Young Hare – Unbreak My Heart

Text: | Ressort: Musik | 2. Juni 2014

Es sind nicht die laut bollernden Beats, die bei Young Hare Aufmerksamkeit erregen. Es ist kein Anspringen, eher ein Anschleichen, ein Umgarnen, Umschmeicheln. Unterschwellig einen A-ha-Effekt zu fabrizieren ist jedenfalls schon mal eine Leistung, sanft wird geklöppelt, die Anschläge scheinen fast zu stolpern und lassen Finger und Zehen wippen. Es grooved samten und hüllt in Nebel. Der Soundtrack eines stylish futurischen Settings. Die manchmal etwas ungelenken Sangeseinlagen bewahren uns davor zu weit abzuschweifen. denn eigentlich ist das hier D.I.Y., nur mal ohne Schweiß und Geschrei. Cool eben, trotzdem und gerade deshalb. Die entschleunigte Version der PTTRNS? Nein, das greift zu kurz, trotz ähnlich vertrakter Rhythmik. Eine Spur Jazz, 80’s Softpop, R’n’B und ein Hauch House in der Tradition der Frankfurter Heimat. Vielleicht, jedenfalls verorten sich die Beiden in diesem Spektrum.
Gegründet wurde das Projekt 2011 vom Duo Marc Krause und Martin Pfanzer. Das Demotape „Pick A Fruit“, eine EP und eine Split 12″ mit BDYBLDNG folgten gingen dem nun vorliegendem Debüt voraus. Entstanden ist das Album im Proberaum und in den Atelierräumen der „basis“ in der Mainmetropole. Gespielt wurde mit unterschiedlichen Raumklängen, Fieldrecordings, Schlagzeug und Drumcomputer. Wichtig war das menschlische unperfekte Element zu bewahren, um den hochpolierten Sounds auf der anderen Seite noch Leben einzuhauchen. Den starken konzeptionellen Ansatz erkennt man auch daran, dass die Texte von drei Stücken einfach den den Mixedmediakünstlern Valerie Sietzy und Domingo Molina Cortes überlassen wurden.
Demnächst ist die Band mit den Labelkollegen Urban Homes gemeinsam auf Tour.

(Altin Village & Mine/Indigo)

www.younghare.com

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