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	<title>: Persona Non Grata : : : &#187; Thomas</title>
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		<title>Kurzer Prozess – Righteous Kill  von Jon Avnet</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 12:24:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Momente im Leben eines Cineasten, da er seinen flehenden Blick gen Himmel in Richtung Hollywood erhebt und gebetsartig Wünsche äußert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/kurzerprozess400.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1185" title="kurzerprozess400" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/kurzerprozess400.jpg" alt="" width="283" height="400" /></a></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span id="more-1184"></span><span>Was macht einen guten Film aus? Sind es die Stars vor und hinter der Kamera, die technische Finesse für Augen und Ohren oder ein knallbuntes Marketing? Nein, das sind Parameter für einen erfolgreichen Film. Erfolgreiche Filme messen sich an gefüllten Kinokassen und sind nicht immer auch gute Filme. Der Umkehrschluss ist leider trauriger, viel zu selten ist ein guter Film auch ein erfolgreicher. Sicher ist diese Aussage angreifbar, doch maßgebend ist letztendlich der persönliche Standpunkt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es lässt sich grundsätzlich feststellen, dass vor allem die Geschichte welche erzählt wird über die Qualität eines Films entscheidet und das Erzählen selbst. Das sinnreiche Verstricken der verschiedenen interpretierbaren Ebenen zu einem harmonischen Geflecht, das nicht zu durchschaubar gerät und doch den Betrachter nicht für dumm erklärt. Die Figuren begreifbar zu machen, die sich zu- oder gegeneinander stellen. Zulassen, den individuellen Zugang in die Geschichte zu finden. Das Genre ist dabei egal.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es gibt Momente im Leben eines Cineasten, da er seinen flehenden Blick gen Himmel in Richtung Hollywood erhebt und gebetsartig Wünsche äußert. Einer dieser Wünsche wurde erhört. Robert De Niro und Al Pacino spielen – dreizehn Jahre nach „<em>Heat“ -<span> </span></em></span><span>wieder zusammen in einem Film. „Righteous Kill“<em> </em></span><span>bietet den beiden nicht nur wenige Minuten in zwei gemeinsamen Szenen, sondern die komplette Spielfilmlänge um sich auszuloten. Und das tun sie, dieses Mal nicht als Antagonisten, sondern Seite an Seite. Es macht Spaß ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Zwei Dinosaurier, die jeder für sich Filmgeschichte schrieben. Die großartigen Filmen mit ihrem intensiven Spiel zur Meisterschaft verhalfen, sie fest in unser kollektives Bewusstsein verankerten. Filme wie „Der Pate“, „Taxi Driver“, „Scarface“, „Brazil“ und eben „Heat“<em>.</em></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>„Righteous Kill<em>“ </em></span><span>erzählt die Geschichte der beiden New Yorker Cops Rooster (Al Pacino) und Turk (Robert de Niro) die kurz vor ihrer Pensionierung einer Serie von Morden auf der Spur sind. Alle Opfer sind vom Gesetz verschont gebliebene Verbrecher. Schnell wird klar, dass der Killer in den Reihen der Polizei zu suchen ist. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Im Prinzip eine solide Story. Nicht ganz unbekannt, aber das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Und Russell Gewirtz ist, nach seinem Drehbuch für „<em>Inside Man“</em></span><span>, eine sichere Bank für spannungsreiche Thriller. So denkt man und denkt falsch.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Jon Avnet seinen Achtungserfolg „Grüne Tomaten“ (1991) nie wiederholen konnte, mag ein erstes Indiz sein. Doch hält das Darstellerensemble Namen wie John Leguizamo, Carla Gugino und Donnie Wahlberg bereit und verwischt damit jede Vorsicht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Aber die ist geboten! Was dem geneigten Zuschauer vorgesetzt wird, ist bestenfalls Mittelmass und das auch nur wegen der überdurchschnittlichen Leistung der Schauspieler, allen voran De Niro und Pacino, die sichtliche Freude an ihrer Zusammenarbeit hatten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Der Plot ist durchschaubar. Wenn Turk am Anfang des Films in einer Videobotschaft ein Geständnis ablegt, ist dies zu leicht als falsche Fährte zu erkennen, was dem Film viel Spannung nimmt. Die Wendungen in der Geschichte sind lau bis abgegriffen und schaffen es nicht Suspense zu erzeugen. Der Konflikt zwischen Turk und seinem Kollegen Simon Perez (John Leguizamo) wird zu oberflächlich abgehandelt und wirkt dadurch aufgesetzt und affektiert. Carla Gugino wiederum hat schwer mit ihrer sehr eindimensional angelegten Rolle als Karen Corelli zu kämpfen. Als Turks Kollegin und Geliebte soll sie als Femme Fatale wirken, wird aber an einer zu kurzen Leine gehalten und kann so nicht überzeugen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Auch die Dialoge lassen keine Atmosphäre aufkommen. Abgesehen von ein paar Lichtblicken, zum Beispiel wenn sich die Partner Perez und Riley (Donnie Wahlberg) über die Größe des Flachbildfernsehers am Tatort eines der Mordopfer auslassen, wirken sie sonst nicht sonderlich originell.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Drehbuch hat gute Ansätze, leider werden diese nicht ausgeschöpft. Die Leistung des Regisseurs kann dem wenig entgegensetzen. Der Film will einfach nicht in Fahrt kommen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Da hilft es auch nicht, das große Vorbild „Heat“ immer wieder zu bemühen. Wenn am Ende Rooster in den Armen von Turk stirbt ist das wie ein Déjà-vu. Eben nur in vertauschten Rollen. Selbst der Zug, bei „Heat“<em> </em></span><span>am Anfang des Films, fährt vorbei. Soll sich hier ein Kreis schließen? Wohl kaum. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Allein das Finish des Films, düster im Style der Neo-Noir, kann überzeugen, eingefangen von Kameramann Denis Lenoir, der unter anderem auch Francois Ozons „Angel“ fotografierte.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Warum Al Pacino und Robert De Niro dieses Engagement angenommen haben, kann nur vermutet werden. Al Pacino soll einmal gesagt haben, ihm ist das Drehbuch egal, wenn seine Gage nur hoch genug ist. Robert De Niro hat, abgesehen von einem Hotel und einem Restaurant, in Manhattan auch eine Filmproduktion. Vielleicht ist der wirtschaftliche Druck so hoch, dass er immer wieder Rollen annehmen muss, die sich im Mainstream finden und versprechen erfolgreiche Filme zu werden. Diese sind eben nicht immer auch gute Filme. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es macht Spaß Robert De Niro und Al Pacino zuzusehen und es tut weh zu erkennen, dass „Righteous Kill“<em> </em></span><span>diese seltene Chance nicht nutzte.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>A tout de suite &#8211; Hier und jetzt von Benoît Jacquot</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 00:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Paris, Frühling 1975 - eine Zeit des Aufbruchs nach dem Pariser Mai ´68, eine Zeit neuer Perspektiven, aber auch die Zeit der Radikalisierung und des Terrorismus in der westlichen Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-931" title="a_tout_de_suite" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/a_tout_de_suite.jpg" alt="" width="300" height="400" /></p>
<p>Paris, Frühling 1975 &#8211; eine Zeit des Aufbruchs nach dem Pariser Mai ´68, eine Zeit neuer Perspektiven, aber auch die Zeit der Radikalisierung und des Terrorismus in der westlichen Welt.</p>
<p>Eine 19-jährige Kunststudentin aus gutbürgerlichen Verhältnissen lernt in einer Bar einen jungen Marokkaner kennen und verliebt sich augenblicklich in ihn und die Freiheit, die er verkörpert.<br />
Sie ist ihres Alltags überdrüssig, sucht nach einem Abenteuer, das er ihr zu bieten scheint. Sie schläft mit ihm. Es ist das Erwachen ihrer Persönlichkeit, ihre erste Liebe, die sehr bald schon auf eine fatale Probe gestellt wird. Denn der Geliebte entpuppt sich als Krimineller, ein Bankräuber.<br />
Nach einem Raub mit Geiseln und Toten gelingt es ihm und seinem Komplizen der Polizei zu entkommen. Sie zögert keinen Moment, den beiden Unterschlupf zu gewähren und mit ihnen zu flüchten, nach Spanien, Marokko, bis nach Griechenland. Hier endet für die junge Frau dann abrupt die Flucht. Am Zoll wird sie aufgehalten, ihre Freunde befürchten entdeckt zu werden und verschwinden ohne ein Wort des Abschieds. Nun ist sie allein und mittellos in Athen auf sich gestellt, die Situation bleibt für sie unfassbar und sie wartet. Wartet auf ihren Geliebten, der nie wieder zurückkehren wird.</p>
<p>Benoît Jacquot erzählt diese bewegende und auf einer realen Begebenheit beruhenden Geschichte in der Auffassung der Nouvelle Vague, in schwarz-weiß gedreht und mit einer hervorragend besetzten Isild Le Besco in der Hauptrolle.<br />
Immer wieder fängt die Kamera das Gesicht von Isild Le Besco in Großaufnahmen ein. Hier findet das Eigentliche statt. In ihrem Gesicht ist die Tragik von Anfang an lesbar, wie eine Vorankündigung des Unvermeidbaren. Das Versprechen auf Freiheit, das nicht gehalten werden kann. Liebe gilt nur dem Augenblick, der Rest ist Schweigen. Ein Nachhall, dröhnend und leer, ein Warten, bei dem sie vergisst, auf was sie wartet.<br />
Wie von der Nouvelle Vague verlangt, schränkte sich Benoît Jacquot ein und realisierte diesen Film mit einfachsten Mitteln. Der Film verweist auf Jean-Luc Godards &#8220;Außer Atem&#8221; und setzt wie dort auf die filmische Ästhetik der Handkamera, dem oftmals asynchrone Verlauf von Sprache und Bildmontage in den Dialogszenen, dem berühmten Jump Cut. Doch verzichtete er auf die heroischen Gesten seiner dem Untergang geweihten Helden und führt damit das große Vorbild ins Absurde. Es herrscht Ernüchterung, das Eingeständnis der Katastrophe; aus Freiheit wird Flucht, das Glück ist ein Selbstbetrug, es bleiben Zwänge.<br />
Der Ausbruchsversuch der Jugend aus dem Korsett bestehender Moralvorstellungen und Erwartungen, die Hoffnungen einer neuen Generation, enden in einer fehlgeschlagenen Revolte.<br />
Sicher kann Benoît Jacquots Film als Abgesang auf die Ideale der Bewegung von `68 verstanden werden, doch gerade durch die namenlosen Protagonisten und den Verzicht auf Farbe ist die Geschichte in jede Zeit übertragbar.</p>
<p>Der Film berührt durch seine Ehrlichkeit, beschreibt ohne Pathos und voller Respekt ein kurzes Glück mit hoffnungslosem Ausgang, unheimlich und schön.</p>
<p>Regie/Drehbuch: Benoît Jacquot<br />
Darsteller: Isild le Besco, Ouassini Embarek u.a.<br />
Frankreich, 2004</p>
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		<title>Shine a Light von Martin Scorsese</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 22:37:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Rebellion wurde ein gefälliges Revueprogramm. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-918" title="shine-a-light" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/shine-a-light.jpg" alt="" width="303" height="450" /></p>
<p>Seit Jahren befindet sich die Popmusik in einer Art Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Übriggebliebenes aus einem halben Jahrhundert Musikgeschichte wird, herausgelöst aus ihrem historischen Kontext, zu neuen Stilen gemischt. Befreit von den intellektuellen Altlasten neutralisiert sich so die einstige Bedeutung und es bleibt die reine Form.</p>
<p>Auch die Rolling Stones reproduzieren sich seit „Sticky Fingers“ (1971) in vielen ihrer Songs. Allerdings mit der Intension sich als Marke inklusive eignem Logo (Zunge) zu etablieren. Aus der Rebellion wurde ein gefälliges Revueprogramm. Und so ist es auch wenig verwunderlich, dass Martin Scorseses die Rolling Stones in „Shine a Light“ zeigt, bei dem was sie am besten können &#8211; einer Show.</p>
<p>Der Film, dass muss man ihm lassen, ist ein wirklich gut gemachter und mit enormen technischen Aufwand umgesetzter Konzertmitschnitt. Insgesamt kommen 14 Kameras zum Einsatz, alle besetzt mit hervorragenden, zum Teil Oscar-prämierten Kameramännern. Auch die Montage der Bilder ist virtuos. Das eröffnet Perspektiven, die einem normalen Konzertbesucher verwehrt bleiben.</p>
<p>Eine tiefere Informationsebene, abgesehen von ein paar kurzen historischen Statements, findet jedoch nicht statt. Nach dem Dokumentarfilm „Gimme Shelter“, über die traurigen Ereignisse von Altamont 1969 und Jean-Luc Godards subversiven Experimentalfilm „Eins plus Eins“ über die Entstehung der legendären Hymne &#8220;Sympathy for the Devil&#8221; ergänzt Scorsese mit „Shine a Light“ lediglich die Liste der Stones-Filme ohne sie nachhaltig zu prägen.</p>
<p>Allenfalls die Anfangssequenzen, über den schwierigen Entstehungsprozess des Films, in denen sich Martin Scorsese als selbstgefälligen Stones-Fan inszeniert, kann als Ironie verstanden werden.<br />
Das die Aufnahmen in einem altehrwürdigen Theater, dem New Yorker Beacon Theater, gemacht wurden, gibt der Darbietung eine angemessene Kulisse, überrascht aber nicht. Auch die unvermeidlichen Gastauftritte von Künstlern wie Christina Aguilera und Jack White als Offerte an eine jüngere Generation waren zu erwarten.</p>
<p>„Shine a Light“ ist ein Film für hartgesottene Rolling Stones Fans, die ihr Idol nicht hinterfragen wollen, eben gute Konsumenten sind. Und so bleibt nur den genialen Freddie Mercury mit ein wenig Zynismus zu zitieren: „The Show Must Go On“!</p>
<p>Regie:  Martin Scorsese<br />
USA, 2007</p>
<p><em>&#8220;Shine a Light&#8221; ist bei Kinowelt auf DVD erschienen.</em></p>
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		<title>Julia von Erick Zonca</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2009/04/27/julia-von-erick-zonca/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 11:09:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Was muss einem Menschen widerfahren, dass er sich aufgibt, sich dem Selbstbetrug gänzlich hingibt, und was kann dieser Mensch noch erwarten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-900" title="julia100" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/julia100.jpg" alt="" width="300" height="424" /></p>
<p>Was muss einem Menschen widerfahren, dass er sich aufgibt, sich dem Selbstbetrug gänzlich hingibt, und was kann dieser Mensch noch erwarten?<br />
Los Angeles, Stadt der Engel. Julia (Tilda Swinton) ist 40 und einsam. Ihre Abende verbringt sie in Bars und Discos, ihre Nächte mit Männern, die sie nicht kennt. Sie hat aufgegeben, nach einem Sinn, einem Halt in ihrem Leben zu suchen. Julia treibt dahin in exzessivem Alkoholkonsum, einer selbstzerstörerischen Flucht vor sich und der Realität. Als sie dann noch ihren Job verliert, scheint die Katastrophe perfekt.<br />
Bei einem wenig ernst genommenen Besuch der Anonymen Alkoholiker lernt Julia ihre mexikanische Nachbarin Elena (Kate del Castillo) kennen. Elenas achtjähriger Sohn Tom (Aidan Gould) wächst gegen ihren Willen bei seinem reichen Großvater auf. Sie versucht Julia zu überzeugen,Tom nach Mexiko zu entführen, wo sie mit ihm fortan zusammen leben möchte. Anfänglich lehnt Julia dies kategorisch ab, doch bald hat sie ihren eigenen Plan und willigt ein. Sie glaubt, ihre Erlösung ist nur eine Frage des Geldes, und will von dem Großvater 2 Millionen Dollar erpressen.<br />
Ab hier wechselt der Plot radikal. Was anfänglich die Charakterstudie einer Alkoholikerin ist, die sich zusehends entmenschlicht, wird zu einem temporeichen Thriller eines verzweifelten Ausbruchsversuchs. Entgegen aller Vernunft kidnappt Julia den kleinen Tom und stellt somit ihr Schicksal auf die Probe.<br />
Erick Zoncas Film „Julia“ bricht, wie seine Hauptfigur, Konventionen. Grenzen verwischen, und so wird eine neue Sicht auf die Dinge möglich. Tilda Swinton weiß dies virtuos zu nutzen. Sie verleiht Julia eine faszinierende Ambivalenz zwischen resolutem Auftreten und einer desolaten Orientierungslosigkeit, einer mit Gewalt unterdrückten Angst. Zwischen Lügen und Selbstbetrug und einem doch noch vorhandenen Sinn für Gerechtigkeit. Sie macht die Zerrissenheit ihrer Figur begreifbar. Die Intensität, mit der Tilda Swinton ihre Rolle gibt, verleiht dem Film auch in schwierigen Momenten die notwendige Glaubhaftigkeit. Auch alle anderen Darsteller, allen voran Saul Rubinek in der Rolle von Julias nicht ganz selbstlosen Freund Mitch, überzeugen mit hohem schauspielerischen Können.<br />
Dem Franzosen Erick Zonca ist ein interessanter Genrespagat gelungen. Und durch die landschaftliche, aber auch soziale Dimension eine Hommage an das amerikanische Kino abseits von Hollywood. Besonders auch an den Film noir, eben weil die moralisch fragwürdige Hauptfigur Julia am Ende des Films in eine unklare Zukunft blickt. Und wenn sie sich in Tijuana wirklich miesen Gangstern als Gloria zu erkennen gibt, wird klar, dass hier „Gloria“ von John Cassavetes Pate ist &#8211; ein Film von einem Regisseur, der gerade für eine unkonventionelle Auffassung vom Kino steht. Zonca gibt keine Antworten, Rechtfertigungen oder Erklärungen. Julia wird das Happy End vorenthalten. Doch findet sie etwas, das mehr wert ist als Geld und vielleicht sogar ihre Rettung bedeutet, ein Faden, an den sie anknüpfen kann, der für sie verloren zu sein schien &#8211; ihre Menschlichkeit.</p>
<p>Regie: Erick Zonca<br />
Darsteller: Tilda Swinton, Saul Rubinek, Kate del Castillo, Aidan Gould u.a.</p>
<p><em>&#8220;Julia&#8221; ist bei Arthaus erschienen.</em></p>
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		<title>I can´t smile without you  Hellboy 2 &#8211; Die goldene Armee</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 19:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[comic]]></category>
		<category><![CDATA[hellboy]]></category>

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		<description><![CDATA[Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, ich liebe die, von Mike Mignola und Guillermo del Toro erschaffene Figur des Hellboy!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-872" title="hellboy2" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hellboy2.jpg" alt="Hellboy2" width="408" height="605" /></p>
<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, ich liebe die, von Mike Mignola und Guillermo del Toro erschaffene Figur des Hellboy! Er ist nicht der nette Superheld von nebenan und braucht keine phantastische Technologie oder ein Fledermauskostüm um sein Ego aufzupolieren. Er genügt sich, weder fein- noch tiefsinnig, doch mit einem großen Herz.<br />
Und entgegen der Behauptung im Pressetext, stammt Hellboy nicht aus der Hölle, sondern wurde 1944 von Grigori Rasputin durch ein Dimensionsportal in unsere Welt geholt. Wer den ersten Film von 2004 gesehen hat, weiß das.</p>
<p>In dem neuen Film von Guillermo del Toro „Hellboy 2 &#8211; Die goldene Armee“, dem zweiten Teil der von ihm angekündigten Trilogie, gerät der ewige Frieden zwischen der Menschheit und den unsichtbaren Gefilden der fantastischen Unterwelt ins Wanken, da sich der verbitterte Elbenprinz Nuada nicht mit der blinden Gier der Menschen abfinden kann. Er versucht die unbezwingbare goldene Armee wiederzuerwecken. Die Einzigen, die das noch verhindern können, sind Red (Kosename von Hellboy) und seine Mitstreiter aus dem Bureau of Paranormal Research and Defense (einer Unterabteilung des FBI) Liz und Abe.</p>
<p>Spätestens mit „Pans Labyrinth“ hat der mexikanische Filmemacher Guillermo del Toro sein Gespür für eine ästhetisch außergewöhnliche Umsetzung anspruchsvoller Stoffe bewiesen. Sicher ein Grund, warum er für „Der Hobbit“, die lang erwartete Fortsetzung, oder besser Vorgeschichte der Tolkien- Saga „Der Herr der Ringe“ engagiert wurde.<br />
Doch anders als in seinem für den Oscar nominierten Meisterwerk, setzt del Toro in Hellboy 2 nicht auf eine innovativ feingliedrige Bildsprache, sondern versucht ganz bewusst der Pulp-Ästhetik der Comicvorlage von Mike Mignola gerecht zu werden. Leider gelingt ihm das nicht ganz so gut, wie im ersten Teil. Zwar sieht man dem Film zu jeder Zeit das weitaus höhere Budget an – die digitalen Effekte und Animationen sind auch wirklich gut – doch geht dadurch der durchaus gewollte B-Movie-Charme des Vorgängers verloren.</p>
<p>Gewonnen haben die Schauspieler, ihnen wurden mehr Möglichkeiten und Raum eingeräumt ihre Figuren zu entwickeln. Allen voran Ron Perlman, der noch besser als im ersten Teil die Rolle des Hellboy verkörpert. Er ist ein absoluter Glücksgriff und schafft es, unter der selbst für ihn umfangreichen Korsage der Maske, souverän und mit der notwendigen Glaubwürdigkeit das weiterzuentwickeln, was er im ersten Teil vorgelegt hat. Dies ist besonders deutlich in seiner Beziehung zu Liz zu sehen. Beide sind, wie zu vermuten war, ein Paar. Aber Superhelden haben eben auch mit den ganz normalen Problemen und Missverständnissen, die eine Beziehung mit sich bringt, zu kämpfen. Und da beide zu wenigen Kompromissen bereit sind, führt das zu einigen recht komischen Turbulenzen. Was dann wiederum etwas aufgesetzt wirkt. Doch gönnen wir den beiden den Spaß und del Toro den Versuch noch eine weitere Ebene in die Geschichte einzugliedern.<br />
Alles in allem sind die Figuren wunderbar besetzt und gespielt und man kann den Akteuren regelrecht ansehen, dass die Zusammenarbeit viel Freude gemacht haben muss.</p>
<p>Sicher hatten diese Basis auch Mike Mignola und Guillermo del Toro. Wie schon im ersten Teil sind beiden für das Drehbuch verantwortlich.<br />
1993 schuf Mignola seinen Comichelden Hellboy und schon früh zeigte del Toro großes Interesse an diesem Stoff. Allerdings sollte es noch zehn Jahre dauern, bis er die notwendigen Geldgeber für sein erklärtes Lieblingsprojekt gewinnen konnte. Bisher hat Guillermo del Toro zweimal ein sicher lukrativeres Engagement für einen „Harry Potter“ -Teil Hellboy zu Liebe ausgeschlagen.<br />
Und sicher teilen Mignola und del Toro eine Vorliebe für nordische Mythologie und die Mystik eines Aleister Crowleys oder H.P. Lovecraft. Hier gibt es kein Schwarz oder Weiß, eher ein Grau in vielen Untertönen.</p>
<p>Im ersten Teil war Rasputin Hellboys Gegenspieler, und das bedeutet nicht, dass er von Grund auf böse war. Vielmehr wollte er den Ragnarök, die Götterdämmerung, heraufbeschwören: Die letzte Schlacht der alten Götter, worauf, nach deren Vernichtung, eine neue Welt entstehen soll. So glaubten es zumindest die Nordländer vor der Christianisierung.<br />
Ein durchaus mephistophelisches Prinzip. Das war im Jahr 1944; der Zweite Weltkrieg zeigte unverhohlen seine hässliche Fratze. Hier wird Rasputins Ansinnen durchaus verständlich. Auch, dass er als Eunuch der Liebe zu einer Frau fähig war, zeigt sein Mitgefühl.<br />
Nun ist es Prinz Nuada, gegen den Hellboy antreten muss. Und auch er zeigt Charakteristika des Guten. Zwar ist er ein Vatermörder, doch will er seine Welt vor der endgültigen Zerstörung durch die Menschen bewahren. Ein nachvollziehbarer Ansatz. Auch die Verbindung zu seiner Zwillingsschwester Prinzessin Nuala zeigt, dass das Böse nicht ohne das Gute existieren kann.<br />
Selbst Hellboy muss sich immer wieder entscheiden, zwischen seiner Bestimmung als Anung Un Rama (sein eigentlicher Name) und seiner Überzeugung.</p>
<p>„Hellboy 2 &#8211; Die goldene Armee“ lässt von Anfang bis Ende keine Langeweile aufkommen und überzeugt inhaltlich wie visuell. Ein gutes Training für die Lachmuskeln ist garantiert!<br />
Übrigens, einen Leckerbissen und Beweis für sein Talent liefert Guillermo del Toro gleich zu Anfang, als Professor Trevor Bruttenholm seinem Ziehsohn Hellboy eine Gutenachtgeschichte vorliest. Hier lässt er im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen tanzen.</p>
<p>Regie: Guillermo del Toro<br />
Drehbuch: Mike Mignola, Guillermo del Toro<br />
Cast: Ron Perlman (Hellboy), Selma Blair (Liz Sherman), Doug Jones (Abe Sapien), James<br />
Dodd (Johann Krauss), Luke Goss (Prinz Nuada), John Hurt (Trevor &#8216;Broom&#8217; Bruttenholm), Jeffrey<br />
Tambor (Tom Manning), Anna Walton (Prinzessin Nuala)</p>
<p><em>&#8220;Hellboy 2 &#8211; Die goldene Armee&#8221; ist bei Universal auf DVD erschienen.</em></p>
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