastische Band verdankt (ja, eben die japanischen Boris).</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/POSTER-WEB.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3782" title="POSTER WEB" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/POSTER-WEB.jpg" alt="" width="500" height="705" /></a></p>
<p>Ja, ich habe all diese Platten im Schrank zu stehen. Ja, das kann man Besessenheit nennen. Eine Besessenheit, die mir immer Spaß gemacht hat. Weil die Band selbst immer Spaß hatte. Und es scheint nicht nur mir so zu gehen &#8211; um mal wieder zum Ausgangspunkt zurück zu gehen. Deshalb gibt es auch da draußen Leute, die einfach nur den Jugendtraum haben, mal ein Konzert mit den Melvins zu organisieren. Und die dies einfach tun wie Florian Bräunlich, Grinni Stangner und Christian Kühr von Eine Welt aus Hack bzw. Love &amp; Fist, der sie am 14. Oktober in Erfurt auf die Bühne stellen wird. Was wir hier ausdrücklich gutheißen und unterstützen. Ach was, verstehen sogar! Und wer nicht nach Erfurt kommen kann, sollte sich eines der anderen Konzerte reinziehen.</p>
<p>PS: Anbei hänge ich gleich noch mal die <strong>Playlist</strong> des jüngsten Melvins-Appetit-Mach-Specials auf Radio Blau mit an.</p>
<p>1. Melvins &#8211; Revolve (von &#8220;Stoner Witch&#8221;/ Atlantic)</p>
<p>2. Melvins &#8211; At A Crawl (von &#8220;26 Songs&#8221;/ Ipecac; Original von &#8220;Six Songs&#8221;/ C/Z Rec.)</p>
<p>3. Flipper &#8211; Way Of The World (von &#8220;Album Generic Flipper&#8221;/ Subterranean Rec.)</p>
<p>4. Captain Beefheart &#8211; Ashtray Heart (von &#8220;Doc At The Radar Station&#8221;/ Virgin)</p>
<p>5. Black Sabbath &#8211; Iron Man (von &#8220;Paranoid&#8221;/ Vertigo)</p>
<p>6. Melvins &#8211; Vile (von &#8220;Ozma&#8221;/ Boner Rec.)</p>
<p>7. Melvins &#8211; Love Thing (von &#8220;Ozma&#8221;/ Boner Rec.)</p>
<p>8. Mudhoney &#8211; Touch Me I&#8217;m Sick (von &#8220;Touch Me I&#8217;m Sick&#8221;/ Sub Pop)</p>
<p>9. Nirvana &#8211; Aero Zeppelin (von &#8220;Incesticide&#8221;/ Geffen)</p>
<p>10. Melvins/Joe Preston &#8211; Bricklebrit (von &#8220;Joe Preston&#8221;/ Boner Rec.)</p>
<p>11. Melvins &#8211; Going Blind (von &#8220;A Live History Of Gluttony And Lust &#8211; Houdini Live 2005&#8243;/ Ipecac)</p>
<p>12. Melvins &#8211; Harry Lauders Walking Stick Tree (von &#8220;Honky&#8221;/ Amphetamine Reptile)</p>
<p>13. Mr. Bungle &#8211; Quote Unquote (von &#8220;Mr. Bungle&#8221;/ London Rec.)</p>
<p>14. Melvins With Leif Garrett &#8211; Smells Like Teen Spirit (von &#8220;The Crybaby&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>15. The Fantomas Melvins Big Band &#8211; Terpulative Guns Drugs (von Millenium Monsterwork 2000&#8243;/ Ipecac)</p>
<p>16. Venomous Concept &#8211; Idiot Parade (von &#8220;Retroactive Abortion&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>17. Jello Biafra With The Melvins &#8211; The Lighter Side Of Global Terrorism (von &#8220;Never Breathe What You Can&#8217;t See&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>18. Melvins + Lustmord &#8211; Toadi Acceleratio (von &#8220;Pigs Of The Roman Empire&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>19. Boris &#8211; Akuma No Uta (von &#8220;Akuma No Uta&#8221;/ Southern Lord)</p>
<p>20. Big Business &#8211; Guns (von &#8220;Quadruple Single&#8221;/ Gold Metal Rec.)</p>
<p>21. Melvins &#8211; Suicide In Progress (von &#8220;Nude With Boots&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>22. Melvins &#8211; Civilized Worm (von &#8220;Sugar Daddy Live&#8221;/ Ipecac)</p>
<p><strong>Die Tourtermine</strong></p>
<p>9. Oktober, München, Feierwerk</p>
<p>14. Oktober, Erfurt, Stadtgarten (+ MoHa!)</p>
<p>16. Oktober, Berlin, Volksbühne</p>
<p>25. Oktober, Bremen, Lagerhaus</p>
<p>28. Oktober, Schorndorf, Manufaktur</p>
<p>29. Oktober, Köln, Gebäude 9</p>
<p><a href="http://www.eineweltaushack.com" target="_blank">www.eineweltaushack.com</a></p>
<p><a href="http://www.melvins.com" target="_blank">www.melvins.com</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/05/die-melvins-und-ich-20-jahre-besessenheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kosmischer Pop Part 1 &#8211; Sonnenwärme mit Gatto Fritto</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/08/07/kosmischer-pop-part-1-sonnenwarme-mit-gatto-fritto/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/08/07/kosmischer-pop-part-1-sonnenwarme-mit-gatto-fritto/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 11:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3619</guid>
		<description><![CDATA[Wir sind unterwegs in den Weiten des Universums: Hier kennt die Musik keine Grenzen - Futurismus mengt sich mit Retro-Attitudes, analoges Werkeln mit einem digitalen Grundverständnis. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/GattoFritto.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3633" title="GattoFritto" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/GattoFritto.jpg" alt="" width="500" height="750" /></a></p>
<p>Auf so einen Namen muss man ja auch erst einmal kommen. Gatto Fritto. Frittierte Katze also. Immerhin: Er sorgt für Heiterkeit und Aufmerksamkeit, dieser Name. Wie ich es erfahren durfte, als ich das gleichnamige Debut zur Platte des Monats kürte und entsprechende Reaktionen erntete. Naja, in dieser Hinsicht hat Ben Williams alles richtig gemacht. Und im musikalischen Sinne sowieso und sei es nur, weil er uns via „Gatto Fritto“ mal wieder die klare Botschaft rüber gefunkt hat: Space ist the place. Irgendwie. Gut, es ist nun eher jener Space, in dem jemand wie John Carpenter unterwegs ist, in dem die Arpeggios zwitschern und die Snares wie nix Gutes durch die Galaxien zischen (vielen herzlichen Dank an die Kollegen von <a href="http://www.thegap.at/reviews/review/gatto-fritto/gatto-fritto/" target="_blank">The Gap</a> für dieses ausnehmend schöne Bild). Um diesen Verweis auf den Retro-Futurismus kommen wir nicht drum herum und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich bis auf den heutigen Tage gelb vor Neid über diesen einen wunderbaren Satz: „Manchmal erinnert ‚Gatto Fritto‘ fast schon an eine metaphysische Meditation mit den Mitteln analogen Elektroschrotts.“ Argh, warum ist mir nur so etwas nicht eingefallen und zwar eher?</p>
<p>Zum allgemeinen Drumrum: Von Ben Williams ist bekannt, dass er mit Sam Weaver hinter dem Namen Hungry Ghost steckt. Und dass er unter dem Namen Gatto Fritto auch schon ein paar Jähren zugange ist – zumindest sind entsprechende Veröffentlichungen seit dem Jahre 2007 gelistet, damals allerdings noch auf dem Dissident-Label von Andy Blake, was aber auch eine gewisse Stoßrichtung in Sachen Sound aufzeigt. Im allwissenden Internet wird gedroppt, dass Leute wie James Holden – ja, der von Border Community – und Andrew Weatherall schon zu den Fans gezählt werden dürfen, was mir nicht schwer fällt zu glauben. Ein gewisses Grenzgängertum gehört da ja auch zum Selbstverständnis (wenn ich zum Beispiel an dieser Stelle nur mal auf die unfassbar große „Wrong Meeting II“ der Two Lone Swordsmen hinweisen dürfte). Und wenn man sich Gatto Fritto mal so anhört, glaubt man gerne, dass Ben Williams dieses Selbstverständnis gerne teilt: Was da mit „The Curse“ beginnt wie ein feiner weicher Synthie-Pop-Entwurf, der einem ganz gut die Zeit bis zur nächsten Junior Boys-Veröffentlichung überbrückt (wie der <a href="http://de-bug.de/reviews/46112.html" target="_blank">De:Bug-Kollege</a> ganz richtig erkannt hat), wird im Laufe der folgenden sieben Stücke zu einem feinen Exkurs durch exaltierte Space-Disco-Gefilde, anständig verkrautete Gestade und psychedelisch schillernde Landschaften. Und dies irgendwie immer im Dienste des Pop.</p>
<p>Fein finde ich hier ja das Info-Blättchen zur Platte, die mit ein paar wirklich ziemlich verwirrenden Hintergründen aufwartet. Was soll ich von der Information halten, er sei gleich einem einer Knut Hamsun-Geschichte Entsprungender kettenklirrend durch die Londoner U-Bahn gezogen und dies gleich geschlagene zehn Jahre lang? Lustigerweise finden sich dies aber in nicht wenigen Internet-Beiträgen zum Thema wieder – ebenso wie die Verweise auf das Fallschirmjägerregiment der britischen Armee oder auf John Dee. Naja, aber wer glaubt, man könne mit Theo Parrish Tanzflächen leeren, glaubt wahrscheinlich alles. Ein paar halbwegs glaubhafte Reminiszenzen gibt es aber doch: Ja, es gibt einen Gatto Fritto-Remix von Franz Ferdinand. Und ja, mit einem Verweis auf Holger Czukay, Baby Ford und Terry Riley (obwohl der im elektronischen Kontext irgendwie fast immer geht – naja, Holger Czukay ja auch) liegt man in diesem Falle gar nicht so falsch. Ebenso wenig mit einer latenten Drug-Attitude, die in der kosmischen Attitude von Gatto Fritto im Hintergrund stets ein bisschen mitschwingt. Das generell Schöne: Wie auf dieser Platte das Schräubchen in Richtung psychedelischer Verschrobenheit immer weiter gedreht wird, ohne das elegante Tarnmäntelchen Pop jemals auch nur so weit zu lupfen, dass die Sache zum unhörbaren Gemugge wird. Was eine Herausforderung ist angesichts der Tatsache, dass Ben Williams durchweg zum Raumgreifenden neigt und diesen Neigungen zumindest mit dem Elf-Minuten-Schinken „Invisible College“ mit Genuss nachgeht (wobei sich auch alles andere jenseits der Fünf-Minuten-Grenze abspielt). Und noch viel mehr beim erkennbaren Hang zur Fläche, zum Ambienten, zum – ach, spucken wir’s doch endlich auch, das üble Wort – Kitsch. Zum Ornament und Verschnörkelten. Zur akustischen Gitarre und den Bongos. Zu den zischenden Sounds, die über einen hinweg rauschen wie Sternschnuppen (höre „Beachy Head“!). Sicher darf man sich beim Genuss der Platte auch der in diversen Reviews schon mit Recht gedroppten Vorliebe des Meisters für das analoge Equipment sein – dies ist den acht Stücken nur wirklich mehr als deutlich anzuhören.</p>
<p>Vielleicht muss auch hier irgendwann mal die Referenz ausgespuckt werden, vor der ich mich die ganze Zeit so gedrückt habe: Jean Michel Jarre. Auch wenn ich seltsamerweise mit diesem Kerl nie irgendetwas anfangen konnte, zumindest in bewußt wahrgenommener Hinsicht. Im Gegenteil, da habe ich immer einen großen Bogen drum gemacht, nur um mich dann über die Science Fiction-Hintertür doch wieder kriegen zu lassen (ich sage nur „Mondbasis Alpha 1“). Viel lieber würde ich aber eh drüber nachdenken, ob die popkulturelle Sprengkraft von „Captain Future“ nicht doch ein wenig unterbewertet ist (inklusive des Soundtracks von Christian Bruhn): DIESER Stoff hat mich wirklich geprägt &#8211; bis hin zum Verfassen eigener Drehbücher. Wobei die Verbindung zu Gatto Fritto genau genommen doch eher eine ideelle ist, die sich aus dem Thema des Kosmischen ergibt. Aber nun davon auszugehen, wir hätten es hier mit einem Bruns‘schen Wiedergänger zu tun &#8230; Pah, dies wird weder dem einen noch dem anderen gerecht. Wie war dies mit dem Kettengerassel in diversen U-Bahn-Schächten? Hatte ich schon erwähnt, dass „Gatto Fritto“ sich durchaus auch mit einer gewissen morbiden Atmosphäre zu schmücken versteht? Kennt einer noch den Spruch „Im Weltraum hört dich keiner schreien“? So etwas in der Richtung spielt da auch mit rein.</p>
<p>„Durch und durch kosmischer Synth-Pop“ – so bringt es De:Bug-Thaddi auf genau den Punkt, an dem ich ihm unmöglich wiedersprechen kann. Erst recht, weil die Einschätzung, dies alles ist viel näher dran an der Disco als am Wave, auf wohltuende Weise stimmt – und damit setzt Gatto Fritto für meine Ohren dann doch einen hochgradig angenehmen Kontrapunkt zum unausrottbar allgegenwärtigen Eighties-Pop, der manchmal arg ulkige Blüten wie beispielsweise die verstörende neue Architecture In Helsinki-Platte treibt. Und einer derart watteweichen, wunderbar warmen, aber dennoch ziemlich nachhaltig Verspacung schaffenden Annäherung an Kraut und Psychedelic sollte man ja eh nie die Türe weisen.</p>
<p>PS: Zum Abschließer noch ein kleiner Verweis auf das International Feel-Label – via Gatto Fritto feiert dieses das Album-Debüt. Und im Auge sollte man dieses unbedingt behalten: Ein Mensch wie DJ Harvey – gerne auch in seinem Alias Locussolus – hat auf jeden Fall gerade mit dem ebenfalls gleichbetitelten Fulltime-Debüt von sich hören lassen. Näheres dazu demnächst an dieser Stelle.</p>
<p>PPS: Kosmischer Pop Part 2 folgt ebenfalls demnächst an dieser Stelle &#8211; mit „Galactic Melt“ von Com Truise.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/3199_self-titled.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3621" title="3199_self-titled" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/3199_self-titled.jpg" alt="" width="309" height="309" /></a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/gattofrittomusic" target="_blank">http://www.myspace.com/gattofrittomusic</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/08/07/kosmischer-pop-part-1-sonnenwarme-mit-gatto-fritto/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Musikalische Monster &#8211; SchnAAk und ZA!</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/06/29/musikalische-monster-schnaak-und-za/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/06/29/musikalische-monster-schnaak-und-za/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 19:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Discorporate]]></category>
		<category><![CDATA[Free Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Musik-Monster]]></category>
		<category><![CDATA[Noise]]></category>
		<category><![CDATA[SchnAAk]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3454</guid>
		<description><![CDATA[„Wake Up Colossus“ - denn um Monster geht‘s hier allemal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5519.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3458" title="IMG_5519" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5519.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>„Wake Up Colossus“ heißt das neue Werk von SchnAAk. Mit ein bißchen Fantasie, Humor und guten Willen könnte man sich prima vorstellen, dass aus dem „Colossus“ (bzw. den „Colossus“-Variationen) im Cover-Artwork ganz flott ein Monster wird. Denn um Monster – dies haben mich Johannes Döpping und Mathias Jähnig via Live-Präsenz gelehrt – geht‘s hier allemal.</p>
<p>Genauer gesagt um musikalische Monster. Um musikalische Monster mit einer höchst ausgeprägten Fiesheit. Mit einer derart ausgeprägten Fiesheit, dass ich bislang Zeit meiner Lebens einen ausschweifend großen Bogen um das klassische Verbreitungs- und Handlungsgebiet eben dieser musikalischen Monster gemacht hatte. Der Bogen war dergestalt groß, dass mir die musikalischen Monster beim ersten (und auch beim zweiten und dritten) Hören von „Wake Up Colossus“ gar nicht so richtig auffielen – was wohl auch daran liegt, dass diese musikalischen Monster sich vortrefflich zu tarnen verstanden. Erst recht vor einem Typen, der Zeit seiner Lebens aufgrund großen, gar ausschweifenden Bogenschlagens mit der genauen Physiognomie der betreffenden musikalischen Monster nicht wirklich vertraut gewesen ist. Da flutschen die musikalischen Monster schon mal unbesehen durch, ganz ehrlich. Aber als dann Johannes Döping und Mathias Jähnig in den Häschenkostümen (die btw. verdammt kleidsam waren und tatsächlich irgendwie verdammt stimmig) auf der Bühne im Leipziger UT Connewitz standen, kamen sie auf einmal allesamt ebenfalls nach oben gekrabbelt und schnitten Grimassen, winken und wedelten wild. Kurz: Diese musikalischen Monster waren nicht mehr zu übersehen oder besser gesagt zu überhören.</p>
<p>Reden wir also über Funk-Rock. Über Fusion. Jazz-Rock. Prog, Avantgarde und so weiter und so fort. Echte Monster. Ausgewachsene Monster für einen Typen, der seine bewusste musikalische Sozialisation über weiten Teilen eben jener Tatsache verdankt, dass es da draußen Bands gab (und gibt), die Jagd auf eben diese Monster machten. Sie erbarmungslos verfolgten und vertrieben, zudem die erlegte Beute unter großen Gejohle auf einem fetten Scheiterhaufen verkokelten. Und die nun auf einmal wieder auf der Bühne herumhampelten, munterer denn je. Nun gut, irgendwie hätte ich ja auch drauf kommen können. Wir reden hier schließlich über eine Band, die sich als ziemlich organischer Bestandteil dieses schwerbegreifbaren, aber immer faszinierenden Gebildes Discorporate Records, das mich in der Vergangenheit ja schon so einige Male ordentlich ins Schlingern und anschließende Grübeln brachte – siehe nur mal das Thema <a href="http://www.persona-non-grata.de/2009/02/08/der-spas-am-seltsamen-osis-krull-live-erlebt/" target="_blank">Osis Krull</a>. Und in diesem Kosmos haben Worte und Begrifflichkeiten wie „Fusion“, „Funk-Rock“, „Prog“, „Avantgarde“ oder „Jazz-Rock“ nun mal einen ganz anderen Klang als in meinem. Wobei ich allerdings mal eines anmerken muss und zwar in tiefster Dankbarkeit: Diese Tatsache hat mich so einiges gelehrt. Zum Beispiel, mir nie mehr vorschnell das Maul zu zerreißen oder gar selbiges zu verziehen, nur weil einen bestimmter Musikstil serviert wird. Die ebenso simple wie grenzensprengende Erkenntnis, die mit SchnAAK mal wieder mauerfest zementierten: Erstaunlicherweise geht eigentlich überall etwas. Auch bei Fusion oder Funk-Rock, bei Gniedelgitarre und „Jetzt slappe ich mir aber mal so richtig einen ab“ (wobei dies hier eher im übertragenen Sinne gemeint ist – allerdings muss ich ja mal sagen, wie schwer beeindruckt ich davon war, wie mühelos Mathias Jähnig seine Gitarre nach einem Bass klingen ließ und zwar in einem Zwei-Mann-Kontext). Langer Rede kurzer Sinn: SchnAAk ließen mich teilhaben an einer ebenso seltsamen wie aufregenden Faszination für Dinge, die ich geraume Zeit meines Lebens für einen grundsätzlichen Fehler gehalten hatte. Wenn dies mal nicht ein Lehrbuchbeispiel für einen Lernprozess ist.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5566.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3462" title="IMG_5566" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5566.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Johannes Zink, Häuptling, Mastermind und Labelmacher via Discorporate Records, hatte es vor geraumer Zeit ja schon ebenso vielsagend wie richtig angedroht. „Das ist jetzt eine andere Band“, meinte er. Eine andere Band als jene, die uns vor gut zwei Jahren mit „Women On Ships Are Bad Luck“ eine fünf, ähem, Songs starke Eruption (ich hatte zuerst Wutausbruch geschrieben, aber dies stimmt ja nun mal überhaupt nicht – bei SchnAAk geht‘s nicht um Wut, eher um einen Spaß-Energie-Ausbruch) zwischen Free Jazz, Noise und Afro-Beat servierte. Aber auch eine andere Band als jene, die im Herbst 2009 den Frühauf-Keller rockten und dies auf eine für mich überraschend strukturierte Art und Weise. Wenngleich sich diese Strukturen verfestigt haben. In einem Maße, das manchmal sogar schon an Dinge wie „Eingängigkeit“, gar „Pop“ denken lassen. Der Opener „Birds And Grains“ wäre so ein Beispiel: Das klingt ja erstmal nach einem, ähem, konventionellen Song, mit einfühlsamen Schrammelgitarren und ebenso einschmeichelnden Gesang. Was SchnAAk aber eben nicht daran hindert, in einer wilden Achterbahntour voller Breaks und Raffinessen bei eben jenem wilden Tohuwabohu zu landen, für das zumindest ich diese Band still (naja, vielleicht auch ein bißchen vernehmbarer. Ein bißchen sehr viel mehr vernehmbarer.) verehre. <a href="http://www.musikansich.de/review.php?id=9906" target="_blank">„Eine richtige Freaknummer“</a>, fand Kollege Karl von musikansich.de und wenn der Begriff „Freak“ nicht auch so eine Fukushima-mäßige Kontamination aufweisen würde, könnte ich applaudierend und lachend zustimmen. Wobei: Wie ich Johannes Döpping und Mathias Jähnig so kennen gelernt habe, würde ich fast meinen, dass sie diese Bezeichnung „Freak“ als ehrenhafte Auszeichnung ans Revers heften. Insofern alles richtig gemacht.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5537.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3460" title="IMG_5537" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5537.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Struktur ist die eine Sache, die Verbreiterung der Ausgangsbasis eine andere und die Veränderung der Herangehensweise noch mal eine weitere. Über die Monster, die da von den Beiden auf die Bühne geführt wurden und die sich selbstredend auch auf „Wake Up Colussus“ tummeln dürfen, habe ich ja schon gesprochen. Gerne lässt sich dies erweitern – um Dinge, die auf mich jetzt weit weniger monströs wirken. Ja, mein guter alter Freund Noise ist auch noch mit an Bord, mit all den bekannten Ausformungen wie Krachig- und Wuchtigkeit. Da lauert natürlich gerne mal der Free Jazz an der Ecke. Da ist dann auch dieser Groove, der sich doch ziemlich eindeutig in eine Funk-Richtung einsortieren lässt (ohne -Rock, wohlgemerkt). Hatte ich diese Sache mit dem Afrobeat oder dem HipHop schon erwähnt, die sich durchaus schon mal aus den ausgeprägt perkussiven Seiten von SchnAAk extrahieren lässt?</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5509.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3456" title="IMG_5509" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5509.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Verblüffend für mich ist dabei weniger diese Vielfalt als vielmehr die Tatsache, dass im SchnAAk‘schen Universum so etwas wie „Songwriting“ eine ernstzunehmende Rolle spielt. Und dabei – noch verblüffender – eine ziemlich stimmige und sinnvolle Symbiose mit dem Prinzip Improvisation eingeht. Ich quake hier ja nicht zum Spaß die ganze Zeit vom Free Jazz. Sondern weil dieses Jam-Ding (aus dem ja „Women On Ships Are Bad Luck“ letztlich erwachsen ist) einfach ein organischer Bestandteil der ganzen Chose ist. Und darum geht die Frage nach dem Warum? irgendwie ins Leere – zumindest, wenn sie nach dem Warum? des <a href="http://www.musikansich.de/review.php?id=9906" target="_blank">Großen und Ganzen</a> gestellt wird? Warum dieses Break? Weil es den Beteiligten genau in diesem Moment in den Sinn kam und richtig erschien! Warum immer dieser Lärm? Weil es Spaß macht! Zack. Genauso wie es Spaß macht, live in Häschenkostümen  zu spielen. Oder erst mal mit den Schlagstöcken die gesamte Location abzusuchen nach dankbaren Geräuschquellen, wie es Johannes Döpping im UT Connewitz so vortrefflich tat. Spaß, Spaß, Spaß. Irgendwie habe ich dieses Wörtchen nirgendwo gefunden in der Rezeption von „Wake Up Colossus“, dabei springt einen der Spaß doch sofort an bei diesem Artwork, bei Titeln wie „Whoop Whoop“ und „Ping Pong Miracle“, bei den Häschenkostümen und der felsenfesten Etablierung eines Eimers als Bestandteil des Schlagwerkes, bei diesem Style-Overkill zwischen Respekt und Ironie. Spaß, Spaß, Spaß. Wenn mich am Ende des Tages mal einer fragt, warum ich diese Band verehre, muss ich dann doch antworten: Weil ich in jeder Sekunde spüre, was diese beiden Verrückten für einen Spaß haben. Und herrje, sie lassen mich auch noch daran teilhaben!</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3491" title="ZA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Weil wir gerade mal beim Thema „verrückt“ sind und im Discorporate-Universum unterwegs sind, darf ich mir den Verweis auf ZA! auf keinen Fall schenken. Papa Dupau und Spazzfrica Ehd haben vor einiger Zeit via „Megaflow“ ein Album vorgelegt, das gar noch ein paar Schritte weitergeht. Zumindest in Sachen persönlicher Monsterbewältigung (schlage nach unter „Ich wollte nie, nie, nie in meinem Leben etwas mit Weltmusik zu tun haben!“). Aber herrje, wenn dies Weltmusik sein soll, dann nur flott her damit! So lasse ich mir dies gerne gefallen. Hatte ich schon erwähnt, dass sich SchnAAk und ZA! in Sachen Habitus, Attitude und Spaßhaben-Wollen einander ähneln wie viereiige Zwillinge? Nö? Konnte man sich aber denken (ein kleines bißchen neidisch bin ich ja jetzt auf all jene, die im Mai zum Primavera Sound Festival Barcelona den Live-Clash zwischen den beiden Bands erleben durften). Was jetzt nicht heißt, dass dies nun gleich klingt. Es klingt teilweise nicht einmal ähnlich. Weil ZA! die Daumenschrauben in Sachen „Wahnwitz“ noch einmal ein paar satte Umdrehungen weiter anziehen. „In Zukunft verwende ich das Wort ‚Eigenständigkeit‘ wirklich wesentlich seltener, versprochen“, so lautete das (verständliche) Fazit des <a href="http://vampster.com/artikel/show/38263_ZA!:-Megaflow_CD-Review_.html" target="_blank">Vampster.com-Kollegen</a> nach dem Genuss dieser 45 Minuten Durchgeknalltheit. Ach ja, eine eigene Genrebeschreibung lautet „Jungle/Koreanischer Pop“. Eine andere „Post World Music“ – womit ich nun wiederum ziemlich gut leben kann. Weil „Megaflow“ genau dieses „World Music“-Ding auf eine Art und Weise belebt, die mit den üblichen Klischees so überhaupt nichts am Hut hat – weder mit dem Kolonialkitsch („Hach, die Brasilianer/dieSchwarzen/die Latinos haben den Rhythmus einfach im Blut!“) noch mit einer One-World-Verklärung. Wobei: Bei dem angeschlagenen Tempo würde dies ja auch gar nicht gehen.</p>
<p>PS: Offenbar feilen SchnAAk ganz aktuell schon munter an neuem Material – zumindest deutete die Johannes Döpping an. Der Hintergrund: Im November wird sich Mathias Jähnig erstmal für ein Jahr in Richtung Namibia verabschieden – der Wissenschaft wegen. Und vorher hätte man schon noch gerne was am Start, musikalisch gesehen. Ich bin gespannt. Noch viel mehr gespannt bin ich auf das ebenfalls angedeutete Vorhaben, den Herrn Döpping möglicherweise mal in Namibia einfliegen zu lassen und dann mit dort auffindbaren Musikern „was zu machen“.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Schnaak_Colossus.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3490" title="Schnaak_Colossus" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Schnaak_Colossus.jpg" alt="" width="300" height="336" /></a></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA_Megaflow.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3492" title="ZA_Megaflow" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA_Megaflow.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>„Wake Up Colossus“ von SchnAAk und „Megaflow“ von ZA! sind auf Discorporate Records erschienen. Beide Bands kann man am 2. Juli auf dem Fusion Festival in Lärz erleben.<br />
<a href="http://www.myspace.com/ultraschnaak" target="_blank"> http://www.myspace.com/ultraschnaak</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/putosza" target="_blank"> http://www.myspace.com/putosza</a><br />
<a href="http://www.discorporate-records.com" target="_blank"> www.discorporate-records.com</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/06/29/musikalische-monster-schnaak-und-za/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Beste, was du kriegen kannst &#8211; Holy Ghost!</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/06/21/das-beste-was-du-kriegen-kannst-holy-ghost/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/06/21/das-beste-was-du-kriegen-kannst-holy-ghost/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 21:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[A]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3311</guid>
		<description><![CDATA[Von vielen wunderbaren Disco-Entwürfen zwischen Discodeine und Wolfram, zwischen den Black Devil Disco Club und (na klar) Hercules And Love Affair sind sie mir derzeit irgendwie die Liebsten: Alex Frankel und Nicholas Millhiser aka Holy Ghost! Das gleichnamige Fulltime-Debüt weist mit zehn glitzernden Songs auf elegante Weise den Weg in Richtung Tanzfläche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3313" title="HolyGhost" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost.jpg" alt="" width="500" height="246" /></a></p>
<p>Von vielen wunderbaren Disco-Entwürfen zwischen Discodeine und Wolfram, zwischen den Black Devil Disco Club und (na klar) Hercules And Love Affair sind sie mir derzeit irgendwie die Liebsten: Alex Frankel und Nicholas Millhiser aka Holy Ghost! Das gleichnamige Fulltime-Debüt weist mit zehn glitzernden Songs auf elegante Weise den Weg in Richtung Tanzfläche.</p>
<p>Ein Versprechen. Und zwar ein riesengroßes Versprechen. Über allem leuchtet und glitzert eine gewaltige Discokugel und sie verspricht all diese glücklich machenden Dinge: Befreiung, Emanzipation, Sex, Extase. Dabei munkelte man ja schon eine ganze Weile, dass da etwas Großartiges auf uns zukommt. Ich erinnere nur an die „Hold On“-EP, die ja nicht nur mich mit dem gleichnamigen Hit ziemlich vom Hocker fegte. Und ich weiß auch noch ziemlich genau, dass mich Holy Ghost! im letzten Jahr live richtig gekickt haben &#8211; viel mehr jedenfalls als Hercules And Love Affair. Klar, ein subjektiver Eindruck (herrje, wenn wir über Musik reden, reden wir IMMER über subjektive Eindrücke &#8211; dies ist ja das Schöne an der Sache. Dies nur mal wieder als die übliche Klarstellung. Und NEIN, ich werde diesen aus meiner Sicht einfach mal grundsätzlichen Ansatz mit absoluter Sicherheit NIEMALS im Kommentarbereich dieser Seite mit wem auch immer ausdiskutieren), aber einer, der ziemlich nachhaltig Wirkung hinterlassen hat. So nachhaltig, dass ich regelrecht GEWARTET hatte auf diese Platte. In einer Art und Weise gewartet, in der ich kaum mal auf eine Platte gewartet habe. Nö, die lasse ich eigentlich immer einfach passieren. Aber diese Songs, die mir Holy Ghost! da vorgespielt hatten, diese wollte ich doch zu gerne haben. Daheme. Zum ständigen Wiederanhören. Zum stetig wiederkehrenden Erinnern und Nacherleben dieser hochgradig euphorisierenden Momente, die mir da beschert wurden. Und ob dies euphorisierende Momente waren – die mir da zum Beispiel der Herr Frankel via „Hold My Breath“ servierte in diesem klitzekleinen Augenblick, in dem er mit einem ebenso einfachen wie und wirkungsvollen „Ohoho“ die ganze Schönheit, Sehnsucht, Melancholie, Verheißung von Disco auf den Punkt bringt. Auf den Punkt, an dem die Augen zu leuchten beginnen.</p>
<p>Schon da konnte ich mir btw. überhaupt nicht vorstellen, dass da irgendeine Enttäuschung lauern könnte. Die live so perfekt funktionierenden Songs auf Platte irgendwie luschig abgemischt sein könnten. Oder die so verheißungsvolle Stimme von Alex Frankel im Studio auf seltsame Weise absaufen könnte. Oder so. Ich weiß nicht mal mehr genau, was mir da nun eigentlich eine derart tiefe innere Sicherheit gegeben hat – allein, getrügt hat sie mich nicht. „Holy Ghost!“ ist genau das, was ich erwartet habe: Ein zehn Songs umfassendes Manifest betreffs all jener Punkte, die ich hier bereits angerissen habe. Befreiung für Körper, Geist und Sexualität. Die Sehnsucht nach Emanzipation von allem, was sich nach Konsens, Mainstream, schlicht dem Funktionieren im gesellschaftlichen Rahmen anhört. Die Freude an ebenso hedonistischer wie toleranter Extase. Kurz: Das Beste, was Du kriegen kannst.</p>
<p><a href="http://vimeo.com/22252822">Holy Ghost! &#8211; Wait &amp; See</a> from <a href="http://vimeo.com/dfarecords">DFA Records</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Je länger ich mich in diese Platte hineinsinken ließ, je länger ich darüber nachdachte, warum dieser Stoff bei mir derart KNALLTE, desto mehr musste ich über das Phänomen einer auf den ersten Blick fehlgeleiteten musikalischen Sozialisation denken. Oder besser gesagt daran, dass sich irgendwie jeder in seiner Prä- oder Geradeso-Teenager-Zeit einen Schlenker, Ausrutscher, Fehltritt geleistet hat, der nachhaltige Folgen nach sich ziehen kann. Zumindest bei mir war es so: Disco, Alter, Disco hat mich aber so etwas von gerockt. Ohne, dass ich in irgendeiner Form auf den Punkt bringen konnte, weshalb nun eigentlich. Aber diese Typen in ihren abseitig bunten Klamotten erzählten mir staunenden Kerl in Sendungen wie „DISCO“ (na klar! Und manchmal, wenn auch nur ganz ganz manchmal sogar in der „ZDF-Hitparade“, womit die Bandbreite der verfügbaren Sendungen eigentlich ganz gut abgesteckt wäre) von Dingen, von denen ich so überhaupt keine Ahnung hatte. Von Sexyness zum Beispiel, ohne dass mir dieses Wort jemals in den Sinn gekommen wäre. Davon, cool zu sein. Cool zu sein einfach um den Coolseins wegen. Achtung, nur mal hinhören: Kool &amp; The Gang. Nochmal: Kool &amp; The Gang. Alter, was für ein heißer Scheiß für einen Typen aus dem südthüringer Outback, der gerade mal im Alter von zehn bis zwölf entdeckt, was es eigentlich mit dieser Popkultur auf sich hat. Und zwar ohne Plan, Kenntnis, Background oder gar persönliche Beteiligung. Was wohl auch der Grund ist dafür, dass wir hier nicht vom Studio 54 reden, von Phillysound oder David Mancuso – sondern von Santa Esmeralda und Patrick Hernandez. Oh Alter, „Born To Be Alive“, Mannometer, was ist mir die Rübe weggeflogen bei diesen bunten Lichtern, diesem fetten Locken-Afro und diesem Gepose mit dem Spazierstock.</p>
<p>Weil ich schon als Zehn-, Elf-, Zwölfjähriger das Versprechen hörte, Die Verheißung. Das Versprechen von Spaß. Die Verheißung des Andersseins. War es am Ende des Tages doch Patrick Hernandez, der mich da auf die schiefe Bahn brachte – und nicht Sonic Youth? Denn dieses „Born To Be Alive“ bin ich niemals losgeworden. Oder dieses „Don‘t Let Me Be Misunderstood“, dieses „That‘s The Way (I Like It)“ oder dieses „You Sexy Thing“. Was spätestens dann zu einer irgendwie seltsamen Situation wurde, als via New Wave Of British Heavy Metal die erste zielgerichtete Musiksozialisation in Gang kam. Naja, Depeche Mode ging ja trotzdem immer noch &#8211; trotz Iron Maiden, Judas Priest und Konsorten. Was vermutlich zumindest bei mir funktionierte, weil es irgendwie immer noch ums Anderssein ging. Gut, wir haben dann eine ganze Weile nicht mehr über das Ding mit der Extase geredet. Vielmehr über das Ding mit dem Rausch. Nein, dies ist absolut nicht dasselbe, der Rausch ist eigentlich nur ein ziemlich guter Freund von Extase. Mit dem guten gemeinsamen Kumpel Kontrollverlust. Aber irgendwie ist der Kontrollverlust im Metal-Kontext einfach eher der klassische Rausch, diese manchmal etwas grobporige Inszenierung von Heterosexualität, die uns ab und an auch Peinlichkeiten wie Madmützen, rausgestreckte Zungen oder unkorrekte Witze beschert. Extase ist da etwas Anderes: Viel mehr Sex und zwar der von jener Sorte, der mir nicht gleich ein schlechtes Gefühl vermittelt. Aber eben auch diese Kombination von Hedonismus und Toleranz, vom individuellen Kontrollverlust im Kontext einer hochgradig heterogenen Masse und dies eben auf eine Art und Weise, die auch den individuellen Kontrollverlust gleich nebenan zulässt. Wobei erschwerend noch dazu kommt, dass jeder eine ziemlich eigene Vorstellung von Kontrollverlusten hat.</p>
<p>Jeder Beat ein Versprechen. Jede Textzeile eine Verheißung. Eben das Beste, was Du kriegen kannst. Genau dies geben mir Holy Ghost! und dies im reichen Überfluss. Ich hoffe mal einfach nicht, hier noch groß und breit erklären zu müssen, was ich meine, wenn ich von Disco rede. Hier empfehle ich dann mal einen entspannten eigenen Internet-Exkurs, DAS mache ich jetzt hier nicht auch noch. Ich möchte lieber reden über Automato, die erste Band von Alex Frankel und Nicholas Millhiser. Und damit über HipHop. Nein, ich werde hier nicht darüber anfangen darüber zu philosophieren, man könne nun schon in Stücken wie „Cool Boots“ oder „Capes Billowing“ den Ansatz von Holy Ghost! erkennen. Weil man dies einfach nicht kann &#8211; ebenso wenig wie übrigens in der sauberen, aber nicht klinisch reinen Produktion von Tim Goldsworthy und James Murphy, jaaa, die von DFA (immerhin haben die „Holy Ghost!“ eine recht ähnliche saubere, aber nicht klinisch reine Produktion verpasst). Ich rede lieber über HipHop in Holy Ghost! „Do It Again“, Leute, wenn ich da nicht HipHop höre, weiß ich auch nicht mehr. Biggie Smalls aka Notorious B.I.G.! „Biggie, Biggie, Biggie, Can‘t You See/Sometimes Your Words Just Hypnotize Me“. Reden wir noch über eine ausgeprägte Cub-Attitude, eine satte Portion House und vor allem über Pop. Eigentlich auch über das klassische Pop-Song-Format. Über HOOKLINES! Es ist wohl gerade dieser gewaltige Pop-Aspekt, der mich da so kickt. Immer wieder und immer wieder. Naja, wie schon gesagt: Das Beste, was Du kriegen kannst. Um die Discokugel zum Funkeln zu bringen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost_Cover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3315" title="HolyGhost_Cover" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost_Cover.jpg" alt="" width="498" height="498" /></a></p>
<p>„Holy Ghost!“ ist via DFA Records/Cooperative Music erschienen.</p>
<p><a href="http://www.holyghostnyc.com/" target="_blank">http://www.holyghostnyc.com/</a></p>
<p>Foto: Jensor</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/06/21/das-beste-was-du-kriegen-kannst-holy-ghost/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Glasklare Raserei &#8211; Liturgy</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/05/26/glasklare-raserei-liturgy/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/05/26/glasklare-raserei-liturgy/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 May 2011 21:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3317</guid>
		<description><![CDATA[Black Metal, den jeder eisenharte BM-Fan hassen wird. Weil er das Genre nicht einfach nur erweitert, sondern quasi auf den Kopf stellt. Liturgy haben etwas Unfassbares gemacht: Eine im Habitus moderne Black Metal-Platte. Eine Black Metal-Platte voller Licht, Reinheit und Helligkeit. Nein, es ist irgendwie kein Blödsinn, wenn Hunter Hunt-Hendrix von Transzendenz im Black Metal spricht. Es ist vielmehr ein faszinierender musikalischer Entwurf, der Raserei mit Komplexität, Stoizität mit Chaos verbindet. Lasst uns über "Aesthethica" reden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3319" title="Liturgy" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy.jpg" alt="" width="500" height="328" /></a></p>
<p>Die (von mir unbedingt geschätzten) Vampster-Kollegen haben eine Assoziation entworfen, der ich irgendwie einen gewissen Charme nicht absprechen kann: <a href="http://vampster.com/artikel/show/38483_CD-Review_.html" target="_blank">„Black Metal für den Kulturteil der FAZ“</a>. Brrr, das schubbert einen erstmal gründlich durch und ein klein wenig geht‘s ja auch am Kern der Dinge vorbei – zumindest wage ich zu behaupten, dass auch das aufgeschlossene Feuilleton (das hier offenkundig als Zielgruppe ausgemacht ist) schon noch so seine grundsätzlichen Probleme hätte mit der puren und reinen Lust an der Dissonanz, am Zerbrechen einer Songstruktur, an Raserei, Wucht und Geschrei, die sich dann doch aus jeder Sekunde von „Aesthethica“ extrahieren lässt und die wirklich auf den Wecker gehen kann. Weiß ich. Habe ich schon ausprobiert und zwar an Leuten, die eigentlich in Sachen Ertragen von grenzwertigen Lärm ein gar wuschliges Fell ausgebildet haben. Und die trotzdem gesagt haben: „Können wir dies mal ausmachen?“</p>
<p>Ich denke nicht allzu sehr fehlzugehen in der Annahme, dass diese Reaktion durchaus auch ein wenig im Sinne der Herren Hunter Hunt-Hendrix, Bernard Gann, Tyler Dusenbury und Greg Fox ist. Ich will vom Klammeraffen gepudert sein, wenn die ohnehin nicht ein wenig auf Krawall gebürstet sind. Oder besser gesagt: Die haben den Anspruch, an möglichst vielen Ecken und Kanten hängenzubleiben. Mit Schmackes und Verve und Spaß dabei. Ich meine, schauen wir uns doch mal die ganze Sache an: Via Thrill Jockey wird uns hier ein Album serviert, auf das man ja durchaus den Genrebegriff „Black Metal“ draufpappen kann. Und zwar ohne irgendwelche selbstironischen Brechungen oder so ne Sperenzchen. Das kann schon mal für Verwirrungen sorgen und hat es offenkundig an verschiedenen Stellen auch getan. Wobei es nun natürlich eine eigene Sache wäre, nun mal darüber nachzudenken, inwieweit hierzulande eine etwas fehlgeleitete Rezeption des Thrill Jockey‘schen Schaffens zu verzeichnen ist.</p>
<p>Als wäre dies nicht schon verwirrend genug, ist „Aesthethica“ auch noch ein Black Metal-Album, das der wahre BM-Fan mit jeder Faser seiner Existenz hassen wird – dies wurde von verschiedensten Autoren schon vollkommen richtig erkannt. Weil diese Platte vermutlich alles verkörpert, was der wahre Fan eben mit jeder Faser seiner Existenz hasst – die fehlende „richtige Einstellung“ zu der ganzen Sache, die mangelnde Authentizität (wtf is corpse-paint?), generell diese ganze Vorstellung, in diesem Ding „Black Metal“ weniger eine misanthropische und nihilistische Lebenseinstellung als vielmehr eine vortreffliche Gelegenheit zur Abbildung eines hochgradig emanzipatorischen Selbstbildes zu sehen. Als musikalischer Abgrenzungsmechanismus in möglichst alle Richtungen – mal ganz abgesehen davon, dass hier allein schon vom Namen her eine gewisse christliche Konnotation mitschwingt, die schon allein bei einem beinharten Black Metaller ausgeprägtes körperliches Unwohlsein mit Hang zum Übergeben verursacht. Ach ja, das Artwork nicht zu vergessen &#8230; Und die Vorstellung, dass Liturgy den Black Metal auf „positiv“ bürsten &#8230;</p>
<p>Nun geht es hier aber nicht allein um Zeichensprache, um die Verwendung von Codes, die sich irgendwie bestenfalls einem Eingeweihten voll und ganz erschließen mögen. Liturgy pflegen die Konsequenz selbstredend auch in musikalischer Hinsicht – dieses „Black Metal für den Kulturteil der FAZ“ hat dann schon irgendwie seine Berechtigung. Wenn über „Aesthethica“ gesprochen respektive geschrieben wird, ist oft und gerne von Reinheit, Klarheit, Transzendenz die Rede. Mithin von Dingen, die im Kosmos der Black Metal-Authentizität, die sich nicht zuletzt aus der Liebe zur „Nicht-Produktion“ bzw. einer gewissen offenkundigen Räudigkeit speist, wie eine offene Provokation wirken. Erst recht, weil dieses Quartett beim Streben nach einer Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten (wie gesagt, wir reden hier vom Black Metal-Kontext) nicht den mittlerweile allzu oft gegangenen, leider oft kitsch-, klischee- und peingesäumten Weg zum „Dark Ambient“ einschlägt. Liturgy verzichten dankenswerter Weise auf die wahlweise grummligen oder schrillen Synthie-Flächen-Foltern, deren Genuss mir in der Regel schlimmer erscheint als der illustrierte Untergang der Menschheit (sorry, musste mal raus). Sie machen sich eher an die durchaus schwere Angelegenheit, die Komponenten Raserei, Eingängigkeit, Komplexität und Transparenz miteinander zu vereinen. Auf eine derart stimmige Art und Weise, dass einem wirklich der Mund offen steht.</p>
<p>Nicht zuletzt, weil alles so unfassbar offensichtlich ist. Offensichtlich in jeglicher Hinsicht: Liturgy sind weder Trickser noch Poser noch Blender. Wenn wir hier von Black METAL reden, dann reden wir hier auch von Black METAL (mit schwerer Betonung auf eben diesem Wort METAL). Wie ernsthaft diese Band sich dem Thema METAL verbunden fühlt, kann man beispielsweise dem letzten Stück „Harmonia“ entnehmen – die Art und Weise, wie mit Genuss wechselnd auf dicken Akkord herumgeritten wird, kriegt man nicht hin, wenn einem solche Dinge wie „selbst-ironische Brechung“ oder so durch die Rübe ziehen. Finde ich ganz persönlich. Dazu braucht es eine gewisse, ähem, nun ja, Ernsthaftigkeit. Eine Ernsthaftigkeit im Umgang mit der schon erwähnten Tatsache, dass Metal im Allgemeinen und vor allem Black Metal im Besonderen als Musikstile zu verstehen sind, die auf Abgrenzung zu einem wie auch immer gearteten Mainstream zu verstehen sind. Und zwar in jeglicher Hinsicht – musikalisch wie inhaltlich wie ästhetisch wie gesellschaftspolitisch (in diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich mir Filme wie „Until The Light Takes Us“ oder „Metaller die auf Brüste starren“ doch dringend mal anschauen sollte – hoffentlich machen die dieser blöden Verklärung a la „Full Metal Village“, die den eigentlich längst verkümmerten Metaller in mir im Nachgang noch beleidigen, endlich mal den verdienten Garaus). Insofern ist es eigentlich kein Wunder, dass Metal in seinen extremen Entäußerungsformen längst zum häufig genutzten musikalischen Vokabular von Bands zählen, die aus genau diesem Drang zur Abgrenzung einen Gutteil ihrer Motivation ziehen. Liturgy sind mithin nicht Pioniere in dieser Hinsicht oder so – sie sind allerdings so ziemlich einzigartig, was den Umgang mit dieser Sache betrifft.</p>
<p>Reden wir ruhig mal vom Sound. Von dieser schimmernden, klaren, kristallinen, rasiermesserscharfen Sache, die aus „Aesthethica“ so ein unfassbares Erlebnis macht. Die dieser irrwitzigen Raserei, die sich da über weite Strecken Bahn bricht, eine schier unfassbare Transparenz verleiht. DAS ist wirklich außergewöhnlich: Selten hat sich eine derart wut- und aggressionsdurchtränkte Musik derart lichtdurchflutet angehört. Das Dunkle in der Finsternis zu zelebrieren ist eine naheliegende Sache (was – dies sei erwähnt – man allerdings auch erst einmal hinkriegen muss). Dabei aber noch das Licht anzulassen und zwar das Flutlicht – herrje, darauf muss man auch erst einmal kommen. Ach ja: Irgendwo in dieser Nähe ist auch die Assoziation zu finden, die Vampster-Kollege Captain Chaos hatte – dieses Ding mit dem „Gegenentwurf zum Leben in der Natur“. Ich würde vielleicht sogar soweit gehen zu sagen, dass Liturgy es geschafft haben, der eigentlich stil-implementierten Anti-Moderne von Black Metal ein modernes Album zu entreißen.</p>
<p>Einfach, weil hier eben nicht die naheliegenden Türen aufgemacht werden. Ich erwähnte es schon, dieses Trara mit Dark Ambient und so, auch Shoegaze bleibt außen vor. Ich nehme es ja eigentlich nicht so gerne in den Mund, dieses Wort Avantgarde. Aber wenn wir uns auf eine Definition einigen können, die Sachen wie Steve Reich, John Zorn oder Mike Patton einschließt – herrje, ja, dann bin ich auf jeden Fall dabei. Und dann sind auch Liturgy dabei. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich diese <a href="http://www.pitchfork.com/reviews/albums/15427-aesthethica/" target="_blank">Steve Reich-Präferenz</a> so deutlich unterstreichen kann, wie sie bei Pitchfork aufgemacht wurde – da muss ich mich erst noch mal mit Schmackes in die Materie reinvertiefen. Allerdings will ich mal meinen, hinter diesem gesamten musikalischen Ansatz von Liturgy etwas zu erkennen, das diese Band in sich eine Wesensverwandtschaft trägt, die sie einreiht in eben diese illustre Riege von Reich bis Zorn, von Patton bis King Buzzo: Diesen unbedingten Willen zur Erweiterung, zur Entwicklung, zur Grenzüberschreitung, zur Neudefinition. Auch wenn es irgendwie platt klingt: Ja, „Aesthethica“ ist die Verquirlung von extremen, ach was extremistischen Styles vom klassischen norwegischen Black Metal bis zum Mathrock, vom Free Jazz, Grindcore bis zum Chaos-Noise. Ja, all dies lässt sich vortrefflich extrahieren aus dieser Musik. Und es wäre nicht das Schlechteste, was passieren kann – wenn Liturgy dem ein oder anderen Metalhead zur Einsicht verhelfen, dass da in anderen Gefilden ähnlich konsequent radikale Soundentwürfe entwickelt werden. Oder wenn sie im Umkehrschluss dafür sorgen, dass man sich mit der Faszination eines bis zur vollkommenen Irrelevanz bzw. ausgeprägten Geschmacklosigkeit kompromisslosen Abgrenzungsverhaltens zu beschäftigen – trotz oder gerade wegen aller ästhetischen und politischen Zwiespältigkeiten und Widersprüchlichkeiten, die auch mir beim Thema Black Metal immer wieder arge Kopfschmerzen bereiten. Allerdings wäre dies nun wieder ein ganz anderes Thema.</p>
<p>Mithin: Es lohnt sich, diesen nicht ganz 70 Minuten lange Irrsinn auf sich wirken zu lassen. Vom ersten metallischen Klingen der Gitarren bis zum allerletzten Nachhall. In jeder Erscheinungsform von der über sich selbst stolpernden Raserei bis zu den Midtempo-Walzen, die sich auf irritierend unberechenbare Weise bewegen; vom hymnischen Pathos bis zur blanken Noise-Anarchie; vom Choral bis zur reinen Stille (sic!). Und ach ja – nicht zu sparsam sein bei der Lautstärke-Dosierung!</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy_Cover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3320" title="Liturgy_Cover" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy_Cover.jpg" alt="" width="300" height="274" /></a></p>
<p>„Aesthetica“ von Liturgy ist erschienen auf Thrill Jockey.<br />
<a href="http://www.myspace.com/liturgynybm" target="_blank">www.myspace.com/liturgynybm</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/05/26/glasklare-raserei-liturgy/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alles gut macht der Mai</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/05/11/alles-gut-macht-der-mai-2/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/05/11/alles-gut-macht-der-mai-2/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 18:32:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[+]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3276</guid>
		<description><![CDATA[Zumindest wenn wir die ganze Sache aus unserer Leipziger Perspektive betrachten - an den kommenden beiden Wochenenden dürfte sich die Antwort auf die Frage, was wohl am Abend zu tun sei, ratzfatz von selbst ergeben. Via Radio Blau haben wir deshalb schon mal vorgefühlt, was da zum einen mit La Familia Y Amigos (14. und 15. Mai) und andererseits mit der Pop Up X (20. und 21. Mai) so geht. Alle Infos und die Playlist der Sendung:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zumindest wenn wir die ganze Sache aus unserer Leipziger Perspektive betrachten &#8211; an den kommenden beiden Wochenenden dürfte sich die Antwort auf die Frage, was wohl am Abend zu tun sei, ratzfatz von selbst ergeben. Via Radio Blau haben wir deshalb schon mal vorgefühlt, was da zum einen mit La Familia Y Amigos (14. und 15. Mai) und andererseits mit der Pop Up X (20. und 21. Mai) so geht. Alle Infos und die Playlist der Sendung:</p>
<p><img class="alignnone" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="LFYA2011" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/LFYA2011.jpg" alt="" width="400" height="565" /></p>
<p>Marcel Schulz &#8211; einer der beiden Köpfe hinter dem Label Altin Village &amp; Mine &#8211; hat auf derart grundsympathische Art und Weise den eigenen Antrieb hinter der nunmehr vierten Auflage von La Familia Y Amigos auf den Punkt gebracht, dass ich ihn am liebsten herzen möchte: „Man kann doch nicht alle Jahre wieder das gleiche Ding auf die Bühne bringen, das würde mir überhaupt nichts geben.“ Womit wir eigentlich schon dabei sind, warum aus diesem schnuckligen, kleinen Festival, das mal in Dresden als klassische Eigendarstellung eines unabhängigen Labels begonnen hatte, auf einmal sooo eine Hausnummer wurde. Eine Hausnummer, die mir speziell bei der aktuell anstehenden Auflage einen kleinen Seufzer der Verzückung entlockte. Was für‘s Line-Up! Besser hätte ich mir dies auch nicht ausdenken können! Ich weiß noch, wie ich leicht bedröppelt vor dem Plakat im UT Connewitz stand und mauloffen staunte &#8211; was, Kreidler mit dieser wunderbaren Platte im Gepäck. Und Chaz Bundick aka Toro Y Moi auch noch. Siehe da, Troy Mighty aka Dead Western ist mal wieder in der Stadt und die aktuell schier unfassbaren Skeletons auch. Was für ein Händchen, was für Fügungen, die da an zwei Tagen viele, viele, viele von den Dingen zusammenbringen, die in den letzten Wochen für atemlose Begeisterung sorgten. Ja, das sage ich bewusst mit den Fügungen, weil uns Marcel Schulz offen und unbeschönt von all jenen Problemen, Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten berichtete, die beim Booking einer derartigen Veranstaltung gewöhnlich auftreten. Von den Begehrlichkeiten, die allein nur das Wort „Festival“ zu wecken in der Lage ist. Aber auch davon, dass es in erster Linie dieses Ding namens Idealismus ist, was einen am Ende des Tages antreibt. Dinge auf die Bühne bringen, die einen auch selbst brennend interessieren. Vielfalt, Alter. „Ja, um genau diese Vielfalt geht es ja. Es soll sich auch die eigene Entwicklung in diesem Festival wiederspiegeln. Inzwischen interessiere ich mich eben auch für viel mehr verschiedene Musik als noch vor zehn Jahren, als Altin Village &amp; Mine mal als klassisches Post-Punk-Label angefangen haben.“ Yeah, darauf weisen wir auch nur zu gerne noch hin: Das Label wird in der Tat zehn Jahre alt. Glückwunsch. Und noch mal Dankeschön für den Idealismus, der einen dann eben dazu bringt, sich den Stress einer Festival-Organisation zu geben. Und nach wie vor Vinyl (und zwar ausschließlich Vinyl) zu produzieren &#8211; „weil zu einer Platte eben auch das Artwork gehört und zwar im Format 31,5 mal 31,5 Zentimeter“.</p>
<p>PS: Ach ja, die ewige Monochrome-Story bzw. die kapitelreiche Story der Konzertabsagen &#8211; die wird leider, leider, leider fortgeschrieben. Nein, sie spielen nicht am Freitag. Wegen der fehlenden Sängerin. Mist, Mist, Mist. Aber was soll‘s. Gehen wir trotzdem hin.</p>
<p>La Familia Y Amigos: 14. und 15. Mai im Conne Island in Leipzig (am Freitag mit O‘Death, Times New Viking, Dead Western und Les Trucs; am Samstag mit Toro Y Moi, Kreidler, Skeletons, Thank You und Tannhäuser Sterben &amp; das Tod), Start jeweils 20 Uhr (Achtung: samstags soll‘s ab 19 Uhr ne Überraschung geben), Infos unter <a href="http://www.la-familia-festival.de" target="_blank">www.la-familia-festival.de</a> bzw. unter <a href="http://www.altinvillage.de" target="_blank">www.altinvillage.de</a> <a href="http://www.la-familia-festival.de/la-familia-festival/index2.html" target="_blank">www.la-familia-festival.de</a></p>
<p>Line Up:</p>
<p>Freitag: 20 Uhr  O’ Death (USA, New York / City Slang) Times New Vikings (USA, Columbus / Wichita) Dead Western (USA, Sacramento / Altin Village &amp; Mine) Les Trucs</p>
<p>Samstag: 20 Uhr  Toro Y Moi (USA, Columbia / Carpark) Kreidler (GER, Berlin &amp; Düsseldorf / Italic) Skeletons (USA, New York / Tomlab) Thank You (USA, Baltimore / Thrill Jockey) Tannhäuser Sterben &amp; das Tod (GER, Berlin / Altin Village &amp; Mine)</p>
<p>Aftershowparty:  Pttrns DJ Team (Ger, Köln / Altin Village &amp; Mine) Polo (Ger, Leipzig / Schachmatt)</p>
<p>Playlist der Radiosendung vom 6.5.2011, 21-22Uhr</p>
<ol>
<li>Thank You &#8211; Birth Reunion (von „Golden Worry“/Thrill Jockey)</li>
<li>O‘Death &#8211; Ghost Head (von „Outside“/ City Slang)</li>
<li>Dead Western &#8211; The Farthest Sea (von „Suckle At The Supple Teats Of Time“/ Discorporate Rec.)</li>
<li>Times New Viking &#8211; No Room To Live (von „Dancer Equired“/ Cooperative)</li>
<li>Skeletons &#8211; „Barack Obama Blues“ (von „People“/ Crammed Discs)</li>
<li>Toro Y Moi &#8211; You Hid (von „Causers Of This“/ Carpark Rec.)</li>
<li>Tannhäuser Sterben &amp; das Tod &#8211; Endfilm (von „Eigengift“/ Altin Village &amp; Mine)</li>
<li>Kreidler &#8211; New Earth (von „Tank“/ Bureau B)</li>
</ol>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzg2MTA5NDcmcHQ9MTMwNTEzODYyMTEyOCZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157626698364292&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=La%20Familia%20Y%20Amigos%202010&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157626698364292&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=La%20Familia%20Y%20Amigos%202010&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzMwMDE1OTcmcHQ9MTMwNTEzMzAwNjMxOCZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157626573692171&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=La%20Familia%20Y%20Amigos%202009&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157626573692171&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=La%20Familia%20Y%20Amigos%202009&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/POPUPLOGO400.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3284" title="POPUPLOGO400" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/POPUPLOGO400.jpg" alt="" width="400" height="133" /></a></p>
<p>„Wir bauen keine neue Stadt“ &#8211; diese Nachricht überraschte dann doch im April. „Wir haben lange durchgehalten, wir wollten sie nicht aufgeben, weil Pop Up sich immer auch als „Messe“ begriffen hat – indes, es ist nicht zu machen. Die Zeiten haben sich geändert, wir nehmen das erstmal einfach so hin, schlucken kurz und machen weiter“, so heißt es auf der Homepage. Die Bestätigung ließ auch beim Radio-Special nicht lange auf sich warten: Das Konzept „Messe“ funktioniert einfach nicht mehr. Das Prinzip „Marktplatz“ ist out, die Zeiten, in denen man sich die Taschen geradezu vollstopfte mit jenem Stoff, der auf eben jenem Marktplatz so wohlfeil und verfügbar angeboten wurde. „Es gibt einfach kein Interesse mehr an einer Messe &#8211; weder von den Ausstellern noch von den Besuchern“, erklärt Rebecca Schweier vom Pop Up-Team. Also keine Messe. Dafür aber noch das ganze andere Drumherum, die Panels, die Inhalte. Und gerade die Panels machen mir Spaß, wenn ich mir die Themen und die Optionen einer Diskussion anschaue: Diese Auseinandersetzungen zwischen New und Old School, zwischen „Klick mich, ich bin ein neues Album“ (ein Thema mit dem Untertitel Neue Herausforderungen für Musikvertrieb und -vermarktung, das geradezu nach dieser Auseinandersetzung schreit &#8211; ich verweise da nur mal auf obiges Altin Village &amp; Mine-Modell des Vinyl-Traditionalismus, das allerdings via beilegten Download-Codes durchaus in der Neuzeit angekommen ist) und „Hyperschrei und Drei-Faltentum“, ein Panel, das sich mit dem mir durchaus auch ans Herz gewachsenen Thema Altwerden im Pop beschäftigt (oder meinetwegen mit dem Euphemismus Erwachsenwerden in und mit Popkultur). Oder die Diskussion darüber, inwieweit das Laptop zum entscheidenden Produktionsmittel von Popmusik wird &#8211; die sich möglicherweise beim Thema „Schalt mich ein und schalt mich aus, die Gefühle müssen raus!“ ergeben könnte. Und ach ja, die Konzerte. Mit ein paar ganz feinen Namen wie MIT, Crystal Fighters, 206 und Ira Atari. Und mit jeder Menge Kram zum Entdecken, eine Tatsache, die mich selbst ziemlich überrascht hat. Warum ist der Border Community-Act Luke Abbott so an mir vorbeigegangen? Und warum hörte ich bis dato noch nie etwas von Roma Litvinov aka Mujuice? Klein, aber eigentlich ziemlich fein: Was nach einem abgedroschenen Klischee klingt, fand ich bei der Recherche auf erwähnt überraschende Art und Weise bestätigt. Und immerhin ist ja ein bißchen Club-Hopping zwischen Halle D (im Werk 2), Ilses Erika und am Samstag UT Connewitz durchaus drin.  Pop Up X: 20. und 21. Mai zwischen Werk 2, Ilses Erika und UT Connewitz in Leipzig (Panels freitags 19 Uhr und samstags 17.30 und 19 Uhr im Werk 2, Konzerte freitags im Werk 2 und Ilses Erika; samstag in allen drei Clubs, Filme an beiden Tagen ab 19 Uhr in der Kinobar Prager Frühling), Infos unter <a href="http://www.leipzig-popup.de" target="_blank">www.leipzig-popup.de</a></p>
<p>Playlist der Radiosendung vom 6.5.2011, 22-23 Uhr</p>
<ol>
<li>Mujuice &#8211; Mertviy Malchik (von „CoolCoolDeath“/ Pro-tez Rec.)</li>
<li> Chinawoman &#8211; Keep In Mind (von „Show Me The Face“/ Eigenproduktion)</li>
<li> A Forest &#8211; A Stereotype (von „Leaves Leaves Fall Fall Rain Fall“/ Analogsoul)</li>
<li> MIT &#8211; Odenwald (von „Nanonotes“/ V2)</li>
<li> Retro Stefson &#8211; Kimba (von „Kimbabwe“/ Kimi Rec.)</li>
<li> Crystal Fighters &#8211; At Home (von „Star Of Love“/ Zirkulo)</li>
<li> Pariah &#8211; Detroit Falls (von „Detroit Falls/Orpheus“/ R&amp;S Rec.)</li>
</ol>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzMyNDM5MzMmcHQ9MTMwNTEzMzI*ODE1NSZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157623917602181&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POP%20UP%202010&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157623917602181&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POP%20UP%202010&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzMxNzU2NTQmcHQ9MTMwNTEzMzE4NzIyOSZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157618457981221&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POP%20UP%202009&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157618457981221&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POP%20UP%202009&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzMzMTM2MTYmcHQ9MTMwNTEzMzMzNzE1NiZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157605228284335&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28Pop%20Up%2008&amp;randomize=1" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157605228284335&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28Pop%20Up%2008&amp;randomize=1" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzMzODUzMzImcHQ9MTMwNTEzMzQyMzQ3NyZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157600213259298&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POP%2DUP%202007&amp;randomize=1" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157600213259298&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POP%2DUP%202007&amp;randomize=1" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDUxMzM*NTAwNTAmcHQ9MTMwNTEzMzUwNDEwMiZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72057594139356652&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POPUP%202006&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72057594139356652&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=%28POPUP%202006&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p>Fotos: Klaus Nauber</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/05/11/alles-gut-macht-der-mai-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die große Wurstplatte &#8211; Die kommentierte Playlist</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/03/17/die-grose-wurstplatte-die-kommentierte-playlist/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/03/17/die-grose-wurstplatte-die-kommentierte-playlist/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 22:21:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=3064</guid>
		<description><![CDATA[Am Freitag, 11. März, wurde mal wieder ordentlich aufgeschnitten - das Ergebnis ist folgend nachzulesen. Achtung: Diesmal wird eine kommentierte Playlist gereicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/blau_350.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-571" title="blau_350" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/blau_350.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Ich durfte anschneiden &#8211; die Wurst und nicht den Käse. Am Freitag, 11. März, wurde die entsprechende Wurstplatte serviert von den Herren Jensor und Nauber. Hier folgt nun die kommentierte Playlist der beiden Stunden.</p>
<p>1. James Blake &#8211; Limit To Your Love<br />
Freund Donis hat Recht: Der Überflieger. Der Liebling aller. Der kommende Superstar. Ja, Freund Donis hat Recht: Alles, aber auch wirklich alles, was zu dem Debüt von James Blake zu lesen ist, stimmt. Es ist zum Verrücktwerden, aber wenn es denn einmal einen Hype gegeben hat, der Recht hat, dann ist es dieser. Horizonterweiternd!<br />
James Blake &#8211; same (Atlas Rec./A&amp;M)</p>
<p>2. Nicolas Jaar &#8211; Space Is Only NoiseIf You Can See<br />
Noch einmal Entschleunigung, Alter! Nicolas Jaar ist einer von den Leuten, die ganz aktuell das Bremsen von Geschwindigkeit im elektronischen Kontext zur ganz großen Kunstform erhoben haben. Daran kann man sich exzellent festhören.<br />
Nicolas Jaar &#8211; Space Is Only Noise (Circus Company)</p>
<p>3. Round Table Knights &#8211; Stomper<br />
Aus Bern kommen die Herren Marc Hofweber und Biru Bee aka Round Table Knights, die via Made To Play eine Platte servieren, die an überbordender Spielfreude kaum zu bremsen ist. Der &#8220;Stomper&#8221; gibt uns das Update des Sounds, der via &#8220;We No Speak Americano&#8221; auch im Overground angekommen ist &#8211; aber auf der langen Distanz zeigt sich, dass diese Knights noch viel mehr auf der Pfanne haben an Hybridisierung von HipHop, House und Worldmusic.<br />
Round Table Knights &#8211; Say What?! (Made To Play)</p>
<p>4. Ellen Allien &#8211; The Kiss<br />
&#8220;Werkschau&#8221; heißt eben jene aktuelle Werkschau aus dem Hause BPitch Control &#8211; und dieser Sampler bringt auf gewohnt hohem, fast schon beängstigendem Niveau den 17-Track-Rundumschlag von Cormac bis Telefon Tel Aviv (feat. Robin Guthrie!). Labelchefin Ellen Allien erfreut mit einem Überhit.<br />
V.A. &#8211; Werkschau (BPitch Control)</p>
<p>5. The Go! Team &#8211; Buy Nothing Day<br />
Gegen The Go! Team kann man auch beim allerallerschlechtesten Willen einfach nix haben. Auch wenn ich immer denke, dass dieses Prinzip irgendwann mal ausgelutscht sein müsste &#8211; es funktioniert stets aufs Neue. Erst recht, wenn man einen solchen Pop-Hit wie &#8220;Buy Nothing Day&#8221; auf der Habenseite hat und dies dann alles mit der gewohnten überbordenden Spielfreude im Überfluss zu würzen versteht.<br />
The Go! Team &#8211; Rolling Blackouts (Memphis Industries)</p>
<p>6. Rainbow Arabia &#8211; Without You<br />
Mein aktueller Dauerbrenner: Das Ehepaar Tiffany und Danny Preston aka Rainbow Arabia haben mich mit Boys And Diamonds schlicht vom Hocker gefegt. Ich kann mich an diesem Pop-Entwurf, der Orient und Okzident so traumhaft miteinander zu versöhnen versteht &#8211; ebenso wie Eingängigkeit mit Sperrigkeit, btw &#8211; einfach nicht satthören.<br />
Rainbow Arabia &#8211; Boys And Diamonds (Kompakt)</p>
<p>7. Containerhead &#8211; Von Panzern &amp; Vögeln<br />
Das Überraschungsteam kommt diesmal aus Regensburg. Nein, die Herkunft hat nix zu sagen &#8211; eher schon die Tatsache, dass diverse dort ansässige Übliche Verdächtige aus Umfeldern wie Sir Simon Battle, Beige GT, The Trashing Days gemeinsam zugange sind. Auf dem Debüt zelebrieren sie feinen Instrumental-Rock, der zwischen Monotonie und Wucht trefflich zu vermitteln versteht (nein, ich habe ganz und gar nichts gegen Monotonie!). Ob da Kraut bei ist? Und ob da Kraut bei ist!<br />
Containerhead &#8211; Hallo. Warten. Danke. (kyr Records)</p>
<p>8. Wire &#8211; Two Minutes<br />
Old School Part 1: Wire melden sich mit einer interessanten, aufregenden, spannenden Platte. Mehr muss, mehr mag ich dazu nicht sagen &#8211; Selberhören macht schlau.<br />
Wire &#8211; Red Barked Tree (Pinkflag)</p>
<p>9. Gang Of Four &#8211; You Don&#8217;t Have To Be Mad<br />
Old School Part 2: Gang Of Four melden sich mit einer interessanten, aufregenden, spannenden Platte. Mehr muss, mehr mag ich dazu nicht sagen &#8211; Selberhören macht schlau.</p>
<p>10. Sonic Youth &#8211; Chez Yves (Alice Et Clara)<br />
Old School Part 3 &#8211; sozusagen. Wer schon immer mal hören wollte, wieviel Kino-Affinität drinsteckt in Sonic Youth, dem sei der Soundtrack &#8220;Simon Werner A Disparu&#8221; wärmstens ans Herz gelegt.<br />
Sonic Youth &#8211; Simon Werner A Disparu (Sonic Youth Records)</p>
<p>11. Tephra &#8211; Chains And Pounding Hooves<br />
Dick. Dick und groovy. Tephra aus Braunschweig haben mich einst schon auf dem South Of Mainstream-Festival positiv überrascht. Das neue Werk &#8220;Tempel&#8221; glänzt metallisch in der Sonne, verbreitet nachhaltig und tiefsitzend Missmut und zeichnet sich &#8211; wie schon erwähnt &#8211; dennoch durch einen Groove aus, der diese Form von, ähem, nun ja, Metal auf völlig neue Ebenen zu heben versteht.<br />
Tephra &#8211; Tempel (Golden Antenna)</p>
<p>12. Nicoffeine &#8211; Holy Hell Of A Himmel<br />
Knackig, knackig: Die Band um Mastermind Soheyl Nassary, Guido Lucas und Jörg A. Schneider sind sichere Garanten, wenn es um die Zelebrierung von Noise-Rock geht. Da geht einem aufrechten Krawallkopf einfach das Herz auf: Aggressiv, groovy, befreiend. Katharsis a go-go!<br />
Nicoffeine &#8211; Lighthealer Stalking Flashplayer (bluNoise)</p>
<p>13. Electric Wizard &#8211; The Nightchild<br />
Feinster Doom-Matsch, an dem sich mit Sicherheit alle Geister scheiden werden. Meinen Respect haben die allemal &#8211; so eine Form der Nichtproduktion muss man auch erst mal bringen können. Electric Wizard kümmern sich einen Dreck darum, was der Rest der Welt denkt und Lee Dorrian bietet dem Ganzen dankenswerter Weise via Rise Above eine schöne Heimat. Ach, was sage ich da überhaupt &#8211; ultimativer Doom-Matsch!<br />
Electric Wizard &#8211; Black Masses (Rise Above)</p>
<p>14. The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble &#8211; All Is One<br />
Jazz hat viele Gesichter &#8211; eines davon wird von dem Kilimanjaro Darkjazz Ensemble auf treffliche Weise geprägt!<br />
The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble &#8211; From The Stairwell (Denovali)</p>
<p>15. Third Eye Foundation &#8211; If You Treat All Like Terrorists We Will Become Terrorists<br />
Wie sehr ich Matt Elliott in seiner Inkarnation als Third Eye Foundation vermisst habe, wurde mir erst bewusst, als ich mir &#8220;The Dark&#8221; zum ersten Mal anhörte. Diese Sounds! Diese Breakbeats! Ja, dies habe ich sehr vermisst. Mal ganz abgesehen davon, welche Hellsichtigkeit Matt Elliott uns mittels des Songtitels vermittelt.<br />
Third Eye Foundation &#8211; The Dark (Ici D&#8217;Ailleurs)</p>
<p>16. Seefeel &#8211; Faults<br />
Welch triumphale Rückkehr &#8211; geradeso als lägen nicht ein gutes Dutzend Jahre zwischen dem letzten alten und dem ersten neuen Lebenszeichen der Band um Sarah Peacock und Mark Clifford. &#8220;Seefeel&#8221; dockt sowohl an Richtung Old School als auch Richtung New School. Die essentiellen Dinge wie Dub, Kraut, elektronische Sounds, meinetwegen auch Indie trefflich vermengt. Und das Prinzip gilt nach wie vor: We don&#8217;t know why we like this, but we do.<br />
Seefeel &#8211; same (Warp)</p>
<p>17. PJ Harvey &#8211; The Glorious Land<br />
Polly Jean Harvey KANN keine schlechte Musik machen. No way. Keine Chance. Sie ist eine der Menschen, die dies einfach nicht KÖNNEN. Wobei es schon eine Sensation ist, wie verdammt, verdammt, verdammt großartig &#8220;Let England Shake&#8221; ist &#8211; auch hier stimmt einfach alles, was gesagt, geschrieben und gehypt wird.<br />
PJ Harvey &#8211; Let England Shake (Island)</p>
<p>18. Esben And The Witch &#8211; Warpath<br />
Neee, mit Witch House hat dies nix zu tun, da bloß nichts weismachen lassen. Eher schon mit Gothic der old schooligen Sorte, was ja auch nichts Übles ist &#8211; erst recht, wenn man dies so vortrefflich zu inszenieren versteht wie die Band um Rachel Davies. Ansonsten staune ich, welch mediale Dynamik Esben And The Witch mit einem musikalischen Entwurf, der ja nun an Eindeutigkeit und Straightness nichts zu wünschen übrig lässt, mittlerweile entwickeln.<br />
Esben And The Witch &#8211; Violet Cries (Matador)</p>
<p>19. Toro Y Moi &#8211; New Beat<br />
Chazwick Bundick aka Tor Y Moi ist zurück: Vor Jahresfrist gab er dem Begriff Chillwave die entsprechende Prägung. Die neue Platte lässt mich oft auch an ganz andere Dinge denken &#8211; an Funk beispielsweise. Oder an eine massive Psychedelic-Kante.<br />
Toro Y Moi &#8211; Underneath The Pine (Carpark Rec.)</p>
<p>20. Chaim &#8211; U &amp; Eye<br />
Nochmal BPitch Control: Chaim kommt aus Tel Aviv, was man durchaus hört &#8211; und dabei meine ich nicht nur die diversen orientalischen Einflüsse in Sound und Melodieführung, sondern auch die straighte Pop- und Dancefloor-Orientierung.<br />
Chaim &#8211; Alive (BPitch Control)</p>
<p>Leider nicht mehr untergekommen, aber trotzdem geil:<br />
Lucy &#8211; Bein<br />
Luca Mortellaro aka Lucy hat mit &#8220;Wordplay For Working Bees&#8221; ein Album gemacht, das gewinnbringend die Stoizität von Dub-Techno mit der Spiel- und Experimentierfreude von Electronica und der Nonkonformität von Stockhausen &amp; Co. vereint.<br />
Lucy &#8211; Wordplay For Working Bees (Stroboscopic Artefacts)</p>
<p>Emanuele Errante &#8211; Counterclockwise<br />
Intensiv-Hörern im Bereich Ambient und Soundscape ist der Name Emanuele Errante mit Sicherheit ein Begriff &#8211; schließlich hat er bereits mit Brian Eno oder Nils Frahm gearbeitet. Und die neue Platte ist ein großartiges Ereignis für all jene, die auch in einer sehr großen Klanglandschaft Spektakuläres entdecken können.<br />
Emanuele Errante &#8211; Time Elapsing Handheld (Karaoke Kalk)</p>
<p>Isolee &#8211; One Box<br />
Auch wenn Rajko Müller diesmal nicht den Überflieger-Hit serviert &#8211; die neue Platte von Isolee ist dennoch ein Genuss für all jene, die die Größe von Microhouse zu schätzen wissen.<br />
Isolee &#8211; Well Spent Youth (Pampa Rec.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/03/17/die-grose-wurstplatte-die-kommentierte-playlist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bittersweet &#8211; Azure Ray waren in der Stadt</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/03/16/bittersweet-azure-ray-waren-in-der-stadt/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/03/16/bittersweet-azure-ray-waren-in-der-stadt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 20:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Diary]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=2942</guid>
		<description><![CDATA[Azure Ray sind nicht nur Schönheit. Azure Ray sind auch durchtränkt von einer schmerzlichen Bitterkeit, die erst die Schönheit zum Leuchten bringen kann. Daran hat sich nichts geändert - auch wenn die Rückkehr von Orenda Fink und Maria Taylor sich in vielerlei Hinsicht anders anfühlt als erwartet. Weniger Emo und Expressionismus, mehr Folk und Impressionismus. Ein Erlebnis ist es aber dennoch allemal, die Beiden live auf einer Bühne zu sehen, zu fühlen, zu erleben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0742.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2943" title="IMG_0742" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0742.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Unsere kleine Leipziger Heimatzeitung hatte im Vorfeld des Azure Ray-Konzerts offenbar ein wenig im Archiv gestöbert. Und dabei stieß man ein weitere Konzertankündigung, in der sinngemäß folgendes dargelegt wurde: Die musikalischen und vor allem gesanglichen Darbietungen von Orenda Fink und Maria Taylor seien derart bezaubernd in ihrer Schönheit, dass sie auch problemlos von Dingen wie Hartz IV singen könnten. Mal abgesehen von der aus meiner Sicht etwas bedenklichen Grundeinstellung, die da von der Flapsigkeit, die von etlichen Autoren unbedingt, aber vollkommen zu Unrecht zu popkulturellen Entäußerungen dazu zu gehören scheint, nur mühsam überdeckt wird &#8211; irgendwie stimmt dieses Bild nicht. Zumindest wenn man mal beispielsweise einen Song wie „We Are Mice“ heranzieht, der durchaus als Reflektion über Themen wie soziale Abgekoppeltheit, Verlorenheit, Chancen- bzw. Hoffnungslosigkeit verstanden werden kann. „They Are Elephants We Are Mice“, man muss ja gerade in Songtexten, die sich partiell als Lyrik verstehen wie in vorliegendem Falle, nicht immer mit dem groben Holzhammer arbeiten.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0757-e1297977692954.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2945" title="IMG_0757" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0757-e1297977692954.jpg" alt="" width="323" height="485" /></a></p>
<p>So weit, so unterhaltsam. Wenn man nicht an dieser Stelle mal festhalten müsste, dass diese Reduzierung des Duos Azure Ray auf das Schöne, Anschmiegsame, Männerherzen-Brechende, Süße schon ziemlich perfide ist. Weil da diese zweite Komponente schlicht draußen gelassen wird, die Orenda Fink und Maria Taylor zwingend auszeichnet &#8211; das „bitter“ an „bittersweet“. Und dass diese Band ohne diese Kombination aus der Schönheit beispielsweise eines harmonischen Satzgesangs hart an der Grenze zur Perfektion und eines wohltemperierten Songwritings mit eben jener schmerzhaft direkten Offenheit, Emotionalität, Melancholie (bis an die Grenze der Morbidität), ja Bitterkeit nun mal nicht Azure Ray wären. Die einzigartigen Azure Ray, die (auch wieder mal) mehr sind als nur die Summe der einzelnen Teile. Wobei sich interessanterweise nach der Reunion die Wichtungen verschoben zu haben scheinen &#8211; was mir schon im direkten Vergleich zwischen „Drawing Down The Moon“ und „Hold On Love“ aufgefallen ist. Letztere Platte war (und ist, zumindest in meinen Ohren) ein gewaltiges Statement. Ein Statement über die Sprengkraft dessen, was man möglicherweise am besten mit dem Begriff „Das Politische der Privatheit“ umschreiben kann. Die Dinge, über die beinharte politicians selbstredend nur verächtlich lachen, die aber unterm Strich eine Menge mit Sachen wie Haltung zu tun haben. Mit Einstellung und mit dem (natürlich irgendwie indifferenten, aber was im Leben ist nicht indifferent) Streben danach, kein Arschloch sein zu wollen. Mit Nonkonformität als Lebensgefühl: Ich habe keine Lust, dazu zu gehören &#8211; zum Mainstream, zum übergreifenden Konsens, zum gängigen Verständnis einer straighten Lebensplanung. Diese Grundhaltung, die in Pop ja eigentlich noch viel mehr drinsteckt als das Prinzip Stardom (das sich letztlich eigentlich erst aus dieser Grundhaltung entwickeln kann. Dieses exzentrische Ding kann sich ja erst bilden, wenn man sich selbst ausdrücklich für anders als der übliche Standard hält &#8211; mit allen Risiken und Nebenwirkungen selbstredend). Diese Grundhaltung, die nicht nur aus Azure Rays „Hold On Love“ herausstrahlte, sondern eigentlich aus jeder Platte des Saddle Creek-Universums und die letztlich wohl dafür sorgte, dass dieses Label weniger stil- als vielmehr lebensgefühlsprägend wurde. „Drawing Down The Moon“ ist anders. Nicht schlechter unbedingt, aber anders. Weniger Expressionismus, viel mehr Impressionismus. Dies ist weniger ein Statement nach außen als viel mehr ein Versichern des eigenen Selbst. Wir sind noch da, wir fühlen noch ähnlich, aber es ist in erster Linie unsere Sache. Was natürlich nicht bedeutet, das Zuhören auszuschließen. Oder schwierig zu machen. Keine Frage. Wer nun ein richtiger Schlaumeier sein möchte, könnte daraus auch ablesen, dass sich sowohl Orenda Fink und Maria Taylor als auch die versammelte Saddle Creek-Posse (davon kann man ja wirklich reden) durchaus der Tatsache bewußt sind, dass das Prinzip „Emo“ ein totgerittener Gaul ist. Nicht mehr wiederbelebbar, weil vollkommen inhaltsleer. Das kann man wirklich so sehen &#8211; was sich auf der neuen Azure Ray-Platte beispielsweise an einer ausgeprägten Folkifizierung der Musik nachvollziehen lässt.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0752-e1297977626185.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2944" title="IMG_0752" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0752-e1297977626185.jpg" alt="" width="323" height="485" /></a></p>
<p>Gut, nun muss man dazu eines unbedingt festhalten &#8211; was wir hier machen ist Jammern auf allerhöchsten Niveau. Auf einem Niveau, das viele andere Bands nicht einmal ansatzweise erreichen werden. Aus dieser erwähnten Kombination der Komponenten „bitter“ und „sweet“ beziehen Azure Ray eine beneidenswerte Einzigartigkeit &#8211; ebenso wie aus der Kombination der Stimmen von Orenda Fink und Maria Taylor. Wobei es einfach immer wieder eine wunderbare Erfahrung ist, diesen Beiden zuzusehen, die Unterschiede derart zu erleben. Auf der einen Seite Maria Taylor, die scheinbar unbeeindruckt, geradezu cool agiert. Ein ergreifender, höchst emotionaler Gesang gewürzt mit einer Prise Unnahbarkeit, mit Distanziertheit, mit dem puren Gegenteil dessen, was uns gemeinhin als Klischee des Singer/Songwritertums kredenzt wird. Das kribbelt, ehrlich. Und auf der anderen Seite Orenda Fink, die dieses Klischee eben auch nicht erfüllen möchte &#8211; sondern vielmehr um ihre Stimme, um ihren Text, um ihre Musik auf der Bühne geradezu kämpft. Die das Prinzip „Anstrengung“ (ja, ich rede hier von einer Definition im Rollins‘schen Sinne. Ja, ja, der Kerl mit den vielen Tattoos, Black Flag und so. Henry Rollins) ungebremst und unkaschiert auf die Bühne bringt. Auch mit einer Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, die sie mit Maria Taylor gemeinsam hat. Und wie dies erstmal kribbelt &#8211; herrje, wirklich beeindruckend. Ein Erlebnis. Auch wenn die Verschiebung der Dinge auch live in der Leipziger Schaubühne Lindenfels nachhaltig zu spüren war: Der beinahe schon emotionale Aufbruch, als Maria Taylor ans elektrische Piano trat, um „If You Fall“ zu intonieren, war enorm. Ein Aufbruch aus dem ruhigen, impressiven Konzert, das ich bis dato ebenfalls genossen hatte. Ein Aufbruch, der mir aber ganz wichtig war &#8211; um das Prinzip Azure Ray auch 2011 stimmig auf die Bühne zu bringen.</p>
<p>Btw.: Einen deutlichen Bezugspunkt, von welch hohem Niveau wir im Kontext „Azure Ray“ reden, hatten die Beiden bei der Tour gleich selbst mit im Gepäck. Drummer James Huggins III aka James Husband servierte uns vor dem Auftritt des Duos ein geradezu groteskes Singer/Songwriter-Modell, das mich im Nachgang immer noch ein wenig fassungslos macht ob seiner absolut strangen Seltsamkeit. Inzwischen bin ich zu der Ansicht gelangt, dies alles als irgendwie selbstironisch aufgeladenes Anti-Statement zu eben jenen erwähnten Thema Singer/Songwriter zu sehen, das unter anderem die permanente Ernsthaftigkeit der schmerzlichen Inszenierung auf die Schippe nehmen möchte. Was unter anderem daran liegt, dass James Huggins III dereinst bei Of Montreal mitwirkte, die sich ja nun auch durch ein eher lockeres, geradezu humorvolles Verhältnis zum eigenen Musizieren auszeichnen. Allein &#8211; viel besser macht dies alles den erlebten oder vom mir besser gesagt durchlittenen Auftritt auch nicht. Was unterm Strich eine Menge darüber sagt, wie schwierig es ist, auf dem glitschigen Terrain emotionalen Songwritings den sicheren Stand zu wahren.<br />
Fotos: Klaus Nauber</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/azureray">http://www.myspace.com/azureray</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/jameshusband">http://www.myspace.com/jameshusband</a></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_0752.jpg"><span style="color: #ffffff;"> </span></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/03/16/bittersweet-azure-ray-waren-in-der-stadt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jack, Alter! House! &#8211; Steffi &#8220;Yours &amp; Mine&#8221;</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/02/22/jack-alter-house-steffi-yours-mine/</link>
		<comments>http://www.persona-non-grata.de/2011/02/22/jack-alter-house-steffi-yours-mine/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 19:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[++]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.persona-non-grata.de/?p=2997</guid>
		<description><![CDATA[Der Beat, der einfach niemals kaputt gehen wird. Dazu noch ein treffliches Andocken an ein House-Verständnis, das mit dem mystischen Ort "Chicago" so vortrefflich umschrieben werden kann. Steffi Doms serviert mir mit "Yours &#038; Mine" via Ostgut Ton eine Platte, an der ich einen Narren gefressen habe - oh, dieser Finesse, mit der sie es schafft, aus einer Nichtmelodie eine sanft einhüllende Harmonie zu zaubern, will ich mich überhaupt nicht verschließen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Steffi_500.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2998" title="Steffi_500" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Steffi_500.jpg" alt="" width="500" height="677" /></a></p>
<p>Schon im Zusammenhang mit KTL hatte ich auf einen interessanten Punkt hingewiesen: Die Beschäftigung mit Musik, die nonverbal auskommt und auch ansonsten nicht sonderlich viele Angriffspunkte für eine fein säuberliche Kategorisierung bietet, ist meist von hohem Unterhaltungswert. Weil diese Beschäftigung in aller Regel allerlei Spannendes zutage fördert, Seltsames, Kurioses, Abseitiges, Erhellendes, Unterhaltsames – kurzum eine Menge Dinge, die den Geist wohltuend anzuregen vermögen. Warum ich dies sage? Weil ich im Zusammenhang mit dem Longplayer-Debüt von Steffi Doms auf <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2011/02/11/dj-steffi-berghain_7592" target="_blank">diesen Artikel</a> gestoßen bin, der mich dann doch anständig zum Grübeln gebracht hat: Ehrlich gesagt hatte ich bislang beim Goutieren einer Techno-Platte noch nie darüber nachgedacht, welches Geschlecht da nun eigentlich konkret an Laptop, Sequenzer, 303/606/808/909, Synthesizer oder Was-weiß-ich-noch-so-alles-für-Geräte agiert hat. Ein wenig schuldbewußt fragte ich mich: Bin ich jetzt ein schlechter, gar ignoranter Mensch? Oder lenkt diese Betrachtungsweise der Dinge meine Gedanken auf einen gar schlammigen Pfad, auf dem ich mangels Background oder Problembewusstsein oder Know-how oder Emphatie oder gar einer verhängnisvollen Mischung aus allem einfach nur steckenbleibe? (btw.: Noch mal ein Dankeschön an den Herren Max Goldt für dieses schöne sprachliche Bild.) Herrje, ich weiß es nicht.</p>
<p>Andererseits dachte ich dann wirklich mal etwas intensiver darüber nach, wie ich House oder meinetwegen Techno oder elektronische Musik generell goutiere. Wie ziellos auf der einen Seite und nach wie vor geradezu euphorisch auf der anderen – auch wenn ich so ganz und gar nicht zu Fraktion der beinharten Clubgänger gehöre, die stets steif und fest behauptet, Reflektionen zum Thema House wären ausschließlich nachts um 3 Uhr im xxx (bitte den Club eigener Wahl einsetzen) angebracht. Wogegen ich mich hüte etwas zu sagen, weil sie, nun ja, einfach einmal Recht haben. Abseits von diesem – ähem, nun ja – Handicap nehme ich aber alles, was ich kriegen kann – mir sind Styles und Sounds, Retrofizierung und Aktualität so etwas von schnuppe, wenn mich das kickt, was da aus den Boxen kommt. Ich nehme die Wahnwitzigen, die sich durch eine schillernde Wanne an stilistischer Vielfalt planschen (siehe TokTok), ebenso gerne wie den sauber durchdachten, beinahe schon streng konzeptionell aufgebauten Sound-Entwurf (siehe Pantha du Prince). Ich mag die strikt funktionale Track-Sammlung (wie etwa Oliver Huntemanns „H-3“) genauso gerne hören wie den Maximal-Techno eines Helmut Geier (ah, „Teufelswerk“!). Ich mag es hart, trocken und irre taumelnd an der Grenze zum EBM – ebenso wie einen geradezu sanft pulsierenden Housebeat, der mich mit Wärme geradezu einhüllt. Ich mag es, wenn es 70 Minuten am Stück durchpumpt, ich mag es, wenn mir einer mit irrlichternden Beat-Experimenten kommt und so weiter und so fort. Wer mir dies jetzt als Beliebigkeit auslegen mag, nur zu, da kann ich wohl wenig dagegen tun. Aber ich habe ohnehin etwas andere Maßstäbe und Wahrnehmungsbereiche, die nur sehr, sehr, sehr wenig mit dem klassischen Techno-Rezeptionsverhalten zu tun hat, das sich doch des öfteren mal um solche Dinge wie aktuelles Sound-Design dreht und ohnehin viel mit dem Thema Aktualität zu tun hat. Ich meine, ich höre wirklich gerne zu, wenn aus berufenem Munde darüber philosophiert wird (bei Mathias Schaffhäuser hatte ich mal das echte Vergnügen) und ich vermag auch im Ansatz zu verstehen, warum es da geht &#8211; allein fehlen mir dann doch am Ende des Tages jene Beurteilungsraster, um mich auf diese Aktualitätsdiskussionen auch nur einlassen zu können. Mehr noch: Genau genommen ist es mir am Ende des Tages dann doch vollkommen gleichgültig, ob sich da jemand auf retrofizierenden Pfaden bewegt, wenn, ja wenn ich dennoch etwas rausnehmen kann aus dem musikalischen Entwurf.</p>
<p>Was zumindest ein bißchen erklärt, warum ich an „Yours &amp; Mine“, dem bereits erwähnten Debüt der gebürtigen Niederländerin Steffi Doms, so einen unglaublichen Narren gefressen habe. Warum ich mittlerweile beinahe schon das Gefühl habe, ohne wenigstens den einen obligatorischen Steffi-Durchlauf pro Tag nicht mehr über die Runden zu kommen. Weil diese neun Tracks natürlich einen ausgesprochen Traditionalismus buchstabieren &#8211; wobei es ja durchaus zu den interessanten Aspekten der Zeit gehört, dass man auch im House- bzw. Techno-Kontext längst von Traditionalismen sprechen kann. Vom mystischen Orten wie Detroit oder Chicago, die einen festen Platz in den Rezeptionsmechanismen gefunden haben &#8211; zum Beispiel in der Rezeption von Steffi, die eigentlich ohne diesen Verweis auf „Chicago“ gar nicht über die Runden kommt. Weil es eine derart mauerfeste Referenz ist, die jedem da draußen, der ein bißchen im Saft steht, sofort signalisiert, von was wir hier reden. Von einer Musik, die sich ihrerseits auch wieder als Fortsetzung einer Tradition versteht &#8211; und da reden wir hier nicht nur von Kraftwerk und der elektronischen Seite, sondern auch von Philly-Soul und P-Funk. Was mir im Übrigen irgendwie wesentlich wichtiger erscheint als die oben angerissenen Gender-Verweise, über die nachzudenken ja ganz unterhaltsam sein mag: Aber gerne auch mal im Auge zu behalten, dass sich Techno eben nicht nur aus Kraftwerk und EBM speist, sollte eigentlich eine gewisse essentielle Bedeutung haben. Da habe ich gar kein Problem, auch mal Namedropping mit Namen wie Frankie Knuckles, Marshall Jefferson oder Larry Mr. Fingers Heard zu betreiben. Teaching, Alter!</p>
<p>Es geht hier also um House in einer sehr, sehr klassisch definierten Form &#8211; mit warmen, analogen Sounds und Flächen, die selbstredend retrofiziert klingen. Die mich aber mal wieder daran denken ließen, was mich da eigentlich so gekickt hat vor nunmehr auch schon gut 20 Jahren, als mich Freund Donis anfing, mit diesem Techno-Zeugs (herrje, was man eben so denkt als Metal-sozialisierter, Sonic Youth-emphatisierter, stagedivender Hardcore-Nerd in einem strikten Punk/HC-Umfeld &#8211; ich weiß noch, wie mal einer auf einer Party die Sicherung rausgedreht hat, weil ihm Pressure Drop so auf die Nerven gingen. Was haben wir gelacht. Später) zu infizieren. Diese Andersartigkeit im Umgang mit Sound, mit Melodie und ja, auch mit diesem Personality-Ding &#8211; das war echt unerhört. Und wenn ich mir die Tracks von „Yours &amp; Mine“ anhöre, muss ich daran denken, wie faszinierend es ist, wenn sich eine Melodie aus etwas herausentwickelt, was formal gesehen eine Tonfolge ist, die so gar nichts klassisch melodiös, harmonisch Definierbares an und in sich trägt. Wie sich Pop und Eingängigkeit aus etwas schöpfen können, das einfach nur mit der Veränderung von Hörgewohnheiten zu tun hat. Denn diesen <a href="http://www.groove.de/reviews.php?id=7111" target="_blank">Verweis</a>, dass aus „Yours &amp; Mine“ eine außerordentliche (und im Ostgut-Kontext in der Tat eher ungewohnte) Pop-Attitude heraussticht, kann ich nur sehr warm unterstreichen. Oder dieser Beat, der einfach unkaputtbar ist in seinem Groove. Jack, Alter. Ich könnte diesem Beat stundenlang zuhören. Einfach nur diesem Beat, der mir in der Kombination mit den fein gesetzten Basslines ein Gefühl von Schwerelosigkeit vermittelt &#8211; womit wir dann irgendwie auch wieder auf der Tanzfläche wären. Da muss ja schließlich nicht permanent gebolzt werden (auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, hier und da ist man der Ansicht, im Club herrsche stets der Peaktime-Ausnahmezustand &#8211; nun ja, mein Club wäre dies nicht). Das Explodieren ist die eine Seite von Techno, aber es gibt eben auch diese Zustand der Implosion: Das eine geht nach draußen, das andere nach innen. Trance? Herrje, wenn es nur nicht so ein verseuchter Begriff wäre. Und mithin fehlleitend &#8211; denn an der Stelle, an der, räusper, handelsüblicher Trance die Melodien mit dem Holzhammer stanzt, lässt sich Steffi auf eben jenes erwähnte, ähem, Wunder ein, aus einer eigentlich nicht vorhandenen Harmonie eine melodiöse Struktur entstehen zu lassen (das Prinzip „Mehr als die Summe der einzelnen Teile“, wenn ich dies mal so sagen darf). Dies ist wohl schon ein echter Unterschied.</p>
<p>Womit ich dann lustigerweise doch noch einmal bei diesem Punkt Sounddesign wäre. Um denn man nun mal nicht rumkommt im elektronischen Kontext und der gerade bei „Yours &amp; Mine“ doch auch auf treffliche Weise zum Tragen kommt. Abseits von Aktualität, einfach im Sinne unterschiedlicher Reflektionsebenen: Es macht einen gehörigen Unterschied, in welchem Kontext man diese Platte hört. Sie funktioniert auf einer sehr schlichten Anlage ebenso wie im Club &#8211; nur eben auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Hier die Faszination der Transformation Nichtmelodie &#8211; Melodie, dort der satte Wumms der Basslines und hey Mann, Jack, der Beat, der einfach nicht kaputt gehen kann. Unter Kopfhörer ist es noch mal eine ganz andere Sache. Ach ja, unbedingt erwähnen muss ich noch die beiden Vocal-House-Stücke „Yours“ und „You Own My Mind“ mit Virgina: Hier wird dann die von mir so geliebte Pop-Transformation quasi absolut offensichtlich gemacht &#8211; und zugleich offenbart, wieviel an veränderten Techno-Hörgewohnheiten schon im Overground angekommen sind.</p>
<p>Ach ja, eines noch zum Schluss: Nein, auch ich vermag in „Yours &amp; Mine“ keinen, ähem, „Frauen-Techno“ wahrzunehmen. Sorry, aber ich höre da eher einen Umgang mit der Sache, die mich dann doch eher an das klassische Anti-Stardom-Prinzip von elektronischer Musik erinnert. In diesem Sinne ist diese Platte selbstredend auch kein „Autoren-Techno“ &#8211; dafür ist mir dies alles viel zu klassisch (herrje, mein Lieblingswort, merke ich gerade, aber ich kann‘s nicht ändern) gedacht, viel zu referentiell, viel zu universell. „Yours &amp; Mine“ lässt sich in meinem Kopf auch nicht zwingend andocken an Orte wie das Berghain oder die Panoramabar, die Musik funktioniert auch genauso gut in der Distillery. Das ist übrigens kein Zeichen von Beliebigkeit, sondern von Qualität. Erst recht, weil Steffi Doms die Langstrecke nahezu mühelos meistert &#8211; was ja auch mal zwingend herausgehoben werden muss.</p>
<p>„Yours &amp; Mine“ von Steffi ist auf Ostgut Ton erschienen.</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/steffiklakson" target="_blank">www.myspace.com/steffiklakson</a></p>
<p><a href="http://ostgut.de/label/" target="_blank">http://ostgut.de/label</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.persona-non-grata.de/2011/02/22/jack-alter-house-steffi-yours-mine/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

