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	<title>: Persona Non Grata : : : &#187; Allgemein</title>
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		<title>Der Groove des Dunklen und Kalten &#8211; Omega Massif</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 19:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Doom]]></category>
		<category><![CDATA[Macht und Mächtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[„Karpatia“ - die neue Definition von fett. Omega Massif haben das eigentlich Unfassbare geschafft und der Welt des schwergewichtigen Doom Metals ein Meisterwerk hinzu gefügt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_484.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3892" title="s08_484" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_484.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Omega Massif sind die, ähem, args, ööööhhh. Ja, die &#8220;Was&#8221; des Doom Metal sind die nun eigentlich? Es ist so eine Sache mit den flott aus der Hand geschüttelten Vergleichen, den flapsigen Namedroppings, den locker konstruierten Brücken zwischen unterschiedlichen Styles und Attitudes. Die flotten, flapsigen und lockeren Versuche sind in aller Regel nicht viel mehr als gut gemeint (wobei natürlich jeder weiß, dass dies das genaue Gegenteil von gut ist), sobald man anfängt, darüber nachzudenken, wird‘s kompliziert. Und schwierig. Und inhaltsschwer. Tja, finde mal ein wirklich treffliches Pop-Äquivalent zum Omega Massif‘schen Doom-Entwurf. Wer jetzt mit dicken Namen wie Depeche Mode oder Pet Shop Boys um sich wirft, zeigt nur &#8211; er hat nix verstanden. Weder das eine noch das andere. Klar klingt das prima: Omega Massif sind die Pet Shop Boys des Doom. Sind sie aber nicht. Vielleicht Zoot Woman, wie mir nach wirklich langem Überlegen in den Sinn kam. Denn wir brauchen hier ein Äquivalent, das sich ähnlich wie Omega Massif in den durchaus eng abgesteckten Grenzen des bewußt gewählten Stils bewegt ohne auch nur einen winzigen Funken an Relevanz oder gar Qualität einzubüßen. „Karpatia“ ist ein wahrhaft beeindruckendes Monument dafür, dass man eben diese Relevanz und Qualität erreichen kann, ohne sich einem wie auch immer gearteten Crossover-Prinzip zu unterwerfen, ohne das Anrennen gegen Genregrenzen, ohne Brückenschlagen und ohne die Illusion einer hochfliegenden Vision. Der Begriff „Bodenständigkeit“ hat nun nicht gerade die beste Reputation in musikreflektierenden Kreisen &#8211; meistens zu Recht, hier aber nun mal vollkommen zu Unrecht. Omega Massif sind bodenständig im wirklich allerallerallerallerbesten Sinne. Durch Konsequenz, durch Streben nach Perfektion und durch das Gefühl für Groove.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_468.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3889" title="s08_468" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_468.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Ein bißchen erstaunt bin ich ja, dass es offenbar allerlei Unstimmigkeiten betreffs der stilistischen Einordnung der Band zu geben scheint. Sie selbst bezeichnen sich als „Instrumental Downtempo Band“, was ich durchaus als Synonym zu „Doom (Metal)“ verstehe. Das „<a href="http://www.metal-archives.com/bands/Omega_Massif/56578" target="_blank">Encyclopedia Metallum</a>“ ordnet das Ganze unter „Sludge Metal“ ein, was ich angesichts der Präzision, der Klarheit, der Strukturiertheit des Omega Massif‘schen Schaffens für reinen Blödsinn halte &#8211; allerdings ziehen sich diese seltsamen Sludge-Verweise permanent durch die Rezeption der Würzburger Band, habe ich festgestellt. Vielleicht mag mich ja mal einer erhellen, was die angesprochene Klarheit, Präzision und Strukturiertheit mit „Matsch“, „Zähigkeit“ oder gar EyeHateGod zu tun haben sollen. Ganz lustig wird‘s sogar, wenn gestandene <a href="http://www.babyblaue-seiten.de/album_11789.html" target="_blank">Prog-Rocker</a> diesen Stoff für sich in Anspruch nehmen. Richtig laut auflachen musste ich über die Begründung, die Verwendung von „düster-obsessiven Riffs“ sei einer der Links in Richtung Progressive Rock &#8211; irgendwie will mir gerade diese Verwendung als ein Merkmal für die Abwesenheit von Prog-Rock erscheinen, Tool hin oder her. Und irgendwie kann ich mir auch ganz gut vorstellen, dass die Jungs von Omega Massif ein ähnliches Unbehagen bei der Kollision mit „Progressive“ empfinden wie meine Wenigkeit. Das aber nur mal am Rande. Worum‘s mir eigentlich geht: Die durchaus unterschiedlichen Rezeptionen in durchaus unterschiedlichen Szene-Zusammenhängen, die eben auch mal über das klassische Doom Metal- und meinetwegen auch Sludge- oder Post Metal-Publikum weit hinausreichen, zeigen mir eines &#8211; „Karpatia“ hat so etwas wie Konsens-Fähigkeiten. Eine Platte, auf die sich viele Leute einigen können. Natürlich all jene, die sich sich für das schiere Gewicht in Musik interessieren (und da agieren Omega Massif aus Gründen, auf die ich noch eingehen werde, in einer sehr eigenen Liga). Aber auch all jene, die sich mit Macht und Mächtigkeit von Musik beschäftigen. All jene, die eine wahlweise apokalyptische oder gegen-modernistische Atmosphäre in Musik zu schätzen wissen (besonders interessant fand ich in dieser Hinsicht den Verweis auf eine durchaus erkennbare Folktradition &#8211; sie wissen schon, diese düster gegrummelten Lieder am Lagerfeuer, die von Mord, Totschlag, Zauberei und Übernatürlichen handeln &#8211; die vom De Bug-Rezensenten Bleed aufgemacht wurde). All jene, die musikalische Präzisionsarbeit zu schätzen wissen. All jene, die an die Vereinbarkeit von scheinbaren Gegensätzen glauben wie beispielsweise von Masse und Leichtigkeit. All jene, die einen Groove auch in einer Musik erkennen können, die nicht für den Tanzflur entworfen wurde. Und natürlich mal ganz abgesehen von all jenen, die sowieso aus Prinzip nie einen Bogen um im besten Sinne auf- und anregende Musik machen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_498.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3894" title="s08_498" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_498.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Die drei Punkte, die aus meiner Sicht aus „Karpatia“ ein wahrhaftiges Erlebnis machen, hatte ich schon angesprochen. Da wäre Konsequenz. Die Konsequenz, wirklich alles, absolut alles aus den gegebenen Möglichkeiten eines musikalischen Styles herausholen zu wollen. Da sind Omega Massif konsequent bis zum Gehtnichtmehr: Natürlich werden die Riffs im höchstmöglichen Grad von „Fett“ aufeinander geschichtet und getürmt, bis sich daraus ein erschlagender Wall Of Riff-Sound ergibt. Und ebenso natürlich wird im logischen Wechselspiel von An- und Entspannung eben dieser Wall Of Riff-Sound abgetragen bis auf den kargen Erdboden, auf dem sich dann atmosphärisch wertvolle Bass- und Gitarrensounds schlängeln dürfen (in dieser Hinsicht ist gerade „Im Karst“ eine achtminütige Offenbarung, für mich DAS zentrale Stück dieser Platte, das alles, absolut alles, was Omega Massif auszeichnet, unfassbar stimmig auf den Punkt bringt). Natürlich rollt die Lawine, wenn erst mal in Gang gesetzt, in eben jenem nackenmuskelzerfetzenden Headbanger-Tempo-Modus zu Tal, dem man sich als Metaller schon gleich gar nicht, aber auch als Außenstehender nur ziemlich schwer entziehen kann. Und davon, dass die hier konsequent das Naheliegende, das Logische, das Offensichtliche tun, will ich gar nicht erst anfangen &#8211; natürlich folgt auf den Wall Of Riff-Sound die katharsische Auflösung, auf die Anspannung die Entspannung. Aber diese Konsequenz hat noch eine weitere Ebene: Omega Massif sind ebenso konsequent Teamplayer. Eine Band. Eine Band als Einheit von vier Leuten, die sich diesem Band-Prinzip (mehr als die Summe der einzelnen Teile, wir erinnern uns noch) auch konsequent unterordnen &#8211; bis hin zur künstlerischen Selbstaufgabe des Individuums. Was für mich noch einmal ein weiterer wesentlicher Unterschied zu Progismen jeglicher Art zu sein scheint: Hier geht‘s eben nicht um die Inszenierung von Muggertum. „Karpatia“ verzichtet komplett auf Schnickschnack, auf unnötige Details und Verschnörkelungen, auf Arabesken und Selbstdarstellungsversuche der einzelnen Beteiligten. Es wird getan, was aus Sicht des Stücks/Tracks logischerweise getan werden muss &#8211; im Wechsel von An- und Entspannung. Oder weil es in diesem Moment höchstmögliche Wirksamkeit erzielt (und auf höchstmögliche Wirksamkeit legen Omega Massif eindeutig großen Wert). Mehr als die Summe der einzelnen Teile eben.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_491.jpg"><img title="s08_499" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_499.jpg" alt="" width="323" height="485" /></a></p>
<p>Und dann wäre da noch das Streben nach Perfektion, dass mit der erwähnten Konsequenz eine gewinnbringende Reaktion eingeht &#8211; aus der dann die ebenfalls schon erwähnte Präzision entsteht. Eine Präzision im Songwriting, die eben jene konsequente Perfektion oder wahlweise perfekte Konsequenz als musikalische Vision hat. Und eine Präzision im Zusammenspiel, die die Kraft hat, auch über widrige Umstände hinweg zu gehen. Über widrige Umstände in Live-Situationen, um genauer zu sein. Die Studio-Situation ist ja das eine &#8211; die Umsetzung auf der Bühne etwas ganz anderes. Und genau da haben mich Omega Massif immer wieder mit jener höchstmöglichen Wirksamkeit und konsequenten Perfektion geradezu weggeblasen. Vollkommen gleichgültig, ob da ein exzellenter Kerl am Mischpult sitzt, der aus feinster Technik das Beste herauszuholen weiß. Oder man sich auch in technischer Hinsicht den Bedingungen von Punk stellen muss. Da glaube ich nur zu gerne, dass sich diese Band voll und ganz in ihrer Musik versenkt. Dass sie ihr Tun und Handeln einzig und allein auf ihre Musik ausrichtet. Dass sich ihre Existenz um ihre Musik dreht &#8211; weil ich es in „Karpatia“ nicht nur hören, sondern beinahe körperlich fühlen kann. Weil jede Note genau an dem Platz sitzt, an den sie hingehört. Weil keine einzige Millisekunde dieser Platte in irgendwie überflüssig wäre. Weil sich dies alles so wunderbar richtig anfühlt. So stimmig. So logisch. So perfekt und so konsequent. Und ja, so bewußt. Natürlich ist dies am Ende des Tages ein wohl durchdachtes Kalkül, an dem Omega Massif feilen (und zwar offenbar mit echter Obsession, immerhin stammt der direkte Vorgänger „Geisterstadt“ aus dem Jahre 2007 &#8211; und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Band seither an „Karpatia“ feilte). Aber wenn es mit einem solchen Groove zum Leben erweckt werden kann, soll es mir allemal recht sein.</p>
<p><img title="s08_491" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/s08_491.jpg" alt="" width="323" height="485" /></p>
<p>Denn dies ist &#8211; aus meiner Sicht &#8211; das Außergewöhnliche, dass diese Band aus dem normalen Szenekontext heraushebt. Dieser Groove. Diese Leichtigkeit. Diese Fähigkeit, diese innere Logik im Track-Aufbau nicht wie kunsthandwerkliches Malen nach Zahlen klingen zu lassen, sondern wie die echte Offenbarung. Dabei geht es mir nicht einmal darum, dass Omega Massif nun den Groove in den Doom gebracht hätten &#8211; herrje, den gab‘s ja nun auch schon bei den Schreihälsen von Black Sabbath. Aber das die konsequente Verdüsterung von Atmosphäre, Verdunklung von Räumen und Verkältung von Sound eine derartig ausgeprägte Sexyness haben könnte, naja, das finde ich schon überraschend. Weshalb ich persönlich ja auch der Ansicht bin, Omega Massif im Doom-Kontext unter Pop einsortieren zu können, dürfen, wollen. Ihr wisst schon, diese Geschichte mit dem Konsens, mit der Wirksamkeit über den Kreis der üblichen Verdächtigen hinaus. Deshalb auch der Einstieg. Scheinbare Widersprüche inklusive &#8211; natürlich sprechen oberflächlich Dinge wie der fehlende Gesang (der allerdings aus zwingenden Gründen fehlt, ansonsten würden wir ja nicht über perfekte Konsequenz reden) oder der Track-Aufbau mit zentralen Stücken jenseits der Acht-Minuten-Grenze auf den ersten Blick dagegen. Auf den zweiten hat sich Pop nie um derartige Oberflächlichkeiten geschert. Was jetzt eine zwingende Ermunterung sein soll, sich „Karpatia“ unbedingt und auf jeden Fall einmal anzuhören. Nur um mal zu schauen, ob es auch dann die erwähnte Offenbarung ist. Ich jedenfalls möchte diese Erfahrung auf gar keinen Fall missen.</p>
<p>PS: Ausdrücklich sei auch noch einmal auf das formidable Artwork hingewiesen, dass sich &#8211; natürlich &#8211; mit konsequenter Perfektheit bzw. perfekter Konsequenz in den Band-Kontext einordnet.</p>
<p>PPS: Selbstredend spielen Omega Massif zum Denovali Swingfest am kommenden Wochenende &#8211; am Sonnabend, genauer gesagt. Ich kann da nicht hin, was mich gehörig ärgert, aber wer irgendwie in der Nähe der Weststadthalle in Essen sein sollte, muss da dringend mal hinschauen. Warum, kann man <a href="http://denovali.com/swingfest/" target="_blank">hier</a> nachlesen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/karpatia200.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3870" title="karpatia200" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/karpatia200.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a></p>
<p>&#8220;Karpatia&#8221; von Omega Massif ist via Denovali erschienen. Unbedingt emfehlenswert ist auch die Doppel-CD-Kombination &#8220;Geisterstadt &#8211; Kalt&#8221;, die gleichfalls via Denovali zu kriegen ist.</p>
<p><a href="http://denovali.com" target="_blank">www.denovali.com</a></p>
<p>Fotos: K. Nauber auf dem South Of Mainstream 2008</p>
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		<title>Die Melvins und ich &#8211; 20 Jahre Besessenheit</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/09/05/die-melvins-und-ich-20-jahre-besessenheit/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 22:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie irgendwie tatsächlich noch: Bands, um die herum sich eine Aura des Legendären von einem derartigen Ausmaß formt, dass sich Menschen mit ausgewachsener Leidenschaft in ernsthafte Arbeit stürzen, um eben diese Bands auf die ein oder andere Weise ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Selten geht es dabei um Bands, die sich in selbigen permanent sonnen, eher die versteckten Verrückten, die haltlosen Grenzgänger und die ausdauernden Erwartungshaltungszermalmer. Leute wie die Melvins beispielsweise, die sich im Oktober endlich mal wieder hierzulande blicken lassen. <b>Mit einer Musik-Auswahl vom Freitag, 9.9. bei Radio Blau</b> ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Melvins.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3780" title="Melvins" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Melvins.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Es gibt sie irgendwie tatsächlich noch: Bands, um die herum sich eine Aura des Legendären von einem derartigen Ausmaß formt, dass sich Menschen mit ausgewachsener Leidenschaft in ernsthafte Arbeit stürzen, um eben diese Bands auf die ein oder andere Weise ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Selten geht es dabei um Bands, die sich in selbigen permanent sonnen, eher die versteckten Verrückten, die haltlosen Grenzgänger und die ausdauernden Erwartungshaltungszermalmer. Leute wie die Melvins beispielsweise, die sich im Oktober endlich mal wieder hierzulande blicken lassen.</p>
<p>Gut, es wird immer wieder und allen Ecken und Enden behauptet, dass diese Band etwas ganz Besonderes sei. Wird ja auch via Wikipedia festgehalten, dieses Ding mit der „eigenen kleinen Nische der Rockmusik“, in der sich King Buzzo und Dale Crover mit wechselnden Bassisten rumtreiben würden. Naja, wenn‘s da schon steht. Oder wahlweise auch gedroppt wird vom Musikjournalismus der herkömmlichen Sorte nach dem Motto „Höhöhö, Melvins sind Kult, wa! Die Haare! Und die haben ja Grunge erfunden! Und King Buzzo! Und so durchgeknallt! Höhöhö.“ Sorry, dies musste jetzt mal raus. Wobei ich dies alles ja garnicht schlecht finden mag &#8211; was den Melvins dient, kann nur gut sein. Finde ich. Aber wovon ich wirklich rede, ist die Tatsache, dass es sich auch 24 Jahre nach „Gluey Porch Treatments“ (oder 25 nach „Six Songs“, wenn wir es denn mal ganz genau nehmen wollen) voll und ganz lohnt, sich mit dieser Band zu beschäftigen. Und zwar nicht lohnt im Sinne von „Da nehme ich aus nostalgischen Erwägungen die neue Melvins halt mal mit“, sondern weil man nie so genau weiß, was einen da nun eigentlich erwartet. Der völlige haltlose Wahnsinn, der zwischen Geräuschfetischismus der ausgeprägten Art und ebenso ausufernden wie bruchstückhaften Rock-Skizzierungen schwankt wie ein Fischkutter bei Windstärke 12? Oder vielleicht doch eher jene Inkarnation, die die Heavy Metal-Bratzigkeit auf ein unfassbares Level von Progismus transformiert, dass einem die Augen tränen (siehe „The Bride Screamed Murder“ aus dem vergangenen Jahr)? Dann wären da ja auch noch die legendären Meta-Mainstream-Melvins aus „Houdini“-Tagen im Angebot &#8211; inklusive jener Melvins, die 2005 die ganze Chose live nachgespielt haben und im Jahr darauf als „Houdini Live“ unters Volk brachten. Wobei man bei dieser Gelegenheit vielleicht auch mal erwähnen muss, dass dieses Ding, was man jeder anderen Band als sinnlose Beutelschneiderei vorgehalten hätte, hier unfassbarer Weise wirklich SINN ergibt. Nur eine der zahllosen Mysterien, die sich um diese Band entwickeln.</p>
<p>Kurzum: ich rede von Besessenheiten. Von Obsessionen, die dergestalt nachhaltig wirken, dass man auch nach 20 Jahren an Melvins-Platten nicht oder nur ganz schwer vorbeigehen kann. Davon, dass mich die Melvins wie eigentlich keine zweite Band durch eben diese 20 Jahre begleitet haben. Herrje, ich muss wirklich mal darüber nachdenken, wieso weshalb und warum ich eigentlich auf diese Band gestoßen bin? Weil sie damals, 1990 schon Kult war? In den Kreisen, in denen ich mich damals so bewegte? Weil sie als Giganten des Verschleppens galten, als wahnwitzige Apologeten des ganz, ganz, ganz, ganz fetten Riffs, an denen ich irgendwie schon immer ein gewaltiges Interesse hatte (Nachwehen der Heavy Metal-Sozialisation möglicherweise)? Oder war es dieses ziemlich legendäre Foto von diesen drei Taugenichtsen und Schreihälsen, die da vorm Zaun rumstehen mit Shirley Temples Tochter Lori Black in der Mitte und der Katze, die da am Schwanz hochgehoben wurde? Naja, irgendwie gab‘s für mich keinen Weg vorbei an dieser Band, an diesem Konglomerat aus „Ozma“ und „Gluey Porch Treatments“, das mir dann auch via Mailorder (das war damals noch so) ins Haus gebracht wurde. Und als ich mir diese schlanken 33 Songs reingezogen hatte, wußte ich Bescheid: Das musste im Auge behalten. Weil all diese Vorab-Klischees stimmten und dann doch wieder nicht. Weil das nicht nur die List am Verschleppen war, sondern die pure Lust am Krachschlagen, am Rockmusik-Zerfleddern (bei allem Respekt natürlich), an Dekonstruktion (auch wenn ich damals diesen Begriff nicht nutzte) und vor allem an Musik.</p>
<p>Es sollte sich ergeben, dass dieses „Im Auge behalten“ zur erwähnt lohnenswerten Angelegenheit wurde. Aus bereits oben erwähnten Vielseitigkeitsgründen. Und weil sich die Melvins immer einen ziemlichen Dreck um Erwartungshaltungen geschert haben &#8211; selbst in ihrer „Mainstream-Phase“, dieser Zeit bei Atlantic mit „Houdini“, „Stoner Witch“ und „Stag“, die im Nachgang irgendwie immer noch als gigantisches Musik-Missverständnis angesehen werden darf. Eben wegen diesem Sich-Einen-Dreck-Scheren, dass uns hier eben auch drei Veröffentlichungen beschert hat, deren Eine-Spur-Neben-Der-Normalität-Der-Alternative-Nation-Rockmusik bis zum heutigen Tage nix an Subversivität und yeah, Frische verloren hat. Ruhig mal ausprobieren. Und da reden wir noch gar nicht von all diesen Auslotungen am Rande des Hörbaren, von „Colossus Of Destiny“, diesem beinahe einstündigen Live-Monstrum, das im Wesentlichen aus Rauschen, Brummen und sonstigen Geräuschen besteht, an dem man aber wirklich eine Lust entwickeln kann (ich weiß, wovon ich rede, ich habe diese Platte etliche Male angehört). Oder von der unbedingt empfehlenswerten Doppel-CD „Singles 1-12“, auf der alle Singles zusammengefasst sind, die von den Melvins 1996 im Monatsrhythmus unter die Leute gebracht wurden &#8211; und auf der allerhand Unfassbares zu finden ist, angefangen von diversen Coverversionen bis hin zu wahrhaft Melvinesken Fingerübungen am eigenen Material. Oder von jenen drei EPs aus dem Jahre 1992, mit denen King Buzzo, Dale Crover und der damalige Bassist Joe Preston (ja, die Sache mit den Bassisten ist auch so ein Melvins-Ding), die Kiss derart verhohnepipelnd Respekt zollen oder wahlweise respektvoll verhohnepipeln, das einem ganz schwummrig wird vor Entscheidungsoptionen &#8211; mitlachen oder mitrespektieren? Naja, immerhin habe ich mich in meiner Metal-Sozialisation angenehm verstanden gefühlt &#8211; vielleicht auch so ein Grund, warum ich und die Melvins so dicke sind.</p>
<p>Hakenschlagen als Überlebenskonzept: Davon wird mir noch viel zu wenig geredet. Wer sich erst mal in diese „eigene Nische in der Rockmusik“ reinmusiziert hat, kann ganz ungeniert leben. Und Dinge machen, deren Logik erst mal nicht auf der Hand liegt (ganz abgesehen von kommerzieller Logik, die in diesem Kontext eh nie eine Rolle gespielt hat): Mit Jello Biafra den Speedpunk markieren zum Beispiel. Oder mit dem Herren Brian Williams aka Lustmord einen formidablen Clash aus Wumms und Fieps inszenieren, der sich aus wohliger Freude am Nervenendenaufreiben speist. Oder mit einem Dreifach-CD-Konzept, das allen Maden, Schleimern und Heulsusen ein musikalisches Denkmal setzt („The Maggot“, „The Bootlicker“ und „The Crybaby“ von 1999/2000). Oder für ein Remix-Album ausgewiesene Lärm-Terroristen der Bauart Merzbow oder Panacea neben Feingeister wie Matmos zu platzieren. Oder eine Fantômas Melvins Big Band ins Leben zu rufen. Oder das eigentlich aus meiner Sicht weitgehend vollkommen überflüssige Genre des Live-Albums tatsächlich mal mit Sinn, Verstand und Leben füllen &#8211; ich hatte die „Houdini“-Live-Nachbetrachtung bereits erwähnt, ebenso wie „Colossus Of Destiny“, aber verweise an dieser Stelle auch gerne auf den Melvins-Beitrag zur „Your Choice Live Series“ oder auf die just in diesem Jahr erschienene „Sugar Daddy Live“. Wobei letztere schon allein aus dem Grund empfehlenswert ist, weil man da mal fein erkennen kann, wie perfekt sich King Buzzo und Dale Crover mit der neu gewonnenen Big Business-Unterstützung von Jared Warren und Coady Willis verstehen &#8211; und welche Möglichkeiten dies für Live-Situationen eröffnet (zwischen Malmen, Rocken und Noisen). Mal ganz abgesehen davon, dass man einen Evergreen wie „Boris“ immer wieder gerne hört, sich an dessen Unverbrauchtheit erfreut und bei der Gelegenheit daran erinnert, dass man diesem Song zumindest ein bißchen eine fantastische Band verdankt (ja, eben die japanischen Boris).</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/POSTER-WEB.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3782" title="POSTER WEB" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/POSTER-WEB.jpg" alt="" width="500" height="705" /></a></p>
<p>Ja, ich habe all diese Platten im Schrank zu stehen. Ja, das kann man Besessenheit nennen. Eine Besessenheit, die mir immer Spaß gemacht hat. Weil die Band selbst immer Spaß hatte. Und es scheint nicht nur mir so zu gehen &#8211; um mal wieder zum Ausgangspunkt zurück zu gehen. Deshalb gibt es auch da draußen Leute, die einfach nur den Jugendtraum haben, mal ein Konzert mit den Melvins zu organisieren. Und die dies einfach tun wie Florian Bräunlich, Grinni Stangner und Christian Kühr von Eine Welt aus Hack bzw. Love &amp; Fist, der sie am 14. Oktober in Erfurt auf die Bühne stellen wird. Was wir hier ausdrücklich gutheißen und unterstützen. Ach was, verstehen sogar! Und wer nicht nach Erfurt kommen kann, sollte sich eines der anderen Konzerte reinziehen.</p>
<p>PS: Anbei hänge ich gleich noch mal die <strong>Playlist</strong> des jüngsten Melvins-Appetit-Mach-Specials auf Radio Blau mit an.</p>
<p>1. Melvins &#8211; Revolve (von &#8220;Stoner Witch&#8221;/ Atlantic)</p>
<p>2. Melvins &#8211; At A Crawl (von &#8220;26 Songs&#8221;/ Ipecac; Original von &#8220;Six Songs&#8221;/ C/Z Rec.)</p>
<p>3. Flipper &#8211; Way Of The World (von &#8220;Album Generic Flipper&#8221;/ Subterranean Rec.)</p>
<p>4. Captain Beefheart &#8211; Ashtray Heart (von &#8220;Doc At The Radar Station&#8221;/ Virgin)</p>
<p>5. Black Sabbath &#8211; Iron Man (von &#8220;Paranoid&#8221;/ Vertigo)</p>
<p>6. Melvins &#8211; Vile (von &#8220;Ozma&#8221;/ Boner Rec.)</p>
<p>7. Melvins &#8211; Love Thing (von &#8220;Ozma&#8221;/ Boner Rec.)</p>
<p>8. Mudhoney &#8211; Touch Me I&#8217;m Sick (von &#8220;Touch Me I&#8217;m Sick&#8221;/ Sub Pop)</p>
<p>9. Nirvana &#8211; Aero Zeppelin (von &#8220;Incesticide&#8221;/ Geffen)</p>
<p>10. Melvins/Joe Preston &#8211; Bricklebrit (von &#8220;Joe Preston&#8221;/ Boner Rec.)</p>
<p>11. Melvins &#8211; Going Blind (von &#8220;A Live History Of Gluttony And Lust &#8211; Houdini Live 2005&#8243;/ Ipecac)</p>
<p>12. Melvins &#8211; Harry Lauders Walking Stick Tree (von &#8220;Honky&#8221;/ Amphetamine Reptile)</p>
<p>13. Mr. Bungle &#8211; Quote Unquote (von &#8220;Mr. Bungle&#8221;/ London Rec.)</p>
<p>14. Melvins With Leif Garrett &#8211; Smells Like Teen Spirit (von &#8220;The Crybaby&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>15. The Fantomas Melvins Big Band &#8211; Terpulative Guns Drugs (von Millenium Monsterwork 2000&#8243;/ Ipecac)</p>
<p>16. Venomous Concept &#8211; Idiot Parade (von &#8220;Retroactive Abortion&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>17. Jello Biafra With The Melvins &#8211; The Lighter Side Of Global Terrorism (von &#8220;Never Breathe What You Can&#8217;t See&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>18. Melvins + Lustmord &#8211; Toadi Acceleratio (von &#8220;Pigs Of The Roman Empire&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>19. Boris &#8211; Akuma No Uta (von &#8220;Akuma No Uta&#8221;/ Southern Lord)</p>
<p>20. Big Business &#8211; Guns (von &#8220;Quadruple Single&#8221;/ Gold Metal Rec.)</p>
<p>21. Melvins &#8211; Suicide In Progress (von &#8220;Nude With Boots&#8221;/ Ipecac)</p>
<p>22. Melvins &#8211; Civilized Worm (von &#8220;Sugar Daddy Live&#8221;/ Ipecac)</p>
<p><strong>Die Tourtermine</strong></p>
<p>9. Oktober, München, Feierwerk</p>
<p>14. Oktober, Erfurt, Stadtgarten (+ MoHa!)</p>
<p>16. Oktober, Berlin, Volksbühne</p>
<p>25. Oktober, Bremen, Lagerhaus</p>
<p>28. Oktober, Schorndorf, Manufaktur</p>
<p>29. Oktober, Köln, Gebäude 9</p>
<p><a href="http://www.eineweltaushack.com" target="_blank">www.eineweltaushack.com</a></p>
<p><a href="http://www.melvins.com" target="_blank">www.melvins.com</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kosmischer Pop Part 1 &#8211; Sonnenwärme mit Gatto Fritto</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 11:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sind unterwegs in den Weiten des Universums: Hier kennt die Musik keine Grenzen - Futurismus mengt sich mit Retro-Attitudes, analoges Werkeln mit einem digitalen Grundverständnis. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/GattoFritto.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3633" title="GattoFritto" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/GattoFritto.jpg" alt="" width="500" height="750" /></a></p>
<p>Auf so einen Namen muss man ja auch erst einmal kommen. Gatto Fritto. Frittierte Katze also. Immerhin: Er sorgt für Heiterkeit und Aufmerksamkeit, dieser Name. Wie ich es erfahren durfte, als ich das gleichnamige Debut zur Platte des Monats kürte und entsprechende Reaktionen erntete. Naja, in dieser Hinsicht hat Ben Williams alles richtig gemacht. Und im musikalischen Sinne sowieso und sei es nur, weil er uns via „Gatto Fritto“ mal wieder die klare Botschaft rüber gefunkt hat: Space ist the place. Irgendwie. Gut, es ist nun eher jener Space, in dem jemand wie John Carpenter unterwegs ist, in dem die Arpeggios zwitschern und die Snares wie nix Gutes durch die Galaxien zischen (vielen herzlichen Dank an die Kollegen von <a href="http://www.thegap.at/reviews/review/gatto-fritto/gatto-fritto/" target="_blank">The Gap</a> für dieses ausnehmend schöne Bild). Um diesen Verweis auf den Retro-Futurismus kommen wir nicht drum herum und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich bis auf den heutigen Tage gelb vor Neid über diesen einen wunderbaren Satz: „Manchmal erinnert ‚Gatto Fritto‘ fast schon an eine metaphysische Meditation mit den Mitteln analogen Elektroschrotts.“ Argh, warum ist mir nur so etwas nicht eingefallen und zwar eher?</p>
<p>Zum allgemeinen Drumrum: Von Ben Williams ist bekannt, dass er mit Sam Weaver hinter dem Namen Hungry Ghost steckt. Und dass er unter dem Namen Gatto Fritto auch schon ein paar Jähren zugange ist – zumindest sind entsprechende Veröffentlichungen seit dem Jahre 2007 gelistet, damals allerdings noch auf dem Dissident-Label von Andy Blake, was aber auch eine gewisse Stoßrichtung in Sachen Sound aufzeigt. Im allwissenden Internet wird gedroppt, dass Leute wie James Holden – ja, der von Border Community – und Andrew Weatherall schon zu den Fans gezählt werden dürfen, was mir nicht schwer fällt zu glauben. Ein gewisses Grenzgängertum gehört da ja auch zum Selbstverständnis (wenn ich zum Beispiel an dieser Stelle nur mal auf die unfassbar große „Wrong Meeting II“ der Two Lone Swordsmen hinweisen dürfte). Und wenn man sich Gatto Fritto mal so anhört, glaubt man gerne, dass Ben Williams dieses Selbstverständnis gerne teilt: Was da mit „The Curse“ beginnt wie ein feiner weicher Synthie-Pop-Entwurf, der einem ganz gut die Zeit bis zur nächsten Junior Boys-Veröffentlichung überbrückt (wie der <a href="http://de-bug.de/reviews/46112.html" target="_blank">De:Bug-Kollege</a> ganz richtig erkannt hat), wird im Laufe der folgenden sieben Stücke zu einem feinen Exkurs durch exaltierte Space-Disco-Gefilde, anständig verkrautete Gestade und psychedelisch schillernde Landschaften. Und dies irgendwie immer im Dienste des Pop.</p>
<p>Fein finde ich hier ja das Info-Blättchen zur Platte, die mit ein paar wirklich ziemlich verwirrenden Hintergründen aufwartet. Was soll ich von der Information halten, er sei gleich einem einer Knut Hamsun-Geschichte Entsprungender kettenklirrend durch die Londoner U-Bahn gezogen und dies gleich geschlagene zehn Jahre lang? Lustigerweise finden sich dies aber in nicht wenigen Internet-Beiträgen zum Thema wieder – ebenso wie die Verweise auf das Fallschirmjägerregiment der britischen Armee oder auf John Dee. Naja, aber wer glaubt, man könne mit Theo Parrish Tanzflächen leeren, glaubt wahrscheinlich alles. Ein paar halbwegs glaubhafte Reminiszenzen gibt es aber doch: Ja, es gibt einen Gatto Fritto-Remix von Franz Ferdinand. Und ja, mit einem Verweis auf Holger Czukay, Baby Ford und Terry Riley (obwohl der im elektronischen Kontext irgendwie fast immer geht – naja, Holger Czukay ja auch) liegt man in diesem Falle gar nicht so falsch. Ebenso wenig mit einer latenten Drug-Attitude, die in der kosmischen Attitude von Gatto Fritto im Hintergrund stets ein bisschen mitschwingt. Das generell Schöne: Wie auf dieser Platte das Schräubchen in Richtung psychedelischer Verschrobenheit immer weiter gedreht wird, ohne das elegante Tarnmäntelchen Pop jemals auch nur so weit zu lupfen, dass die Sache zum unhörbaren Gemugge wird. Was eine Herausforderung ist angesichts der Tatsache, dass Ben Williams durchweg zum Raumgreifenden neigt und diesen Neigungen zumindest mit dem Elf-Minuten-Schinken „Invisible College“ mit Genuss nachgeht (wobei sich auch alles andere jenseits der Fünf-Minuten-Grenze abspielt). Und noch viel mehr beim erkennbaren Hang zur Fläche, zum Ambienten, zum – ach, spucken wir’s doch endlich auch, das üble Wort – Kitsch. Zum Ornament und Verschnörkelten. Zur akustischen Gitarre und den Bongos. Zu den zischenden Sounds, die über einen hinweg rauschen wie Sternschnuppen (höre „Beachy Head“!). Sicher darf man sich beim Genuss der Platte auch der in diversen Reviews schon mit Recht gedroppten Vorliebe des Meisters für das analoge Equipment sein – dies ist den acht Stücken nur wirklich mehr als deutlich anzuhören.</p>
<p>Vielleicht muss auch hier irgendwann mal die Referenz ausgespuckt werden, vor der ich mich die ganze Zeit so gedrückt habe: Jean Michel Jarre. Auch wenn ich seltsamerweise mit diesem Kerl nie irgendetwas anfangen konnte, zumindest in bewußt wahrgenommener Hinsicht. Im Gegenteil, da habe ich immer einen großen Bogen drum gemacht, nur um mich dann über die Science Fiction-Hintertür doch wieder kriegen zu lassen (ich sage nur „Mondbasis Alpha 1“). Viel lieber würde ich aber eh drüber nachdenken, ob die popkulturelle Sprengkraft von „Captain Future“ nicht doch ein wenig unterbewertet ist (inklusive des Soundtracks von Christian Bruhn): DIESER Stoff hat mich wirklich geprägt &#8211; bis hin zum Verfassen eigener Drehbücher. Wobei die Verbindung zu Gatto Fritto genau genommen doch eher eine ideelle ist, die sich aus dem Thema des Kosmischen ergibt. Aber nun davon auszugehen, wir hätten es hier mit einem Bruns‘schen Wiedergänger zu tun &#8230; Pah, dies wird weder dem einen noch dem anderen gerecht. Wie war dies mit dem Kettengerassel in diversen U-Bahn-Schächten? Hatte ich schon erwähnt, dass „Gatto Fritto“ sich durchaus auch mit einer gewissen morbiden Atmosphäre zu schmücken versteht? Kennt einer noch den Spruch „Im Weltraum hört dich keiner schreien“? So etwas in der Richtung spielt da auch mit rein.</p>
<p>„Durch und durch kosmischer Synth-Pop“ – so bringt es De:Bug-Thaddi auf genau den Punkt, an dem ich ihm unmöglich wiedersprechen kann. Erst recht, weil die Einschätzung, dies alles ist viel näher dran an der Disco als am Wave, auf wohltuende Weise stimmt – und damit setzt Gatto Fritto für meine Ohren dann doch einen hochgradig angenehmen Kontrapunkt zum unausrottbar allgegenwärtigen Eighties-Pop, der manchmal arg ulkige Blüten wie beispielsweise die verstörende neue Architecture In Helsinki-Platte treibt. Und einer derart watteweichen, wunderbar warmen, aber dennoch ziemlich nachhaltig Verspacung schaffenden Annäherung an Kraut und Psychedelic sollte man ja eh nie die Türe weisen.</p>
<p>PS: Zum Abschließer noch ein kleiner Verweis auf das International Feel-Label – via Gatto Fritto feiert dieses das Album-Debüt. Und im Auge sollte man dieses unbedingt behalten: Ein Mensch wie DJ Harvey – gerne auch in seinem Alias Locussolus – hat auf jeden Fall gerade mit dem ebenfalls gleichbetitelten Fulltime-Debüt von sich hören lassen. Näheres dazu demnächst an dieser Stelle.</p>
<p>PPS: Kosmischer Pop Part 2 folgt ebenfalls demnächst an dieser Stelle &#8211; mit „Galactic Melt“ von Com Truise.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/3199_self-titled.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3621" title="3199_self-titled" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/3199_self-titled.jpg" alt="" width="309" height="309" /></a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/gattofrittomusic" target="_blank">http://www.myspace.com/gattofrittomusic</a></p>
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		<title>Musikalische Monster &#8211; SchnAAk und ZA!</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 19:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<category><![CDATA[Discorporate]]></category>
		<category><![CDATA[Free Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Musik-Monster]]></category>
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		<category><![CDATA[SchnAAk]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wake Up Colossus“ - denn um Monster geht‘s hier allemal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5519.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3458" title="IMG_5519" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5519.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>„Wake Up Colossus“ heißt das neue Werk von SchnAAk. Mit ein bißchen Fantasie, Humor und guten Willen könnte man sich prima vorstellen, dass aus dem „Colossus“ (bzw. den „Colossus“-Variationen) im Cover-Artwork ganz flott ein Monster wird. Denn um Monster – dies haben mich Johannes Döpping und Mathias Jähnig via Live-Präsenz gelehrt – geht‘s hier allemal.</p>
<p>Genauer gesagt um musikalische Monster. Um musikalische Monster mit einer höchst ausgeprägten Fiesheit. Mit einer derart ausgeprägten Fiesheit, dass ich bislang Zeit meiner Lebens einen ausschweifend großen Bogen um das klassische Verbreitungs- und Handlungsgebiet eben dieser musikalischen Monster gemacht hatte. Der Bogen war dergestalt groß, dass mir die musikalischen Monster beim ersten (und auch beim zweiten und dritten) Hören von „Wake Up Colossus“ gar nicht so richtig auffielen – was wohl auch daran liegt, dass diese musikalischen Monster sich vortrefflich zu tarnen verstanden. Erst recht vor einem Typen, der Zeit seiner Lebens aufgrund großen, gar ausschweifenden Bogenschlagens mit der genauen Physiognomie der betreffenden musikalischen Monster nicht wirklich vertraut gewesen ist. Da flutschen die musikalischen Monster schon mal unbesehen durch, ganz ehrlich. Aber als dann Johannes Döping und Mathias Jähnig in den Häschenkostümen (die btw. verdammt kleidsam waren und tatsächlich irgendwie verdammt stimmig) auf der Bühne im Leipziger UT Connewitz standen, kamen sie auf einmal allesamt ebenfalls nach oben gekrabbelt und schnitten Grimassen, winken und wedelten wild. Kurz: Diese musikalischen Monster waren nicht mehr zu übersehen oder besser gesagt zu überhören.</p>
<p>Reden wir also über Funk-Rock. Über Fusion. Jazz-Rock. Prog, Avantgarde und so weiter und so fort. Echte Monster. Ausgewachsene Monster für einen Typen, der seine bewusste musikalische Sozialisation über weiten Teilen eben jener Tatsache verdankt, dass es da draußen Bands gab (und gibt), die Jagd auf eben diese Monster machten. Sie erbarmungslos verfolgten und vertrieben, zudem die erlegte Beute unter großen Gejohle auf einem fetten Scheiterhaufen verkokelten. Und die nun auf einmal wieder auf der Bühne herumhampelten, munterer denn je. Nun gut, irgendwie hätte ich ja auch drauf kommen können. Wir reden hier schließlich über eine Band, die sich als ziemlich organischer Bestandteil dieses schwerbegreifbaren, aber immer faszinierenden Gebildes Discorporate Records, das mich in der Vergangenheit ja schon so einige Male ordentlich ins Schlingern und anschließende Grübeln brachte – siehe nur mal das Thema <a href="http://www.persona-non-grata.de/2009/02/08/der-spas-am-seltsamen-osis-krull-live-erlebt/" target="_blank">Osis Krull</a>. Und in diesem Kosmos haben Worte und Begrifflichkeiten wie „Fusion“, „Funk-Rock“, „Prog“, „Avantgarde“ oder „Jazz-Rock“ nun mal einen ganz anderen Klang als in meinem. Wobei ich allerdings mal eines anmerken muss und zwar in tiefster Dankbarkeit: Diese Tatsache hat mich so einiges gelehrt. Zum Beispiel, mir nie mehr vorschnell das Maul zu zerreißen oder gar selbiges zu verziehen, nur weil einen bestimmter Musikstil serviert wird. Die ebenso simple wie grenzensprengende Erkenntnis, die mit SchnAAK mal wieder mauerfest zementierten: Erstaunlicherweise geht eigentlich überall etwas. Auch bei Fusion oder Funk-Rock, bei Gniedelgitarre und „Jetzt slappe ich mir aber mal so richtig einen ab“ (wobei dies hier eher im übertragenen Sinne gemeint ist – allerdings muss ich ja mal sagen, wie schwer beeindruckt ich davon war, wie mühelos Mathias Jähnig seine Gitarre nach einem Bass klingen ließ und zwar in einem Zwei-Mann-Kontext). Langer Rede kurzer Sinn: SchnAAk ließen mich teilhaben an einer ebenso seltsamen wie aufregenden Faszination für Dinge, die ich geraume Zeit meines Lebens für einen grundsätzlichen Fehler gehalten hatte. Wenn dies mal nicht ein Lehrbuchbeispiel für einen Lernprozess ist.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5566.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3462" title="IMG_5566" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5566.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Johannes Zink, Häuptling, Mastermind und Labelmacher via Discorporate Records, hatte es vor geraumer Zeit ja schon ebenso vielsagend wie richtig angedroht. „Das ist jetzt eine andere Band“, meinte er. Eine andere Band als jene, die uns vor gut zwei Jahren mit „Women On Ships Are Bad Luck“ eine fünf, ähem, Songs starke Eruption (ich hatte zuerst Wutausbruch geschrieben, aber dies stimmt ja nun mal überhaupt nicht – bei SchnAAk geht‘s nicht um Wut, eher um einen Spaß-Energie-Ausbruch) zwischen Free Jazz, Noise und Afro-Beat servierte. Aber auch eine andere Band als jene, die im Herbst 2009 den Frühauf-Keller rockten und dies auf eine für mich überraschend strukturierte Art und Weise. Wenngleich sich diese Strukturen verfestigt haben. In einem Maße, das manchmal sogar schon an Dinge wie „Eingängigkeit“, gar „Pop“ denken lassen. Der Opener „Birds And Grains“ wäre so ein Beispiel: Das klingt ja erstmal nach einem, ähem, konventionellen Song, mit einfühlsamen Schrammelgitarren und ebenso einschmeichelnden Gesang. Was SchnAAk aber eben nicht daran hindert, in einer wilden Achterbahntour voller Breaks und Raffinessen bei eben jenem wilden Tohuwabohu zu landen, für das zumindest ich diese Band still (naja, vielleicht auch ein bißchen vernehmbarer. Ein bißchen sehr viel mehr vernehmbarer.) verehre. <a href="http://www.musikansich.de/review.php?id=9906" target="_blank">„Eine richtige Freaknummer“</a>, fand Kollege Karl von musikansich.de und wenn der Begriff „Freak“ nicht auch so eine Fukushima-mäßige Kontamination aufweisen würde, könnte ich applaudierend und lachend zustimmen. Wobei: Wie ich Johannes Döpping und Mathias Jähnig so kennen gelernt habe, würde ich fast meinen, dass sie diese Bezeichnung „Freak“ als ehrenhafte Auszeichnung ans Revers heften. Insofern alles richtig gemacht.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5537.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3460" title="IMG_5537" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5537.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Struktur ist die eine Sache, die Verbreiterung der Ausgangsbasis eine andere und die Veränderung der Herangehensweise noch mal eine weitere. Über die Monster, die da von den Beiden auf die Bühne geführt wurden und die sich selbstredend auch auf „Wake Up Colussus“ tummeln dürfen, habe ich ja schon gesprochen. Gerne lässt sich dies erweitern – um Dinge, die auf mich jetzt weit weniger monströs wirken. Ja, mein guter alter Freund Noise ist auch noch mit an Bord, mit all den bekannten Ausformungen wie Krachig- und Wuchtigkeit. Da lauert natürlich gerne mal der Free Jazz an der Ecke. Da ist dann auch dieser Groove, der sich doch ziemlich eindeutig in eine Funk-Richtung einsortieren lässt (ohne -Rock, wohlgemerkt). Hatte ich diese Sache mit dem Afrobeat oder dem HipHop schon erwähnt, die sich durchaus schon mal aus den ausgeprägt perkussiven Seiten von SchnAAk extrahieren lässt?</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5509.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3456" title="IMG_5509" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/IMG_5509.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Verblüffend für mich ist dabei weniger diese Vielfalt als vielmehr die Tatsache, dass im SchnAAk‘schen Universum so etwas wie „Songwriting“ eine ernstzunehmende Rolle spielt. Und dabei – noch verblüffender – eine ziemlich stimmige und sinnvolle Symbiose mit dem Prinzip Improvisation eingeht. Ich quake hier ja nicht zum Spaß die ganze Zeit vom Free Jazz. Sondern weil dieses Jam-Ding (aus dem ja „Women On Ships Are Bad Luck“ letztlich erwachsen ist) einfach ein organischer Bestandteil der ganzen Chose ist. Und darum geht die Frage nach dem Warum? irgendwie ins Leere – zumindest, wenn sie nach dem Warum? des <a href="http://www.musikansich.de/review.php?id=9906" target="_blank">Großen und Ganzen</a> gestellt wird? Warum dieses Break? Weil es den Beteiligten genau in diesem Moment in den Sinn kam und richtig erschien! Warum immer dieser Lärm? Weil es Spaß macht! Zack. Genauso wie es Spaß macht, live in Häschenkostümen  zu spielen. Oder erst mal mit den Schlagstöcken die gesamte Location abzusuchen nach dankbaren Geräuschquellen, wie es Johannes Döpping im UT Connewitz so vortrefflich tat. Spaß, Spaß, Spaß. Irgendwie habe ich dieses Wörtchen nirgendwo gefunden in der Rezeption von „Wake Up Colossus“, dabei springt einen der Spaß doch sofort an bei diesem Artwork, bei Titeln wie „Whoop Whoop“ und „Ping Pong Miracle“, bei den Häschenkostümen und der felsenfesten Etablierung eines Eimers als Bestandteil des Schlagwerkes, bei diesem Style-Overkill zwischen Respekt und Ironie. Spaß, Spaß, Spaß. Wenn mich am Ende des Tages mal einer fragt, warum ich diese Band verehre, muss ich dann doch antworten: Weil ich in jeder Sekunde spüre, was diese beiden Verrückten für einen Spaß haben. Und herrje, sie lassen mich auch noch daran teilhaben!</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3491" title="ZA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Weil wir gerade mal beim Thema „verrückt“ sind und im Discorporate-Universum unterwegs sind, darf ich mir den Verweis auf ZA! auf keinen Fall schenken. Papa Dupau und Spazzfrica Ehd haben vor einiger Zeit via „Megaflow“ ein Album vorgelegt, das gar noch ein paar Schritte weitergeht. Zumindest in Sachen persönlicher Monsterbewältigung (schlage nach unter „Ich wollte nie, nie, nie in meinem Leben etwas mit Weltmusik zu tun haben!“). Aber herrje, wenn dies Weltmusik sein soll, dann nur flott her damit! So lasse ich mir dies gerne gefallen. Hatte ich schon erwähnt, dass sich SchnAAk und ZA! in Sachen Habitus, Attitude und Spaßhaben-Wollen einander ähneln wie viereiige Zwillinge? Nö? Konnte man sich aber denken (ein kleines bißchen neidisch bin ich ja jetzt auf all jene, die im Mai zum Primavera Sound Festival Barcelona den Live-Clash zwischen den beiden Bands erleben durften). Was jetzt nicht heißt, dass dies nun gleich klingt. Es klingt teilweise nicht einmal ähnlich. Weil ZA! die Daumenschrauben in Sachen „Wahnwitz“ noch einmal ein paar satte Umdrehungen weiter anziehen. „In Zukunft verwende ich das Wort ‚Eigenständigkeit‘ wirklich wesentlich seltener, versprochen“, so lautete das (verständliche) Fazit des <a href="http://vampster.com/artikel/show/38263_ZA!:-Megaflow_CD-Review_.html" target="_blank">Vampster.com-Kollegen</a> nach dem Genuss dieser 45 Minuten Durchgeknalltheit. Ach ja, eine eigene Genrebeschreibung lautet „Jungle/Koreanischer Pop“. Eine andere „Post World Music“ – womit ich nun wiederum ziemlich gut leben kann. Weil „Megaflow“ genau dieses „World Music“-Ding auf eine Art und Weise belebt, die mit den üblichen Klischees so überhaupt nichts am Hut hat – weder mit dem Kolonialkitsch („Hach, die Brasilianer/dieSchwarzen/die Latinos haben den Rhythmus einfach im Blut!“) noch mit einer One-World-Verklärung. Wobei: Bei dem angeschlagenen Tempo würde dies ja auch gar nicht gehen.</p>
<p>PS: Offenbar feilen SchnAAk ganz aktuell schon munter an neuem Material – zumindest deutete die Johannes Döpping an. Der Hintergrund: Im November wird sich Mathias Jähnig erstmal für ein Jahr in Richtung Namibia verabschieden – der Wissenschaft wegen. Und vorher hätte man schon noch gerne was am Start, musikalisch gesehen. Ich bin gespannt. Noch viel mehr gespannt bin ich auf das ebenfalls angedeutete Vorhaben, den Herrn Döpping möglicherweise mal in Namibia einfliegen zu lassen und dann mit dort auffindbaren Musikern „was zu machen“.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Schnaak_Colossus.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3490" title="Schnaak_Colossus" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Schnaak_Colossus.jpg" alt="" width="300" height="336" /></a></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA_Megaflow.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3492" title="ZA_Megaflow" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/ZA_Megaflow.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>„Wake Up Colossus“ von SchnAAk und „Megaflow“ von ZA! sind auf Discorporate Records erschienen. Beide Bands kann man am 2. Juli auf dem Fusion Festival in Lärz erleben.<br />
<a href="http://www.myspace.com/ultraschnaak" target="_blank"> http://www.myspace.com/ultraschnaak</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/putosza" target="_blank"> http://www.myspace.com/putosza</a><br />
<a href="http://www.discorporate-records.com" target="_blank"> www.discorporate-records.com</a></p>
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		<title>Das Beste, was du kriegen kannst &#8211; Holy Ghost!</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 21:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Von vielen wunderbaren Disco-Entwürfen zwischen Discodeine und Wolfram, zwischen den Black Devil Disco Club und (na klar) Hercules And Love Affair sind sie mir derzeit irgendwie die Liebsten: Alex Frankel und Nicholas Millhiser aka Holy Ghost! Das gleichnamige Fulltime-Debüt weist mit zehn glitzernden Songs auf elegante Weise den Weg in Richtung Tanzfläche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3313" title="HolyGhost" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost.jpg" alt="" width="500" height="246" /></a></p>
<p>Von vielen wunderbaren Disco-Entwürfen zwischen Discodeine und Wolfram, zwischen den Black Devil Disco Club und (na klar) Hercules And Love Affair sind sie mir derzeit irgendwie die Liebsten: Alex Frankel und Nicholas Millhiser aka Holy Ghost! Das gleichnamige Fulltime-Debüt weist mit zehn glitzernden Songs auf elegante Weise den Weg in Richtung Tanzfläche.</p>
<p>Ein Versprechen. Und zwar ein riesengroßes Versprechen. Über allem leuchtet und glitzert eine gewaltige Discokugel und sie verspricht all diese glücklich machenden Dinge: Befreiung, Emanzipation, Sex, Extase. Dabei munkelte man ja schon eine ganze Weile, dass da etwas Großartiges auf uns zukommt. Ich erinnere nur an die „Hold On“-EP, die ja nicht nur mich mit dem gleichnamigen Hit ziemlich vom Hocker fegte. Und ich weiß auch noch ziemlich genau, dass mich Holy Ghost! im letzten Jahr live richtig gekickt haben &#8211; viel mehr jedenfalls als Hercules And Love Affair. Klar, ein subjektiver Eindruck (herrje, wenn wir über Musik reden, reden wir IMMER über subjektive Eindrücke &#8211; dies ist ja das Schöne an der Sache. Dies nur mal wieder als die übliche Klarstellung. Und NEIN, ich werde diesen aus meiner Sicht einfach mal grundsätzlichen Ansatz mit absoluter Sicherheit NIEMALS im Kommentarbereich dieser Seite mit wem auch immer ausdiskutieren), aber einer, der ziemlich nachhaltig Wirkung hinterlassen hat. So nachhaltig, dass ich regelrecht GEWARTET hatte auf diese Platte. In einer Art und Weise gewartet, in der ich kaum mal auf eine Platte gewartet habe. Nö, die lasse ich eigentlich immer einfach passieren. Aber diese Songs, die mir Holy Ghost! da vorgespielt hatten, diese wollte ich doch zu gerne haben. Daheme. Zum ständigen Wiederanhören. Zum stetig wiederkehrenden Erinnern und Nacherleben dieser hochgradig euphorisierenden Momente, die mir da beschert wurden. Und ob dies euphorisierende Momente waren – die mir da zum Beispiel der Herr Frankel via „Hold My Breath“ servierte in diesem klitzekleinen Augenblick, in dem er mit einem ebenso einfachen wie und wirkungsvollen „Ohoho“ die ganze Schönheit, Sehnsucht, Melancholie, Verheißung von Disco auf den Punkt bringt. Auf den Punkt, an dem die Augen zu leuchten beginnen.</p>
<p>Schon da konnte ich mir btw. überhaupt nicht vorstellen, dass da irgendeine Enttäuschung lauern könnte. Die live so perfekt funktionierenden Songs auf Platte irgendwie luschig abgemischt sein könnten. Oder die so verheißungsvolle Stimme von Alex Frankel im Studio auf seltsame Weise absaufen könnte. Oder so. Ich weiß nicht mal mehr genau, was mir da nun eigentlich eine derart tiefe innere Sicherheit gegeben hat – allein, getrügt hat sie mich nicht. „Holy Ghost!“ ist genau das, was ich erwartet habe: Ein zehn Songs umfassendes Manifest betreffs all jener Punkte, die ich hier bereits angerissen habe. Befreiung für Körper, Geist und Sexualität. Die Sehnsucht nach Emanzipation von allem, was sich nach Konsens, Mainstream, schlicht dem Funktionieren im gesellschaftlichen Rahmen anhört. Die Freude an ebenso hedonistischer wie toleranter Extase. Kurz: Das Beste, was Du kriegen kannst.</p>
<p><a href="http://vimeo.com/22252822">Holy Ghost! &#8211; Wait &amp; See</a> from <a href="http://vimeo.com/dfarecords">DFA Records</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Je länger ich mich in diese Platte hineinsinken ließ, je länger ich darüber nachdachte, warum dieser Stoff bei mir derart KNALLTE, desto mehr musste ich über das Phänomen einer auf den ersten Blick fehlgeleiteten musikalischen Sozialisation denken. Oder besser gesagt daran, dass sich irgendwie jeder in seiner Prä- oder Geradeso-Teenager-Zeit einen Schlenker, Ausrutscher, Fehltritt geleistet hat, der nachhaltige Folgen nach sich ziehen kann. Zumindest bei mir war es so: Disco, Alter, Disco hat mich aber so etwas von gerockt. Ohne, dass ich in irgendeiner Form auf den Punkt bringen konnte, weshalb nun eigentlich. Aber diese Typen in ihren abseitig bunten Klamotten erzählten mir staunenden Kerl in Sendungen wie „DISCO“ (na klar! Und manchmal, wenn auch nur ganz ganz manchmal sogar in der „ZDF-Hitparade“, womit die Bandbreite der verfügbaren Sendungen eigentlich ganz gut abgesteckt wäre) von Dingen, von denen ich so überhaupt keine Ahnung hatte. Von Sexyness zum Beispiel, ohne dass mir dieses Wort jemals in den Sinn gekommen wäre. Davon, cool zu sein. Cool zu sein einfach um den Coolseins wegen. Achtung, nur mal hinhören: Kool &amp; The Gang. Nochmal: Kool &amp; The Gang. Alter, was für ein heißer Scheiß für einen Typen aus dem südthüringer Outback, der gerade mal im Alter von zehn bis zwölf entdeckt, was es eigentlich mit dieser Popkultur auf sich hat. Und zwar ohne Plan, Kenntnis, Background oder gar persönliche Beteiligung. Was wohl auch der Grund ist dafür, dass wir hier nicht vom Studio 54 reden, von Phillysound oder David Mancuso – sondern von Santa Esmeralda und Patrick Hernandez. Oh Alter, „Born To Be Alive“, Mannometer, was ist mir die Rübe weggeflogen bei diesen bunten Lichtern, diesem fetten Locken-Afro und diesem Gepose mit dem Spazierstock.</p>
<p>Weil ich schon als Zehn-, Elf-, Zwölfjähriger das Versprechen hörte, Die Verheißung. Das Versprechen von Spaß. Die Verheißung des Andersseins. War es am Ende des Tages doch Patrick Hernandez, der mich da auf die schiefe Bahn brachte – und nicht Sonic Youth? Denn dieses „Born To Be Alive“ bin ich niemals losgeworden. Oder dieses „Don‘t Let Me Be Misunderstood“, dieses „That‘s The Way (I Like It)“ oder dieses „You Sexy Thing“. Was spätestens dann zu einer irgendwie seltsamen Situation wurde, als via New Wave Of British Heavy Metal die erste zielgerichtete Musiksozialisation in Gang kam. Naja, Depeche Mode ging ja trotzdem immer noch &#8211; trotz Iron Maiden, Judas Priest und Konsorten. Was vermutlich zumindest bei mir funktionierte, weil es irgendwie immer noch ums Anderssein ging. Gut, wir haben dann eine ganze Weile nicht mehr über das Ding mit der Extase geredet. Vielmehr über das Ding mit dem Rausch. Nein, dies ist absolut nicht dasselbe, der Rausch ist eigentlich nur ein ziemlich guter Freund von Extase. Mit dem guten gemeinsamen Kumpel Kontrollverlust. Aber irgendwie ist der Kontrollverlust im Metal-Kontext einfach eher der klassische Rausch, diese manchmal etwas grobporige Inszenierung von Heterosexualität, die uns ab und an auch Peinlichkeiten wie Madmützen, rausgestreckte Zungen oder unkorrekte Witze beschert. Extase ist da etwas Anderes: Viel mehr Sex und zwar der von jener Sorte, der mir nicht gleich ein schlechtes Gefühl vermittelt. Aber eben auch diese Kombination von Hedonismus und Toleranz, vom individuellen Kontrollverlust im Kontext einer hochgradig heterogenen Masse und dies eben auf eine Art und Weise, die auch den individuellen Kontrollverlust gleich nebenan zulässt. Wobei erschwerend noch dazu kommt, dass jeder eine ziemlich eigene Vorstellung von Kontrollverlusten hat.</p>
<p>Jeder Beat ein Versprechen. Jede Textzeile eine Verheißung. Eben das Beste, was Du kriegen kannst. Genau dies geben mir Holy Ghost! und dies im reichen Überfluss. Ich hoffe mal einfach nicht, hier noch groß und breit erklären zu müssen, was ich meine, wenn ich von Disco rede. Hier empfehle ich dann mal einen entspannten eigenen Internet-Exkurs, DAS mache ich jetzt hier nicht auch noch. Ich möchte lieber reden über Automato, die erste Band von Alex Frankel und Nicholas Millhiser. Und damit über HipHop. Nein, ich werde hier nicht darüber anfangen darüber zu philosophieren, man könne nun schon in Stücken wie „Cool Boots“ oder „Capes Billowing“ den Ansatz von Holy Ghost! erkennen. Weil man dies einfach nicht kann &#8211; ebenso wenig wie übrigens in der sauberen, aber nicht klinisch reinen Produktion von Tim Goldsworthy und James Murphy, jaaa, die von DFA (immerhin haben die „Holy Ghost!“ eine recht ähnliche saubere, aber nicht klinisch reine Produktion verpasst). Ich rede lieber über HipHop in Holy Ghost! „Do It Again“, Leute, wenn ich da nicht HipHop höre, weiß ich auch nicht mehr. Biggie Smalls aka Notorious B.I.G.! „Biggie, Biggie, Biggie, Can‘t You See/Sometimes Your Words Just Hypnotize Me“. Reden wir noch über eine ausgeprägte Cub-Attitude, eine satte Portion House und vor allem über Pop. Eigentlich auch über das klassische Pop-Song-Format. Über HOOKLINES! Es ist wohl gerade dieser gewaltige Pop-Aspekt, der mich da so kickt. Immer wieder und immer wieder. Naja, wie schon gesagt: Das Beste, was Du kriegen kannst. Um die Discokugel zum Funkeln zu bringen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost_Cover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3315" title="HolyGhost_Cover" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/HolyGhost_Cover.jpg" alt="" width="498" height="498" /></a></p>
<p>„Holy Ghost!“ ist via DFA Records/Cooperative Music erschienen.</p>
<p><a href="http://www.holyghostnyc.com/" target="_blank">http://www.holyghostnyc.com/</a></p>
<p>Foto: Jensor</p>
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		<title>PnG Radio Cover Spezial</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 19:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Sendung im Zeichen der außergewöhnlichen Inkarnationen fremden Liedguts – besondere Coverversionen, von der Redaktion handverlesen und mit Kennerblick ausgewählt. Wir lassen die “Fälschung” gegen das Original antreten. Zwei Stunden mit Interpretationsspielraum. Die Herren Nauber &#038; Bass servierten - hier ist das Menü.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Abend soll es um außergewöhnliche Inkarnationen fremden Liedguts gehen – besondere Coverversionen, von der Redaktion handverlesen und mit Kennerblick ausgewählt. Wir lassen die “Fälschung” gegen das Original antreten. Zwei Stunden mit Interpretationsspielraum. Fachmännisch präsentiert am 03.06.2011 von den Herren Nauber &amp; Bass.</p>
<p>1. Earl Zinger &#8211; Song 2Wo (2001)</p>
<p>2. Blur &#8211; Song 2 (1997)</p>
<p>3. Bobby Hebb &#8211; Sunny (1966)</p>
<p>4. Boney M. &#8211; Sunny (1976)</p>
<p>5. Godley &amp; Creme &#8211; Cry (1985)</p>
<p>6. Gayngs &#8211; Cry (2010)</p>
<p>7. Black Sabbath &#8211; Sabbath Bloody Sabbath (1973)</p>
<p>8. The Cardigans &#8211; Sabbath Bloody Sabbath (1994)</p>
<p>9. Lykke Li &#8211; Velvet (2010)</p>
<p>10. The Big Pink &#8211; Velvet (2009)</p>
<p>11. Depeche Mode -Stripped (1986)</p>
<p>12. Sylvain Chauveau &amp; Ensemble Nocturne &#8211; Stripped (2005)</p>
<p>13. The Velvet Underground &amp; Nico &#8211; I&#8217;ll Be Your Mirror (1967)</p>
<p>14. The Primitives &#8211; I&#8217;ll Be Your Mirror (1989)</p>
<p>15. ZZ Top &#8211; Sharp Dressed Man (1983)</p>
<p>16. Dragonette &#8211; Sharp Dressed Man</p>
<p>17. Badesalz  &#8211; I Still Haven&#8217;t Found What I&#8217;m Looking For (1991)</p>
<p>18. Mike Lehmann &#8211; Weita Weita (1996)</p>
<p>19. Primal Scream feat. Kate Moss &#8211; Some Velvet Morning (2003)</p>
<p>20. Nancy Sinatra &amp; Lee Hazelwood -  Some Velvet Morning (1966)</p>
<p>21. Betty Hutton &#8211; It&#8217;s Oh So Quiet (1951)</p>
<p>22. No Age &#8211; It&#8217;s Oh So Quiet</p>
<p>23. Bad Religion &#8211; Suffer (1988)</p>
<p>24. Tegan and Sara &#8211; Suffer (2010)</p>
<p>25. Susanna &#8211; Lay All Your Love On Me (2008)</p>
<p>26. Erasure &#8211; Lay All Your Love On Me (1992)</p>
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		<title>Glasklare Raserei &#8211; Liturgy</title>
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		<pubDate>Thu, 26 May 2011 21:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jensor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Black Metal, den jeder eisenharte BM-Fan hassen wird. Weil er das Genre nicht einfach nur erweitert, sondern quasi auf den Kopf stellt. Liturgy haben etwas Unfassbares gemacht: Eine im Habitus moderne Black Metal-Platte. Eine Black Metal-Platte voller Licht, Reinheit und Helligkeit. Nein, es ist irgendwie kein Blödsinn, wenn Hunter Hunt-Hendrix von Transzendenz im Black Metal spricht. Es ist vielmehr ein faszinierender musikalischer Entwurf, der Raserei mit Komplexität, Stoizität mit Chaos verbindet. Lasst uns über "Aesthethica" reden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3319" title="Liturgy" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy.jpg" alt="" width="500" height="328" /></a></p>
<p>Die (von mir unbedingt geschätzten) Vampster-Kollegen haben eine Assoziation entworfen, der ich irgendwie einen gewissen Charme nicht absprechen kann: <a href="http://vampster.com/artikel/show/38483_CD-Review_.html" target="_blank">„Black Metal für den Kulturteil der FAZ“</a>. Brrr, das schubbert einen erstmal gründlich durch und ein klein wenig geht‘s ja auch am Kern der Dinge vorbei – zumindest wage ich zu behaupten, dass auch das aufgeschlossene Feuilleton (das hier offenkundig als Zielgruppe ausgemacht ist) schon noch so seine grundsätzlichen Probleme hätte mit der puren und reinen Lust an der Dissonanz, am Zerbrechen einer Songstruktur, an Raserei, Wucht und Geschrei, die sich dann doch aus jeder Sekunde von „Aesthethica“ extrahieren lässt und die wirklich auf den Wecker gehen kann. Weiß ich. Habe ich schon ausprobiert und zwar an Leuten, die eigentlich in Sachen Ertragen von grenzwertigen Lärm ein gar wuschliges Fell ausgebildet haben. Und die trotzdem gesagt haben: „Können wir dies mal ausmachen?“</p>
<p>Ich denke nicht allzu sehr fehlzugehen in der Annahme, dass diese Reaktion durchaus auch ein wenig im Sinne der Herren Hunter Hunt-Hendrix, Bernard Gann, Tyler Dusenbury und Greg Fox ist. Ich will vom Klammeraffen gepudert sein, wenn die ohnehin nicht ein wenig auf Krawall gebürstet sind. Oder besser gesagt: Die haben den Anspruch, an möglichst vielen Ecken und Kanten hängenzubleiben. Mit Schmackes und Verve und Spaß dabei. Ich meine, schauen wir uns doch mal die ganze Sache an: Via Thrill Jockey wird uns hier ein Album serviert, auf das man ja durchaus den Genrebegriff „Black Metal“ draufpappen kann. Und zwar ohne irgendwelche selbstironischen Brechungen oder so ne Sperenzchen. Das kann schon mal für Verwirrungen sorgen und hat es offenkundig an verschiedenen Stellen auch getan. Wobei es nun natürlich eine eigene Sache wäre, nun mal darüber nachzudenken, inwieweit hierzulande eine etwas fehlgeleitete Rezeption des Thrill Jockey‘schen Schaffens zu verzeichnen ist.</p>
<p>Als wäre dies nicht schon verwirrend genug, ist „Aesthethica“ auch noch ein Black Metal-Album, das der wahre BM-Fan mit jeder Faser seiner Existenz hassen wird – dies wurde von verschiedensten Autoren schon vollkommen richtig erkannt. Weil diese Platte vermutlich alles verkörpert, was der wahre Fan eben mit jeder Faser seiner Existenz hasst – die fehlende „richtige Einstellung“ zu der ganzen Sache, die mangelnde Authentizität (wtf is corpse-paint?), generell diese ganze Vorstellung, in diesem Ding „Black Metal“ weniger eine misanthropische und nihilistische Lebenseinstellung als vielmehr eine vortreffliche Gelegenheit zur Abbildung eines hochgradig emanzipatorischen Selbstbildes zu sehen. Als musikalischer Abgrenzungsmechanismus in möglichst alle Richtungen – mal ganz abgesehen davon, dass hier allein schon vom Namen her eine gewisse christliche Konnotation mitschwingt, die schon allein bei einem beinharten Black Metaller ausgeprägtes körperliches Unwohlsein mit Hang zum Übergeben verursacht. Ach ja, das Artwork nicht zu vergessen &#8230; Und die Vorstellung, dass Liturgy den Black Metal auf „positiv“ bürsten &#8230;</p>
<p>Nun geht es hier aber nicht allein um Zeichensprache, um die Verwendung von Codes, die sich irgendwie bestenfalls einem Eingeweihten voll und ganz erschließen mögen. Liturgy pflegen die Konsequenz selbstredend auch in musikalischer Hinsicht – dieses „Black Metal für den Kulturteil der FAZ“ hat dann schon irgendwie seine Berechtigung. Wenn über „Aesthethica“ gesprochen respektive geschrieben wird, ist oft und gerne von Reinheit, Klarheit, Transzendenz die Rede. Mithin von Dingen, die im Kosmos der Black Metal-Authentizität, die sich nicht zuletzt aus der Liebe zur „Nicht-Produktion“ bzw. einer gewissen offenkundigen Räudigkeit speist, wie eine offene Provokation wirken. Erst recht, weil dieses Quartett beim Streben nach einer Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten (wie gesagt, wir reden hier vom Black Metal-Kontext) nicht den mittlerweile allzu oft gegangenen, leider oft kitsch-, klischee- und peingesäumten Weg zum „Dark Ambient“ einschlägt. Liturgy verzichten dankenswerter Weise auf die wahlweise grummligen oder schrillen Synthie-Flächen-Foltern, deren Genuss mir in der Regel schlimmer erscheint als der illustrierte Untergang der Menschheit (sorry, musste mal raus). Sie machen sich eher an die durchaus schwere Angelegenheit, die Komponenten Raserei, Eingängigkeit, Komplexität und Transparenz miteinander zu vereinen. Auf eine derart stimmige Art und Weise, dass einem wirklich der Mund offen steht.</p>
<p>Nicht zuletzt, weil alles so unfassbar offensichtlich ist. Offensichtlich in jeglicher Hinsicht: Liturgy sind weder Trickser noch Poser noch Blender. Wenn wir hier von Black METAL reden, dann reden wir hier auch von Black METAL (mit schwerer Betonung auf eben diesem Wort METAL). Wie ernsthaft diese Band sich dem Thema METAL verbunden fühlt, kann man beispielsweise dem letzten Stück „Harmonia“ entnehmen – die Art und Weise, wie mit Genuss wechselnd auf dicken Akkord herumgeritten wird, kriegt man nicht hin, wenn einem solche Dinge wie „selbst-ironische Brechung“ oder so durch die Rübe ziehen. Finde ich ganz persönlich. Dazu braucht es eine gewisse, ähem, nun ja, Ernsthaftigkeit. Eine Ernsthaftigkeit im Umgang mit der schon erwähnten Tatsache, dass Metal im Allgemeinen und vor allem Black Metal im Besonderen als Musikstile zu verstehen sind, die auf Abgrenzung zu einem wie auch immer gearteten Mainstream zu verstehen sind. Und zwar in jeglicher Hinsicht – musikalisch wie inhaltlich wie ästhetisch wie gesellschaftspolitisch (in diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich mir Filme wie „Until The Light Takes Us“ oder „Metaller die auf Brüste starren“ doch dringend mal anschauen sollte – hoffentlich machen die dieser blöden Verklärung a la „Full Metal Village“, die den eigentlich längst verkümmerten Metaller in mir im Nachgang noch beleidigen, endlich mal den verdienten Garaus). Insofern ist es eigentlich kein Wunder, dass Metal in seinen extremen Entäußerungsformen längst zum häufig genutzten musikalischen Vokabular von Bands zählen, die aus genau diesem Drang zur Abgrenzung einen Gutteil ihrer Motivation ziehen. Liturgy sind mithin nicht Pioniere in dieser Hinsicht oder so – sie sind allerdings so ziemlich einzigartig, was den Umgang mit dieser Sache betrifft.</p>
<p>Reden wir ruhig mal vom Sound. Von dieser schimmernden, klaren, kristallinen, rasiermesserscharfen Sache, die aus „Aesthethica“ so ein unfassbares Erlebnis macht. Die dieser irrwitzigen Raserei, die sich da über weite Strecken Bahn bricht, eine schier unfassbare Transparenz verleiht. DAS ist wirklich außergewöhnlich: Selten hat sich eine derart wut- und aggressionsdurchtränkte Musik derart lichtdurchflutet angehört. Das Dunkle in der Finsternis zu zelebrieren ist eine naheliegende Sache (was – dies sei erwähnt – man allerdings auch erst einmal hinkriegen muss). Dabei aber noch das Licht anzulassen und zwar das Flutlicht – herrje, darauf muss man auch erst einmal kommen. Ach ja: Irgendwo in dieser Nähe ist auch die Assoziation zu finden, die Vampster-Kollege Captain Chaos hatte – dieses Ding mit dem „Gegenentwurf zum Leben in der Natur“. Ich würde vielleicht sogar soweit gehen zu sagen, dass Liturgy es geschafft haben, der eigentlich stil-implementierten Anti-Moderne von Black Metal ein modernes Album zu entreißen.</p>
<p>Einfach, weil hier eben nicht die naheliegenden Türen aufgemacht werden. Ich erwähnte es schon, dieses Trara mit Dark Ambient und so, auch Shoegaze bleibt außen vor. Ich nehme es ja eigentlich nicht so gerne in den Mund, dieses Wort Avantgarde. Aber wenn wir uns auf eine Definition einigen können, die Sachen wie Steve Reich, John Zorn oder Mike Patton einschließt – herrje, ja, dann bin ich auf jeden Fall dabei. Und dann sind auch Liturgy dabei. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich diese <a href="http://www.pitchfork.com/reviews/albums/15427-aesthethica/" target="_blank">Steve Reich-Präferenz</a> so deutlich unterstreichen kann, wie sie bei Pitchfork aufgemacht wurde – da muss ich mich erst noch mal mit Schmackes in die Materie reinvertiefen. Allerdings will ich mal meinen, hinter diesem gesamten musikalischen Ansatz von Liturgy etwas zu erkennen, das diese Band in sich eine Wesensverwandtschaft trägt, die sie einreiht in eben diese illustre Riege von Reich bis Zorn, von Patton bis King Buzzo: Diesen unbedingten Willen zur Erweiterung, zur Entwicklung, zur Grenzüberschreitung, zur Neudefinition. Auch wenn es irgendwie platt klingt: Ja, „Aesthethica“ ist die Verquirlung von extremen, ach was extremistischen Styles vom klassischen norwegischen Black Metal bis zum Mathrock, vom Free Jazz, Grindcore bis zum Chaos-Noise. Ja, all dies lässt sich vortrefflich extrahieren aus dieser Musik. Und es wäre nicht das Schlechteste, was passieren kann – wenn Liturgy dem ein oder anderen Metalhead zur Einsicht verhelfen, dass da in anderen Gefilden ähnlich konsequent radikale Soundentwürfe entwickelt werden. Oder wenn sie im Umkehrschluss dafür sorgen, dass man sich mit der Faszination eines bis zur vollkommenen Irrelevanz bzw. ausgeprägten Geschmacklosigkeit kompromisslosen Abgrenzungsverhaltens zu beschäftigen – trotz oder gerade wegen aller ästhetischen und politischen Zwiespältigkeiten und Widersprüchlichkeiten, die auch mir beim Thema Black Metal immer wieder arge Kopfschmerzen bereiten. Allerdings wäre dies nun wieder ein ganz anderes Thema.</p>
<p>Mithin: Es lohnt sich, diesen nicht ganz 70 Minuten lange Irrsinn auf sich wirken zu lassen. Vom ersten metallischen Klingen der Gitarren bis zum allerletzten Nachhall. In jeder Erscheinungsform von der über sich selbst stolpernden Raserei bis zu den Midtempo-Walzen, die sich auf irritierend unberechenbare Weise bewegen; vom hymnischen Pathos bis zur blanken Noise-Anarchie; vom Choral bis zur reinen Stille (sic!). Und ach ja – nicht zu sparsam sein bei der Lautstärke-Dosierung!</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy_Cover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3320" title="Liturgy_Cover" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Liturgy_Cover.jpg" alt="" width="300" height="274" /></a></p>
<p>„Aesthetica“ von Liturgy ist erschienen auf Thrill Jockey.<br />
<a href="http://www.myspace.com/liturgynybm" target="_blank">www.myspace.com/liturgynybm</a></p>
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		<title>La Familia Y Amigos</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 21:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Altin Village &#038; Mine Festival geht in die 4. Runde und mit dabei sind jede Menge heiße Acts.
13./14.05. 2011 im Conne Island zu Leipzig]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/LFYA2011.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3257" title="LFYA2011" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/LFYA2011.jpg" alt="" width="400" height="565" /></a></p>
<p>Genau: so schnell geht schon wieder ein Jahr rum und das La Familia Y Amigos steht schon wieder vor der Tür. Doch bevor wir uns in Erinnerungen und Lobhudeleien verlieren sei auf das Line-Up der diesjährigen Ausgabe verwiesen. Abwechslung ist Programm: Slow Motion County, Gothic-Folk, DIY-Indie, Trash-Electro, Soundtrack-Pop, Experimental-Postrock, Postpop, Noise oder Wasauchimmer spannend und unterhaltsam wird es auf jeden Fall. Man sieht sich&#8230;</p>
<p><a href="http://www.la-familia-festival.de/la-familia-festival/index2.html" target="_blank">www.la-familia-festival.de</a></p>
<p>Line Up:</p>
<p>Freitag: 20 Uhr</p>
<p>O’ Death (USA, New York / City Slang)<br />
Times New Vikings (USA, Columbus / Wichita)<br />
Dead Western (USA, Sacramento / Altin Village &amp; Mine)<br />
Les Trucs</p>
<p>Samstag: 20 Uhr</p>
<p>Toro Y Moi (USA, Columbia / Carpark)<br />
Kreidler (GER, Berlin &amp; Düsseldorf / Italic)<br />
Skeletons (USA, New York / Tomlab)<br />
Thank You (USA, Baltimore / Thrill Jockey)<br />
Tannhäuser Sterben &amp; das Tod (GER, Berlin / Altin Village &amp; Mine)</p>
<p>Aftershowparty:</p>
<p>Pttrns DJ Team (Ger, Köln / Altin Village &amp; Mine)<br />
Polo (Ger, Leipzig / Schachmatt)</p>
<p>ps: Monochrome haben leider abgesagt. Käufer eines Vorverkaufstickets bekommen 2€ erstattet.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Äpfel &amp; Birnen</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2011/04/28/apfel-birnen/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 11:34:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[B]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der mittelgroße Festivalvergleich. 
Es treten an: <strong>
Melt!, Haldern Pop und Highfield.</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Getreu dem leicht aus dem Fußballjargon abgewandelten Motto &#8220;Nach dem Festival &#8211; ist vor dem Festival&#8221; ist es wohl noch nicht zu spät auf die vergangene Saison zurückzublicken und auf diese Weise auch einen kleinen, subjektiven Ausblick auf die kommenden Großereignisse herbeizufabulieren. Angetreten sind drei doch recht unterschiedliche Protagonisten, die vielleicht in Punkto Größe nicht unmittelbar in der selben Liga spielen, aber was Programm und Organisation anbetrifft durchaus auf den selben Füßen stehen. Nun denn, als da wären:</p>
<p>das <strong>Melt! Festival</strong> in Ferropolis bei Gräfenhainichen (16.-18. Juli 2010) zwischen Berlin und Leipzig</p>
<p>das <strong>Haldern Pop Festival</strong> in Rees-Haldern am Niederrhein (12.-14. August 2010) nordwestlich des Ruhrpotts kurz vor der niederländischen Grenze gelegen und</p>
<p>das <strong>Highfield </strong>zum ersten Mal an neuem Standort am Störmthaler See, Großpösna unmittelbar vor den südlichen Toren der Stadt Leipzig.</p>
<p><strong>Größe </strong><strong>&amp; Lage</strong></p>
<p>Ein Punkt eint jedoch alle Kontrahenten: die Lage an einem See. In Haldern ist der Dorfteich gleich um die Ecke keine 50m von der Hauptbühne entfernt und Melt! und Highfield liegen jeweils auf einer (mehr oder weniger halben) Halbinsel an einem Tagebaurestloch. Mit dem kleinen aber entscheidenden Unterschied, dass der Tümpel in Gräfenhainischen schon voll ist und zum Baden einlädt bzw. die Kulisse für die Beachpartybühne abgibt, während der Störmthaler See noch deutlich unterhalb der Zielmarke liegt und abgezäunt jeglichen Kontakt mit der Besucherschar scheut. Aber was noch nicht ist, wird später. Melt!-Besucher der ersten Durchgänge in Ferropolis erinnern sich an ähnliche Zustände, Badeverbote und Gesundheitswarnungen.</p>
<p><img title="m10_1884" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1884.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Das größte Pfund mit dem das Melt! wuchern kann ist natürlich seine Kulisse. Die alten Abraumbagger und die opernkompatible Anlage des amphitheatralischen Hexenkessels ist wohl einzigartig und kein Flugplatzfestival auf der grünen Wiese wird jemals gegen die nächtens bunt illuminierten Stahlungetüme anstinken können. Die Trennung der Campingareale ergab sich zwangsläufig durch die langgestreckte Form der Halbinsel, doch dank eines außerhalb der extremsten Stoßzeiten (zBsp. nach dem letzten Konzert auf der Hauptbühne) recht anständig funktionierenden Shuttle-Bus-Systems muss man die drei Kilometer nicht jeden Tag laufen. Insgesamt findet man fünf Bühnen (zählt man die DJ-Kanzeln mal zu den Bühnen), verstreut zwischen und neben den Schaufelrädern. Nach diversen Anordnungsmodellen zeigte die letzte Version ein Maximum an Kompaktheit und kurzen Wegen zwischen den Bühnen, aber auch ein bis dato schon bekanntes Ärgernis: Hauptbühne und die seitlich angeordnete Bierzeltbühne stören sich doch recht erheblich. Besonders natürlich im Zwischenbereich und bei leiseren Tönen auch direkt vor der kleineren Gemini Stage.</p>
<p>Mit 22.000 im Vorfeld ausverkauften Tickets hat das Festival bei seiner 13. Auflage die angestrebte Maximalgröße erreicht. Ohne zusätzlichen Platzgewinn ist eine weitere Vergrößerung schwer vorstellbar. Sicher war es früher etwas weniger bevölkert, aber Dank der Umsetzung der Lehren aus Probleme der vergangenen Jahre (zusätzlicher Toilettenanlagen und Verstärkung der Eingangscrew) funktionierte es diesmal reibungslos. Klar sind da eine Menge Leute unterwegs, aber für menschenscheue Wesen ist ein Festival dieser Kategorie ohnehin nicht der rechte Fleck.</p>
<p><img title="m10_0466" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0466.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p><img title="h10_0727" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0727.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>In Haldern punktet man im Gegensatz dazu mit natürlichen Reizen, dem baumumstanden Alten Reitplatz, saftigen Weiden und größenbedingter Kompaktheit, samt kurzer Distanzen zwischen Zeltplatz, Haupt- und Zeltbühne und dem besonderen Clubflair des Spiegelzeltes. Wo die stillen Töne nicht einfach in einem Plasteplanenzelt verpuffen, sondern sanft gen samtigen Plisseehimmel verhallen und so intensiver nachwirken, sofern man es ins Zelt geschafft hat.</p>
<p>Mit 5.000 zahlenden Besuchern spielt Haldern natürlich nicht in der selben Gewichtsklasse, wie die anderen beiden Events, doch macht eben nicht immer Masse auch automatisch Klasse. Im Gegenteil gewichtet man die intime Atmosphäre stärker wird aus der vermeintlich geringen Größe ein Vorteil, der nach dem jeweiligen Empfinden gar zum Muliplikator anwächst. Dann wären da noch die 26 vorangegangen Festivals, quasi genauso viele, wie alle Melts und Highfields zusammengenommen. Da kommt einiges an Erfahrung zusammen, das dem reibungslosen Ablauf zu Gute kommt. Jeder Ablauf zigmal durchlaufen, Nuanchen im Detail angepasst. Unnötige Reibungspunkte: Fehlanzeige.</p>
<p><img title="h10_0341" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0341.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_024.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p>Das Highfield fand nach zwölf Jahren am Stausee Hohenfelden bei Erfurt 2010 zum ersten Mal an neuer Stelle statt, was einige Startschwierigkeiten wohl erklären könnte. Erschwerend kamen noch die sintflutartigen Regenschauer im Vorfeld hinzu, die das Gelände aufweichten und der Logistik auch eine Woche später noch zu schaffen machte. Oder was sucht eigentlich ein voll beladener Tankwagen auf einer unbefestigeten aufgeweichten Wiese mitten auf dem Campingplatz? Apropos Wege: Endlos! Vom Parken zum Festivalgelände locker drei Kilometer Fußmarsch. Selbst wenn man ein schon ein Bändchen abgeholt hat, darf  man bei jeder Annäherung erst einmal zum Haupteingang des Campingplatzes tippeln. Und dann läuft man auch noch eine halbe Runde ums eigentliche Gelände rundrum?? Zu erklären wäre das einerseits mit dem Fehlen maßstabsgetreuer Pläne des Geländes, dem mangelnden Einfühlungsvermögen in die Rolle des Zuschauers oder der eigentlichen Zielgröße des Events die mit 40.000 bis 50.000 Gästen angegeben wird. Dabei würden dann auch die brachen Flächen rund um das Festivalareal mit belegt werden und sicher noch weitere Bühnen neben der Hauptbühne und dem Zelt Platz finden. Bei diesem ersten Versuch an neuem Platze erreichte man trotz aller Widrigkeiten mit ca. 22.000 Teilnehmern das angestrebte Ziel.</p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_001.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_004.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p>Ehrenrunde</p>
<p><strong>Ausrichtung</strong></p>
<p>Die thematische Ausrichtung unserer drei Kontrahenten könnte nicht unterschiedlicher sein. Das an breitesten gefächerte Angebot hat wohl das Melt! im Programm. Bei 120 Künstlern kommt so einiges zusammen: Techno, House, Elektro, Pop, Rock, TripHop, Punk, Britpop etc.. Für jeden Was. Große bekannte Namen, Newcomer und ein Who Is Who der DJ-Szene. Die Streuung kommt nicht von ungefähr. Eigentlich startete das Melt! ursprünglich als reine Techno- und Tanzveranstaltung, erst über die Jahre schlichen sich mehr und mehr andere Truppenteile ins Rahmenprogramm. Mittlerweile stehen vor der Hauptbühne allerdings zahlenmäßig mehr Leute, als an der Baggerschaufel, an der Strandbühne oder auf dem Sleeplessfloor.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0338.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3231" title="m10_0338" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0338.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Melt!: Zappeltruppen im Bierzelt</p>
<p>Die anderen beiden setzen da ein klar eingegrenztes Programmschema entgegen, spezialisiert mit kleineren Ausreißern in verschiedene Richtungen. In Haldern setzt man bei den 45 Acts auf Singer-/Songwriter, Folk, Britpop und Rock. Kleine Auswüchse gen Psychelia, Soul, Pop und Klassik inklusive. Am weitesten entfernt vom roten Faden: Dan Deacon mit seinem umjubelten Auftritt im Zelt: DancePunkElectroDIYHipHopTrash oder was auch immer ließ die Bretter beben und die versammelte jüngere Generation extatisch austicken.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1989.jpg"><img title="h10_1989" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1989.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Dan Deacon</p>
<p><img title="h10_2034" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2034.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Party im sonst so feierlich betulichen Spiegelzelt.</p>
<p>Laut Programmliste grad mal zwei Künstler mehr als in Haldern, aber mehr als viermal soviel Publikum. Beim Highfield setzt man auf Punkrock, Rock und ein wenig Pop. Einzige HipHop-Band hier: Fettes Brot. Starr den Mainstream und die Hörer von Jump, PSR und Sputnik im Visier.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_274.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3232" title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_274.jpg" alt="" width="485" height="364" /></a></p>
<p>Highfield</p>
<p><strong>Publikum </strong></p>
<p>Mit seiner jeweiligen Ausrichtung zieht man sich natürlich auch eine sehr eigene oder eben auch durchmischte zuschauerschaft an Land:</p>
<p><strong> <img title="m10_0749" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0749.jpg" alt="" width="485" height="323" /></strong></p>
<p>Melt!: Partymäuse, Zappelphillippe, Indienerds &#8230;</p>
<p><img title="h10_1461" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1461.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Haldern: Elfen, Flanellhemden, Klassenkameraden &#8230;</p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_128.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p>Highfield: Im Kreis rennen. Nicht ganz ohne Grund dozierte Danko Jones von der Hauptbühne was von wegen &#8220;Wienerparty&#8221; herunter, doch das lag wohl auch ein klein wenig an ihm selbst. Die Mädels ließen sich dann erst bei Jennifer Rostock, Unheilig und Wir sind Helden wählerisch vor der großen Bühne blicken.</p>
<p><strong>Höhepunkte</strong></p>
<p><strong>Melt!: </strong></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0160.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3156" title="m10_0160" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0160-e1303837527823.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Bei fünf Bühnen im Tagesprogramm und dem damit einher gehenden programmatischen Overkill fällt es manchmal schwer alles, was einen persönlich interessiert auch zu sehen. Da müssen Prioritäten gesetzt werden, da weder das Beamen noch die Vervielfältigung auf Basis der Zellteilung bisher ausreichend praxistaugliche Ergebnisse erbracht. Nundenn. Fulminanter Auftakt mit der Kasperlebrigade von Bonaparte, wobei die Musik mehr und mehr in den Hintergrund trat, je mehr Zirkusartisten sich auf der Bühne tummelten. wem das noch nicht reichte, der konnte am selben Abend sich noch die Remixvariante gemeinsam mit Modeselktor an der Strandbühne geben.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0274.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3157" title="m10_0274" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0274-e1303837482668.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Nach Oliver Koletzki trat Pantha Du Prince vor die angewärmten Massen und schürte den Groove.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0341.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3158" title="m10_0341" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0341.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Erstes großes Glanzlicht: Archie Bronson Outfit, Rock, Psychedelia, vertrackt swingend.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0411.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3159" title="m10_0411" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0411.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Health: Der erste Tritt an den Kopf, kompromisslos &amp; noisy.</p>
<p><img title="m10_0485" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0485.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Jonsi: Verschroben und versponnen, wie eh und jeh, immer noch nicht von dieser Welt, aber diesmal fast schon schon tanzbar.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0585.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3162" title="m10_0585" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0585.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>The xx: Emotionaler Höhepunkt des ersten Tages. Düster, getragen und zu Herzen gehend.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0660.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3163" title="m10_0660" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0660.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Was auf Platte noch nicht ganz zu passen scheint bügelt Kele live locker aus. Straight forward dancing&#8230;</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0770.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3165" title="m10_0770" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0770.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Modeselektor an der Sektdusche. Parallel dazu Foals, Booka Shade und noch noch später Simian Mobile Disco, mittlerweile quasi die Hausmusikanten des Melt!.</p>
<p><img title="m10_0951" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_0951.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Den Samstag eröffnen die sagenhaften Pttrns, die Blood Red Shoes und kurz vor Acht zelbrieren Hurts die große Geste.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1040-e1303836638154.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3167" title="m10_1040" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1040-e1303836638154.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Große Freude bei Dendemann.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1140.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3168" title="m10_1140" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1140.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Darwin Deez: DIY-Indie-Folk&#8212;</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1227.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3169" title="m10_1227" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1227.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>The return of the flower-elf.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1286.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3170" title="m10_1286" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1286.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Das Rock-Event: The Big Pink ließen es ordentlich krachen, alle Verstärker auf zwölf, Reverb on max. Yo! Da mußte man einfach nur dastehen und die Macht der Musik durch sich hindurchfließen lassen. wenn ich mich entscheiden müßte wäre das in diesem Sektor mein Konzert des Jahres.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1497-e1303836615253.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3171" title="m10_1497" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1497-e1303836615253.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Sonntag: Kings Of Convenience: Grandios wie damals, so auch heute. Wäre eigentlich was für die Hauptbühne gewesen.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1852-e1303836593828.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3173" title="m10_1852" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1852-e1303836593828.jpg" alt="" width="323" height="485" /></a></p>
<p>Brian Mercer von den Shins hier mit</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1833.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3172" title="m10_1833" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1833.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Danger Mouse als Broken Bells: gediegener Singer-/Songwriterpop. Sehr gut.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1939.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3175" title="m10_1939" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_1939.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Fucked Up! Sänger Damian Abraham ohne Angst vorm Publikum beim Bad in der Menge. Sein ausführliches Besuchsprogramm ließ die Band etwas einsam auf der Bühne zurück, aber die komplette Aufmerksamkeit des Zeltes war ihm sicher.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2082.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3176" title="m10_2082" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2082.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Goldfrapp gab die düstere Variante der glamouröses Discoqueen. Sehr gediegen, sehr edel.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2146.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3177" title="m10_2146" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2146.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2291.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3178" title="m10_2291" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2291.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Headliner am Sonntag waren Massive Attack inklusive Horace Andy und Matina Topley-Bird, die zuvor im Zelt ihre eigene Platte vorstellte. Ein gebührend fulminates Finale eines an Highlights reichen Festvals.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2331.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3179" title="m10_2331" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/m10_2331.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p><strong>Haldern Pop:</strong></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0081.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3180" title="h10_0081" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0081.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Donnerstag Abend im Zelt: Von Beach House haben wir leider nur noch den letzten Song mitbekommen, aber was solls. Der folgende Chapel Club empfahl sich für mehr. Überhaupt. Ein Phänomen beim Haldern ist, dass man Künstler sehen kann, von denen dann in einem halben oder Dreivierteljahr jeder zu schwärmen scheint. Die Fachpresse sich überschlägt und jeder Blogger es schon immer wußte. Wer es also auf Insidertipps und die Bands von morgen abgesehen hat, dürfte hierzulande kein höherklassiges Festival finden.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0132.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3236" title="h10_0132" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0132-e1303918254815.jpg" alt="" width="323" height="485" /></a></p>
<p>Ebenfalls o.g. Kategorie obwohl auch ein klein wenig mit Ansage Ms. Sumner aka I Blame Coco nicht nur in puncto Schuhmode.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0231.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3181" title="h10_0231" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0231.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Seabear: Immer wieder ein Genuß und eine Band, die einfach nach Haldern muss.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0312.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3182" title="h10_0312" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0312.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Stornoway: Die Überraschung im engl. Folkpop des letzen Jahres. Ihr Debütalbum &#8220;Beachcomber&#8217;s Windowsill&#8221; fand sich zu recht in zahlreichen Bestenlisten von 2010 im oberen Segment.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0362.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3184" title="h10_0362" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0362.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Der Battenbergturm aus dem 15.Jh gleich visa vis des Geländes.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0422.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3237" title="h10_0422" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0422.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Der in den letzten Jahren doch etwa bedrohlich gestiegene Anteil von Rauschebärten wurde in diesem Jahr sehr erfolgreich zurückgedrängt. Hier von Wendy McNeil.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0657.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3185" title="h10_0657" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0657.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Und an selber Stelle wenig später: Laura Marling inkl. Marcus Mumford in der Begleitband, der später dann mit Mumford und Sons mitreißend die Hauptbühne bespielte.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0901.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3238" title="h10_0901" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0901.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Mumford &amp; Sons</p>
<p><img title="h10_0931" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_0931.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Esben &amp; The Witch: Verhuscht, verträumte Shoegazer-Psychedelia</p>
<p><img title="h10_1115" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1115.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p>Serena Maneesh: waren auch vor ein paar Jahren schon mal da, doch mittlerweile hat sich die Hippieromantik leicht gen Noise verschoben, bei anhaltend drogenschwangerer Note wohlgemerkt.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1362.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3189" title="h10_1362" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1362.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Der Samstag:</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1371.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3190" title="h10_1371" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1371.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Portugal. The Man</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1402.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3191" title="h10_1402" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1402.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>In froher Erwartung&#8230;</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1594.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3193" title="h10_1594" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1594.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>auf <a href="http://www.lowanthem.com/" target="_blank">The Low Anthem</a>. Da muß ich zugeben war ich doch ganz schön platt. &#8220;Oh My God, Charlie Darwin&#8221; die Platte von 2008 läuft bei mir des öfteren  und die Vorfreude auf dieses Konzert war schon ordentlich groß. Da hocht man also dort im Fotograben, die Band nimmt Aufstellung dierekt vor meiner Nase, wo ich da nun so knie und intonieren zum Start fast acapella den Opener. Quasi nur für mich. Definitiv mein Highlight. Einfach großartig, einfach perfekt, band, Rahmen, Atmosphäre, Publikum&#8230; wunderbar! Die neue Platte &#8220;Smart Flesh&#8221; aus diesem Jahr ist natürlich ebenso ein Tipp.</p>
<p><img title="h10_1658" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1658.jpg" alt="" width="485" height="323" /></p>
<p><a href="http://www.wearevillagers.com/" target="_blank">Villagers</a>: Conor J. O&#8217;Brien war 2010 für sein Debüt &#8220;Becoming a Jackal&#8221; sowohl für den Mercury Prize als auch für den Q Award nominiert.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1699.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3195" title="h10_1699" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1699.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Um das leidige Problem der geringen Kapazität des Spiegelzelts nicht vollends zu Frust für die nicht Hineingekommenen werden zu lassen stellte man vor den Eingang eine Leinwand mit einer Liveübertagung des Geschehens im Inneren. Ist zwar trotzdem nicht das Selbe, aber wenigstens ist man halb dabei und der Kameramann steht ohnehin weiter vorn, als man selbst je könnte. Und behaglich auf der Wiese mit einem frisch Gezapften läßt es sich doch auch ganz gut aushalten.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1813.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3196" title="h10_1813" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1813.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Jetzt mal ehrlich welches Festivalzelt sieht so aus? Noch Fragen?</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1848.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3197" title="h10_1848" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1848.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>The Sleepy Sun: herrlich verspielt und verspulte Hppiefolkpsychedelik vom Feinsten.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1958.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3198" title="h10_1958" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_1958.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Yeasayer: mittlerweile fast schon eine eigene Kategorie und live auch auf der großen Bühne ein Erlebnis. (ps: vor zwei Jahren auch schon mal hier im Zelt)</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2089.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3201" title="h10_2089" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2089.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Einen großartigeren Festvalheadliner zum Abschluß hätte man nicht finden können, der auch noch wie die Faust aufs Auge zur feierlich getragenen Grundstimmung des Festivals passt. Kleine Unsicherheiten des Sängers, der sich anscheinend selbst nicht richtig hören könnte verzeihen wir an dieser Stelle gerne mal. Nein: grandios und stimmig! Kein Jan Delay, keine Fetten Brote Danke dafür.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2125.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3202" title="h10_2125" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2125.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Aushallen an der Hauptbühne.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2152.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3203" title="h10_2152" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/h10_2152.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Kleines Nachhallen im Zelt mit dem Kollektiv der Whale Watching Tour und ihrer Neoklassik. Grenzgänger an den Nahtstellen zum Jazz und zum Folk. Heruntergefahren wird man in die Nacht entlassen.</p>
<p><strong>Highfield:</strong></p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_016a.jpg"><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_016a.jpg" alt="" width="485" height="364" /></a></p>
<p>Das Line-Up  des Highfield-Festivals war vor allem eins: effizient. Insgesamt gerade ausreichend die drei Tage auf den beiden Bühnen zu füllen und trotzdem ausreichend Interessantes für das Publikum zu bieten. Die großen Entscheidungsprobleme fielen hier also weitestgehend flach. Dennoch versammelte man eine Handvoll sehr anständiger bis guter Headliner. Als da wären die Jungs von nebenan von The Gaslight Anthem mit stadionkompatiblem Bruce-Springsteen-Rock, die als erste dem Opener Frank Turner, Respekt und Grüße zollten, was sich etwas später dann nochmal wiederholte, da auch Billy Talent dem Kollegen huldigten.</p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_034a.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p>Gogol Bordello lassen dank superenergetischem Zigeunerpunk vor jeder Bühne die Puppen tanzen. Immer ein Garant für maximale Unterhaltung und mitgerissene Massen.</p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_164.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p>Bei Placebo war ich skeptisch. Die Musik ohne Frage Klasse, doch bei zwei vorangegangen Konzerten (wohlgemerkt anno 1996 und 98 wenn ich mich recht erinnere) hatte Herr Molko jeweils keinen Bock. Steckte sich nach jedem einzelnen Song erst mal ne Kippe an und laberte. Jeder Schwung war sorfort raus. Blöde Stop &amp; Go Taktik. Doch! Nicht so diesmal. Schlüssige Songfolgen, tight performt. Gutes Konzert.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_041.jpg"><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_041.jpg" alt="" width="485" height="364" /></a></p>
<p>Im direkten Vergleich unterliegt Super- Batman.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_103.jpg"><img title="hf10_103" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_103.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Eine der wenigen funktionierenden Lampen auf dem ansonsten stockfinsteren Weg zurück zum Parkplatz.</p>
<p><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_203.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p>Solides Handwerk von Melissa auf der Maur, die später auch noch durchs Publikum stolzierte. Wäre interessant zu erfahren, wer vom überwiegend jungen Publikum um ihre Mitwirkung bei Hole oder den diversen Kollaborationen mit den Smashing Pumpkins, Fountains Of Wayne, Rufus Wainwright usw. weiss.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_189.jpg"><img title="hf10_189" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_189.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Auf der Zeltbühne tummelten sich die eigentlich interesanteren Beiträge: The Drums, Kap Bambino, Biffy Clyro usw.. Auf The Asteroids Galaxy Tour war ich ja doch sehr gespannt, da die Platte ein quirllig unterhaltsames Erlebnis vermuten ließ. Leider zündete es nicht ganz so doll wie erwartet, etwas holprig war die Setlist aufgebaut und die konnte den Funken nicht so richtig überspringen lassen. Ein Fehler könnte gewesen sein ihren Hit &#8220;Around The Bend&#8221; aus der iPod-Touch Reklame bis zum Schluss aufzuheben.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_214.jpg"><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_214.jpg" alt="" width="485" height="364" /></a></p>
<p>Diesen gravierenden Fehler machen OK Go nicht. Nach der Eröffnung mit Glockenspiel folgte alsbald &#8221;Here It Goes Again&#8221; der Song mit dem Krachervideo auf den Laufbändern. Der beste Bühnenmonolog folgte dann im weiteren Verlauf. Hauptsänger Damian Kulash fragte mal eben von oben das Publikum: &#8220;Are you peaceful? Peacelovin&#8217; ?&#8221; Die Meute war etwas irritiert und heraus kam nur ein müdes halblautes &#8220;Yeah&#8221;. Promte Antwort von Herrm Kulash &#8220;You know, thats not your reputation over there&#8230;.&#8221;. Oh ja, danke, richtig da war was&#8230;</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_223.jpg"><img title="SAMSUNG DIGITAL CAMERA" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_223.jpg" alt="" width="485" height="364" /></a></p>
<p>Dennoch sprang der Frontmann ohne auf eine weitere Reaktion zu warten in die Menge und performte die nächsten Stücke direkt aus dem Publikum. &#8230;und überlebte.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_288a.jpg"><img title="hf10_288a" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_288a.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>The Sounds auf die kleine Bühne im Zelt zu sperren wird der Band und vor allem Sängerin &amp; Rampensau Maja Ivarsson nicht gerecht und man nimmt sich mit dieser Fehlbesetzung einen Mainact, der anständig auch große Massen zu unterhalten weiß, wie man zBsp. 2007 in Roskilde vor der größten Zeltbühne erleben konnte. Für die Schweden dort zwar quasi ein Heimspiel. Also drängten sich dort locker 15.000 in und um die Arena.</p>
<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_318a.jpg"><img title="hf10_318a" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/hf10_318a.jpg" alt="" width="485" height="323" /></a></p>
<p>Monster Magnet mal live zu sehen war mir dann doch ein Anliegen und obwohl man Dave Wyndorf zwischenzeitlich schon fast abgeschrieben hätte legten er und seine Mannen einen anständigen Auftritt hin. Natürlich nicht mehr ganz in der Form ihres Lebens, aber immer noch laut genug, das draussen tosende Unwetter mit Sturmböhen und Regenschauern zu übertönen.</p>
<p><strong>Tiefen &amp; Herausforderungen für die Zukunft</strong></p>
<p><strong>Melt!:</strong></p>
<p>Da gibts nicht viel zu meckern und obendrein gibt es in jedem Jahr kleinere Änderungen und Anpassungen um aufgetretene Probleme zu beheben. Diesmal wurde der Campingplatz erstmal umzäunt um Diebstähle einzudämmen &#8211; laut Pressemitteilung mit Erfolg. Zweiter geradezu genialer Einfall: Anfahrt und Unterkunft im Zug, der dann gleich neben dem Festivalgelände geparkt bleibt.<br />
Das Einzige, was schon seit Jahren nervt, ist die Gestaltung des Zeitplanes, die sich irgendwie noch an den Anfangsjahren als reiner Technoevent orientiert. Bei keinem anderen Festival dieser Größenordnung startet das Programm erst gegen 16.00Uhr und tritt der letzte Headliner erst 5.30Uhr vor die Leute. Im Hochsommer hält man es bei Sonnenschein nun mal nur selten bis nach 9.00Uhr im Zelt aus und dann muss man den kompletten Tag bis zum Start noch rumbringen. Ohne Jammern zu wollen: dann ist das Programm auch noch entsprechend lang und auch gen Tagesende bzw. am nächsten Morgen immer noch interessant. Doch häufig hat der Körper dann schon kapituliert.</p>
<p><strong>Haldern:</strong></p>
<p>So richtig was zu mäkeln gibts hier eigentlich nicht. Ein kleiner Wermutstropfen ist die schon erwähnte geringe Aufnahmefähigkeit des Zeltes, wodurch man den einen oder anderen Act nicht aus nächster Nähe sehen kann. Ein Zugeständnis an das ansonsten so besondere Ambiente.</p>
<p>Dann war da noch was. Bekloppte und Idioten laufen ja auf jedem Festival in übermäßiger Zahl herum. Das sollte allgemein bekannt sein. Nie hätte ich geglaubt, dass mir bei aller Gemütlichkeit und nettem Miteinander etwas passiert, dass mich am Samstag zum ersten Kunden der mobilien Polizeistation machte. Irgendwann in der Nacht hatte jemand Bewegungsdrang und konnte diesen offenbar nicht zwischen Zelten, Wohnmobilien und Autos ausleben und bestieg das Dach meines kleinen Vehikel. Doch ausgewachsene Personen trägt das dünne Blech nun mal nicht. Unschöne Verformungen waren die Folge, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten irreparabel, da auch die Teilkasko Vandalismus nur im Zusammenhang mit Diebstahl trägt. Schönen Dank. Trotzdem werde ich beim nächsten Mal dabei sein, in der Hoffnung, das sowas kein zweites Mal passiert.</p>
<p><strong>Highfield:</strong></p>
<p>Von langen Wegen sprach ich bereits, die könnten natürlich verkürzt werden, ließe der Ordungsdienst Leute mit Bändchen auch seitlich auf den Campingplatz, aber nein. Überhaupt ist es immer unschön unnötig gegängelt zu werden, sowas hinterläßt immer einen schalen Nachgeschmack. Gleich beim auffahren auf den Parkplatz kommt jemand gesprungen und man darf Parkgebühr abdrücken. Wäre beim Highfield schon immer so. Schön und gut, bei anderen Festivals aber nicht. Versteckte Zusatzkosten nenn ich das. Bei knapp 100€ Eintritt sollte das Parken dabei sein. Und was soll die Personenschleuse am Eingang zum Zelt? Verstopft sinnlos den Zugang, man wartet einmal mehr, aber warum? Das geht woanders durchlässiger, zBsp. mittels Weglassen des Wandbehangs. Hätte auch zur Folge, dass es im Zelt nicht so heiß wird, nebenbei. Kopflos waren die Ordnungshüter dann beim Hin und Her im Zuge des Unwetters, raus aus dem Zelt, doch wieder rein, doch raus. Auf keiner Anzeige war zu erfahren, ob die Konzerte nun verschoben werden oder doch stattfinden. Zum Glück klärte das Wetter die Situation selbst und bis auf den leider abgesagten BRMC-Auftritt fand alles statt. Zu guter Letzt wurde sich für die Abreisenden noch eine zusätzliche Hürde ausgedacht. Vom Parkplatz durfte man nur Richtung Störmthal abbiegen, obwohl für alle die nach Leipzig oder gen Norden wollten die Richtung Espenhain auf kürzesten Wege zur B95 geführt hätte. Ein weg der auch auf dem ursprüglichen Zufahrtsplan zum Gelände ausgewiesen war, vor Ort aber irgendwie nicht ausgeschildert war. So fuhren also sämtliche nachts noch Abreisende durch die schlafenden Nachbardörfer. So erzeugt man sicher maimale Akzeptanz bei den Anwohnern.</p>
<p>So schön die Übersichtlichkeit von zwei Bühnen auch sein mag, bei dem Eintritt sollte mehr Angebot drin sein, auch wenn man es mit dem angestrebten Wachstum tatsächlich ernst meinen sollte. Zum Vergleich: Haldern knapp 70€ für ebenso viele Bands, beim Melt! waren rund 110€ fürs Dreitageticket und über 70 Acts mehr fällig.</p>
<p>Und zu guter Letzt: Was soll das mit dem Namen Highfield nicht in Hohenfelden???? Da durften wohl die Marketingmenschen zuviel von einer eingeführten Marke fabulieren, die man unmöglich aufgeben könne. Bis zum Schluß dachte ich es kommt noch eine Ansage, dass man das Festival ab dem nächsten Jahr umbenennt, auch um sich mit der neuen Lage und seiner Region zu identifizieren. Kam nicht, etwas absurd, etwas unverständlich. Dabei sah man vereinzelt T-Shirts mit dem alten Logo aber neuem Schriftzug &#8220;Stormy Valley&#8221;. Wäre auf jeden Fall irgendwie passender.</p>
<p><strong>Schlußworte:</strong></p>
<p><img style="width: 0px; height: 0px; visibility: hidden;" src="http://c.gigcount.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEzMDI2NDMxMDcxNjAmcHQ9MTMwMjY*MzExNzI3NCZwPTU*NDMxJmQ9Jmc9MSZvPTZkMGM2ODU5ZGZiZDQ2YzM4OGQ4/ZjA4NzZkYmYwNjgyJm9mPTA=.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157626485162702&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=melt%21%202010&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157626485162702&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=melt%21%202010&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
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<p><strong>Melt!:</strong> Riesenmusikauswahl, Megalocation und aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Zurecht mittlerweile etabliert im heimischen Festivalzirkus und seit Jahren schon Anlaufpunkt für ein stetig wachsendes Stammpublikum. Sollte nicht doch noch an den Zuschauerzahlen gedreht werden, wird es wohl immer früher ausverkauft sein und der umworbene Besucher muss sich rechtzeitig kümmern.</p>
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<p><strong>Haldern Pop:</strong> Zugegeben da bin ich etwas befangen, denn die Künstlerauswahl triff bei mir den richtigen Nerv. Was die also Musik, die Organisation, die Ordnungskräfte und die Lokalität anbetrifft fällt mir beim besten Willen kein besseres Festival ein. Der vermeintliche Nachteil der geringen Kartenanzahl steigert eigentlich sowohl die Exklusivität, als auch die Qualität der zu Erlebenden. Das Klassentreffen unter den Festivals und wer sich nicht spätestens Anfang des Jahres kümmert, bekommt keins der raren Tickets. Für dieses Jahr wärs schon zu spät: Ausverkauft.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="170" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="setId=72157626361071619&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=highfield%202010&amp;randomize=0" /><param name="src" value="http://www.slideoo.com/slider.swf" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="170" src="http://www.slideoo.com/slider.swf" flashvars="setId=72157626361071619&amp;size=_m&amp;max=all&amp;userid=95908789@N00&amp;setname=highfield%202010&amp;randomize=0" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><strong>Highfield:</strong> Klar ist es nicht einfach einen solch großen Event an neuem Platze sofort reibungslos zu organisieren. Dann waren da noch die Unwetter. Wichtig wäre die Knackpunkte ordentlich zu analysieren und Schlüsse zu ziehen. Das Areal hat auf jeden Fall Potenzial und die angesprochene Zielgruppe dürfte auch in Zukunft gern wieder nach Größpösna kommen. Um jedoch die selbe Größe wie Hurricane und Southside (vom selben Veranstalter) zu erreichen muß wohl am ehesten am Programm etwas getan werden und etwas breiter gestreut werden, sowohl quantitativ, als auch genretechnisch.</p>
<p>Fotos: K. Nauber</p>
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		<title>Das phonographische Trio &#8211; PNG on air</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 08:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Playlist der Sendung vom 22.4.2011. Diesmal im Fokus: Gatto Fritto - s/t, Papercuts - Fading Parade und Low - C'mon und als Nachtisch noch frisches von der bunten Wurstplatte.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1199" title="neulogo_start" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/neulogo_start.gif" alt="" width="135" height="70" /></p>
<p>Ja, schon wieder ein Monat rum und neue Platten am Start, die zu empfehlen lohnt. Die Redaktion hat getagt und die Herren Lose, Jensor und Nauber ihre Favoriten gekürt. Hier die Playlist inklusive der Erweiterung aka Wurstscheiben unserer Aufschnittplatte.</p>
<p>Playlist vom 22.4.2011</p>
<p>1. Gatto Fritto &#8211; The Curse vom Album &#8220;Gatto Fritto&#8221; (International Feel Recordings)</p>
<p>2. Gatto Fritto &#8211; Lucifer Morning Star</p>
<p>3. Papercuts &#8211; Do You Really Wanna Know vom Album &#8220;Fading Parade&#8221; (Sub Pop/Cargo)</p>
<p>4. Papercuts &#8211; Chills</p>
<p>5. Low &#8211; Especially Me vom Album &#8220;C&#8217;mon&#8221; (Sub Pop/Cargo)</p>
<p>6. Low &#8211; Majesty/Magic</p>
<p>7. Za! &#8211; PachaMadreTierraWah! #2: Da Remix vom Album &#8220;Megaflow&#8221; (Discorporate/Cargo)</p>
<p>8. Gabl´e &#8211; BuNCH vom Album &#8220;CuTe HoRSe CuT&#8221; (LOAF/Alive!)</p>
<p>9. Kaizers Orchestra &#8211; Psyco Under Min Hatt vom Album &#8220;Violeta Violeta Vol. 1&#8243; (Petroleum Records)</p>
<p>10. Marek Hemmann &#8211; Pictures vom Album &#8220;Freude am Tanzen 5zig&#8221; (Freude am Tanzen)</p>
<p>11. KOVLO &#8211; Rovaniemi vom Album &#8220;Hey Mom, Where&#8217;s Timbuktu?&#8221; (On The Camper Records)</p>
<p>12. Arboretum &#8211; Destroying The Save vom Album &#8220;The Gathering&#8221; (Thrill Jockey)</p>
<p>13. Howe Gelb and A Band Of Gypsies &#8211; The Ballad of Lole y Manuel vom Album Alegrias&#8221; (Fire/Cargo)</p>
<p>Generell: PNG ist jeden zweiten Freitag von 21.00 bis 23.00 Uhr auf  Sendung. Im Wechsel finden entweder Das Phonographische Quartett, bei  dem vier Redakteure vier aktuelle Veröffentlichungen vorstellen, oder  Spezialsendungen zu unterschiedlichen Themen (Labels, Festivals usw.)  statt.</p>
<p>Radio Blau In Leipzig: auf UKW 99,2 MHz, sowie: 94,4 MHz &amp; 89,2 MHz (Karte) und 97,9 MHz (primacom Kabel) Online: <a href="http://www.radioblau.de/" target="_blank">www.radioblau.de</a> oder gleich im <a href="http://radioblau.de/index.php?z=ar14&amp;r=m1" target="_blank">Stream</a></p>
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