Taken By Trees – Other Worlds

Text: | Ressort: Musik | 8. Oktober 2012

Victoria Bergsmann scheint es in die Ferne zu ziehen. Vielleicht ist es auch der Wunsch unterwegs zu sein, Neues zu entdecken, Neugier oder einfach nur ein unstetes Wesen. Nach Ihrer Zeit bei den Concrets, einer Platte und ihrem Evergreen mit Peter, Björn & John; Peter, Paul & Ringo oder Peter, Paul & Mary zog es sie schon auf ihrem ersten Soloalbum „Open Field“ 2007 deutlich hörbar der Sonne entgegen, fernöstlich, chinois oder meinethalben japanisch mutete das eine oder andere Zwischenspiel damals an. Beim Nachfolger „East Of Eden“ 2009 war dan Fernweh dann schon erklärtes Programm. Sie packte die Koffer, reiste nach Pakistan um mit Sufis und anderen Einheimischen zu musizieren. Charmant, ethnologisch durchwirkt ohne aufdringlich plakativ oder peinlich zu sein. Ans andere Ende der Welt oder je nach Betrachtungsrichtung einfach noch ein paar Seemeilen weiter in dieselbe Richtung ging es diesmal. Hawaii war das Ziel und sicher auch eine diffuse Vorstellung des Südseetraumes. Relaxt, leicht dösig von der Sonne und dem Wellengeplätscher, in höhere Bewußtseinzustände zu geraten, Träume zu empfangen oder wenigstens die ultimative Entspannung zu erlangen. So stressig soll die schwedische Heimat doch eigentlich gar nicht sein? Diffus, weil der Ort Hawaii zur Inspiration zwar für ein paar Feldaufnahmen mit Vogelgezwitscher, Aloha-Gitarren und als Hintergrund der eingebundenen Dokumentation von Amanda Marsalis in Film und Bild herhalten durfte, aber auch unverblümt auf die Beach Boys verwiesen wird. Okay selber Ozean immerhin. Doch dann schleicht sich der Dub sanft in die Melodien: Britische Insel, Clash, Irische See, Bristol oder doch Jamaika, Karibik, Atlantik? Eigentlich auch wurscht wenn es so angenehm perlt und man sich auch als Nichtraucher langsam entspannt. Schöne Platte, auf der der Sommer ewig herrscht oder der letzte lange nachschwingt. Auch gut.

(Secretly Canadian/Cargo Records)

http://takenbytreesofficial.tumblr.com

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