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	<title>: Persona Non Grata : : : &#187; Film</title>
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		<title>Die PnG-Kinowoche</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 21:54:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Neustarts der Kinowoche. Diesmal mit "Dame König As Spion", "Moneyball" und "Die Summe meiner einzelnen Teile"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4283" title="Dame, König, As, Spion" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/DameKoenigAsSpion.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p>Dame, König, As, Spion</p>
<p>GB/F/D 2011 / R: Tomas Alfredson / D: Gary Oldman, John Hurt</p>
<p>Millionen von Lesern verschlingen weltweit die Spionageromane von John Le Carré. Die Mischung aus spannender Fiktion und authentischem Insiderwissen lieferte in der Phantasie der Käufer das Drehbuch für den Kalten Krieg. Das Herzstück seines Schaffens ist die Figur des Smiley, der 1961 erstmals in dem Roman „Schatten von Gestern“ in Erscheinung trat. Das 1974 erschiene Buch „Dame, König, As, Spion“ ist der sechste der achtteiligen Reihe. Zur Hochzeit der Geheimdienstaktivitäten von KGB, MI6 und CIA spielt Le Carré darin meisterhaft mit Argwohn und Ängsten seiner Leser.</p>
<p>In den Mittelpunkt der Handlung stellt er einen Schatten, einen stillen Beobachter, durch dessen Augen wir die Handlung erleben. George Smiley ist eine perfekte Projektionsfläche für die Phantasie des Lesers. Der gealterte Agent ist der Vertraute des MI6-Chefs „Control“ (John Hurt). Als jedoch ein Einsatz in Budapest schief läuft und Unbeteiligte ums Leben kommen, muss der Kopf seinen Hut nehmen und nimmt seine rechte Hand mit in den Ruhestand.</p>
<p>Im „Circus“, dem Hauptquartier der Organisation hat eine neue Garde unter der Leitung des intriganten Percy Alleline (Toby Jones) die Führung übernommen. Smiley zieht sich in seine leere Wohnung zurück, in der ihn seine Frau vor einiger Zeit zurückgelassen hatte, und starrt die Wand an. Auch „Control“ verkraftet die Entmachtung nicht und stirbt kurz darauf. Zurück lässt er ein Schachspiel, dessen Figuren die Protagonisten der Führungsetage darstellen. „Control“ war auf der Spur eines Maulwurfs in den obersten Reihen.</p>
<p>Smiley tritt sein Vermächtnis an und macht sich gemeinsam mit dem jungen Agenten Guillam (Benedict Cumberbatch) auf die Jagd. Dabei sind alle Verdächtigen langjährige Vertraute: der aalglatte Bill Haydon (Colin Firth), der altgediente Roy Bland (Ciarán Hinds), der verlässliche Bürokrat Toby Esterhase (David Dencik) und er selbst geraten ins Fadenkreuz. Die Antwort liegt in Budapest.</p>
<p>Eine beachtliche Riege britischer Schauspielgrößen gibt sich die Ehre in diesem Politthriller, der nicht nur in seiner detailgetreuen Ausstattung angenehm altmodisch wirkt. Das langsame Erzähltempo steht in krassem Gegensatz zur bleihaltigen Agentenaction des Gegenwartskinos. Hier sind noch schauspielerische Qualitäten gefragt. Hier retten keine schnellen Schnitte ein mit Logiklöchern durchsetztes Drehbuch. In all diesen Disziplinen besteht das englischsprachige Debüt des Schweden Tomas Alfredson, dessen Vampirdrama „So finster die Nacht“ vor zwei Jahren für Begeisterungsstürme sorgte, meisterhaft.</p>
<p>Grimmig seziert der Plot die politische Dimension der Ereignisse. Hoch spannend zieht sich das Geflecht Zug um Zug immer enger zusammen, tragisch und berührend die menschlichen Seite eines seelenlosen Geschäfts, in dem über Leichen gegangen wird. Dazu spielt der Spanier Alberto Iglesias, dessen Klänge schon zahlreiche Filme seines Landsmannes Pedro Almodóvar veredelten.</p>
<p>Bereits 1979 adaptierte die BBC den Roman in einer siebenteiligen Fernsehserie. Alec Guinness gab damals eine grandiose Vorstellung als Smiley. Gary Oldman steht ihm dreißig Jahre später in nichts nach. Hinter den Augen, die sich unter den Falten und der dicken Brille verbergen, brodelt es. Le Carré selbst hat sich für die Kinoadaption des Stoffes eingesetzt und fungierte als ausführender Produzent. Wer genau hinsieht entdeckt ihn sogar in einer Szene des Films. Was für ein gelungenes Vermächtnis und was für ein Glücksfall für Freunde des anspruchsvollen Kinos.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4284" title="Moneyball" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Moneyball.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p>Die Kunst zu gewinnen &#8211; Moneyball</p>
<p>USA 2011 (Moneyball) Regie: Bennett Miller mit Brad Pitt, Jonah Hill, Ken Medlock, Philip Seymour Hoffman 133 Min.</p>
<p>Die Geschichte des Ex-Baseballprofis und Managers Billy Beane, der mit seiner radikalen Taktik den gesamten Sport umkrempelte geht weit über das Sportliche hinaus. Bennett Miller erzählt auch von einem Mann, der die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen konnte und zeitlebens darunter litt. Brad Pitt verkörpert den Helden der Oakland A’s mit eindrucksvoller Präsenz und gleicht dabei mehr als je zuvor seinem großen Vorbild Robert Redford.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4285" title="DSMET" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/DSMET.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p>D 2011 / R: Hans Weingarter / D: Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold</p>
<p>Hans Weingartner bleibt auch vier Jahre nach seinem letzten Langfilm „Free Rainer“ unbequem. Der geniale Mathematiker Martin kommt gerade aus der psychiatrischen Anstalt. Er arbeitete bis zur Erschöpfung, bis sein Gehirn dem Druck nicht mehr standhielt. Nun versucht er wieder auf die Beine zu kommen, verliert jedoch bald wieder den Halt. Zahlen sind das Einzige, woran er sich festklammern kann. Erst als er aus der Großstadt in den Wald flieht, scheinen die Stimmen zu verstummen. Weingartners wissenschaftlicher Hintergrund kommt auch hier zum Tragen, subtrahiert sich am Ende auf den elementarsten Nenner. Das ist ehrenwert, funktioniert filmisch trotz eines überragenden Hauptdarstellers aber nicht immer überzeugend.</p>
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		<title>Die PnG-Kinowoche</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 23:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kinoneustarts in der Subjektiven. Diesmal mit "The Artist" und "Drive".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/TheArtist-Scene03.jpg" alt="" title="TheArtist-Scene03" width="250" height="167" class="alignnone size-full wp-image-4252" /></p>
<p>The Artist<br />
F 2011 / R: Michel Hazanavicius / D: Jean Dujardin, Bérénice Bejo</p>
<p>Das kontemporäre Kino ist vor allem Spektakel: Computereffekte steigern die Realität, die 3D-Technik sorgt für den passenden Budenzauber und der Rest ist Lärm und Remmidemmi. In diesen unseren Zeiten mit einem Stummfilm daher zu kommen grenzt fast an kommerziellen Suizid. Es gehört schon großer Mut, uneingeschränkte Liebe zum Medium und eine gehörige Portion Irrsinn dazu, ein Werk zu schaffen, das auf all diese Attribute verzichtet</p>
<p>Michel Hazanavicius ist so ein Wahnsinniger. Wieder einmal ist es ein Franzose, der das Kino rettet. Als er vor einigen Jahren mit der Idee ankam, einen Film zu drehen, der komplett auf die gängigen Elemente des Unterhaltungskinos verzichtet, kassierte er Lacher und ungläubiges Kopfschütteln. Mit den beiden „OSS 117“-Filmen bewies er dann, dass eine tiefe Verneigung vor der Geschichte des Mediums auch kommerziell funktionieren kann. Die charmanten Bond-Parodien legten zudem den Grundstein für die künstlerische Zusammenarbeit mit Jean Dujardin. Der begann als Stand-Up Comdian, bevor er sich als wandlungsfähiger Schauspieler mit der Hauptrolle in der Bestselleradaption „39,90“ etablierte.</p>
<p>Seine visuelle Komik ist wie geschaffen für Hazanavicius’ Vorhaben. „The Artist“ verzichtet komplett auf gesprochene Dialoge und erzählt seine große Liebesgeschichte ausschließlich mit Gestik und Mimik. Zur Seite steht Dujardin seine Partnerin „OSS 117“, Bérénice Bejo. Gemeinsam bilden sie das schönste Leinwandpaar, das die Lichtspielhäuser seit langer Zeit zum Leben erweckt haben.</p>
<p>Der schillernde Protagonist des Films ist George Valentin (Dujardin). Er ist der gefeierte Star der Stummfilmära. Eine Spur zu selbstherrlich und eitel in den Augen seines Produzenten (John Goodman), aber voll unwiderstehlichem Charme. Auch die aufstrebende Schauspielerin Peppy Miller (Bejo) kann sich dem nicht entziehen. Für einen Moment vergisst Valentin seine unglückliche Ehe und fühlt sich geschmeichelt von Peppys Bewunderung.</p>
<p>Alles verläuft nach Drehbuch, doch dann bricht der Tonfilm herein und damit das Ende von Valentins Karriere. Nicht Willens, sich dem Fortschritt zu unterwerfen versinkt er in Vergessenheit, während Peppy zum Star des neuen Hollywood aufsteigt.</p>
<p>Mit allen Mitteln des Kinos erzählt „The Artist“ eine bewegende Geschichte, des Verblassens einer Epoche und vom Niedergang der strahlenden Helden der Zwanziger, angelehnt an Ikonen wie John Barrymoore, Greta Garbo oder dem namensgebenden Rudolph Valentino. Eine außergewöhnliche Hommage an die Kindheitstage des Films, als das Kino von Murnau und Lang noch ganz Gefühl war. Komik, Leidenschaft und Tragik liegen ganz dicht beieinander und machen aus „The Artist“ richtig großes Kino. Trotz oder gerade wegen des Verzichts auf die Form des zeitgenössischen Films.</p>
<p>Untermalt wird dieses zelluloidgewordene Kunstwerk von Ludovic Bources mitreißendem Score. Der Wegbegleiter des Filmemachers erhielt hierfür jüngst den Golden Globe. Auch Dujardin war unter den insgesamt neun Nominierungen für den Film und sein Lächeln erschien noch strahlender, als er den Preis in den Händen hielt. Drücken wir dem Film die Oscardaumen und ein ähnliches überwältigendes Publikumsinteresse hierzulande wie in Frankreich, wo die Ode an unsere liebste Kunst zum Hit avancierte.</p>
<p><img src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Drive250.jpg" alt="" title="Drive250" width="250" height="166" class="alignnone size-full wp-image-4253" /></p>
<p>Drive<br />
USA 2011 / R: Nicolas Winding Refn / D: Ryan Gosling, Carey Mulligan</p>
<p>Der Mann kann fahren: Driver (Ryan Gosling) ist ein Gott am Lenkrad. Wenn der Stuntman in belanglosen Actionsequenzen Autos zum Überschlagen bringt oder nachts den Fluchtwagen für Kleinkriminelle durch das Labyrinth der Straßen von Los Angeles steuert, gibt es keinen Zweiten, der kann, was er kann.<br />
Bei Tageslicht ist er ein Buch mit sieben Siegeln – verschlossen, zurückhaltend, undurchdringlich. Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln, seine Gegenwart verbringt er in der Werkstatt von Shannon (Bryan Cranston). Der erkennt das Potential des Jungen und sein gutes Herz. Er will ihn als Rennfahrer groß rausbringen, seine Geldgeber sind jedoch windige Gangster.<br />
Dann ist da noch Irene (Carey Mulligan), die gleich nebenan wohnt und Driver verstohlene Blicke zuwirft, wenn sie sich im Aufzug begegnen. Sie fühlt sich ebenso zu ihm hingezogen wie ihr Sohn Benicio, um den sich Driver liebevoll kümmert. Als ihr Mann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast kommt, muss Driver seine Strategie ändern. Um Standard aus dem Dreck zu ziehen, lässt er sich auf einen gefährlichen Deal ein, der außer Kontrolle gerät.<br />
Die Ruhe mit der Gosling den Einzelgänger verkörpert und die plötzliche Eruption brutaler Gewalt wirken in seiner schauspielerischen Wucht eindringlich. Sein Alter Ego erinnert ein wenig an Travis Bickle, den „Taxi Driver“, einem in die Ecke gedrängten, getrieben zum Unausweichlichen.<br />
Allerdings ist der Schauplatz hier die Autostadt L.A., fernab des Glitters der Scheinwerfer. Es erinnert an die nächtlichen Straßen die Michael Mann („Collateral“) in Szene setzte. Gepaart mit einem einzigartige Stil, der mit den in rosa getünchten Lettern im Vorspann beginnt und sich mit der Synthesizer-Musik und den kunstvollen Slow-Motions formt, schuf Regisseur Nicolas Winding Refn einen blutigen Liebesthriller, ein außergewöhnliches Meisterwerk.</p>
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		<title>Die PnG-Kinowoche</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 22:08:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab sofort gibt es an dieser Stelle die Highlights der Kinowoche im subjektiven Abriss. Diesmal empfehlen wir Faust, Kriegerin und Die Muppets.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Faust.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-4173" title="Faust" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Faust-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p><strong>Faust</strong></p>
<p>RUS 2011 / R: Alexander Sokurow / D: Johannes Zeiler, Anton Adasinsky</p>
<p>Der Leibhaftige verführt den unglücklichen Faust fast neunzig Jahre nach F.W. Murnaus erster Inszenierung erneut auf der Leinwand. Alexander Sukurov verfilmte Goethes Klassiker und erhielt dafür den Goldenen Löwen in Venedig. Zu recht, denn seine stilistisch ungewöhnliche Inszenierung entwickelt eine Sogwirkung, die für die gesamten 134 Minuten Lauflänge an die Leinwand fesselt. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt seinen Darstellern, allen voran Johannes Zeiler als Faust und Anton Adasinsky als Mephisto.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4174" title="Kriegerin" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Kriegerin-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></p>
<p><strong>Kriegerin</strong></p>
<p>D 2011 / R: David Falko Wnendt / D: Alina Levshin, Jella Haase</p>
<p>Beeindruckendes Langfilmdebüt, das tief in die rechtsradikale Szene blickt, ohne werten zu wollen. Mit einem Auge für Details entwirft David Falko Wnendt die Geschichte von Marisa, einer 20jährigen, die überzeugter Neo-Nazi ist. Die Wurzeln liegen im Verhältnis zu ihrem Großvater. Als der im Sterben liegt, beginnt ihr Leben aus dem Gleichgewicht zu kippen. Alina Levshin spielt sie mit bedrückender Intensität und erhielt dafür ebenso wie der Film bereits zahlreiche Preise.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4175" title="THE MUPPETS" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/Muppets-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Die Muppets</strong></p>
<p>USA 2011 / R: James Bobin / D: Jason Segel, Amy Adams</p>
<p>Wie haben wir sie vermisst: Jim Hensons Puppenparade ist wieder da und so wunderbar anarchisch wie wir sie in Erinnerung haben. Dreißig Jahre nachdem sich der Vorhang senkte  hat es die Muppets in alle Winde verstreut. Für eine letzte Show, die das Theater retten soll, trommelt Kermit die Mannschaft erneut zusammen. Das ist urkomisch, sehr musikalisch und unterhält Kinogänger aller Altersklassen ganz vorzüglich.</p>
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		</item>
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		<title>Das Filmriss Filmquiz am Donnerstag!</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2010/01/31/das-filmriss-filmquiz-am-donnerstag-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 20:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Lose</dc:creator>
				<category><![CDATA[+]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen! <br /><b>Donnerstag, 4.2. 20h im Victor Jara</b>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1684" title="Kinoquiz_neu.indd" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/kinoquiz.jpg" alt="" width="500" height="356" /></p>
<p>2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen! Das Filmriss Filmquiz geht in eine neue Runde. Im lauschigen Gewölbekeller des Victor Jara, einer der geschichtsträchtigsten und gemütlichsten Locations in Leipzig, wird es wie gewohntdarum gehen, das eigene Filmwissen zu testen anhand von Hörbeispielen und Filmclips quer durch die Filmgeschichte – entweder jeder für sich allein oder später in Gruppenarbeit. Wir streifen alle Genres von Action bis Schnulze, widmen uns den Popcornfilmen ebenso wie dem Arthaus und präsentieren Bekanntes, Überraschendes und Amüsantes. Abzugreifen gibt es wie üblich jede Menge Filmstoff aktueller Kinoproduktionen.Nicht nur für waschechte Cineasten, leidenschaftliche Kinogänger oder engagierte Heimkinobetreiber. Jeder hat die Chance T-Shirts, CDs, Freikarten zu gewinnen, ganz zu schweigen von Respekt, Applaus und dem guten Gefühl, Bescheid zu wissen!</p>
<p><strong>Donnerstag, 4.2.2010, 20 Uhr @ Victor Jara, Zschochersche Str. 12, Leipzig</strong></p>
<p><a href="http://victor-jara-le.de/" target="_blank">victor-jara-le.de</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Away we go &amp; Alexi Murdoch</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2009/10/22/away-we-go-alexi-murdoch/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 13:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Herzerwärmendes für Auge und Ohr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1430" title="murdoch" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/murdoch1.jpg" alt="" width="199" height="178" /></p>
<p><strong>Alexi Murdoch &#8211; Time Without Consequence<br />
Away We Go OST</strong></p>
<p><strong></strong><br />
Alljährlich wartet man auf eine CD, die einen durch den Winter bringt, die einem die Ohrmuschel wärmt, wenn draußen die Kälte klirrt. Mit akustischer Gitarrenmusik unterlegte Stimmen stehen da hoch im Kurs und neben den Kings of Convenience erscheint dieser Tage auch das ebenso überfällige Album des Schotten Alexi Murdoch. In den Staaten, seiner derzeitigen Heimat, bereits 2006 erschienen und in unzähligen Vorabendserien eingesetzt, haben wir den Release in unseren Breiten wohl Regisseur Sam Mendes zu verdanken,der sein charmantes Roadmovie „Away We Go“ mit Murdochs Musik untermalte. Auf dem Soundtrack sind dann auch, neben Fremdbeiträgen von George Harrison, Velvet Underground und den Stranglers, vornehmlich Stücke von Murdochs Erstling zu finden. Nur drei neue Songs seiner aktuellen EP „Towards the Sun“ haben sich darauf verirrt, die nahtlos an den introvertierten Sound des Schotten anknüpfen. Die wird jenseits des Teichs noch in diesem Jahr erscheinen, ob und wann wir damit rechnen können ist ungewiss. Schade darum wäre es auf jeden Fall, denn Murdoch pflegt darauf konsequent seine Stärken. Die liegen im Songwriting, welches den Geist von Nick Drake atmet. Die Disharmonie einer verstimmten Gitarre gepaart mit dezent gebrochenen Vokals sorgen hier und da für Abwechslung in einem ansonsten sehr harmonischen Gesamteindruck. Minimalistisch und roh reduziert er die Stücke auf das Wesentliche: Instrument und Stimme. Nur vereinzelt flirrt die Elektronik im Hintergrund. Mit seinem wundervollen Bariton ist er in meinem Wohnzimmer bereits heimisch. Schade nur, dass das Tracklisting der vorliegenden Version von „Time Without Consequence“ exakt der drei Jahre alten Erstauflage entspricht. Ein paar neue Stücke hätten es schon sein dürfen. Bleibt die Hoffnung, dass wir auf die nicht ebenso lange warten müssen. (Nettwerk/Soulfood Music)</p>
<p><strong></strong></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1428" title="Druck" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/away-we-go.jpg" alt="" width="200" height="281" /><strong></strong></p>
<p><strong>Aufbruch gelungen</strong><br />
<strong>„Away we go – Auf nach Irgendwo“</strong></p>
<p>USA/GB 2009 Regie: Sam Mendes mit John Krasinski, Maya Rudolpf, Jeff Daniels, Maggie Gyllenhaal, Allison Janney, Chris Messina, Catherine O’Hara</p>
<p>Nach zahlreichen starbesetzten Literaturverfilmungen wie zuletzt „Zeiten des Aufruhrs“ adaptierte Regisseur Sam Mendes nun das Debüt von zwei nahezu unbekannten Autoren. Trotzdem sagte er sofort zu, als er es zum ersten Mal las. Schaut man sich das Ergebnis an, ist das leicht verständlich, wirkt „Away we go“ doch wie ein positives Gegenstück zur düsteren Perspektive die Richard Yates in den Sechzigern entwarf.</p>
<p>Hier geht es vielmehr um die Generation der orientierungslosen Mittdreißiger der Gegenwart. Das Pärchen Burt und Verona ist Teil davon. Burt verkauft Versicherungen übers Telefon und es reicht ihnen gerade so zum gemeinsamen Leben in ihrem eigenen kleinen Appartement. Eigentlich sind sie mit ihrem Leben ganz zufrieden, denn ihre Liebe ist ihnen genug. Als Verona schwanger wird, stellt sie jedoch fest, dass sie eines schmerzlich vermisst: eine Heimat. Ihre Familie besteht einzig aus einer Schwester, die am anderen Ende des Landes lebt. Ihre Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben. Auch Burts Eltern ziehen sich gerade jetzt aus ihrem Leben zurück und ins weit entfernte Belgien. Um ihrem zukünftigen Nachwuchs eine sorglose Kindheit zu bescheren, beschließen sie auf Heimatsuche zu gehen und reisen quer durch die Staaten zu Freunden und Verwandten. Dabei müssen sie jedoch feststellen, dass der Lebensplan der Anderen auch alles andere als perfekt ist.</p>
<p>Mendes drehte mit „Away we go“ einen kleinen, grundsympathischen Independentfilm mit unbekannten Darstellern. Einzig die Nebenrollen sind mit Maggie Gyllenhaal und Jeff Daniels semi-prominent besetzt. Der fehlende Druck verleiht seinem Kleinod eine angenehme Leichtfüßigkeit. Begleitet von den wundervollen Gitarrenklängen Alexi Murdochs entfaltet sich ein liebenswertes Roadmovie. Wie schon in seinem Erstling „American Beauty“ sinniert Mendes über das, was dem Leben einen Sinn verleiht. Dabei menschelt es ganz gewaltig und dem Kinogänger wird’s wohlig warm in der Seele. Die Heimat ist schließlich dort, wo das Herz ist. Auch wenn diese Erkenntnis am Ende nicht neu ist, so charmant wie hier wurde der Weg dorthin selten erzählt.</p>
<p><em>Seit 15.10. über Tobis im Kino.</em><em></p>
<p></em></p>
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		<title>Ein Tritt in den Anime-Arsch – Studio 4°C</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 14:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Lose</dc:creator>
				<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein japanisches Studio weißt den Weg aus der Krise – mit radikalen Mitteln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1207" title="mg2" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/mg2.jpg" alt="" width="420" height="505" align="left" /><br />
Machen wir uns nichts vor, das Anime-Genre steckt gewaltig in der Krise. Altmeister Hayao Miyazaki geht auf die Siebzig zu und schafft nur noch alle 4 Jahre einen Film. Der ist dann zwar unbestritten ein erneutes Meisterwerk, dreht sich aber immer wieder um dieselben Themen aus Adoleszenz, Mystischem und Ökobewusstsein. Unterschwellig geht es stets um den immer währenden Kampf zwischen Tradition und Moderne. Zudem machen seine Werke nahezu ausschließlich von traditioneller Zeichenkunst gebrauch und nur wenige Effekte entstehen im Rechner. Diese konservative Arbeitsweise prägte lange Zeit die Arbeit des Studio Ghibli und damit die Kunstform. Dazu trugen auch die Werke seines Wegbegleiters Isao Takahata bei, der bereits auf die 75 zugeht und vor mehr als neun Jahren seinen letzten Langfilm realisierte.</p>
<p>Die nachfolgende Generation bemüht sich derweil hilflos um eine Neubelebung der eingefahrenen Kunst. Miyazakis Sohn Goro versuchte vergeblich in die übergroßen Fußstapfen seines Vaters zu treten und musste für seine Adaption der Bestsellerromanreihe „Erdsee“ viel Kritik einstecken. Die Umsetzung erfolgreicher Mangas ist nach wie vor die Antriebskraft und Garant für kommerziellen Erfolg. Da macht es die japanische Filmindustrie Hollywood gleich und setzt auf sichere Pferde. Auch die OVAs – die Animeserien – verhalten sich equivalent zu diesem Trend. Die prägenden Köpfe der Neunziger haben sich derweil dem weit weniger aufwändigen und weniger langwierigen Realfilmen zugewandt. Mamoru Oshii („Ghost in the Shell“) inszenierte zuletzt ein Remake des Samuraiklassikers „Kiru“ („Kill“) und „Akira“-Schöpfer Otomo enttäuschte mit dem überlangen Philosphiebrocken „Mushishi“ („Bugmaster“).</p>
<p>Aber es gibt sie noch, die schrägen Vögel im Schwarm. Träumer, wie Satoshi Kon, der mit „Paprika“ zuletzt einen traumgleichen Trip überbordender Phantasie schuf und dabei auch fleißig Gebrauch moderner Technologien machte, ohne dass es am Ende aufgesetzt wirkte. Respekt vor so viel Ambition, die Grundfesten der Kunstform zu erschüttern. Kon ist der bekannteste Vertreter einer Handvoll Kreativer, die andere Wege gehen wollen. Das japanische Studio 4°C hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese scheinbar Verrückten zu bündeln und ihnen größtmögliche kreative Freiheit einzuräumen.</p>
<p>Gegründet wurde 4°C bereits 1986 von Eiko Tanaka, die als Präsidentin des Studios und Chef-Produzentin fungiert, dem Regisseur Kôji Morimoto, der mit Ôtomo an „Akira“ gearbeitet hatte, und Yoshiharu Sato, Animator, der ebenso wie Tanaka zunächst noch für Ghibli tätig war. Da man finanziell unabhängig sein wollte, waren viele der Mitarbeiter noch in andere Projekte involviert und so dauerte es fast zehn Jahre, bis das erste Werk des Studios die Leinwände erblickte. 4°C war damals ein Hobby der Bertreiber, ein Spielplatz um sich auszuprobieren, mit Ideen zu spielen und hat bis heute nichts von diesem Ansatz eingebüßt. Kreativität entsteht ohnehin immer am besten ohne die Fesseln kommerzieller Notwendigkeit.</p>
<p><strong>Am Anfang stand die Erinnerung</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1207" title="mg1" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/mg1.jpg" alt="" width="420" height="505" align="right" />„Memories“ war 1995 das Debüt des Studios. Drei SciFi-Kurzgeschichten von Ôtomo, Morimoto und Tensai Okamura, der später an der Entwicklung von „Neon Genesis Evangelion“ beteiligt war. Nachdem der Erfolg von „Akira“ den Weg in westliche Breitengrade geebnet hatte, lies sich „Memories“ mit dem Namen Ôtomo auf dem Cover gut verkaufen und erschien auch bei uns auf Video. Kurzfilme sind seit jeher perfekte Plattformen, um neue Ideen auszuprobieren. Die Finanzierung ist einfacher und das zeitlich begrenzte Format erlaubt es den Künstlern abseits eines narrativen Rückgrats zu experimentieren. Das begriff man auch bei 4°C und nutzte diese Form dazu, neue Animationstalente heranzuzüchten, ähnlich wie man es auch bei Pixar seit Jahren pflegt. 2002 erschien die erste Zusammenstellung kurzer Clips unter dem Namen „Digital Juice“. Bezeichnend sind die darauf enthaltenen Trailer für Filme, die den Status einer fixen Idee nie verließen, jedoch die Grundlage schufen für die weitere Arbeit. Auch Musikvideos entstanden im Tokioter Hauptquartier, u.a. ein Clip zu Ken Ishiis „Extra“.</p>
<p>Daneben pflegte man die Arbeit mit Ôtomo, dem die Andersartigkeit der Talentschmiede gefiel. Gemeinsam realisierten Ôtomo und Studio 4°C die Mangaverfilmungen „Spriggan“ und „Steamboy“, dessen Optik die Gratwanderung zwischen traditionellem Anime und westlichem Einfluss mit zeitgemäßer Computertechnik paart und zu einer der teuersten japanischen Produktionen avancierte. Ôtomo lies sich durch „Cannon Fodder“, seinen Beitrag zu „Memories“, zu seinem Langfilm inspirieren, den er im Großbritannien des späten 19. Jahrhunderts ansiedelte. Nach fast acht Jahren harter Arbeit, 180.000 Storyboards und 2,4 Milliarden Yen (20 Millionen $) Produktionskosten, einer Höhe, die sonst den Werken Miyazakis vorbehalten ist, kommt der erste komplett mit digitalen Effekten versehene Anime in die japanischen Kinos. Trotz einer Veröffentlichung in den Staaten und exzellenten Kritiken schafft es „Steamboy“ nicht die horrenden Kosten einzuspielen. Ein herber Rückschlag für Ôtomo.</p>
<p>Bei 4°C backt man weiter kleine Anpan und besinnt sich auf die eigenen kreativen Köpfe. Massaaki Yuasa adaptiert 2004 den Manga „Mind Game“ von Robin Nishi und lässt einen Knallfrosch schräger Ideen auf der Leinwand platzen. Welche Drogen Yuasa und Nishi geschmissen haben, bleibt im Dunkeln, aber bunt waren sie auf jeden Fall. Der quirlige Trip eines Losers zum Licht überrascht mit Realfilmelementen, einer Optik, die von völliger Reduktion bis zum visuellen Overkill alle Paletten streift und einer metaphysischen Story um den Sinn des Lebens. Ohne Zweifel ein Geniestreich, der exemplarisch für die Arbeit von Studio 4°C steht: ein Monster mit Kreativität in jeder Vene und dem Herz abseits des Massenmarktes.</p>
<p><strong>Über den Rand</strong></p>
<p>Aber bei 4°C streckt man die Fühler auch jenseits der Insel. So war der Franzose Nicolas de Crécy, Bruder von Elektromusiker Etienne de Crécy und Schöpfer des genialen computeranimierten Burger-Clips zu dessen Überhit „Am I Wrong“, Teil der „Genius Party“, einer Kurzfilmkompilation deren erster Schwung aus sieben Filmen 2007 erschien und im letzten Jahr um weitere fünf Shorts erweitert wurde. Renommé erlangte man außerdem durch die maßgebliche Beteiligung am „Animatrix“-Projekt der Wachowski Brüder, für das sie fünf der neun Filme entwickelten. Produziert wurden diese durch den in Tokyo lebenden Amerikaner Michael Arias. Er war es wiederum, der 2007 mit „Tekkonkinkreet“ für Studio 4°C einen weiteren markerschütternden Schrei aus Farben auf die Leinwand brachte. Ein Schrei, der nicht ungehört blieb und auf Festivals weltweit Preise einheimste, was ihn sogar zu einer Veröffentlichung hierzulande half. Ein Novum, ja fast schon ein gebrochenes Sakrileg ist es, dass sich ein Nicht-Japaner an die Verfilmung der erfolgreichen Manga-Reihe wagte. Nur ein weiteres Indiz für die Radikalität eines Studios, für das Kreativität keine Grenzen kennt.</p>
<p><em>„Mind Game“ und „Genius Party“ sind soeben bei Rapid Eye Movies erschienen. „Memories“ (Columbia Tri Star), „Tekkonkinkreet“ (Sony), „Spriggan“ (OVA Films), „Animatrix“ (Warner) und „Steamboy“ (Sony) sind ebenfalls als DVD zu haben.<br />
</em></p>
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		<title>Kurzer Prozess – Righteous Kill  von Jon Avnet</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 12:24:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[C]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Momente im Leben eines Cineasten, da er seinen flehenden Blick gen Himmel in Richtung Hollywood erhebt und gebetsartig Wünsche äußert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/kurzerprozess400.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1185" title="kurzerprozess400" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/kurzerprozess400.jpg" alt="" width="283" height="400" /></a></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span id="more-1184"></span><span>Was macht einen guten Film aus? Sind es die Stars vor und hinter der Kamera, die technische Finesse für Augen und Ohren oder ein knallbuntes Marketing? Nein, das sind Parameter für einen erfolgreichen Film. Erfolgreiche Filme messen sich an gefüllten Kinokassen und sind nicht immer auch gute Filme. Der Umkehrschluss ist leider trauriger, viel zu selten ist ein guter Film auch ein erfolgreicher. Sicher ist diese Aussage angreifbar, doch maßgebend ist letztendlich der persönliche Standpunkt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es lässt sich grundsätzlich feststellen, dass vor allem die Geschichte welche erzählt wird über die Qualität eines Films entscheidet und das Erzählen selbst. Das sinnreiche Verstricken der verschiedenen interpretierbaren Ebenen zu einem harmonischen Geflecht, das nicht zu durchschaubar gerät und doch den Betrachter nicht für dumm erklärt. Die Figuren begreifbar zu machen, die sich zu- oder gegeneinander stellen. Zulassen, den individuellen Zugang in die Geschichte zu finden. Das Genre ist dabei egal.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es gibt Momente im Leben eines Cineasten, da er seinen flehenden Blick gen Himmel in Richtung Hollywood erhebt und gebetsartig Wünsche äußert. Einer dieser Wünsche wurde erhört. Robert De Niro und Al Pacino spielen – dreizehn Jahre nach „<em>Heat“ -<span> </span></em></span><span>wieder zusammen in einem Film. „Righteous Kill“<em> </em></span><span>bietet den beiden nicht nur wenige Minuten in zwei gemeinsamen Szenen, sondern die komplette Spielfilmlänge um sich auszuloten. Und das tun sie, dieses Mal nicht als Antagonisten, sondern Seite an Seite. Es macht Spaß ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Zwei Dinosaurier, die jeder für sich Filmgeschichte schrieben. Die großartigen Filmen mit ihrem intensiven Spiel zur Meisterschaft verhalfen, sie fest in unser kollektives Bewusstsein verankerten. Filme wie „Der Pate“, „Taxi Driver“, „Scarface“, „Brazil“ und eben „Heat“<em>.</em></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>„Righteous Kill<em>“ </em></span><span>erzählt die Geschichte der beiden New Yorker Cops Rooster (Al Pacino) und Turk (Robert de Niro) die kurz vor ihrer Pensionierung einer Serie von Morden auf der Spur sind. Alle Opfer sind vom Gesetz verschont gebliebene Verbrecher. Schnell wird klar, dass der Killer in den Reihen der Polizei zu suchen ist. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Im Prinzip eine solide Story. Nicht ganz unbekannt, aber das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Und Russell Gewirtz ist, nach seinem Drehbuch für „<em>Inside Man“</em></span><span>, eine sichere Bank für spannungsreiche Thriller. So denkt man und denkt falsch.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Jon Avnet seinen Achtungserfolg „Grüne Tomaten“ (1991) nie wiederholen konnte, mag ein erstes Indiz sein. Doch hält das Darstellerensemble Namen wie John Leguizamo, Carla Gugino und Donnie Wahlberg bereit und verwischt damit jede Vorsicht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Aber die ist geboten! Was dem geneigten Zuschauer vorgesetzt wird, ist bestenfalls Mittelmass und das auch nur wegen der überdurchschnittlichen Leistung der Schauspieler, allen voran De Niro und Pacino, die sichtliche Freude an ihrer Zusammenarbeit hatten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Der Plot ist durchschaubar. Wenn Turk am Anfang des Films in einer Videobotschaft ein Geständnis ablegt, ist dies zu leicht als falsche Fährte zu erkennen, was dem Film viel Spannung nimmt. Die Wendungen in der Geschichte sind lau bis abgegriffen und schaffen es nicht Suspense zu erzeugen. Der Konflikt zwischen Turk und seinem Kollegen Simon Perez (John Leguizamo) wird zu oberflächlich abgehandelt und wirkt dadurch aufgesetzt und affektiert. Carla Gugino wiederum hat schwer mit ihrer sehr eindimensional angelegten Rolle als Karen Corelli zu kämpfen. Als Turks Kollegin und Geliebte soll sie als Femme Fatale wirken, wird aber an einer zu kurzen Leine gehalten und kann so nicht überzeugen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Auch die Dialoge lassen keine Atmosphäre aufkommen. Abgesehen von ein paar Lichtblicken, zum Beispiel wenn sich die Partner Perez und Riley (Donnie Wahlberg) über die Größe des Flachbildfernsehers am Tatort eines der Mordopfer auslassen, wirken sie sonst nicht sonderlich originell.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Drehbuch hat gute Ansätze, leider werden diese nicht ausgeschöpft. Die Leistung des Regisseurs kann dem wenig entgegensetzen. Der Film will einfach nicht in Fahrt kommen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Da hilft es auch nicht, das große Vorbild „Heat“ immer wieder zu bemühen. Wenn am Ende Rooster in den Armen von Turk stirbt ist das wie ein Déjà-vu. Eben nur in vertauschten Rollen. Selbst der Zug, bei „Heat“<em> </em></span><span>am Anfang des Films, fährt vorbei. Soll sich hier ein Kreis schließen? Wohl kaum. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Allein das Finish des Films, düster im Style der Neo-Noir, kann überzeugen, eingefangen von Kameramann Denis Lenoir, der unter anderem auch Francois Ozons „Angel“ fotografierte.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Warum Al Pacino und Robert De Niro dieses Engagement angenommen haben, kann nur vermutet werden. Al Pacino soll einmal gesagt haben, ihm ist das Drehbuch egal, wenn seine Gage nur hoch genug ist. Robert De Niro hat, abgesehen von einem Hotel und einem Restaurant, in Manhattan auch eine Filmproduktion. Vielleicht ist der wirtschaftliche Druck so hoch, dass er immer wieder Rollen annehmen muss, die sich im Mainstream finden und versprechen erfolgreiche Filme zu werden. Diese sind eben nicht immer auch gute Filme. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es macht Spaß Robert De Niro und Al Pacino zuzusehen und es tut weh zu erkennen, dass „Righteous Kill“<em> </em></span><span>diese seltene Chance nicht nutzte.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Das Millionenspiel von Wolfgang Menge</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 22:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Lose</dc:creator>
				<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Die abgründige Tele-Vision der Siebziger erhält ein Wiedersehen auf DVD.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><a href="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/millionenspiel_400.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1041" title="millionenspiel_400" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/millionenspiel_400-221x300.jpg" alt="" width="221" height="300" /></a></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das West-TV der Siebziger und frühen Achtziger Jahre hat sich als tiefschwarze Erinnerung in mein Gedächtnis gebrannt. Puppenpsychedelik und absonderlicher Märchen aus Tschechien im Kinderprogramm. Daneben deprimierende Mehrteiler wie „Patrick Packard“ oder „Timm Thaler“ – das<span> </span>Lächeln haben wir damals alle verkauft oder gegen die Angst vor dem nächsten Atomreaktorunfall getauscht. Ich war noch viel zu jung, um das wirklich zu begreifen, aber beeinflusst hat diese Zeit uns alle.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Einer, der sich damals intensiv mit der gesellschaftlichen Gegenwart und ihrer Perversionen in der herannahenden Zukunft auseinandersetzte war der Journalist Wolfgang Menge. Die Gegenwart (und die „früher war alles besser“-Mentalität der Ewig-Gestrigen) behandelte er in seinen spitzzüngigen Drehbüchern für „Ein Herz und eine Seele“, wo er Ekel Alfred aussprechen lies, was vielen in diesem Lande durch die Köpfe ging, im gutbürgerlichen Konsens aber nie gewagt wurde ausgesprochen zu werden. Mit zwei Fernsehfilmen nahm er sich der Zukunft an und malte sie in aschgrauen Farben, wie sie treffender nicht hätten gewählt werden können.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>„Smog“ malte 1971 an die Wand, was zehn Jahre später zum alltäglichen Nachrichtentenor gehören würde: Jahre vor dem ersten Smog-Alarm schilderte er den Zusammenbruch einer Großstadt unter der Last des Verkehrs. Lange vor Katalysatoren und Umweltbewusstsein dachte er die damaligen wissenschaftlichen Erkenntnisse weiter und schuf mit seinem Drehbuch ein realistisches Szenario, dass sich kurze Zeit später bewahrheiten sollte. Der junge Wolfgang Petersen machte daraus einen spannenden Fernsehfilm, bevor er sich mit „Die Unendliche Geschichte“ in seine eigene Traumwelt flüchtete und nach Hollywood zog, um sie auszuleben. Aber damals gehörte er noch zur ersten Garde des politischen Films und schuf mit „Smog“ einen bleischweren Thriller von visionärer Kraft.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Nicht weniger vorausschauend war auch „Das Millionenspiel“. Als Orwellsche Phantasie auf Deutsch kam die humorfreie Mediensatire damals ins dritte Programm und sorgte für einen kollektiven Schauer des Entsetzens. Von einer adretten Ansagerin angekündigt und von Dieter Thomas Heck, der Koryphäe des westdeutschen Unterhaltungsfernsehens, moderiert setzte Wolfgang Menge bewusst auf schockierenden Realismus und dachte die Perversion der Medien in ihrer logischen Konsequenz weiter. Rund 20 Jahre vor Big Brother, lange bevor nahezu sämtliche Tabus mit der Fernbedienung weggezappt wurden, lies er ein Killerkommando Jagd auf einen Zivilisten machen – vor den Augen und unter dem Applaus von Millionen von Zuschauern. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Auch heute, rund 30 Jahre später wirkt dieses perfide Szenario noch, was sicherlich auch meine angsterfüllten Erinnerungen an die erste Sichtung als Halbling liegt. Als einziges Manko kann im Nachhinein die Besetzung von Dieter Hallervorden als Gangsterboss gewertet werden. Aber „Das Millionenspiel“ ging einige Jahre eher über den Sender, bevor „Didi“ sich in unzähligen Blödelfilmen zum Affen der Nation machte. Ach ja, und für ne Millionen würde sich wohl heutezutage auch niemand mehr von der Fernsehcouch erheben. Erst recht nicht, wenns D-Mark sind.</span></p>
<p class="MsoBodyText"><em>„Das Millionenspiel“ ist in einer Box aus 3 DVDs bei Alive erschienen und enthält ebenfalls den Film „Smog“ und eine Hommage an „Ein Herz und eine Seele“.</em></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>A tout de suite &#8211; Hier und jetzt von Benoît Jacquot</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 00:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[D]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Paris, Frühling 1975 - eine Zeit des Aufbruchs nach dem Pariser Mai ´68, eine Zeit neuer Perspektiven, aber auch die Zeit der Radikalisierung und des Terrorismus in der westlichen Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-931" title="a_tout_de_suite" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/a_tout_de_suite.jpg" alt="" width="300" height="400" /></p>
<p>Paris, Frühling 1975 &#8211; eine Zeit des Aufbruchs nach dem Pariser Mai ´68, eine Zeit neuer Perspektiven, aber auch die Zeit der Radikalisierung und des Terrorismus in der westlichen Welt.</p>
<p>Eine 19-jährige Kunststudentin aus gutbürgerlichen Verhältnissen lernt in einer Bar einen jungen Marokkaner kennen und verliebt sich augenblicklich in ihn und die Freiheit, die er verkörpert.<br />
Sie ist ihres Alltags überdrüssig, sucht nach einem Abenteuer, das er ihr zu bieten scheint. Sie schläft mit ihm. Es ist das Erwachen ihrer Persönlichkeit, ihre erste Liebe, die sehr bald schon auf eine fatale Probe gestellt wird. Denn der Geliebte entpuppt sich als Krimineller, ein Bankräuber.<br />
Nach einem Raub mit Geiseln und Toten gelingt es ihm und seinem Komplizen der Polizei zu entkommen. Sie zögert keinen Moment, den beiden Unterschlupf zu gewähren und mit ihnen zu flüchten, nach Spanien, Marokko, bis nach Griechenland. Hier endet für die junge Frau dann abrupt die Flucht. Am Zoll wird sie aufgehalten, ihre Freunde befürchten entdeckt zu werden und verschwinden ohne ein Wort des Abschieds. Nun ist sie allein und mittellos in Athen auf sich gestellt, die Situation bleibt für sie unfassbar und sie wartet. Wartet auf ihren Geliebten, der nie wieder zurückkehren wird.</p>
<p>Benoît Jacquot erzählt diese bewegende und auf einer realen Begebenheit beruhenden Geschichte in der Auffassung der Nouvelle Vague, in schwarz-weiß gedreht und mit einer hervorragend besetzten Isild Le Besco in der Hauptrolle.<br />
Immer wieder fängt die Kamera das Gesicht von Isild Le Besco in Großaufnahmen ein. Hier findet das Eigentliche statt. In ihrem Gesicht ist die Tragik von Anfang an lesbar, wie eine Vorankündigung des Unvermeidbaren. Das Versprechen auf Freiheit, das nicht gehalten werden kann. Liebe gilt nur dem Augenblick, der Rest ist Schweigen. Ein Nachhall, dröhnend und leer, ein Warten, bei dem sie vergisst, auf was sie wartet.<br />
Wie von der Nouvelle Vague verlangt, schränkte sich Benoît Jacquot ein und realisierte diesen Film mit einfachsten Mitteln. Der Film verweist auf Jean-Luc Godards &#8220;Außer Atem&#8221; und setzt wie dort auf die filmische Ästhetik der Handkamera, dem oftmals asynchrone Verlauf von Sprache und Bildmontage in den Dialogszenen, dem berühmten Jump Cut. Doch verzichtete er auf die heroischen Gesten seiner dem Untergang geweihten Helden und führt damit das große Vorbild ins Absurde. Es herrscht Ernüchterung, das Eingeständnis der Katastrophe; aus Freiheit wird Flucht, das Glück ist ein Selbstbetrug, es bleiben Zwänge.<br />
Der Ausbruchsversuch der Jugend aus dem Korsett bestehender Moralvorstellungen und Erwartungen, die Hoffnungen einer neuen Generation, enden in einer fehlgeschlagenen Revolte.<br />
Sicher kann Benoît Jacquots Film als Abgesang auf die Ideale der Bewegung von `68 verstanden werden, doch gerade durch die namenlosen Protagonisten und den Verzicht auf Farbe ist die Geschichte in jede Zeit übertragbar.</p>
<p>Der Film berührt durch seine Ehrlichkeit, beschreibt ohne Pathos und voller Respekt ein kurzes Glück mit hoffnungslosem Ausgang, unheimlich und schön.</p>
<p>Regie/Drehbuch: Benoît Jacquot<br />
Darsteller: Isild le Besco, Ouassini Embarek u.a.<br />
Frankreich, 2004</p>
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		<title>Summer Days With Coo von Keiichi Hara</title>
		<link>http://www.persona-non-grata.de/2009/05/10/summer-days-with-coo-von-keiichi-hara/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 00:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Lose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[(Anime Virtual)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-928" title="coo_cover" src="http://www.persona-non-grata.de/wp-content/uploads/coo_cover.jpg" alt="" width="227" height="303" /></p>
<p>Komplexe Zivilisationskritik ohne Zeigefinger im leichten Gewand eines Animeabenteuers. Ein Glücksfall für die Kunstform und für uns alle.</p>
<p>Eine ernsthafte Botschaft zu vermitteln und dennoch nicht zum Spielverderber zu mutieren, ist eine große Kunst. Allzu oft verpufft die Message in einem didaktisch-trockenen Gestus, wenn es dem Werk bei aller Ernsthaftigkeit an einem fehlt: der humanistischen Note.</p>
<p>Dass es auch anders geht, bewies Anime-Großmeister Hayao Miyazaki mit seinem weisen Märchen „Prinzessin Mononoke“, das die Kritik am Fortschrittswahn der Menschheit mit einer fesselnden Geschichte für alle Altersgruppen verband und so weltweit ein millionenköpfiges Publikum erreichte. Rund zehn Jahre später verband Regisseur Keiichi Hara eine moderne Sicht auf unsere Gesellschaft und den allgegenwärtigen ökologischen Niedergang mit den Kinderbuchklassikern von Masao Kogure. Der schrieb vor nahezu 30 Jahren die Abenteuer einer missverstanden Kreatur nieder. Held der Geschichten „Trubel um einen Kappa“ und „Die erstaunliche Reise eines Kappas“ ist Coo, dessen Volk unter einer zweifelhaften Reputation leidet. Der Volksmund beschuldigt die grünen Sumpfwesen Diebe, Mörder und Kindesentführer zu sein. Schuld daran sind die Samurai, deren Größenwahn vor 200 Jahren den Lebensraum der friedliebenden Fischfresser bedrohte, wie wir im Prolog erfahren. Sie schürten die Ängste des Volkes vor den seltsamen Kreaturen, um den Fortschritt und den eigenen Wohlstand voran zu treiben. Auch Coo wird Opfer eines korrupten Schwertschwingers und stürzt in eine Felsspalte, nachdem er mit ansehen musste, wie sein Vater enthauptet wurde.</p>
<p>Die Jahrhunderte vergehen und die Betonwüste rund um Tokio vernichtet die Spuren des Sumpfs, in dem Coo seine Bahnen zu ziehen pflegte. Als ein Junge über den fossilen Kappa stolpert und mit nach Hause nimmt, ahnt er noch nicht, was auf ihn und seine Familie zukommt. Denn mit zunehmender Stärke offenbart Coo der ihm fremden Welt seine Kräfte. Die reagiert verängstigt und fasziniert zugleich und das Auftauchen der ins Fabelreich verbannten Spezies tritt eine Medienwelle los, die den kleinen Kerl unter sch zu begraben droht. Um sich seiner selbst bewusst zu werden, muss Coo zunächst verarbeiten, dass er der letzte seiner Art ist.</p>
<p>Trotz aller Dramatik gelingt es Hara spielerisch, dass der ernste Unterton seine Adaption nicht zu bleiern werden lässt. Auf der einen Seite schafft er das durch die leichtfüßige Inszenierung, die zahlreichen befreienden Momente, in denen einfach nur herzhaft gelacht werden darf. Auf der anderen Seite kommen ihm die liebevollen Figuren zur Hilfe, die Kogure schuf. Der Junge mit seinen pubertären Problemen und seine wachsende Freundschaft zu Coo stehen dabei im Mittelpunkt. Den zunächst hässlich und tollpatschig wirkenden Kappa, der am Ende über sich selbst hinaus wächst und der Menschheit eine Lektion in Sachen Menschlichkeit erteilt, schließt man sofort ins Herz, egal ob die Angesprochenen nun acht oder achtundachtzig sind. Die ganz Kleinen dürften mit 138 Minuten Laufzeit allerdings irgendwann hibbelig werden. Da ist das japanische Kinopublikum vermutlich ’ne Ecke disziplinierter.</p>
<p><em>„Summer Days With Coo“ ist bei Anime Virtual erschienen.</em></p>
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