Matt Boroff & The Mirrors – Elevator Ride

Text: | Ressort: Musik | 1. September 2008

Wer sich fühlen möchte, als säße er nach all den Jahren immer noch im Titty Twister herum, ist mit diesem Album gut bedient.
Das Mobiliar ist mittlerweile abgenutzt, die Vampire sind längst fort, Düsternis weicht stetig der Langeweile und die Gitarren haben aufgehört ordentlich zu wabern, imitieren nur noch Vergangenes. An den Wänden hängen vergilbte Fotos von Nick Cave, jemand hat mit schwarzem Edding Rock’n’Roll ans Gemäuer gekritzelt und hinter der Theke tanzen zuckend alternde Weiber und schenken billigen Whiskey aus. Vereinzelte Gäste sitzen da und nicken mal behäbig, mal ungezügelt zum Takt der Musik. Ständig verschüttet jemand etwas auf speckige, abgewetzte Kleidung und manch Trunkener hat schlafend seinen Kopf auf den Tisch fallen lassen und aus seinem Mund rinnt Speichel, der langsam ins Holz sickert. In den Pausen hört man gar das Rülpsen und Furzen der Gäste, sowie ihr bedeutungloses Gelalle und eine der Animierdamen winkt mich zu ihr herüber. Ich blicke hinter mich, überprüfe, ob ihre Bitte wirklich mir galt, die ich doch nichts gemein habe mit den Anwesenden, aber niemand steht hinter mir.
Nichts wie fort von hier!
(Sony/BMG)

offizielle Webseite
Matt Boroff & The Mirrors auf MySpace

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