Frog Eyes – Paul’s Tomb: A Triumph

Text: | Ressort: Musik | 22. November 2010

Die Platte hier erschien schon im April dieses Jahres und doch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass, obwohl ich Paul nicht kenne, dieses Grab tatsächlich triumphal besetzt ist. Ich wundere mich dabei einmal mehr stark über mich selbst. All dieser Pathos, all die Meat Loafismen, all das Sakrale, dass ich bei Arcade Fire so hasse, all diese Rockismus-hätschelnden Riffs, all die Schleifchen, Öeschen, Gebetchen, Umhangchen und diese ganze Virtuositätssucht, all diese extrovertierten Introvertiertheiten, all dieses Angequatschtwerden, obwohl man nur seine Ruhe haben will, all dieser Anti-Pop, all diese Umwälzungs-Wahnvorstellungen, all diese karohemdigen Vollbärte, diese unanfeindbare Verwurzelung in der Musikhistorie zwischen Beefheart, Young und Hendrix…dieser neue Rock eben…dieser böse, unglamouröse und doch oft überprätentiöse Haufen Indierock…der gefällt mir hier. Oh mein Gott. So ist es wohl, wenn man willig in weit geöffnete Froschaugen blickt. Vielleicht sind diese ja mit einem menschlichen (in meinem Falle dann weiblichen) Schmollmund gleichzusetzen. Das muss ja einfach so sein!

(Dead Oceans)

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